Subjektiver Reviewthread für aktuelle und vergangene mehr oder weniger kleine Ode

Aosoth - IV: An Arrow in Heart
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https://agoniarecords.bandcamp.com/album/iv-arrow-in-heart

Ich weiß gar nicht, wie ich darauf gekommen bin, das mal wieder auszugraben - am hässlichen Cover kann es wohl nicht liegen :D. Immerhin ist es schon 12 Jahre alt und hier eine ganze Weile nicht mehr gelaufen. Zu Unrecht jedoch, wie ich wieder feststelle. Aosoth sind ein paar Franzosen aus dem Umfeld von Antaeus, VI und Merrimack, die sich im Zuge der Orthodox-BM-Welle um Deathspell Omega herausgebildet haben und naheliegenderweise den Sound der Großmeister gewürzt mit einer Prise industrieller Kälte übernehmen. Der Kopf MkM ist auch für das geschmackvolle Label Norma Evangelium Diaboli verantwortlich. Mit diesem vierten Album haben Aosoth den Höhepunkt ihres Schaffens erlangt, das nachfolgende V: The Inside Scriptures ist zwar einzeln betrachtet immer noch sehr gut, aber fällt im direkten Vergleich aufgrund seiner geringeren Dynamik etwas ab. Los geht es bereits extrem garstig mit einem betörend schrägen Riff und dem charakteristischen kehligen Gesang. Der Sound ist, insb. von Seiten des Basses und des merkwürdig klappernden Schlagzeugs aus, sehr charakteristisch, druckvoll, aber trotzdem verwaschen und lässt unzweifelhafte Parallelen zur ebenfalls äußerst großartigen De Praestigiis Angelorum, dem garstig-ras(ier)enden Schwesteralbum aufkommen. Das Schlagzeug ist, obwohl programmiert, brutal gut, möglicherweise ist der leichte Industrialeinschlag, den die Programmierung mit rein bringt, sogar ein Merkmal, was das allgemein abweisende Soundbild mit aufwertet. Die Dynamik und das Songwriting sind die Stärke des Albums, es wechseln sich mühelos schleppende Parts, die sich langsam hochschaukeln und den tollen Bass präsentieren können, mit alles wegföhnenden Blasts, hampelnden Kurzsequenzen und ruhigen wie unheilvollen Zwischenspielen ab und da haben wir den ersten Track noch gar nicht verlassen. Der Gesang ist nicht sehr variabel, aber dafür wunderbar giftig und ein bisschen außerweltlich. Im zweiten Track wird die erste Midtempo-Atmosphäre im Fahrwasser von DSO aufgefahren, zwischendurch gibt es aber immer wieder Blastgewitter mit Riffgejammer. Die Gitarren jodeln sich blutausnordig-schräg durch die Szenerie. Zwischenzeitlich gibt es auch mal kurz so etwas wie Groove. Der vierte Song rollt gemächlich an und bleibt von den Blastpassagen mal abgesehen, eher im gedrosselten Tempo, was ihn jedoch unheimlich beschwörerisch macht. Danach folgen die eher ambientösen Tracks Broken Dialogue I+II, in denen über einem repetitiven unheilvollen Gitarrenmotiv wechselnde Stimmen referieren. Der gemeine Reviewfeuilleton findet die ja mehrheitlich langweilig, aber ich finde, sie arbeiten gut auf das große Finale, den Vierzehnminüter Ritual Marks of Penitence hin. Dieser schleppt sich erstmal vier Minuten lang unheilbeschwörend dahin, bevor er in ein pfeilschnelles, aber auch irgendwie seltsam atmosphärisches Blastbeatgewitter mündet. Danach kommt ein Finalpart mit Twingitarren und wunderbar klimperigem Schlagzeugspiel, der dann in etwas reduzierterer Ausführung in schmerzhafter Länge ausgebreitet wird, bevor der letzte Blastbeat die Erlösung bringt. In Summe ist das Ganze in jeder Songphase schon sehr stark von den Großmeistern DSO beeinflusst, das tut der Großartigkeit dieses Albums jedoch keinen Abbruch. Neben dem ergänzenden Nachfolger V: The Inside Scriptures [1] sei jedem die bereits weiter oben erwähnte hektische Schwester VI - De Praestigiis Angelorum [2] ans Herz gelegt. Schade, dass sich die beiden Projekte anscheinend aufgelöst haben.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=VnmjvFX36Pk&pp=0gcJCQYKAYcqIYzv
[2] https://agoniarecords.bandcamp.com/album/de-praestigiis-angelorum
 
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Aosoth - IV: An Arrow in Heart
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https://agoniarecords.bandcamp.com/album/iv-arrow-in-heart

Ich weiß gar nicht, wie ich darauf gekommen bin, das mal wieder auszugraben - am hässlichen Cover kann es wohl nicht liegen :D. Immerhin ist es schon 12 Jahre alt und hier eine ganze Weile nicht mehr gelaufen. Zu Unrecht jedoch, wie ich wieder feststelle. Aosoth sind ein paar Franzosen aus dem Umfeld von Antaeus, VI und Merrimack, die sich im Zuge der Orthodox-BM-Welle um Deathspell Omega herausgebildet haben und naheliegenderweise den Sound der Großmeister gewürzt mit einer Prise industrieller Kälte übernehmen. Der Kopf MkM ist auch für das geschmackvolle Label Norma Evangelium Diaboli verantwortlich. Mit diesem vierten Album haben Aosoth den Höhepunkt ihres Schaffens erlangt, das nachfolgende V: The Inside Scriptures ist zwar einzeln betrachtet immer noch sehr gut, aber fällt im direkten Vergleich aufgrund seiner geringeren Dynamik etwas ab. Los geht es bereits extrem garstig mit einem betörend schrägen Riff und dem charakteristischen kehligen Gesang. Der Sound ist, insb. von Seiten des Basses und des merkwürdig klappernden Schlagzeugs aus, sehr charakteristisch, druckvoll, aber trotzdem verwaschen und lässt unzweifelhafte Parallelen zur ebenfalls äußerst großartigen De Praestigiis Angelorum, dem garstig-ras(ier)enden Schwesteralbum aufkommen. Das Schlagzeug ist, obwohl programmiert, brutal gut, möglicherweise ist der leichte Industrialeinschlag, den die Programmierung mit rein bringt, sogar ein Merkmal, was das allgemein abweisende Soundbild mit aufwertet. Die Dynamik und das Songwriting sind die Stärke des Albums, es wechseln sich mühelos schleppende Parts, die sich langsam hochschaukeln und den tollen Bass präsentieren können, mit alles wegföhnenden Blasts, hampelnden Kurzsequenzen und ruhigen wie unheilvollen Zwischenspielen ab und da haben wir den ersten Track noch gar nicht verlassen. Der Gesang ist nicht sehr variabel, aber dafür wunderbar giftig und ein bisschen außerweltlich. Im zweiten Track wird die erste Midtempo-Atmosphäre im Fahrwasser von DSO aufgefahren, zwischendurch gibt es aber immer wieder Blastgewitter mit Riffgejammer. Die Gitarren jodeln sich blutausnordig-schräg durch die Szenerie. Zwischenzeitlich gibt es auch mal kurz so etwas wie Groove. Der vierte Song rollt gemächlich an und bleibt von den Blastpassagen mal abgesehen, eher im gedrosselten Tempo, was ihn jedoch unheimlich beschwörerisch macht. Danach folgen die eher ambientösen Tracks Broken Dialogue I+II, in denen über einem repetitiven unheilvollen Gitarrenmotiv wechselnde Stimmen referieren. Der gemeine Reviewfeuilleton findet die ja mehrheitlich langweilig, aber ich finde, sie arbeiten gut auf das große Finale, den Vierzehnminüter Ritual Marks of Penitence hin. Dieser schleppt sich erstmal vier Minuten lang unheilbeschwörend dahin, bevor er in ein pfeilschnelles, aber auch irgendwie seltsam atmosphärisches Blastbeatgewitter mündet. Danach kommt ein Finalpart mit Twingitarren und wunderbar klimperigem Schlagzeugspiel, der dann in etwas reduzierterer Ausführung in schmerzhafter Länge ausgebreitet wird, bevor der letzte Blastbeat die Erlösung bringt. In Summe ist das Ganze in jeder Songphase schon sehr stark von den Großmeistern DSO beeinflusst, das tut der Großartigkeit dieses Albums jedoch keinen Abbruch. Neben dem ergänzenden Nachfolger V: The Inside Scriptures [1] sei jedem die bereits weiter oben erwähnte hektische Schwester VI - De Praestigiis Angelorum [2] ans Herz gelegt. Schade, dass sich die beiden Projekte anscheinend aufgelöst haben.

[1] https://www.youtube.com/watch?v=VnmjvFX36Pk&pp=0gcJCQYKAYcqIYzv
[2] https://agoniarecords.bandcamp.com/album/de-praestigiis-angelorum
Eine der besten BM-Platten ever! ❤️

Ich suche immer noch den bekackten Patch dazu…
 
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Glorior Belli - The Apostates
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https://gloriorbelli.bandcamp.com/album/the-apostates

Erst einmal sorry, dass es hier etwas schleppender voran ging/geht, mir fehlte irgendwie die Inspiration sowohl für den Besprechungsgegenstand als auch für den Text dazu. Das Album hier habe ich seinerzeit im Erscheinungsjahr intensiv gehört und sogar relativ weit oben in meinem Poll gehabt. Letztens las ich mich so durch alte Polllisten und kam auf die Idee, mal zu überprüfen, ob es sich bis in die Gegenwart gehalten hat. Im Zuge dessen bin ich übrigens darauf gestoßen, dass es dieses Jahr wohl was neues gab, aber das ist auf den ersten Hör leider eher 0815, weil die Southern-Einflüsse, die die Band - zeitlich noch vor heute wegweisenderen Vertretern wie Wayfarer - mal mehr, mal weniger verwendet hatte, dort leider verlustig gegangen sind und dann mMn nur noch langweiliger Standard-BM übrigbleibt. Auf The Great Southern Darkness ist der Stil am deutlichsten auszumachen, aber auch die Apostates enthält, etwas subtiler, schöne Anleihen davon, inkl. ruppigem Klargesang und dem ein oder anderen Wayfarer-Gedächtnisriff. Der erste Song beginnt erstmal wunderbar mit einem leicht orthodox angehauchten Riff, und macht mehrere Schlenker durch groovige Southerngefilde und langsamere bis galoppierende Passagen. Damit wird das Album schonmal astrein abgesteckt. Der Rest des Albums geht trotz der Dynamik innerhalb der Songs in einem Fluss durch. In Folge werden die ersten Blastbeats polnischer Machart und sogar ein etwas sehr sahniges Solo aufgefahren, gefolgt von ein bisschen Gitarrengegniedel und auch mal etwas herberen Blasts, aber es harmoniert immer noch alles wunderbar miteinander und passt wie gesagt auch zum Sound. Dazwischen immer wieder langsame bis hoppelndere Passagen mit unnachgiebigem Flow, Schmiss und großen Melodien. Am Ende haben Wayfarer den staubigen Wüstensound mittlerweile besser und vor allem konstanter drauf, aber dieses Album ist immer noch eins, welches von seinem damaligen immerhin schon sieben Jahre alten Platz in meinen Top 10 keine Federn gelassen hat und ich mir immer noch durchgängig mit Gefallen anhören kann.
 
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Laudare - Requiem
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https://laudare.bandcamp.com/album/requiem

Post Hardcore meets Klassik/Kirchenmusik? Count me in! Obwohl es diese Band wohl schon ne Weile gibt - zumindest lang genug, dass sie lt. eigener Angabe bereits 100 Konzerte gespielt haben, von denen ich bedauerlicherweise gar nichts mitbekommen habe -, habe ich sie erst vor etwa einem Jahr durch eine Empfehlung des Forums kennengelernt. Seitdem wurde ja auch schon ganz schön das Word gespreaded, sodass das zumindest in den hiesigen Sphären nicht mehr so ganz das Kleinod sein dürfte. Dennoch kann man nie genügend Empfehlungen dafür aussprechen!
Hier handelt es sich offenkundig um ein Konzeptalbum der Leipziger Laudare, in dem mit bandeigenen Mitteln ein Requiem vertont wird. So richtig nach Vorschrift mit den üblichen Bestandteilen u.a. Introitus, Kyrie, Lacrimosa, Sanctus, Agnus Dei und den dazugehörigen lateinischen Texten. Das ganze Werk ist dementsprechend durchkomponiert und die einzelnen Bestandteile gehen nahtlos ineinander über. Musikalisch wird hier ein Fundament aus Post Hardcore, Screamo, Art und Post Rock garniert mit Cello, Klavier und phasenweise einem Chor aufgefahren. Die Kompositionen sind vielseitig, spannend, aber dabei immer in einem Fluss und Guss, sodass man den technischen Trackübergang nicht ausmachen kann. Auch folkige Sequenzen und den einen oder anderen Blastbeat gibt es und alles klingt so gut integriert, als wäre das ein ganz selbstverständlicher Stilmix. Gekrönt wird das ganze durch männlichen und hauptsächlich weiblichen Gesang, der eine Bandbreite von heiseren Harshvocals über normalen Cleangesang bis hin zu brillianten Höhen überspannt. Ich könnte wetten, dass die Bandmitglieder von der Musikhochschule kommen.
Eine der Neuentdeckungen des letzten Jahres und ein Album, das auch die beinhärtesten Atheisten emotional mitreißt und nie langweilig wird. Ich hoffe, von den nächsten 100 Shows dann auch mal ein paar mehr mitnehmen zu können.
 
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Sunrise Patriot Motion - Black Fellflower Stream
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https://sunrisepatriotmotion.bandcamp.com/music

Nachdem ich in letzter Zeit sehr oft die überaus großartige Confusion Gate aufgelegt habe, habe ich irgendwann mal einen Yellow Eyes Tag eingelegt und mich durch die ganze Diskografie gehört. Das Ambientalbum ist übrigens viel besser als sein Ruf! Im Anschluss ist es dann natürlich naheliegend, sich den Nebenprojekten zu widmen. Neben dem Raw Black Metal Soloprojekt des einen Gitarristen Ustalost sei dort insbesondere Sunrise Patriot Motion zu nennen, das Blackened Post Punk Projekt der beiden Gitarristen. Black Fellflower Stream ist das Debut dieser Formation, daneben gab es letztes Jahr noch eine EP.
Eigentlich ist hier auch die Genrebezeichnung Post Punk viel zu schwammig, um den gebotenen Soundcocktail zu umreißen. Einzig ein genretypischer Basssound, die straighteren Drumlinien und das Fehlen von Blast Beats weisen darauf hin. Daneben gibt es subtile Versatzstücke aus Dungeon Synth, Neofolk, Post Industrial und Psychedelia. Der leidende verhallte Harschgesang rückt die Songs des Albums mehr in die Black Metal- als in die klassische Post Punk-Richtung. Die entrückten und immer etwas schiefen leiernden Melodielinien, sei es in Riff- oder Keyboardform, sowie auch die songschreiberischen Hakenschläge, die für die Band typisch sind, kommen einem aus jeder Ecke des Albums entgegen und dementsprechend sollte das Teil für jeden, der etwas mit Yellow Eyes anfangen kann, aber mal ein bisschen vom schwarzen Pfad abtreten will (nicht dass die YE Alben vorher besonders reiner BM gewesen wären), ein No-Brainer sein. Insbesondere beim mehrmaligen Hören entpuppt sich das Album als musikalische Wundertüte. Die nachfolgende EP ist da im direkten Vergleich etwas straighter - wenn man das an sich unpassende Wort für die kompositorische Klasse der Musiker überhaupt verwenden möchte :D

https://ustalost.bandcamp.com/music
https://yelloweyes.bandcamp.com/music
 
Fortress of the Olden Days - Verlassenheit
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https://fortressoftheoldendays.bandcamp.com/music

Sorry, es war zuletzt etwas ruhig hier. Deswegen besinne ich mich heute mal auf ein älteres Kleinod, was ich eher zufällig wieder aus meiner Sammlung ausgegraben habe. Fortress of the Olden Days ist ein deutsches Raw Black Metal Soloprojekt, über das ich vor 8 Jahren mal gestolpert bin, und was ich seit Jahren nicht mehr gehört habe - allerdings zu Unrecht. Auf dem vorliegenden Album und den ebenso empfehlenswerten Werken davor wird roher, lofi- aber gut hörbar produzierter Black Metal geboten, der auch immer ein leichtes Dungeonsynthfeeling hat, obwohl (glaube ich) keine Synths eingesetzt werden. Die langlaufenden hin und her schwingenden Gitarren, die mit dem Rest der Instrumente und dem wie ein weiteres Instrument eingesetzten verhallten Gesang zwischen ungerichtetem Gekeife, ranzigen Hafensängervocals, DSBM-Squeals und leicht orthodoxen Chants zu einem hypnotischen Ganzen verschmelzen, und die mystischen halbclean gespielten Gitarreninterludes lassen Assoziationen zu der ein oder anderen Kapelle aus dem Hause Ancient Records/Mysticism Productions aufleben, was ja grundsätzlich schonmal ein Qualitätsmerkmal ist. Für Raw BM finde ich die Alben auch erstaunlich abwechslungsreich und vielseitig, auch wenn sich die Zutaten dafür aufgrund der langatmigen Motive und des verschleiernden Sounds nur subtil und erst nach mehreren Durchläufen offenbaren.
 
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Epistasis - Cloak of Heavens
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https://epistasis.bandcamp.com/album/cloak-of-heavens

Manchmal ist der Weg zur (Wieder-)Entdeckung eines Albums ein merkwürdiger.
Hin und wieder klicke ich mich bei Alben, die ich toll finde, auf der Bandcampseite durch die Profile der Käufer auf der Suche nach Inspiration, denn wenn die das Album gut finden, kann der Rest, den sie gut finden, ja bestimmt auch nicht so schlecht sein. Und so kam es, dass ich auf das Profil eines Edouard L. aus Montreal stieß und in seiner Sammlung tauchte irgendwann ein bekannter Name auf. Ach, sieh an, von denen habe ich doch was im Schrank stehen, was ich seit Äonen nicht mehr gehört habe, aber mich noch dunkel erinnere, dass es gut und interessant war.
Bei der obigen VÖ handelt es sich um "neues" (rec. 2018, rel. 2023) Material, dessen Existenz ich gar nicht mitbekommen hatte. Hier verbinden sich schöne hypnotische Raw Atmo Black Metal Linien mit Postrock- und Shoegazigen Einsprengseln, loungige Trompetensequenzen, die sich über die Spielzeit breitmachen und ein bisschen unheilvolle Stimmung verbreiten mit einem ausgiebigen Outro aus Cello und einem mittelalterlich klingenden Streichinstrument und leicht dissonante schleppende Passagen mit random Höhlenkeifgesang und auch wenn die Platte nur EP-Länge hat, wirkt sie aufgrund der Reichhaltigkeit ihres Inhaltes nicht zu kurz.
Aber wem das oben zu luschig ist, dem seien die beiden abgepfiffenen Vorgängeralben [1] und [2] nahegelegt, auf denen random-hektischer, progressiv hampelnder bis doomig walzender Avantgarde Black/Death mit Blasinstrumenten, die teilweise durch einen Verzerrer gejagt worden sind, zusammenkommt.

[1] https://thepathlesstraveledrecords.bandcamp.com/album/epistasis
[2] https://crucialblast.bandcamp.com/album/light-through-dead-glass
 
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Floating - The Waves have Teeth
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https://floatingband.bandcamp.com/album/the-waves-have-teeth

Ich bin normalerweise jemand, der Hypes aus Prinzip immer um mindestens ein Jahr hinterherhängt, aber hier habe ich mich dann doch zeitnah verführen lassen, als das aktuelle Album im DM-Thread als eine Mischung aus Death Metal mit Post Punk- und Prog-Einflüssen erwähnt wurde und dort auch den ein oder anderen (zurecht) begeisterten Zuspruch fand. Wobei Hype vmtl etwas übertrieben ist, deswegen möchte ich die Band und deren für die heutige Zeit erstaunlich frisches Konzept gern nochmal hervorheben - auch, weil nicht nur das aktuelle Album Hesitating Lights, sondern insbesondere auch der hier behandelte Vorgänger sich in Rekordgeschwindigkeit meine Begeisterung erspielt hat.
Ich bin nicht so bewandert im Death Metal, wenn es sich abseits der angeschwärzten Kandidaten bewegt, deswegen kann ich die Stilrichtung des hier dargebotenen Grundgerüsts schwer einordnen. Der Gesang ist von der Kategorie höhlenmenschlich und entsprechend tiefergelegt, es gibt aber auch vereinzelte Screamausflüge. Die instrumentelle Spielart bedient sich auch eher im blackened midtempo DM Bereich, würde ich sagen und wartet mit einer schönen Anzahl an Gitarrenschlenkern auf, auch bevor es im dritten Titel in postpunktypische Gitarren- und Rhythmusmuster geht. Die darauffolgenden wieder Death-Metal-näheren Soli, der anschließende Midtempo-"prog"-Part, die über einem stampfenden Fundament mäandernden gelayerten Gitarren und später noch ein paar etwas schräg hampelnde Gitarrenfiguren und der ein oder andere tlw. loungige Cleangitarrenpart mit verspieltem Bass fügen sich so nahtlos in die Musik ein, dass man sich fragt, warum auf die Idee, die Komponenten zu verbinden, nicht schon vorher jemand gekommen ist (vmtl schon, ich weiß es nur nicht). Der Abschlusstitel ist mit seinem gemächlichen Post-Rock-Songaufbau und den ganz großen Melodien, die dort aufgefahren werden, nochmal ein Höhepunkt.
Ein Album, was gleichzeitig Fluss und songschreiberische Überraschungen bietet und die verschiedenen Elemente mE noch ein bisschen subtiler und unaufdringlicher als der - immer noch exzellente - Nachfolger verbindet. Vielen Dank an @Flughansa und @bloodred für den Tipp!
 
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Floating - The Waves have Teeth
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https://floatingband.bandcamp.com/album/the-waves-have-teeth

Ich bin normalerweise jemand, der Hypes aus Prinzip immer hinterherhängt, aber hier habe ich mich dann doch zeitnah verführen lassen, als das aktuelle Album im DM-Thread als eine Mischung aus Death Metal mit Post Punk- und Prog-Einflüssen erwähnt wurde und dort auch den ein oder anderen (zurecht) begeisterten Zuspruch fand. Wobei Hype vmtl etwas übertrieben ist, deswegen möchte ich die Band und deren für die heutige Zeit erstaunlich frisches Konzept gern nochmal hervorheben - auch, weil nicht nur das diesjährige Album Hesitating Lights, sondern insbesondere auch der hier behandelte Vorgänger sich in Rekordgeschwindigkeit meine Begeisterung erspielt hat.
Ich bin nicht so bewandert im Death Metal, wenn es sich abseits der angeschwärzten Kandidaten bewegt, deswegen kann ich die Stilrichtung des hier dargebotenen Death Metal Grundgerüsts schwer einordnen. Der Gesang ist von der Kategorie höhlenmenschlich und entsprechend tiefergelegt, es gibt aber auch vereinzelte Screamausflüge. Die instrumentelle Spielart bedient sich auch eher im blackened DM Bereich, würde ich sagen und wartet mit einer schönen Anzahl an Gitarrenschlenkern auf, auch bevor es im dritten Titel in postpunktypische Gitarren- und Rhythmusmuster geht. Die darauffolgenden wieder Death-Metal-näheren Soli, der anschließende Midtempo-"prog"-Part, die über einem stampfenden Fundament mäandernden gelayerten Gitarren und später noch ein paar etwas schräg hampelnde Gitarrenfiguren und der ein oder andere tlw. loungige Cleangitarrenpart mit verspieltem Bass fügen sich so nahtlos in die Musik ein, dass man sich fragt, warum auf die Idee nicht schon vorher jemand gekommen ist (vmtl schon, ich weiß es nur nicht). Der Abschlusstitel ist mit seinem gemächlichen Post-Rock-Songaufbau und den ganz großen Melodien, die dort aufgefahren werden, nochmal ein Höhepunkt.
Ein Album, was gleichzeitig Fluss und songschreiberische Überraschungen bietet und die verschiedenen Elemente mE noch ein bisschen subtiler und unaufdringlicher als der - immer noch exzellente - Nachfolger verbindet. Vielen Dank an @Flughansa und @bloodred für den Tipp!
ui da muss ich mal reinhören
 
Lock Howl - Pareidolia
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https://lockhowl.bandcamp.com/album/pareidolia-2

Blackened Post Punk hat ja so vor etwa 10 Jahren einen kleinen Hype erfahren. Ausgehend von dem legendären Beastmilk Debut gab es die Jahre darauf eine Reihe an mehr oder weniger kurzlebigen Bandcampprojekten (z. B. s.u.), die die Spielart aus und in verschiedene(n) Richtungen interpretierten und gestandene Black- und Death Metal Bands wie Tribulation, Ketzer und Blaze of Perdition machten von dem Stil beeinflusste Alben oder widmeten sich fortan gleich ganz dem Sound. Hype hin oder her, ich fand die Phase damals ziemlich spannend und es schade, dass viele Projekte zu dieser Zeit eher Eintagsfliegen gewesen sein sollten. Wie das hier zum Beispiel, was ich seit Erscheinen ewig nicht mehr gehört und erst vor kurzem wieder spontan aus meiner Bandcampsammlung ausgegraben habe.
Lock Howl ist ein schottisches Einmannprojekt von einem Dude, der hauptamtlich Hellripper betreibt. Im Gegensatz zu den oben genannten Vertretern ist der Sound hier nicht so schwermetallisch geprägt, sondern eher leichtfüßig und am ehesten mit eben Beastmilk oder den After-Split-Nachfolgeprojekten Grave Pleasures, Maggot Heart und Hello Black Hole zu vergleichen. Auch die Schlagzeug- und Gitarrenfiguren atmen diesen Vibe. Der Gesang ist weitestgehend clean, die Songs werden aber immer mal hie und da mit keifend-garstigen Harshvocals versehen. Nach der etwas enttäuschenden ersten Grave Pleasures erwies sich das Album hier als mehr als adäquater Ersatz. Mittlerweile gefällt es mir fast noch ein bisschen besser als damals und ich finde es schade, dass es wohl bei dem einen Mal bleiben sollte. Eine eventuelle Neuauflage würde sich übrigens ganz hervorragend auf Lowland Fires machen...!

https://thehouseofcapricorn.bandcamp.com/album/morning-star-rise
https://lightofthemorningstar.bandcamp.com/music
https://deathmaze.bandcamp.com/album/eau-rouge
 
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Mord'A'Stigmata - Dreams of Quiet Places
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https://mordastigmata.bandcamp.com/music

Aus Polen kommt ja seit ner Weile schon durchgängig hochqualitativer Kram und in meiner (imaginären) Alltimefavourite-Liste nehmen die enorm guten Diskografien von u.a. Gruzja, Odraza, Blaze of Perdition oder KSM - und ja, auch Mgła, auch wenn deren Beitrag mittlerweile mehr nostalgischer Natur ist - einen festen Platz ein. In letzter Zeit hänge ich wieder verstärkt am PLBM fest, insofern kann es vorkommen, dass ich mich über all diese Großartigkeiten und deren 387 kleinen Brüder hier noch mit Freude auslassen werde.
Aber zunächst hole ich mal das obige Album aus den Tiefen der zweiten und dritten Reihe.
Oft wird das Schaffen der Band ja für seine Langatmigkeit kritisiert und ich kann diesen Punkt sogar manchmal verstehen, wenn sich die Riffs etwas zu doll in sich selbst verlieren und nicht zum Punkt kommen, gleichzeitig ist dieses psychedelische Auswalzen und etwas ziellose Rummäandern etwas, was ich in der richtigen Stimmung wunderbar einnehmend finde und mich hier gar nicht stört. Und wenn man außerdem so (in meinen Augen) schöne angeschrägte Gitarrenfiguren, gemächlich-hypnotische Songaufbauten und stimmungsunterstützende Drumpatterns wie hier hat, kann man die wegen mir auch gern bis in die Puppen zelebrieren. Auf den anderen Alben kommt auch streckenweise nochmal mehr Elektronik, Cleanvocals und "Postrock" zum Zuge, deswegen möchte ich unbedingt empfehlen, sich einfach mal durch die ganze Diskografie durchzugraben!
 
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Biesy - Golem
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https://biesy.bandcamp.com/music

Die komplette Antithese dazu ist dann dieses Album, das selbst den üblichen Gruzjaoutput wie ein Kaffeekränzchen im Altenheim aussehen lässt.
Bereits im ersten Track wird man von einer großen Anzahl an weirden gestapelten und verschluckauften Samples von Spielsounds bis Grammophonchansons empfangen, gefolgt von unvermitteltem Krach auf Gitarre, Bass und Schlagzeug. In der Kragenweite geht die Reise weiter. Die Blastbeatpassagen werden hie und da mal mit elektronischem Schlagzeug versehen, was ihnen eine hübsche Mysticumschlagseite gibt. Die Vocals changieren zwischen ungerichtetem Sprechgesang, over the top Gastvocals(?) vom Typ Ostasienmadness und gäulischem Gekeife, und bevor man sich auf eine Sequenz einlassen kann, wird die sofort wieder jäh unterbrochen und durch spacige Samples mit Stimmengewirr und 368 andere bunt durcheinandergewürfelte Dinge ersetzt. Wie ein Kind mit ADHS, was im Auto die Sender schneller umschaltet, als man erkennen kann, was da überhaupt für Musik läuft.
Man braucht sich gar nicht die Mühe machen, irgendeinen roten Faden erkennen zu wollen, denn einziger wiederkehrender Orientierungspunkt sind die charakteristischen ranzigen Vocals des hier allein zu Werk gehenden Gruzjamitglieds Patryk Rzeszutek. Meine Güte, was für ein Speed nimmt dieser Mann, ich bekomme allein vom Hören des Albums Stressgefühle und Bluthochdruck. Dementsprechend kann ich mir das auch nur selten und wohldosiert geben, aber wenn man darauf eingestellt ist, ist es ein wunderbar vielseitiger Hirnfick!
Die Vorgänger sind etwas bekömmlicher, zudem ist auf dem Debut noch der wunderbare Stawrogin an den Vocals zugange.

Edit: Ach, ich bin ja dumm, das ist doch Otay:onii an den Gastvocals
 
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Floating - The Waves have Teeth
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https://floatingband.bandcamp.com/album/the-waves-have-teeth

Ich bin normalerweise jemand, der Hypes aus Prinzip immer um mindestens ein Jahr hinterherhängt, aber hier habe ich mich dann doch zeitnah verführen lassen, als das aktuelle Album im DM-Thread als eine Mischung aus Death Metal mit Post Punk- und Prog-Einflüssen erwähnt wurde und dort auch den ein oder anderen (zurecht) begeisterten Zuspruch fand. Wobei Hype vmtl etwas übertrieben ist, deswegen möchte ich die Band und deren für die heutige Zeit erstaunlich frisches Konzept gern nochmal hervorheben - auch, weil nicht nur das aktuelle Album Hesitating Lights, sondern insbesondere auch der hier behandelte Vorgänger sich in Rekordgeschwindigkeit meine Begeisterung erspielt hat.
Ich bin nicht so bewandert im Death Metal, wenn es sich abseits der angeschwärzten Kandidaten bewegt, deswegen kann ich die Stilrichtung des hier dargebotenen Grundgerüsts schwer einordnen. Der Gesang ist von der Kategorie höhlenmenschlich und entsprechend tiefergelegt, es gibt aber auch vereinzelte Screamausflüge. Die instrumentelle Spielart bedient sich auch eher im blackened midtempo DM Bereich, würde ich sagen und wartet mit einer schönen Anzahl an Gitarrenschlenkern auf, auch bevor es im dritten Titel in postpunktypische Gitarren- und Rhythmusmuster geht. Die darauffolgenden wieder Death-Metal-näheren Soli, der anschließende Midtempo-"prog"-Part, die über einem stampfenden Fundament mäandernden gelayerten Gitarren und später noch ein paar etwas schräg hampelnde Gitarrenfiguren und der ein oder andere tlw. loungige Cleangitarrenpart mit verspieltem Bass fügen sich so nahtlos in die Musik ein, dass man sich fragt, warum auf die Idee, die Komponenten zu verbinden, nicht schon vorher jemand gekommen ist (vmtl schon, ich weiß es nur nicht). Der Abschlusstitel ist mit seinem gemächlichen Post-Rock-Songaufbau und den ganz großen Melodien, die dort aufgefahren werden, nochmal ein Höhepunkt.
Ein Album, was gleichzeitig Fluss und songschreiberische Überraschungen bietet und die verschiedenen Elemente mE noch ein bisschen subtiler und unaufdringlicher als der - immer noch exzellente - Nachfolger verbindet. Vielen Dank an @Flughansa und @bloodred für den Tipp!
Das freut mich zu hören, finde ich doch eben dieses Album oder eher Demo auch noch ein Stück weit geiler als Hesitating Lights, das mich nur teilweise so mitnimmt wie The waves... Hier ist der DM Anteil für mich noch zwingender und archaischer. Als würden Carnage mit The Cure tanzen gehen. Und auf der neuen ist für mich eben dieser Gegensatz leider nicht ganz so optimal ausgearbeitet.
Für Interessierte gibt es übrigens auch einen Bandthreat, der noch recht kärglich vor sich hinrottet.
 
Mord'A'Stigmata - Dreams of Quiet Places
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https://mordastigmata.bandcamp.com/music

Aus Polen kommt ja seit ner Weile schon durchgängig hochqualitativer Kram und in meiner (imaginären) Alltimefavourite-Liste nehmen die enorm guten Diskografien von u.a. Gruzja, Odraza, Blaze of Perdition oder KSM - und ja, auch Mgła, auch wenn deren Beitrag mittlerweile mehr nostalgischer Natur ist und mich aktuell nicht mehr so wirklich mitreißt - einen festen Platz ein. In letzter Zeit hänge ich wieder verstärkt am PLBM fest, insofern kann es vorkommen, dass ich mich über all diese Großartigkeiten und deren 387 kleinen Brüder hier noch mit Freude auslassen werde.
Aber zunächst hole ich mal das obige Album aus den Tiefen der zweiten und dritten Reihe.
Oft wird das Schaffen der Band ja für seine Langatmigkeit kritisiert und ich kann diesen Punkt sogar manchmal verstehen, wenn sich die Riffs etwas zu doll in sich selbst verlieren und nicht zum Punkt kommen, gleichzeitig ist dieses psychedelische Auswalzen und etwas ziellose Rummäandern etwas, was ich in der richtigen Stimmung wunderbar einnehmend finde und mich hier gar nicht stört. Und wenn man außerdem so (in meinen Augen) schöne angeschrägte Gitarrenfiguren, gemächlich-hypnotische Songaufbauten und stimmungsunterstützende Drumpatterns wie hier hat, kann man die wegen mir auch gern bis in die Puppen zelebrieren. Auf den anderen Alben kommt auch streckenweise nochmal mehr Elektronik, Cleanvocals und "Postrock" zum Zuge, deswegen möchte ich unbedingt empfehlen, sich einfach mal durch die ganze Diskografie durchzugraben!
Ja, aus Polen kommt nahezu nur gutes Zeug. Zuletzt auch Above Aura, Nihilivm und vor allem Pogarda, die vergleichsweise punkig und melodisch agieren, aber doch nie die Intensität vermissen lassen.

Nachzuhören hier: https://pogardablackmetal.bandcamp.com/album/czarne-obrazy
 
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Die Nihilvm ist super - Pogarda und AA kenne ich nur namentlich, aber werd ich mir mal notieren.

Punkig ist immer so ne Sache. Bei Odraza und Gruzja finde ich den Ansatz total großartig, bei Owls Woods Graves ist er mir hingegen fast schon zu viel. Die taugen mir nur als Autofahr- und Festivalzeltplatzmusik (no offense).
 
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Biesy - Golem
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https://biesy.bandcamp.com/music

Die komplette Antithese dazu ist dann dieses Album, das selbst den üblichen Gruzjaoutput wie ein Kaffeekränzchen im Altenheim aussehen lässt.
Bereits im ersten Track wird man von einer großen Anzahl an weirden gestapelten und verschluckauften Samples von Spielsounds bis Grammophonchansons empfangen, gefolgt von unvermitteltem Krach auf Gitarre, Bass und Schlagzeug. In der Kragenweite geht die Reise weiter. Die Blastbeatpassagen werden hie und da mal mit elektronischem Schlagzeug versehen, was ihnen eine hübsche Mysticumschlagseite gibt. Die Vocals changieren zwischen ungerichtetem Sprechgesang, over the top Gastvocals(?) vom Typ Ostasienmadness und gäulischem Gekeife, und bevor man sich auf eine Sequenz einlassen kann, wird die sofort wieder jäh unterbrochen und durch spacige Samples mit Stimmengewirr und 368 andere bunt durcheinandergewürfelte Dinge ersetzt. Wie ein Kind mit ADHS, was im Auto die Sender schneller umschaltet, als man erkennen kann, was da überhaupt für Musik läuft.
Man braucht sich gar nicht die Mühe machen, irgendeinen roten Faden erkennen zu wollen, denn einziger wiederkehrender Orientierungspunkt sind die charakteristischen ranzigen Vocals des hier allein zu Werk gehenden Gruzjamitglieds Patryk Rzeszutek. Meine Güte, was für ein Speed nimmt dieser Mann, ich bekomme allein vom Hören des Albums Stressgefühle und Bluthochdruck. Dementsprechend kann ich mir das auch nur selten und wohldosiert geben, aber wenn man darauf eingestellt ist, ist es ein wunderbar vielseitiger Hirnfick!
Die Vorgänger sind etwas bekömmlicher, zudem ist auf dem Debut noch der wunderbare Stawrogin an den Vocals zugange.
Wahnsinnige Aufnahmen !!
 
Biesy - Golem
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https://biesy.bandcamp.com/music

Die komplette Antithese dazu ist dann dieses Album, das selbst den üblichen Gruzjaoutput wie ein Kaffeekränzchen im Altenheim aussehen lässt.
Bereits im ersten Track wird man von einer großen Anzahl an weirden gestapelten und verschluckauften Samples von Spielsounds bis Grammophonchansons empfangen, gefolgt von unvermitteltem Krach auf Gitarre, Bass und Schlagzeug. In der Kragenweite geht die Reise weiter. Die Blastbeatpassagen werden hie und da mal mit elektronischem Schlagzeug versehen, was ihnen eine hübsche Mysticumschlagseite gibt. Die Vocals changieren zwischen ungerichtetem Sprechgesang, over the top Gastvocals(?) vom Typ Ostasienmadness und gäulischem Gekeife, und bevor man sich auf eine Sequenz einlassen kann, wird die sofort wieder jäh unterbrochen und durch spacige Samples mit Stimmengewirr und 368 andere bunt durcheinandergewürfelte Dinge ersetzt. Wie ein Kind mit ADHS, was im Auto die Sender schneller umschaltet, als man erkennen kann, was da überhaupt für Musik läuft.
Man braucht sich gar nicht die Mühe machen, irgendeinen roten Faden erkennen zu wollen, denn einziger wiederkehrender Orientierungspunkt sind die charakteristischen ranzigen Vocals des hier allein zu Werk gehenden Gruzjamitglieds Patryk Rzeszutek. Meine Güte, was für ein Speed nimmt dieser Mann, ich bekomme allein vom Hören des Albums Stressgefühle und Bluthochdruck. Dementsprechend kann ich mir das auch nur selten und wohldosiert geben, aber wenn man darauf eingestellt ist, ist es ein wunderbar vielseitiger Hirnfick!
Die Vorgänger sind etwas bekömmlicher, zudem ist auf dem Debut noch der wunderbare Stawrogin an den Vocals zugange.

Die haben aber auch ein Händchen für geile Artworks! Schon Transsatanizm war phänomenal (wenn auch augenkrebsig).
 
Odraza - Rzeczom
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https://odraza-official.bandcamp.com/album/rzeczom

Als drittes im Länderbunde komme ich nicht daran vorbei, hier einem meiner liebsten Polenalben zu huldigen. Möglicherweise ist im Verlauf des Threads schon aufgefallen, dass ich etwas verliebt in Stawrogin bin, der Mann macht einfach alles besser, woran er beteiligt ist. Das war im Verlauf der vergangenen ~15 Jahre schon ordentlich viel, mit Odraza und speziell diesem Album hat er aber zusammen mit seinem Bandpartner Priest einen Meilenstein erschaffen. Das Cover allein ist ikonisch und von einer Ästhetik und Wiedererkennungswert, dass ich es mir sofort in die Bude hängen würde, auch wenn ich der Platte musikalisch nicht so viel abgewinnen könnte. Dabei soll das eher aus Versehen in einer Fotosession mit einer Freundin entstanden sein, wenn ich die Aussage aus einem steinalten Interview recht in Erinnerung habe. Die Musik pendelt zwischen einer irgendwie genuin polnischen Tristesse und schroffen Schönheit hin und her, und flechtet dabei ganz viele subtil progressive Elemente ein, dass es eine regelrechte Freude ist. Sei es das Klimpermotiv ganz am Anfang, kitschige Wahwahsynthies im Hintergrund, diverse schöne Schlagzeugfiguren, gänsehauterzeugende Gesangseinlagen von clean bis ranzig, wunderbare polkaeske, schmissige, loungige oder urban-postrockige Motive, die zwischen den Blastbeats auftauchen und daneben ganz viel charakteristisches Gitarrenspiel, das immer so ein bisschen leicht schräg mäandert und hie und da plötzlich mit der Tonleiter abrutscht, dafür habe ich ja eine Schwäche, wie man einigen hier bereits behandelten Alben bestimmt entnehmen kann. ;)
Nachdem das Album hier länger nicht mehr lief, ist es kürzlich wieder richtig eingeschlagen. Die Auflösung von WTZ ist eins der tragischsten Ereignisse des vorletzten Jahres gewesen, hoffentlich hört man von diesen großartigen Leuten noch was!
 
Miséricorde - Le Loup des Ruines
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https://misericorde777.bandcamp.com/album/le-loup-des-ruines

Im Zuge des Brainstormings zum 3rd Milennium Battle habe ich jüngst dieses Album mal wieder aus der Versenkung gegraben. Edit: danke an @Paynajaynen an der Stelle für die Erwähnung seinerzeit!
Zunächst ist zu sagen, dass die Selbstbeschreibung und -verschlagwortung als Medieval/French Black Metal vielleicht etwas irreführend ist, denn bei dem Album handelt es sich mitnichten um den üblichen hochmelodiösen, verspielten und recht klar produzierten Black Metal, wie ihn zB Label wie Antiq oder in Teilen auch Ladlo als Signatursound bieten, sondern um enorm verwaschenes, höhenlastiges Raw Dungeon Synth Black Metal Gerödel, was nur geringfügige dynamische Wechsel vollzieht und dessen Melodien und Keyboardeinlagen unter dem ganzen Geschwader nurmehr subtil durchdringen. Deswegen wirkt es auf den ersten Hördurchgang ggf. etwas zäh. Der Reiz des Albums liegt aber ohnehin an der grundsätzlich aufgezogenen Atmosphäre, die sehr dicht und trotz der kitschigen Synthieregister und chantigen Vokaleinlagen im Hintergrund immer latent unbehaglich ist. Auch die später im Text etwas mehr in den Vordergrund rückenden halligen weiblichen Vocals unterstreichen den Sound perfekt. In Titel 5 lockert ein reines Dungeonsynthstück das Album etwas auf, auch wenn das genauso verwaschen ist wie der Black Metal drumherum. Auch der letzte Titel ist git/bas/dr-frei und bietet zudem eine schöne finale Bühne für den weiblichen Gesang.
Die Bandcampseite offenbart übrigens, dass ein gewisser Celestial Sword da mitmischt, zudem soll Markov Soroka an der Produktion beteiligt gewesen sein.
 
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