Pendragon

Dieses Thema im Forum "METROPOLIS - Progressive Rock & Metal" wurde erstellt von RageXX, 19. Oktober 2017.

  1. RageXX

    RageXX Deaf Dealer

    So, jetzt aber! Mehrfach in anderen Threads erwähnt, so sollte nun auch Nick Barrett's PENDRAGON mal "Headliner" sein.

    Meine erste Berührung mit Pendragon war seinerzeit "The Window of Life". Bereits "Neo-Prog"-angefixt durch "Ever" von IQ war dann Pendragon neben Thresholds "Wounded Land" der dritte Erwerb einer "Neo-Prog-Scheibe". Einschätzung seinerzeit: ernüchternd soft - und gesanglich leider weder speziell (wie IQ) noch überragend (wie Threshold). Überhaupt wirkte das Ganze erstmal unglaublich zäh und arg Pink-Floyd-lastig, ein wenig plätschernd und irgendwie eintönig.

    Dann habe ich die CD mal mit im Auto gehabt und eher so "aus Langeweile" auf einer langen Nachtfahrt gehört - und das nicht nur einmal! Plötztlich offenbarte sich der Zauber, von dem einige Rezensenten damals geschrieben hatten und es hat einfach "klick" gemacht: fantastische Melodien, eine tolle Gitarrenarbeit - und Songs, die plötztlich zündeten, neben der Pink-Floyd-Komponente kam nun auch eine Menge "alte Marillion" mit zum Zuge. Bis heute lege ich das Album gerne ein - auch, wenn man ein wenig in der Stimmung dafür sein muss. Dies gilt eigentlich für alle Alben ab "The World" bis einschließlich "Not of this World", die sich vom Sound her nur in Nuancen unterschieden - wobei innerhalb des bis hierher selbst gesteckten Bandsounds das Songwriting stets perfektioniert wurde, was in einem phänomenalen "The Masquerade Overture" gipfelte. Die Frühwerke ("The Jewel", "Kowtow") deuteten den Pendragon-Sound bereits an, wirkten in sich allerdings auf die gesamte Laufzeit noch nicht so schlüssig, wie es dann später ab "The Window of Life" der Fall sein sollte.

    Erstaunlich dann die Wandlung ab dem "Pure"-Album: Hatte man sich schon bei "Believe" eher halbherzig an einer Modernisierung des Sounds versucht, so brachte "Pure" plötzlich völlig neue Facetten im PENDRAGON-Kosmos zum Vorschein. Den hier eingeschlagenen Kurs setzte "Passion" dann gekonnt fort, ehe man mit dem noch aktuellen Werk "Men who climb Mountains" ein wenig zurückruderte.

    Die Einzelwertung der Discographie aus meiner Sicht:
    • The Jewel (1985) - 7 (....allerdings ist das "blaue Cover" des Re-Releases ein kleines Meisterwerk ;-)
    • Kowtow (1988) - 7,5
    • The World (1991) - 8
    • The Window of Life (1993) - 8,5
    • The Masquerade Overture (1996) - 9,5
    • Not of this World (2001) - 8,5
    • Believe (2005) - 7,5
    • Pure (2008) - 10
    • Passion (2011) - 9
    • Men who climb Mountains - 8
    Rein subjektiv hätte die härtere Ausrichtung von "Pure" und "Passion" gerne beibehalten werden können, da man mit "Masquerade Overture" ja eigentlich das ultimative Statement innerhalb dieser Klangwelt abgeliefert hatte, das aktuelle Album klingt ein wenig bemüht um Aussöhnung mit den Fans der ersten PENDRAGON-Ära, ohne die "neuen" PENDRAGON gänzlich unter den Tisch zu kehren. Vielleicht ist's ja ein Übergangswerk à la "Believe" - dann wäre ich mal gespannt, wie eine Weiterentwicklung klingen könnte.

    Im Kreis der "großen 4" britischen Neoprogbands, die in den 90ern gegründet wurden (Threshold, Arena) bzw. ihr Revival feierten (Pendragon, IQ) würde ich Pendragon auf Platz 4 einsortieren - nichtsdestotrotz haben alle diese 4 ihre vollste Daseinsberechtigung - auf Platz 5 wäre dann u.U. Landmarq zu finden.

    Im Übrigen können Interessierte noch in diesem Monat Konzerte besuchen: am 29.10 in Oberhausen (Zentrum Altenberg), sowie am 30.10 in Rüsselsheim (Rind).
     
  2. CimmerianKodex

    CimmerianKodex Till Deaf Do Us Part

    Mein erster Kontakt zu Pendragon hatte ich 1996 durch einer Titelstory des hier oft zitierten "Empire".
    Die "Masquerade" wurde dort zum Album des Monats erklärt und vom Meisterbäcker abgefeiert als ob es keinen Morgen geben würde.
    Bei eben diesem und seinem Mailorder habe ich mir die CD dann geordert.
    Lange Rede, kurzer Sinn. Das Album rotierte wochenlang im heimischen Player und ist bis heute mein Favorit der Band, wobei ich die neueren Sachen nur noch in Nuancen kenne.
    Bis zur "Not of this World" kredenzte Nick Barrett und seine Vasallen eine Art "Wohlfühl-Kuschel-Prog", ohne echte Ecken und Kanten.
    Das mag langweilig und kitschig klingen, aber genau SO müssen sich meine Pendragon anhören :).

    Nach der halbgaren "Believe" bin ich dann ausgeschieden. Die Songs die ich von den Empire- Samplern kenne, haben mich mit ihrem "Porcupine Tree für Arme Sound" nicht so vom Hocker gehauen. Auch optisch macht Knuffelbär Barrett einen auf super cool.
    Das passt für mich alles nicht und finde ich nicht wirklich stimmig.

    Wie gesagt, meine Liste geht nur bis zur "Believe", aus oben genannten Gründen:

    The Jewel (1985) - 6
    • Kowtow (1988) - 7
    • The World (1991) - 8,5
    • The Window of Life (1993) - 9
    • The Masquerade Overture (1996) - 9,5
    • Not of this World (2001) - 8,5
    • Believe (2005) - 7
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Oktober 2017
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  3. Vauxdvihl

    Vauxdvihl Till Deaf Do Us Part

    Das ist dann wohl die erste der "klassischen" Prog-Bands, wo ich mit @CimmerianKodex nicht fast deckungsgleich in der Wahrnehmung bin, was allerdings an der sehr unterschiedlichen Vorgeschichte liegt. Ich habe PENDRAGON das erste Mal 1991 mit "The World" gehört und fand das damals - als 16-jähriger Teenie - total langweilig und viel zu soft. Danach habe ich die Band viele, viele Jahre lang links liegen gelassen und eigentlich erst mit "Believe" wieder angefangen mich dafür zu interessieren. Das Album fand ich damals gut, habe ich aber jetzt wohl auch schon fast 10 Jahre nicht mehr gehört. "Pure" hat mich dann allerdings komplett umgehauen. Das ist nämlich nicht PORCUPINE TREE für Arme, sondern für Reiche. Jawohl. Besser Gesang, bessere Songs, weniger Mitleid. Erst in den letzten zwei, drei Jahren habe ich dann das Frühwerk zwischen "The Wheel" und "Not Of This World" angeschafft und finde es heute auch gut, habe aber noch keine tiefe emotionale Bindung dazu aufgebaut. Die ersten beiden Alben fehlen mir sogar noch ganz.

    Die wähende Liste sieht also so aus:
    • The World (1991) - 7.5
    • The Window of Life (1993) - 7.5
    • The Masquerade Overture (1996) - 80
    • Not of this World (2001) - 7.5
    • Believe (2005) - 7,5
    • Pure (2008) - 9.0
    • Passion (2011) - 8.5
    • Men who climb Mountains - 8.5
    Insgesamt ist PENDRAGON für mich aber deutlich weniger wichtig und prägend als IQ, Marillion, Threshold (die ich eh nie dem Neo-Prog sondern immer dem Prog Metal zugeordnet habe), Shadow Gallery, Enchant, Arena, Everon und einige andere.
     
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  4. RageXX

    RageXX Deaf Dealer

    ....dann musst Du "Pure" und "Passion" dringendst besorgen oder irgendwo reinhören - da ist dann zeitweise Schluss mit Kuschel-Wohlfühlprog - im positiven Sinne. Beide Alben würde ich als essentiell in der Discographie ansehen, wobei "Pure" die Nase noch klar vorne hat.
     
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  5. RageXX

    RageXX Deaf Dealer

    ...das ist mal ne Wertung :)
     
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  6. Vauxdvihl

    Vauxdvihl Till Deaf Do Us Part

    Äh, öh. Na ja, der Thread ist auf jeden Fall ein guter Reminder mir die alten Sachen mal näher anzuhören. Vielleicht kommt "The Masquerade Overture" tatsächlich noch zu einer 80. :)
     
  7. CimmerianKodex

    CimmerianKodex Till Deaf Do Us Part

    Pendragon sind irgendwann vor einiger Zeit aus meiner Wahrnehmung verschwunden.
    Höre ihre Sachen nur noch sehr selten. Keine Ahnung warum das so ist.

    Und es kommen ständig neue Sachen raus (so wie heute Sons of Apollo und Sorcerer) und die Zeit wird weniger. Da muss ich einfach Prioritäten setzen.
     
  8. Tolkky1978

    Tolkky1978 Till Deaf Do Us Part

    Am 30.10.2017 sind Pendragon in Rüsselsheim. Ich bin am überlegen, ob ich da hingehen soll.
     
  9. AndDogroLivedOn

    AndDogroLivedOn Till Deaf Do Us Part

    In den 90ern (eingestiegen mit "The Window of Life") dürfte das hier meine allerliebste Progrock-Band - zumindest jenseits der Großen Alten wie Pink Floyd, Genesis&Co., die der Band hörbar als Einfluß dienten - gewesen sein. Den Kram von "The World" bis "Not Of This World" halte ich auch nach wie vor für nahezu unantastbaren Wohlfühl-Prog, der auch musikalisch seine kunterbunten Cover ähnlich widerspiegelte wie das bei Marillion mit Fish der Fall gewesen war. Der Stoff danach konnte mich aber nicht mehr so begeistern, und ich habe die Band dann auch etwas aus den Augen verloren (die letzte Scheibe fehlt mir nach wie vor), zumal die dann irgendwann auch wohl von den neueren Glanztaten von Arena (v.a. "The Visitor" bis "Contagion") etwas überschattet wurden.

    Klassiker für die Ewigkeit? Jau, "The Masquerade Overture" wurde ja völlig zu Recht schon ein paar Mal genannt.
     
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  10. Tolkky1978

    Tolkky1978 Till Deaf Do Us Part

    Ich war am 30.10.2017 im Rind in Rüsselsheim. Es war ein richtig schönes Konzert. Das einzig störende war der bescheuerte Zwischenrufer die ganze Zeit. Er wurde aber dann zum schweigen gebracht. Allein King Of The Castle, This Green And Pleasant Land, Man Of Nomadic Traits und Indigo waren ein regelrechter OHRgasmus.

    Dazu kommt, dass die Jungs (und Mädels) richtig umgänglich sind.
     
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  11. Kastenfrosch

    Kastenfrosch Dawn Of The Deaf

    Die Masquerade Overture waren neben Marillions SoaJT meine erste bewusste Berührung mit Neo-Prog. Mich haben einfach diese Klangwelt und die Atmosphäre sowie die Songstrukturen begeistert. Paintbox und Masters of Illusion zähle ich definitiv zu meinen liebsten Neo-Prog-Songs.
    Mit den anderen Alben bin ich aber irgendwie nie richtig warm geworden, keine Ahnung warum. Da habe ich dann doch wieder verstärkt auf Arena, IQ etc. gesetzt die ich natürlich direkt danach entdeckt habe.
     
  12. RageXX

    RageXX Deaf Dealer

    Die Homepage kündigt eine umfangreiche Tour für das kommende Jahr an, möglicherweise zu einem neuen Album.

    Schön, dass mal wieder Bewegung bei den "Jungs" zu verzeichnen ist.
     
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  13. Inferno

    Inferno Till Deaf Do Us Part

    Das kann ich nur unterstreichen. Mein erstes und bislang letztes Live-Erlebnis liegt nun auch schon etwas mehr als 25 geschlagene Jahre zurück. Damals war es die Tour zur 'The Window of Life'-Platte. Lange her...
     
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  14. Lazarus

    Lazarus Till Deaf Do Us Part

    Ich kenne nur die Pure aber die mag ich schon ganz gern.
     
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