(Non-Metal-) Jahresrückblick 2025

Crippling Alcoholism - "Camgirl"

Für mich in diesem Jahr DAS Über-Album im Non-Metal-Bereich und mindestens genauso gut wie der Vorgänger (vielleicht sogar besser?). Dröhnender Noise Rock trifft auf super eingängigen Synthie Pop und gruftigen Post Punk mit abgründigen und abgefuckten Lyrics, stets getragen von Tonys göttlicher Reibeisenstimme. Unmöglich einen Lieblingssong zu benennen, das ist einfach alles unfassbar stark, "Ladies' Night" ist aber so etwas wie meine persönliche 2025-Hymne. Nichts als absolute Liebe für diese Band.


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Pixel Grip - "Percepticide: The Death of Reality"

Das Cover liefert schon einen dezenten Hinweis, wohin die musikalische Reise geht - wummernder Industrial/Club/Electro Pop mit Kink-Faktor. Ich bin damals mit dem sehr soliden Debüt "Heavy Handed" eingestiegen, habe die Band dann aber irgendwie aus den Augen verloren und (leider) auch das physische Release im Sommer verpasst. Fans von Boy Harsher und Konsorten werden hieran sicherlich Gefallen finden. Anhören auf eigene Gefahr, "Stamina" ist ein richtiger Banger aber vielleicht nicht ganz jugendfrei. Waren kürzlich auch bei KEXP zu Gast und haben super abgeliefert:


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DAX RIGGS - 7 SONGS FOR SPIDERS

Mein Album des Jahres Genre übergreifend :verehr: :verehr: :verehr:

Dax Riggs [Sänger von Acid Bath] mit seinem 3. Solo Album und erstem nach 15 Jahren!!

Und was soll ich sagen, ich bin wieder komplett begeistert. Leider nur 7 Songs - aber diese sind qualitativ wieder oberstes Level. Prägend ist weiter seine einzigartige Stimme und das unglaublich Gefühl für düsteren Blues / Folk Rock. Die Acid Bath Reunion mit deren ich niemals mehr gerechnet habe, ist für mich noch die Kirsche auf der Torte in 2025!

2. Track: sunshine felt the darkness smile

JESUS NEVER LAUGHS, LUCIFER DON’T CRY
YOU KNOW EVERY MAN GOT TO LAY DOWN AND DIE
I’M GONNA FALL ’TIL I FLY
I CUT MY HEAD ON THE MOON
I GOT THE NIGHT ALL IN MY EYE
I’M GONNA FALL UNTIL I FLY
JESUS NEVER LAUGHS, LUCIFER DON’T CRY
BURNT MY TONGUE ON THE STARS
TOUCHED THE WOUND IN HIS SIDE
SUNSHINE FELT THE DARKNESS SMILE
SUNSHINE FELT THE DARKNESS SMILE
JESUS NEVER LAUGHS, LUCIFER DON’T CRY
YOU KNOW EVERY MAN GOT TO LAY DOWN AND DIE
I’M GONNA FALL ’TIL I FLY
I CUT MY HEAD ON THE MOON
I GOT THE NIGHT ALL IN MY EYE
I’M GONNA FALL UNTIL I FLY
JESUS NEVER LAUGHS, LUCIFER DON’T CRY
BURNT MY TONGUE ON THE STARS
TOUCHED THE WOUND IN HIS SIDE
SUNSHINE FELT THE DARKNESS SMILE
SUNSHINE FELT THE DARKNESS SMILE

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Rún - „Rún“

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Debüt-Album des irischen Trios, auf welchem experimentellen Klängen gefrönt wird. Stilistisch kaum greifbar, natürlich ist das als Basis oft irgendwie (Post-)Rock, aber auch einiges andere wie Folk und Noise. Man scheut sich hier überhaupt nicht vor ungewöhnlichen und gar unbequemen Sounds, alleine schon die Vocals der Sängerin sind äußerst variabel, bis hin zu rituellen Chants anmutend. Sicher keine leichte Kost, nichts, das man unter der Dusche nachsingen wird, aber ich respektiere interessante Eigenständigkeit und auch Verschrobenheit und dachte mir bei der Kaufentscheidung, dass von den 2025er-Alben, die ich mir sonst zugelegt habe, definitiv keines so klingt wie dieses hier.

„Terror Moon“ (Live): https://www.youtube.com/watch?v=whisipAG3uo&list=RDwhisipAG3uo&start_radio=1

Komplettes Album: https://run-ireland.bandcamp.com/album/r-n
 
Sehr tolle Nennungen wieder, wie in den Jahren zuvor. Da ist vieles zu Entdecken, alleine das neue Dax Riggs Album muss ich noch anhören.

Mein AOTY:
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Ich könnte jetzt eine längere Liebeserklärung an das Album niederschreiben (vielleicht mach ich das auch irgendwann mal), aber für den Moment muss es so reichen. Vulture Feather habe ich erst Mitte des Jahres kennengelernt, aber seitdem ist mir ihr im Februar erschienenes Album „It Will Be Like Now“ ins Mark übergegangen. Die Drei spielen seit vielen Jahren zusammen, verstehen sich daher musikalisch blind und schreiben tolle kraftvolle Songs. Der Stil ist eine Mischung aus Indie, Alternative und Post-Punk, sehr emotional und atmosphärisch erzählt. Allein der Song Calling From Afar hat mich emotional so gepusht und viele viele Gedanken angeschoben mich mit dem Tod, speziell mit dem meines Dads nochmals auseinanderzusetzen. Ja, richtig deep, aber brutal positiv, motivierend und „glücklich machend“. Dazu hören meine Ohren einen leichten David Bowie Vibe der immer mal wieder mitschwingt, wie zum Beispiel bei Into Space. Man merkt, dass die Band nicht zwingend Lyrics bräuchte, sondern allein durch ihre instrumentale Version Geschichten erzählen können.
Fazit: Das ist nicht nur mein Top 1 Album aus 2025, nein, das wird ein Alltime-Favorite für mich werden.


Die vier Songs der kürzlich erschienenen EP bewegen sich auf dem Niveau des Albums:
 
Nachdem hier schon mehrere Industrial Rock/Metal-Alben vorgestellt wurden, möchte ich jetzt alte Helden bzw junge Götter ins Threadrampenlicht zerren:

THE YOUNG GODS - APPEAR DISAPPEAR

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Nachdem ich sie vorher ein Weilchen etwas aus den Augen verloren hatte war die Freude natürlich groß, dass ich die Band im 40. Jahr ihres Bestehens erstmals live sehen konnte und sie zudem ein wunderbares neues Album veröffentlichte. Sehr abwechslungsreich, dabei aber immer typisch Young Gods, schon allein durch den Gesang von Franz Treichler unverwechselbar, irgendwie zeitlos klingend, mit einem Sound so warm, dass man sich reinlegen möchte.


und live sah das ungefähr so aus: https://www.youtube.com/watch?v=BNO5AmDtsM8
 
Ich habe 2025 tatsächlich fast nur Metal gehört und bin gespannt, den Thread, der traditionell zu meinen Forenlieblingen gehört, nach Alternativen zu durchforsten.

Parrhesia: The Burden Is Mine, And So Is The Path
Über das Label Existentiell (Irland) sind im Jahr 2025 einige interessante Sachen erschienen, mein Favorit ist aber dieses Album. Stilistisch gehört es irgendwie in den Bereich Triphop, mit etwas Einflüssen aus Trance und D'n'B, manchmal sogar Post Rock. Es ist rein instrumentale Musik, die neben Elektronika auch „echte“ Instrumente enthält – ich vermeine gelegentlich eine echte Gitarre und ein echtes Schlagzeug zu vernehmen. Vor allem aber ist es ein träumerisches und melancholisches Album, mit langen, flächigen Intros und einer z.T. arabisch anmutenden Melodik, ein Album, das nach urbaner Late Night klingt, nach verrauchtem Club und dem Kopfschmerz danach. Der eine oder andere mag es als monoton empfinden, aber als Doomster ist das für mich natürlich Qualitätsmerkmal.
Das Label wurde bei Bandcamp rausgeschmissen, der Inhaber Cathal Rodgers wollte oder konnte mir nicht genau sagen, warum, und ich finde auch nichts zu ihm oder dem Label, was mir anrüchig erscheint. Darum ist das Album zur Zeit nicht online verfügbar. Ist ein rein digitaler Release.

Bella International: I Call My Power Back
Achtung, jetzt wird es nach dem ganzen Noiseindustrialgruftiezeug dieses Threads richtig übel. Auf das Album bin ich zufällig gestoßen, als ich bei einem Kindergeburtstag für die Tanzfläche bei Bandcamp nach Popmusik gesucht habe. Simpler Radio-Pop, der nach Rihanna Aguilera und Beyoncé Spears klingt (sorry, vermutlich tönen die genannten Referenzen für Experten total unterschiedlich, ich kann da nix auseinanderhalten), aber mich in dem Fall gecatcht hat. Liegt vermutlich daran, dass viele Titel trotz der Empowerment-Texte eine melancholische Grundstimmung versprühen – die ganz tollen ersten vier Songs wird es von Minute zu Minute getragener und besser.
Gegen Ende hin nehmen die Experimente zu und Elemente aus Gospel, R&B, Eurodance und Filmmusik werden eingeflochten. Da steige ich dann aus.
https://bellainternational.bandcamp.com/album/i-call-my-power-back

Und den Titel "Pazifik" von Provinz fand ich dieses Jahr toll, das zugehörige Album nicht so.
 
Ich schmeiße meine Top-Highlights aus dem Non-Metal hier auch mal in den Ring. Im gröbsten ist es Pop und Synthwave, die ganzen Coldwave/PostPunk-Geschichten sind für mich stimmungstechnisch zu nah am Metal um die in so einen Thread zu erwähnen (auch wenn das andere anders machen).

Taylor Swift-Life Of A Showgirl - Tja Lady Gaga, dann doch nur Platz 2. Taylor kam, wurde zerrissen im Netz und hat mein Herz erobert mit ihrer neuen Platte. Musikalisch endlich wieder deutlich mehr mein Beuteschema, ganz grob angesiedelt im eher düsteren 2000/2010er Pop. Textlich sehr derb und teilweise stumpf zeigt sich Taylor von einer ganz anderen Seite, gefällt mir aber sehr gut. Letztlich einfach nen geiles Popalbum.
Lady Gaga-Mayhem - Könnte das Popalbum des Jahres sein. Zwar mit Abracadabra ein Nervtrack der Marke Pokerface vertreten, ansonsten ist das hier eine große Ansammlung an kraftvollen Popsongs die sich auch nicht zu schade sind bei anderen Kollegen mal abzugucken und einen eigenen Spin zu drehen. Gefühlvolle Balladen wie fast schon an Industrial angelehnten Krach gibts hier im Wechsel. Starkes Teil.

Prinz Pi-West-Berlin - Nach 3 katastrophalen Alben ist nach 9 Jahren von meinem Deutschrap-Helden endlich wieder ein Album im Handel, was ich wirklich stark finde. Die Beats, die merklich in den Rückspiegel seiner Diskographie linsen, die depressiven Texte die mir teilweise massiv aus dem Herzen sprechen, all das macht das Album für mich wirklich stark. Nur die beiden Features auf dem Album sind nicht so ganz meins.
Sally Shapiro-Ready To Live A Lie - Die sehr ruhige Synthwave-Sängerin Sally Shapiro hat wohl eines ihrer besten Albemn dieses Jahr veröffentlicht. Wie immer im "laidback" ruhigen Fahrwasser und mit starken Fokus auf Gesang spielt die Mischung aus old school Synthwave/Synthpop - der auch mal ganz dreist Melodien wie Kayleigh von Marillion klaut - eine eher untergeordnete Rolle. Am Ende kommt aber fantastische Musik zum Abschalten bei herum die ich Synthpop-Fans nur wärmstens ans Herz legen kann.

Veil Of Light-Hymns Of Faith And Trust - Synthpop neueren Datums der exakt so klingt wie in den 80s. Ganz viel Hall auf allem was kreucht und fleucht. Genau mein Sound. Aber - wie steht es um die Songs? Das ist hier ein etwas zweischneidigeres Thema. Denn die Platte fängt bären stark an, hat dann aber immer mal wieder regelrecht Füllmaterial on board. 7 Songs statt 10 hätten hier Wunder bewirkt. Trotzdem Empfehlung an Genrefreunde!
Trevor Something–The Anima - Den sehr fragilen und introvertierten Synthwave / Cold-Wave von Trevor Something hatte ich mit der "The Death of"-Scheibe abgeschrieben. Aber siehe da, die neue Scheibe ist wieder echt gut geworden. Liebes-Musik aber nicht in fröhlich poppig sondern depressiv, introvertiert und unsicher. Genau mein Ding!
Wolfclub-Lake Street - Langzeit-Synthwave Band WolfClub haut mit ihrem neuesten Longplayer nicht DAS Album ihrer Karriere raus - aber es ist gut. Nicht mehr, nicht weniger.
Korine-A Flame In The Dark - Die Synthwave-Truppe um Korine hat in 2025 - also lange nachdem der große Synthwavehype rum ist - mit ihrer neuen LP die eigenen Grenzen deutlich erweitert. Synthwave ist nur noch die Basis, auf die dann eine Menge aufbaut. Von PostPunk, ColdWave-Versatzstücken über pop-punkige Einschübe ist alles dabei - und erschafft dennoch ein recht stimmiges Gesamtbild. Gutes Ding!
Trevor Something-The Shadow - Ach guck an, macht der Mann einfach 2 Platten dieses Jahr. Noch introvertierter, noch zerbrechlicher - fast schon depressive Synthwave. Die Hitdichte ist auf der Anima höher, aber das hier ist dafür "in sich geschlossener".
Sandor Gavin-Echoes - Der Synthwave von Mr. Gavin ist vor allem eines: Wave. Hier wird weniger auf die alles knallende Hookline und die großen Pop-Momente gesetzt, alles ist eher gesetzter, entspannter, ruhiger und introvertierter. Auf der Haben Seite stehen aber Lieder, die einen bewegen, zu denen man sich bewegt. Des pascht!
Billy Idol-Dream Into It - Die Single "Still Dancing" hat eventuell mit ihrer Reminiszenz an Rebel Yell den falschen Takt gesetzt, denn der Rest ist deutlich schaumgebremster Pop Rock. Dennoch überzeugen zumindest mich die Songs. Ich höre es gerne. Einzige Ausnahme bildet das Duett mit Avril Lavigne in "77", welches zwar textlich cool ist - aber Arvils Stimme ist nicht gut gealtert. Gar nicht gut.

Bella International: I Call My Power Back
Achtung, jetzt wird es nach dem ganzen Noiseindustrialgruftiezeug dieses Threads richtig übel. Auf das Album bin ich zufällig gestoßen, als ich bei einem Kindergeburtstag für die Tanzfläche bei Bandcamp nach Popmusik gesucht habe. Simpler Radio-Pop, der nach Rihanna Aguilera und Beyoncé Spears klingt (sorry, vermutlich tönen die genannten Referenzen für Experten total unterschiedlich, ich kann da nix auseinanderhalten), aber mich in dem Fall gecatcht hat. Liegt vermutlich daran, dass viele Titel trotz der Empowerment-Texte eine melancholische Grundstimmung versprühen – die ganz tollen ersten vier Songs wird es von Minute zu Minute getragener und besser.
Gegen Ende hin nehmen die Experimente zu und Elemente aus Gospel, R&B, Eurodance und Filmmusik werden eingeflochten. Da steige ich dann aus.
https://bellainternational.bandcamp.com/album/i-call-my-power-back
Da werde ich unverzüglich reinhören müssen.
 
Monolink - „The Beauty Of It All“

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Der in Berlin lebende Elektronik-Produzent war mir vor 2025 kein Begriff, aber zum Glück hat sich das mit seinem dritten Album jetzt geändert, denn „The Beauty Of It All“ ist ein exzellentes Album, auf dem er Elektronik und Singer-Songwriter-Elemente miteinander verbindet. Rein stilistisch denke ich da an The Notwist, allerdings unterscheidet sich der konkrete Sound dann doch etwas, denn Monolinks Musik ist direkter und hat mehr Pop-Appeal. Dürfte das eingängigste Album sein, dass ich hier im Thread bisher empfohlen habe.

Video zu „Perfect World“: https://www.youtube.com/watch?v=WWzZLExWeAo&list=RDWWzZLExWeAo&start_radio=1

Komplettes Album live vom Holzmarkt, Berlin, 2025: https://www.youtube.com/watch?v=Ua01F5Bg8Oo&list=RDUa01F5Bg8Oo&start_radio=1
 
Loscil - „Lake Fire“

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Auch auf den Kanadier Scott Morgan bin ich erst 2025 aufmerksam geworden, was angesichts seiner Produktivität fast schon erstaunlich ist – er hat in den letzten Jahren im Schnitt zwei Alben pro Jahr rausgehauen und war auch auf Soundtracks zu hören. „Lake Fire“ ist das erste Album von 2025. Thematisch beschäftigt sich Loscil darauf mit den massiven Waldbränden, die es auch in Kanada gab. Musikalisch ist das der Inbegriff eines Ambient-Albums, sehr flächige Sounds mit nur subtilen Modulationen. Düster, aber nicht pechschwarz, eher grau – der rauchverhangene Wald auf dem Cover gibt die Stimmung des Albums gut wieder.

Komplettes Album: https://loscil.bandcamp.com/album/lake-fire


Auch hören:

Lawrence English
 
Nachdem mit der super starken Rún eins meiner Lieblingsalben von diesem Jahr gepostet wurde, will ich auch mal ein paar der weirden Sachen raushauen.

Milkweed - Remscéla

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Diese walisische Band mischt frech alles in ihre Folk Musik rein, was sie finden können. Spoken Word, Radioübertragungen, Ambient-Geräusche und ganz, ganz viel Kauzigkeit. Songs brechen gefühlt mittendrin ab, Refrains gibts eh nicht. Was es aber gibt ist ganz viele coole Ideen und das ständige Gefühl, dass alles schlimm enden wird. Als ich es das erste mal gehört habe, war ich totel geflashed. Freunde von Lankum werden sich hier wohlfühlen.

 
L.S. Dunes - „Violet“

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Wenn sich Leute aus verschiedenen Bands zusammentun, dann sind Kommentatoren schnell mit Begriffen wie „Supergroup“ oder „Allstar-Band“ bei der Hand. Eigentlich mag ich das nicht, wobei die Beteiligten (bzw. eher ihre Bands) hier zugegebenermaßen zumindest innerhalb ihres Genres schon einigermaßen bekannt sind. Um das Personal kommen wir also nicht herum: prägnante Stimme am Mikro von Anthony Green (Circa Survive, Saosin), Gitarrist Frank Iero (My Chemical Romance), Gitarrist Travis Stever (Coheed & Cambria) und schließlich Bassist Tim Payne und Schlagzeuger Tucker Rule von Thursday. Von den genannten Bands bedeuteten mir lediglich Thursday und Coheed & Cambria etwas, allerdings nur deren Frühwerk, das dafür umso mehr. Falls jemand trotz der ganzen genannten Bands immer noch keinen Schimmer haben sollte, wie L.S. Dunes klingen: Post-Hardcore / Emo / Screamo sind hier die stilistischen Leitplanken. Solcherlei Stoff höre ich heutzutage weniger als noch vor über 20 Jahren und auch der teils wirklich hohe Klargesang ist normalerweise eher nicht so meins. Aber L.S. Dunes sind einfach zu gut, um sie nicht zu hören. "Violet" ist ihr zweites Album.

Video zu „Forgiveness“:https://www.youtube.com/watch?v=jyNOYQPbRAc&list=RDjyNOYQPbRAc&start_radio=1

Komplettes Album: https://lsdunes.bandcamp.com/album/violet


Auch hören:

Thursday


Coheed & Cambria
L.S. Dunes = Wahnsinns Album! Danke dafür!
 
Nachdem mit der super starken Rún eins meiner Lieblingsalben von diesem Jahr gepostet wurde, will ich auch mal ein paar der weirden Sachen raushauen.

Milkweed - Remscéla

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Diese walisische Band mischt frech alles in ihre Folk Musik rein, was sie finden können. Spoken Word, Radioübertragungen, Ambient-Geräusche und ganz, ganz viel Kauzigkeit. Songs brechen gefühlt mittendrin ab, Refrains gibts eh nicht. Was es aber gibt ist ganz viele coole Ideen und das ständige Gefühl, dass alles schlimm enden wird. Als ich es das erste mal gehört habe, war ich totel geflashed. Freunde von Lankum werden sich hier wohlfühlen.


Danke für's Teilen, damit hast du einen Freund von Lankum sehr glücklich gemacht. Was für ein irrer Trip, ey. Hatte mich sofort.
 
Fange - „Purulences“

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Die Franzosen Fange gehören zu den Bands, die ich in einem früheren Jahresrückblicksthread (2023) schon einmal abgefeiert habe. Sie veröffentlichen seit jeher auf dem französischen Qualitäts-Krachlabel Throatruiner und spielen druckvollen sludgigen Industrial-Metal. Als kleinen Spleen leisten sie sich den Ehrgeiz, dass jeder Titel ihrer schon zahlreichen Releases mit P beginnen muss. Vor allem live sind Fange eine richtige Dampfwalze – letzten Herbst waren sie im durchgängig starken Soulcrusher-Lineup definitiv eines der Highlights.

Video zu „Mortes Promesses“: https://www.youtube.com/watch?v=zuJgy4swTiI&list=RDzuJgy4swTiI&start_radio=1

Komplettes Album: https://fange.bandcamp.com/album/purulences
 
Smote haben dieses Jahr direkt 2 Alben rausgebracht und beide richtig stark.

Smote - Clyppan und Smote - Songs from the Free House

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Smote ist keine Band im klassischen Sinne. Dahinter steckt Daniel Foggin, ein Typ aus England, der einfach so alleine geile Musik raushaut in einem Genre, dass doch schon von der Virtuosität an allen Instrumenten lebt. Clyppan ist das härtere der beiden Album. Es ist live aufgenommen und tangiert irgendwo zwischen Stoner und Psych Rock ala Earthless. Ein Gewaltmarsch der Spannung und Energie, aber auch in den leisen Momenten wunderbar. Ich liebe vor allem die Flöten.
Songs from the Free House ist introvertierter, verspielter, vielleicht auch verlorener. Drones, doomige Passagen aber unter allem bleibt es immer sehr postiger Rock. Und das beste ist: Es ist absolut frei von den Klischees, die man so oft antritt. Ehrliche, gut gemachte, verschrobene Musik die unter die Haut geht.


 
PENNY AND THE PITS - LIQUID COMPACTOR

Debut Album einer Femal Indie / Punk Band aus Kanada. Kurzweilig und sehr abwechslungsreich. Der Gesang ist mal zuckersüß und dann wieder tief bedrückend gepaart mit einer musikalisch punkigen und auch lo fi doom Grundstimmung - lässt vergleiche mit den wunderbaren BLACKWATER HOLYLIGHT / VERUCA SALT aufkommen ❤️ das Album habe ich mir letzte Jahr sofort nach dem Erstlauf bestellt! Mit dem Song "Pool Party" [60s Surf Rock Dick Dale] hat die Band auch noch meinen Sommer Song 2025 veröffentlicht. Ganz großes Kino :jubel:

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GAIA BANFI - La Maccaia


Hallo Freunder der italienischen Popper. Gönnt euch diesen Traum vom Nebel über dem Meer von Genua.
Musikalisch reduziert bis opulent. Sie spricht Italienisch, ich verstehe nur Bahnhof, aber kriege direkt Fernweh.



Piazza Centrale

Seia (ln einer tollen Session Version. ACHTUNG: Musiker barfuß)
 
Songhoy Blues - Héritage


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Vier Typen aus Mali, die mit ihren Akustikgitarren Sehnsucht nach Orten erzeugen, wo ich niemals im Leben gewesen bin. Aber wenn man dieses Album hört, fühlt man sich direkt eingeladen am Dorffest teilzunehmen. Ist das Blues, ist das Funk? Oder ist das unfair "unsere" Kategorien überhaupt anzuwenden? Es ist auf jeden Fall ein richtig gute Album, das ist sicher.

 
Songhoy Blues - Héritage


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Vier Typen aus Mali, die mit ihren Akustikgitarren Sehnsucht nach Orten erzeugen, wo ich niemals im Leben gewesen bin. Aber wenn man dieses Album hört, fühlt man sich direkt eingeladen am Dorffest teilzunehmen. Ist das Blues, ist das Funk? Oder ist das unfair "unsere" Kategorien überhaupt anzuwenden? Es ist auf jeden Fall ein richtig gute Album, das ist sicher.


Wow, das zündet mir hier gerade sowas von das Herz an. Genau das richtige nach einem stressigen und arbeitsintensiven Wochenende - Danke für den Tipp...!
 
mclusky - „the world is still here and so are we“

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Auf dieses Comeback-Album der walisischen Noise-Rocker haben wohl einige gewartet. Die Band hat zwischen 2000 und 2004 drei Alben veröffentlicht und damals schon für eine gewisse Aufmerksamkeit gesorgt. 2005 folgte der Split und die Leute waren anschließend in anderen Bands aktiv. Soweit ich das mitbekommen habe, spielten mclusky schon seit einigen Jahren wieder live zusammen, aber erst dieses Jahr kam dann das Full-Length-Comeback-Album nach gut 20 Jahren.
Und man muss feststellen: Sie können es noch! Auch live. Konzerttechnisch galt es da für mich, eine kleine Scharte auszuwetzen, denn 2002 hatte ich leider nur einen halben Auftritt von ihnen gesehen. Kennt wohl jeder regelmäßige Konzertgänger: Man kommt in der Location an und stellt fest „fuck, die Band, die ich dringend sehen wollte, ist schon mitten im Set“. So war das damals bei mir und mclusky, da machten sie so ein Co-Headliner-Ding mit anderen Bands und wechselten die Auftrittsreihenfolge durch und an diesem Abend spielten sie eben schon als erstes. Blöd für mich, der sich an einem vollgepackten Tag ein Bein ausgerissen hatte, um zur Show zu kommen … Egal, jedenfalls konnte ich jetzt im November endlich entspannt (na ja, Abreise per Zug) einen ganzen Auftritt von mclusky sehen. Und obwohl sie inzwischen auch keine Jungspunde mehr sind, hatten sie noch ordentlich Biss auf der Bühne.

Video zu „way of the exploding dickhead“: https://www.youtube.com/watch?v=NYHPDBWhhGQ&list=RDNYHPDBWhhGQ&start_radio=1

Komplettes Album: https://mcluskymclusky.bandcamp.com/album/the-world-is-still-here-and-so-are-we

Für mclusky-Einsteiger noch der vermutlich größte Hit von damals, mit dem auch ich die Band kennen lernte, „To Hell With Good Intentions“ (2002): https://www.youtube.com/watch?v=oqOp70ZQdkk&list=RDoqOp70ZQdkk&start_radio=1
McLusky wie auch Future of the Left, beide ultra fett, hab ich alle Platten, aber das neue Album hat mich so gar nicht gepackt ; War bei der neuen Jesus Lizard '24 genau das gleiche... die lange Pause hat beiden Bands nicht gutgetan & ich finde man merkt das beide irgendwie hängengeblieben sind, so in der Entwicklung... Ich muss immer an das schrekliche Wort "Pennäler" denken.
 
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