Poison Ruïn - S/T

Ich bin auch sehr begeistert und höre seit Tagen kaum etwas anderes als Hymns From The Hills. Wobei mich das mehr mal weniger durchschimmernde Western-Feeling zunächst schon etwas überrascht hat. Morgenstern und Sense wurden diesmal gegen Lasso und Bowie-Messer eingetauscht. So ein bisschen höre ich in dieser Hinsicht eine Parallele zum Over The Edge-Album (was ja wiederum explizit im Titelsong referenziert wird) von den großen Vorbildern Wipers heraus. Dazu noch ein bisschen Morricone in den instrumentalen Zwischenspielen und die Desperados-Ära der frühen Fields Of The Nephilim. Außerdem steckt für mich da diesmal auch viel New Model Army drin (gerade im Zusammenspiel zwischen Bass und Schlagzeug). Und was mir keine Ruhe lässt: Die Glocke in "Pilgrimage" hamse doch direkt vom Anfang von Negative Plane's The Pact gemopst, oder? Aber was am wichtigsten ist: Die Songs sind durch die Bank grandios und sehr abwechslungsreich ausgefallen. Und auch die deutlich transparentere und druckvollere Produktion passt hier perfekt und ist zum Glück immer noch eigenartig genug ausgefallen, um nicht beliebig zu wirken. Definitiv ein Jahreshighlight!
 
Ich probiere es ja immer und immer wieder mit der Band. Das '23er Doppeldemo höre ich gern und häufig, aber schon die Harvest hat mich gänzlich nicht mehr berührt. Die Hymns from the Hills reiht sich da ebenso ein. Das ist einfach für meinen Geschmack und die Art von Musik schon viel zu brutal produziert. Da fehlt der Hall, das verwaschene, der raue Klang der Straße. Da ist für meinen Geschmack zu viel Wucht dahinter, müsste ein wenig weniger nach Vorschlaghammer ins Gesicht klingen. Dazu noch das hässliche Cover in militärischem Flecktarn, mehr abschrecken kann man mich visuell eigentlich auch nicht. Da hat die Band auch schon schöner gearbeitet, das Bild an sich würde ja ausreichen, aber der wirklich in den Augen schmerzende Rahmen... Naja Geschmackssache.
 
So ein bisschen höre ich in dieser Hinsicht eine Parallele zum Over The Edge-Album (was ja wiederum explizit im Titelsong referenziert wird) von den großen Vorbildern Wipers heraus.

Habe vor einigen Tagen deinen Beitrag hier gelesen und bin in Wipers abgetaucht. Ich kannte die Band überhaupt nicht. Youth of America ist ein unglaublich gutes Album, hat mich total gepackt. Danke!


Ansonsten: Die Hymns from the Hills ist definitiv unter meinen Top5 dieses Jahr, unglaublich gutes Album.
 
Ja, war ein toller Gig gestern in Karlsruhe mit (fast) perfekter Setlist (statt "Morning Star" wären mir "Demon Wind" oder "Paladin's Wrath" zum Abschluss lieber gewesen). 60 Minuten lang ein sehr hohes Energielevel und mit gutem Sound. "Torture Chamber", "Execute", "Hymn from the Hills" und "Eidolon" waren meine Highlights! Dennoch fühlte es sich in der (eh schon kleinen) Hackerei für einen Samstagabend etwas leer an; riesig war der Andrang vom Gefühl her nicht (vor allem im Vergleich zum Messa-Gig letztes Jahr, wo ich kaum noch zur Tür reingepasst habe).
 
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