Beim Party.san wird es wohl ähnlich funktionieren, wie bei fast allen größeren oder kleineren Bühnen. Die meisten Bands stöpseln ihre Instrumente an und es gibt einen Line-Check mit der Toncrew vom Festival. Je nachdem wie viel Zeit für den Umbau ist, fällt der Check sorgfältig oder weniger sorgfältig aus. Es muss in der Regel noch weiteres Zeug von der Bühne runter (Drums, Deko, etc.) und neues Zeug rauf.
Größere Bands haben in der Regel jemanden für den Mix dabei. Das bedeutet aber nicht, dass das jetzt den besseren Sound bringt. Oft sind es dann gerade die größeren Bands, wo der Sound richtig daneben ist, da der Soundmensch die Festivalanlage nicht kennt, aber eben damit rumhantiert und je nach Ego die Leute vom Festival einbezieht oder eben nicht.
Dazu kann ich ein wenig mehr sagen. Und das Thema ist beileibe nicht einfach.
Also: Wir waren dieses Jahr zu zweit für den Ton der Hauptbühne zuständig. Klingt jetzt erstmal nach huiuiui, ist aber sehr ernüchternd.
Am Donnerstag z. B. brauchte nur eine Band Hilfe von uns. Alle anderen hatten eigene Tonleute dabei.
Generell kommen 85% der Bands mit eigenen Tonleuten. Da biste dann halt "Babysitter." Oft haben die sogar eigene Mischulte mit bei und mischen darüber.
Dieses Jahr kam es dreimal vor, das wir dem jeweiligen Mischer ins Pult greifen mussten, oder ermahnen mussten. Es gibt halt gewisse Spielregeln. Lautstärke ist z. B. eine davon. Wenn ein Mischer etwa bei 99 bis 102bB liegt ist das vollkommen in Ordnung. Bei Behemoth lag der Kollege Anfangs bei 108-110dB. Headliner hin oder her, das ist zu viel. Da mussten wir eingreifen. Danach war es richtig gut. Headliner, etwas lauter als die anderen und richtig gut.
Wo wir allerdings machtlos sind ist z. B. Wind.... Da sind grade Gitarren und Vocals ziemlich direkt weg, oder schlecht zu hören. Das ist leider so und da gibt's auch nix gegen zu tun. Doch, Wind abstellen.
Was auch ein Problem ist, das, wenn man z. B. bei Bruzz und Brakel steht und da entspannt das Konzert gucken möchte, das der Ton da nicht perfekt sein kann. Denn das ist physikalisch nicht möglich. Die Anlage covered einen bestimmten Teil des Fields und darüber hinaus fehlt halt was.
Dann bleibt noch festzuhalten, das der ein oder andere Fremd Mischer alles andere als gut mischte.
Darüber hinaus waren aber auch viele Kollegen da, die einen excellenten Job gemacht haben.
Ich z. B. Wenn ich ne Band mische gehe auch immer mal n paar Meter vom Mischpult weg ins Publikum um mal dort zu hören. Aber ich schaffe es halt nicht nach ganz vorne oder so. Das ist dann Blindflug.
Bei Solstafir hatten wir am Mischpult und auch davor einen absoluten Bomben Sound. Das war richtig gut. Schade, daß es wo anders halt dann Mist war.
Achso Thema Soundcheck. Beim Party.San bekam keine Band einen gesamten Soundcheck. Nur Linecheck.
Heißt, Instrumente werden angespielt, eingestellt und ab dafür.
Das ist aber auf einigen Festivals die Regel.
Noch schlimmer wird es, wenn du als Mischer deinen Linecheck über nen Kopfhörer machen musst und bis zur Show nichts aus der PA hören darfst.
Wie gesagt, es ist ein zweischneidiges Schwert. Eigener Mischer, heißt nicht immer gleich besserer Sound. Sollte.... Tut es aber leider nicht. Dann Natur... Wind ist n ganz großes Thema, gerade in Höhen, Hochmitten und Mitten.
Standort... Wo stehe ich, wo will ich was hören?
Und dann halt wie in unserem Fall, als Festival Tontechniker, wenn du die Band absolut nicht kennst und dann vielleicht auch noch nix damit anfangen kannst, dann wird es schwierig.
Wer von euch Bock hat, den lade ich gerne mal für n. Jahr ein, mal kurz am Mischpult vorbei zu kommen und mal in so nen Mix rein zu hören.
So, jetzt hab ich euch mit Technik Bla Bla zugequatscht. Sorry