Zurück im heimischen Zoo, frisch geduscht und irgendwie noch nicht müde (Biorhythmus zerschossen), dann halt noch ein paar Worte hier.
Wir sind wieder sehr gern nach Schlotheim gefahren. Diesmal bereits Mittwoch angereist, Campkumpanen waren schon vor Ort und hatten unsere Wagenburg vorbereitet. Blieb nur noch Shelter aufbauen und das erste Kaltgetränk konnte geöffnet werden. Große Hallo-Runde und für den Rest des Abends im Partyzelt versumpfen. Hat zu gut geklappt, mein letztes Schwarzbier war irgendwie nicht mehr so gut. Naja, bin dann die folgenden Tage auf Radler und Gin Tonic umgestiegen, was dann wunderbar funktionierte (trotz dieser fiesen kleinen Gefäße mit buntem Zeug, die man, sobald man bei Brutz&Brakel jemanden mit Namen kennt, dauernd kommentarlos vor die Nase gestellt bekommt).
Musikalisch war das ein ganz spannendes Festival diesmal. Hatte mir diese App geholt und mir vorher schonmal anständig Gedanken gemacht, damit man nicht all zu viel verpasst. Hab ich natürlich trotzdem. Aber der Reihe nach.
Donnerstag.
Wir hatten da ein Stromkabelproblem und mussten spontan nach Mühlhausen ne neue Kabeltrommel im Baummarkt holen, hat dann mit Kaffeepause und Puddingteilchen doch länger gedauert als geplant. Also SINISTER nur am Camp vor Abfahrt vernommen und mit Neuverkabelung und Klarkommen es doch pünktlich zu IMHA TARIKAT ins Zelt geschafft. Großartig, aber die Luft im Zelt hat uns dann doch wieder vertrieben. Muss ich mir in Ruhe zu Hause näher anhören.
SADUS betreten, warum auch immer, 25min zu spät die Bühne und zu allem Überfluss zündet es dann auch noch so gar nicht bei mir. Wir gehen Shoppen.
Und schwupp, kommen wir zu den letzten zwei Takten von ROPE SECT ins Zelt, dabei wollte ich mir die so gern ansehen, also auch das später zu Hause. Derweil ballern THE BLACK DAHLIA MURDER bereits auf der Hauptbühne. Ich kann ja mit etwas moderneren Klängen ganz gut, von daher hat mir das durchaus gefallen ohne mich jedoch aus den Socken zu hauen. Abendessen stand an, Afghane war die Wahl (bei mir), Mixed Teller geil. War so von meinem Essen fasziniert, dass ich von der musikalischen Untermalung um mich herum so gar nix mitbekommen habe. Pünktlich zu LEFT TO DIE stehen wir mittig rechts vor der Bühne. Ikonische Gitarrenläufe und dynamische Songs verpassen mir eine Gänsehaut nach der Nächsten, nur der Gesang is halt watt anders. Egal, Tagessieger.
Wir versacken bei Brutz&Brakel, treffen viel zu lang nicht mehr gesehene Freunde, verteufeln die ersten Mexicaner-Shots.
TERRORIZER rütteln uns nochmal schön wach und dann aber auch müde. Ganz kurz Krabben-ABBATH begutachten, ja Immortal haben schon geile Songs gemacht, aber ey echt jetzt, Panda und Glamfön. Ja nee Nachti Kinnas.
Freitag.
Ich komm nicht so richtig aus den Puschen, Frühstück kann man halt gut über ein paar Stunden ziehen, duschen war auch ganz geil, 12.30 Uhr am DF-Stand aber keiner da, kurz OBSCURITY geschaut. Die hatten wir in Protzen ja auch da. Und so anders ist es jetzt in den paar Wochen auch nicht geworden, zurück zum Camp. Ein paar unserer Mädels waren am Radio-BOB Stand zum Glücksrad drehen und redeten darüber, dass sie gern die schwarze Badeente hätten. Ein paar Herren vor ihnen gewinnen sie, und schenken sie den Damen. Stellte sich heraus, das es halb-STILLBIRTH war. Nette Aktion.
Musikalisch beginnt mein Tag mit BEWITCHED, stilvoller BlackThrash mit hübschem Bart und einer guten Prise Rock'n Roll. KRAANIUM enttäuschen mich dann ein wenig. Schauen wir mal ins Zelt. Dort racken sich grad NERVO CHAOS im stickigen Rektangel einen ab. Jo, das hat irgendwie was. Nicht meine Baustelle, aber meinem Mann zuckt es im Fuss. Beeindruckende Bühnenpräsens. Ich möchte zu INCANTATION, wie bereits vor 15 oder so Jahren schonmal, und wieder steht ich da und denke: Jo, kann man machen, muss man aber auch nicht. Rechtzeitig vorm Regen retten wir uns ans Camp, bestaunen den doppelten Regenbogen und den darauf folgenden Sonnenuntergang.
Abendbrotzeit, Wahl diesmal Laibziger Handbrot mit Käse und Schinken. Dachte mir nimmste was Kleines, hattest ja heute schon ne Pommes mit Käsesauce. Kann ja keiner ahnen, dass so ein Ding satt für drei Tage macht. Also Handbrot mampfend zu BATUSHKA, völlig unwissend was uns erwarten wird. Das ist mal beeindruckend. Ich habe eine Schwäche für Chöre und dieses Gesamtkonzept reizt so viele Sinne gleichzeitig. Optisch und akustisch gefesselt ringe ich weiter mit meinem gustatorisch wertvollen Handbrot (es gewinnt und ein Freund darf aufessen). Erster ganz großer Moment des Festivals.
Auf SOLSTAFIR freue ich mich schon den ganzen Tag und genieße mit geschlossenen Augen jede Melodie und jeden Ausbruch. Wunderbar. Und nach dem ganzen Geschreie und Gekeife des Tages so erholsam anders. Ein Rudelmitglied will uns unbedingt zu KONVENT ins Zelt lotsen, machen wir auch kurz, sind aber nicht aufnahmefähig. Der hallige Höhlengesang mit wummerndem Geballer bricht zu sehr mit der vorher erlangten Emotionslage (sorry die Damen).
Kurze Sitzpause im Backstage, bevor es zum Show-Highlight des Wochenendes geht. BEHEMOTH sind mir musikalisch entwachsen. Aber ich achte und respektiere wohin sie sich gearbeitet haben. Und sie präsentieren eine wahnsinnige Show. Perfektes Licht, auf die Sekunde tight passend zur Musik, Action auf der gesamten Bühne, oben, unten, rechts, links, immer was los. Ich schaue mich jedoch an der Lichtshow fest. Habe ich selten so toll gesehen. Mein Applaus geht vor allem an den Lichtmenschen.
Zähne putzen, Pullern und ab ins Bett.
Samstag.
Der schwierige Tag, weil viel zu viel auf dem Zettel steht. Aber App sei Dank, alles im Blick und Luftinternet gibt's hier ja glücklicherweise auch.
IRON WALRUS und BLOOD FIRE DEATH beschallen unser Frühstück. Ich mag Gorilla Monsoon lieber und habe Bathory noch nie verstanden.
Ab NECROT sind wir im Infield. Ich finde die aktuelle Scheibe ja fürchterlich langweilig, aber live fetzen die drei Herren ganz anständig. Netter Drive, kurzweilig beschwingt. Kann man so machen.
Ab zum DF-Stand. Vielleicht ist ja heute jemand da. Jo, da sind ein paar Forumler. Das war sehr nett. Ja
@progge gern mal länger plauschen. Und
@StephTV cooles Patch. Mein Mann (Toningenieur) musste schmunzeln, als ich ihm die Geschichte erzählt habe. Ich winke nochmal kurz und wir alle verteilen uns zu ULTHA (mit ohne R). Is halt grundsätzlich nich so meins.
HATE fühlt sich ein bisschen wie BEHEMOTH auf Wish bestellt an. Aber da bin ich etwas garstig. Das war durchaus vorzeigbar.
PHANTOM WINTER möchte ich gern ansehen. Aber Zelt ist halt immer entweder miese Luft oder beschissener Sound oder beides. Diesmal beides und zudem der vortragende Künstler, weit von meinen Genrevorlieben entfernt, leider nicht in der Lage, die beiden vorliegenden Probleme durch besonders herausragenden Auftritt zu überstrahlen. Also Flucht.
UNTO OTHERS habe ich irgendwie anders erwartet. Ich weiß nicht mal so genau was ich erwartet habe, aber es hält uns nicht vor der Bühne. Ganz kurz Camp und für den Abend vorbereiten, denn gleich ALKALOID im Zelt. Das hätte mir gefallen können, wenn nicht wieder die üblichen Zeltprobleme aufgetreten wären. Diesmal, besonders problematisch bei dieser Art von Musik, war der Sound schlicht und ergreifend mehr als katastrophal. Aber ich hab den
@Albi ganz kurz rein und ebenso schnell wieder raus flitzen sehen.
SULPHUR AEON bespielen die große Bühne souverän, ich genieße verträumt die ab und an vom Wind verwehten Töne. Das war schön, sehr schön.
OBSCURA waren vor der Bühne so laut, dass es mir physikalisch weh tat. Ich musste fliehen, obwohl ich es mir gern angesehen hätte. Am Camp (direkt gegenüber der großen Bühne) klang es gut, mit tollem Bassspiel.
In der App las ich, dass HERETOIR Ähnlichkeiten zu Alcest aufweisen sollen. Das weckte mein Interesse, aber ich war unschlüssig ob der erwähnten Zeltprobleme. Ein Rudelmitglied erzählte dann, dass unser guter Soundman jetzt den Sound macht und die Entscheidung HERETOIR anzusehen stand. Es folgte der zweite besondere Moment des Festivals. Zu Beginn bin ich unschlüssig ob diese Art Musik auf einem solchen Festival funktioniert, bin aber quasi instant vom Vortrag gefesselt. Der Sound ist großartig fürs Zelt und die Musik zieht mich förmlich in eine Trance. Das scheint vielen um uns herum so zu gehen. Am Ende reicht der Applaus bin kurz vor den Tresen und die Band wirkt völlig überwältigt und dankbar für diese Resonanz. Das war ganz groß und wunderschön miterlebt zu haben.
Etwas emotional taumelnd verlassen wir das Zelt wieder und schauen kurz bei LEGION OF THE DAMNED vorbei. Ich mochte sie lieber, als sie noch NL Death mit Thrash-Anleihen gemacht haben, anstatt Thrash mit einer kleinen Prise Death Metal.
Abendbrot, ich wieder Afghane, aber diesmal mit Spieß (das ist so geil).
ANAAL NATHRAKH ist mir dann in Summe zu viel von Allem. Vor allem, zu viel Ego am Gesang. Das andere A wird eh boykottiert. Kurz Camp, bevor ich meinen Mann zu PARADISE LOST begleite. Die Engländer haben mir im Rahmen meiner Möglichkeiten auf dem R.U.D.E. deutlich besser gefallen. Diesmal spinnt die Technik (Mikroeffekte vor allem), das Licht ist fast rudimentär, die Stunde aber dennoch erträglich schnell vorbei und der Mann halbwegs glücklich.
Abschlussabsacker bei Brutz&Brakel zu Altherrenthrash von SODOM. Ich glaube, wer sie mag hatte eine gute Zeit. Ich fand es hüftsteif und fast altbacken. Egal, die Getränke wurden immer gefährlicher und die Geschichten ausm Krieg immer spannender.
Gute Nacht Party.San, das war wieder sehr schön. Bis nächstes Jahr!