Subjektiver Reviewthread für aktuelle und vergangene mehr oder weniger kleine Ode

Ushangvagush - Pestmo'qon
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https://ushangavash.bandcamp.com/music

Nicht ganz so lofi und ungerichtet, aber mit ähnlichem Spirit geht es hier weiter. Das Projekt habe ich eher zufällig auf der Referenzliste von Last.fm zum Thema Indigener Black Metal aufgeschnappt. Irgendwann in den letzten Jahren hat dieser mal einen kleinen "Hype" erfahren, obwohl die ganze Black Twilight Circle Mischpoke ihn ja schon seit vielen Jahren bespielt. Zumindest schossen seitdem irgendwie erstaunlich "viele" Bands aus dem Boden, die unter diesem Label meist sehr lofideligen Raw Black Metal - mit zu meinem Bedauern erstaunlich wenig traditionellen/akustischen Instrumenten - machten und im Falle von Blackbraid es sogar zu einer gewissen Bekanntheit brachten.
Auch hier bezieht sich das Label indigen weniger auf die musikalische Ausgestaltung, als vor allem darauf, dass Bandname, Album-/Songtitel und Texte in einer indigenen Sprache verfasst sind, in diesem Falle Mi'kmawi'simk, der Sprache der Mi'kmaq, einem indigenen Stamm, der v.a. in Nova Scotia bis runter in Teile von Maine siedelt.
Das Album besteht aus einem 45-minütigen Titel, der nur aus presstechnischen Gründen in zwei Teile aufgeteilt wurde. Die Musik läuft entsprechend ohne hörbare Pause durch. Musikalisch gibt es nicht sonderlich neuartigen oder abwechslungsreichen, aber trotzdem irgendwie subtil mitreißenden Black Metal zu hören, der immer mal hie und da Reminiszenzen zu Yellow Eyes aufzieht. In den ersten sieben Minuten von Part II gibt es auch etwas noisigen Ambient, der trotz Vogelzwitschern und Wasserplätschern im Hintergrund etwas unbehaglich daherkommt. Nach hinten raus wird der zweite Track etwas schwerfälliger zu hören, trotzdem wird durch das nahtlose Durchlaufen des Albums ein gewisser Sog entfacht, der den Hörer einzieht und nach 45 Minuten Wurmloch wieder ausspuckt.
 
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Sainte Marie des Loups - s/t
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https://saintemariedesloups.bandcamp.com/album/sainte-marie-des-loups

Letzter Lofi-Beitrag im Bunde, wobei die Produktion im Vergleich zum erstgenannten schon um einiges besser ist. Auch musikalisch bekommt man hier eher schmissig-ranzigen, denn atmosphärisch-riffschwelgerischen Black Metal zu hören. Inklusive uffta-uffta Beats, Mülltonnendrums, ranzigen Vocals und Cultes-des-Ghoules-Gedächtnisinterludes. Hin und wieder begibt man sich aber trotzdem in den ein oder anderen etwas schwerfälligen Midtempopart, unterlegt mit komischen Wahsynthies, die klingen, als würden sie gerade höchstselbst die neben ihnen gespielten Instrumente in Zweifel ziehen. Dann geht es aber zum Glück schon wieder wunderbar rumplig weiter und die Synthies können sich in einer Quietschekstase ergehen. Bis zum nächsten Midtempopart, der eigentlich nichts anderes tut, als dsbm-mäßig drei Töne hoch und wieder runter zu dudeln, aber dabei seine hypnotische Wirkung nicht verfehlt. Kurzes Immortal Akustikinterlude, dann wieder übler Hinterhofkrach, Earlyburzumsynths auf Gitarrenbett, plötzliche besoffene Hafensängervocals, wunderbar unbehagliche Cleangitarren über Kohleschippfieldrecordings und ein sehr plötzliches Ende. Leider kam der Nachfolger nicht mehr an dieses sehr gute Debut ran.
 
Besna - Zverstvá
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https://besna.bandcamp.com/album/zverstv

Zum Ausgleich gibt es nun hier wieder was gut produziertes. Für meinen Geschmack sogar schon fast etwas zu gut, zudem bei der Herkunft. Aber von vorn. Besna ist eine Post (Black) Metal Band aus Bratislava und vmtl hat mich diese Tatsache zusammen mit dem schönen Cover dazu verleitet, dort reinzuhören, als mir das Album mal vor Jahren beim Bandcampstöbern unterkam. Entgegen der Assoziation, die das Covermotiv vermittelt, gibt es hier keinen Cascadian- oder Naturmacht-Black Metal, sondern sehr modern produzierten angeschwärzten melodiösen und flotten Post Metal, der durch die bratenden Gitarren und den brüllwürfeligen Gesang eine gewisse Coreschlagseite bekommt. Einerseits sorgt das zwar dafür, dass die Musik bei aller Melodiösität und trotz der zahlreichen Postrockeinsprengsel eine angenehme Grundaggressivität behält, der Sound hätte dennoch gern etwas weniger knallen dürfen. Highlight der Platte sind aber ohnehin die zahlreichen Momente, in denen es ruhiger vonstatten geht - immer mal wieder werden die Songs von einem bunten Strauß ausschweifender und wunderbarer Postrock- und Gitarrenklimpersequenzen durchzogen, insbesondere in die verspielten Soli könnte ich mich reinlegen.
Im letzten Jahr gab es übrigens einen Nachfolger, den habe ich mir aber noch nicht eingehender angehört - der Erstdurchlauf war mir etwas djent- und breakdownlastig. Aber mal schauen. Zunächst werde ich wohl endlich das Album physisch nachordern, seinerzeit gab es leider keine CDs, sodass ich bis dato nur ein Shirt mein Eigen nannte.
 
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Fauna - Avifauna
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https://fauna.bandcamp.com/album/avifauna

Nein, ich habe mich nicht nach diesem Album benannt, falls sich das jetzt jemand fragen sollte. :D
Ich glaube sogar, dass ich das damals noch gar nicht kannte - oder bestenfalls namentlich über die Erwähnung in der Youtubeseitenleiste. Seinerzeit aber natürlich nie reingehört, weil war bestimmt so Blumenwiesensonnenscheincascadianblackmetal, da fand ich lange Zeit keinen Zugang zu und sollte erst in den letzten Jahren langsam die Großartigkeiten und auch Vielfalt, die dieses Genre birgt, erkennen.
Ausgehend von dem überraschend guten Album des letzten Jahres ist mir der Name wieder auf den Schirm geraten und ich habe mich in das schon 13 Jahre alte Vorgängeralbum reingehört.
Die 3 überlangen, tlw. an der Halbstundenmarke kratzenden Haupttracks des Albums werden durch zwei kurze Ambientsongs, die eher als Interlude fungieren, verbunden. Los geht es - natürlich - mit knapp zwei Minuten Vogelzwitschern, dann beginnen Akustikgitarren auf einem Streicherfundament mit anschließendem beschwörerisch raunenden Klargesang in den Song einzuführen, und man könnte sich zunächst fragen, ob man hier nicht versehentlich ein Neofolkalbum gegriffen hat. In der achten Minute setzt dann aber unvermittelt verwaschenes Blastbeatgewitter mit heiserem Keifgesang ein. welches über die Spielzeit wunderbar ausgebreitet werden kann, sodass sich tatsächlich eine Atmosphäre aufbaut, auch wenn der Term ausgelutscht klingt. Ich habe Paysage d'Hiver nie gehört, aber ich vermute, so ähnliche Stimmungen beschwören die auch hinauf, nur dass ebenjene eher in einer klirrenden Schneelandschaft schwelgen, während Fauna in einem lichtdurchfluteten Wald agieren. Trotzdem schafft es die Riffwand, nie süßlich zu werden, sondern behält genau den richtigen tonalen Unbehaglichkeitslevel bei. Nach einem Anflug in dezente Doomriffs mit Geige kommt ab Minute 17 wieder die großartige Akustikgitarre zum Zuge und kann sich nochmal ausgiebig ausbreiten, bevor der finale Midtempopart den Song abschließt. Die beiden weiteren Songs kombinieren die bereits aufgezogenen Elemente auch nochmal in Variation. Trotz seiner rd. 75 Minuten ist das Album keine Sekunde zu lang, im Gegenteil sorgt die ausschweifende Spielzeit dafür, dass sich jedes Element gebührend entfalten kann und Zeit bekommt, sich bis hin zu einer gewissen hypnotisierenden Wirkung aufzubauen.
 
Fauna - Avifauna
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https://fauna.bandcamp.com/album/avifauna

Nein, ich habe mich nicht nach diesem Album benannt, falls sich das jetzt jemand fragen sollte. :D
Ich glaube sogar, dass ich das damals noch gar nicht kannte - oder bestenfalls namentlich über die Erwähnung in der Youtubeseitenleiste. Seinerzeit aber natürlich nie reingehört, weil war bestimmt so Blumenwiesensonnenscheincascadianblackmetal, da fand ich lange Zeit keinen Zugang zu und sollte erst in den letzten Jahren langsam die Großartigkeiten und auch Vielfalt, die dieses Genre birgt, erkennen.
Ausgehend von dem überraschend guten Album des letzten Jahres ist mir der Name wieder auf den Schirm geraten und ich habe mich in das schon 13 Jahre alte Vorgängeralbum reingehört.
Die 3 überlangen, tlw. an der Halbstundenmarke kratzenden Haupttracks des Albums werden durch zwei kurze Ambientsongs, die eher als Interlude fungieren, verbunden. Los geht es - natürlich - mit knapp zwei Minuten Vogelzwitschern, dann beginnen Akustikgitarren auf einem Streicherfundament mit anschließendem beschwörerisch raunenden Klargesang in den Song einzuführen, und man könnte sich zunächst fragen, ob man hier nicht versehentlich ein Neofolkalbum gegriffen hat. In der achten Minute setzt dann aber unvermittelt verwaschenes Blastbeatgewitter mit heiserem Keifgesang ein. welches über die Spielzeit wunderbar ausgebreitet werden kann, sodass sich tatsächlich eine Atmosphäre aufbaut, auch wenn der Term ausgelutscht klingt. Ich habe Paysage d'Hiver nie gehört, aber ich vermute, so ähnliche Stimmungen beschwören die auch hinauf, nur dass ebenjene eher in einer klirrenden Schneelandschaft schwelgen, während Fauna in einem lichtdurchfluteten Wald agieren. Trotzdem schafft es die Riffwand, nie süßlich zu werden, sondern behält genau den richtigen tonalen Unbehaglichkeitslevel bei. Nach einem Anflug in dezente Doomriffs mit Geige kommt ab Minute 17 wieder die großartige Akustikgitarre zum Zuge und kann sich nochmal ausgiebig ausbreiten, bevor der finale Midtempopart den Song abschließt. Die beiden weiteren Songs kombinieren die bereits aufgezogenen Elemente auch nochmal in Variation. Trotz seiner rd. 75 Minuten ist das Album keine Sekunde zu lang, im Gegenteil sorgt die ausschweifende Spielzeit dafür, dass sich jedes Element gebührend entfalten kann und Zeit bekommt, sich bis hin zu einer gewissen hypnotisierenden Wirkung aufzubauen.
Logischerweise saugeiles Album. Den Vorgänger empfinde ich aber noch besser und ist für mich deren Opus Magnum :verehr: :verehr: :verehr:
 
Bis dahin bin ich noch gar nicht vorgedrungen. Aber könnte interessant werden, denn auf der Bandcampseite steht, dass der nochmal ne ganze Ecke sperriger und ungemütlicher als die Avifauna sein soll :top:
 
Bis dahin bin ich noch gar nicht vorgedrungen. Aber könnte interessant werden, denn auf der Bandcampseite steht, dass der nochmal ne ganze Ecke sperriger und ungemütlicher als die Avifauna sein soll :top:
Finde ich nicht zwingend sperriger nur einfach noch besser :D
 
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Besna - Zverstvá
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https://besna.bandcamp.com/album/zverstv

Zum Ausgleich gibt es nun hier wieder was gut produziertes. Für meinen Geschmack sogar schon fast etwas zu gut, zudem bei der Herkunft. Aber von vorn. Besna ist eine Post (Black) Metal Band aus Bratislava und vmtl hat mich diese Tatsache zusammen mit dem schönen Cover dazu verleitet, dort reinzuhören, als mir das Album mal vor Jahren beim Bandcampstöbern unterkam. Entgegen der Assoziation, die das Covermotiv vermittelt, gibt es hier keinen Cascadian- oder Naturmacht-Black Metal, sondern sehr modern produzierten angeschwärzten melodiösen und flotten Post Metal, der durch die bratenden Gitarren und den brüllwürfeligen Gesang eine gewisse Coreschlagseite bekommt. Einerseits sorgt das zwar dafür, dass die Musik bei aller Melodiösität und trotz der zahlreichen Postrockeinsprengsel eine angenehme Grundaggressivität behält, der Sound hätte dennoch gern etwas weniger knallen dürfen. Highlight der Platte sind aber ohnehin die zahlreichen Momente, in denen es ruhiger vonstatten geht - immer mal wieder werden die Songs von einem bunten Strauß ausschweifender und wunderbarer Postrock- und Gitarrenklimpersequenzen durchzogen, insbesondere in die verspielten Soli könnte ich mich reinlegen.
Im letzten Jahr gab es übrigens einen Nachfolger, den habe ich mir aber noch nicht eingehender angehört - der Erstdurchlauf war mir etwas djent- und breakdownlastig. Aber mal schauen. Zunächst werde ich wohl endlich das Album physisch nachordern, seinerzeit gab es leider keine CDs, sodass ich bis dato nur ein Shirt mein Eigen nannte.

Das hat übrigens von allen Tipps bei mir am meisten Eindruck hinterlassen, gefällt mir richtig gut, auch der Nachfolger. Läuft bei mir aktuell regelmäßig. :top:
 
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Kaos Sacramentum - Scars of Revelation
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https://svartrit.bandcamp.com/album/scars-of-revelation

Alte Liebe rostet nicht. Und so kam ich irgendwie letztens auf dieses steinalte Werk zurück, obwohl ich es ewig nicht mehr gehört habe. So um 2012/13 rum war ich mal sehr tief im schwedischen Black Metal Untergrund unterwegs, der quasi im Alleingang von Swartadauthuz, Sir N und den Stilla/etc.-Leuten gestaltet wurde, welche in den letzten 15-20 Jahren so geschätzt 50 Bands und Soloprojekte aus der Taufe gehoben und wieder begraben haben. Eine Zeit lang habe ich mir die auch wirklich alle begeistert angehört, irgendwann war es aber dann zwgsl. more of the same und ich habe den Faden verloren. Bis heute gehalten haben sich von den drölf Alben nur eine Handvoll, u.a. das vorliegende Album. Kaos Sacramentum war ein Projekt von Sir N und Johan Marklund, was vier Alben zwischen 2007 und 2008 einspielte, die aber erst 2010 veröffentlicht werden konnten. Wie es dem Zirkel innewohnt, wird auf dem Album hypnotischer bis treibender schwedischer Black Metal mit Melodien nach landestypischer Machart gemacht, ohne jedoch mit den üblichen großen Verdächtigen (Dark Funeral etc.) vergleichbar zu sein. Zum Glück, denn irgendwas hat mich immer am Mainstream-Schweden-BM-Sound gestört. Nach einem Intro geht es im Titeltrack mit furiosen Melodien und etwas hektischem Riffgeschrubbe los, es dauert aber nicht lange, da wird das erste gemächlich-psychedelische Interludchen über Eulenpfeifen ausgepackt. Diese Mischung und ein paar etwas holprige Tempowechsel ziehen sich dann so weiter durch das Album, nach ein-zwei Mal hören fügt sich das aber astrein zusammen und man kann voll und ganz z.B. in dem wunderbaren Melodiebett, welches zwischen Titel 3 und 4 aufgestellt wird, versinken. Zwischendrin gibt es noch wechselnd ein paar schöne psychedelische Gitarrenläufe, und sehr schwedische Tänzeleien, bevor die nächsten Betten nochmal ausgiebig zum verweilen einladen. Bei soviel schönen Riffflächen merkt man gar nicht, dass die Spielzeit sich dem Ende zuneigt. Mit einem klimperigen Outro wird das Album ausgeläutet. Auf einigen CD-Versionen soll es danach noch zwei alternative Versionen von Songs des Albums geben, die habe ich aber hier leider nicht vorliegen.
 
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Lifvsleda - Det Besegrade Lifvet
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https://lifvsleda.bandcamp.com/album/det-besegrade-lifvet

Aber auch neue Lieben haben einen Platz hier. Das ist auch so einer der Namen, die einem irgendwie schon länger immer mal begegnet sind, aber in die man aus irgendwelchen Gründen nie reingehört hat. Letztens bin ich auf einem nicht mehr rekonstruierbaren Wege darauf gestoßen und obwohl Cover und Bandname eigentlich nicht von der Sorte sind, die mich irgendwo reinhören ließen, habe ich es glücklicherweise doch getan. War eine gute Entscheidung, das ist nämlich ziemlich guter Kram. Klanglich und ästhetisch knüpft das Album sehr passend an das vorhergenannte an und kombiniert ukrainisch-schwedischen Untergrundsound mit angenehm rumpliger Abmischung, ranzigen Vocals und nicht sonderlich innovativen, aber wie ich finde unwiderstehlichen Gitarrenlinien, die einen spätestens im zweiten und dritten Song an den Eiern haben. Tempomäßig bemüht man sich um Dynamik und wechselt trotz gleichbleibendem Sound von Geblaste über typisch galoppierende oder schön mäandernde Passagen, charakteristischen Faustschwing-Midtemporhythmen (dafür gibt es bestimmt einen Fachausdruck) bis hin zu eher getragenen Sequenzen hin und her und kombiniert die einzelnen Teile, die für sich betrachtet andere Bands alle schonmal früher und besser gemacht haben (insert obvious Mgła-Referenz here) trotzdem zu einem wunderbar zusammenfließenden und mitreißenden Ganzen, was anderen der zahlreichen Nebelkopierkatzen auf diesem Planeten für meine Begriffe nicht immer gelingt.
 
Vindorn - Perdition
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https://vindorn.bandcamp.com/album/perdition

Wenn ich beim Thema Liebe und schwedisch klingendem Black Metal bin, komme ich an diesem Album nicht vorbei. Obwohl das schon vglw alt ist, habe ich es nicht in meiner Hochzeit des Schwedenworshippings kennengelernt, sondern erst kurz nach C. quasi durch zwei Zufälle. Irgendwann zu der Zeit ist mir das Tape mal bei einer Bestellung von Sol/Deviant/Eternity Records beigelegt worden und zunächst in meinem Schrank verstaubt, bis ich es irgendwann doch mal probehalber eingelegt habe und dann nach und nach immer mal wieder angehört und mehr und mehr subtilen Gefallen daran gefunden habe. Der entscheidende Schubs kam aber, als mir das über zwei Jahre später im Zuge einer weiteren Bestellung nochmal zugeschickt wurde. In dem Zuge hat es sich dann auch gleich viel besser entfaltet - was sicher auch daran gelegen haben könnte, dass es sich zu der Zeit klanglich/logisch in eine Riege sehr toller Alben in meinem Bestand eingefügt hat -, hat nach und nach Haken gesetzt und, während andere Alben aufgrund von Heavy Rotation schon etwas Luft abgelassen haben, bisher noch nicht verloren. Die Musik ist ähnlich wie die beiden vorgenannten Alben nicht übermäßig innovativ, aber oft genug reichen ja auch einfach einnehmende Gitarrenlinien und mitreißende Rhythmen. Auf einem Fundament, was über weite Strecken ordentlich (nordvis-) schwedisch klingt, aber immer auch mal in Richtung Polen (Odraza) oder Tschechien (Kult Ofenzivy) guckt, werden die Lyrics in ca. 5 verschiedenen Sprachen von einem röchelndkrächzenden Alleininstrumentalisten über Drumcomputer dargeboten. Dazu passt es, dass Leute von WTZ und den Tschechen Triumph,Genus bei einigen Titeln mitwirken.
 
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Ultima - I: Katabasis
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https://ultimabm.bandcamp.com/album/i-katabasis

Noch einen Schwenk zu einem aktuellen Album, das grob zum oben aufgezogenen Sound passt. Ultima ist das neueste Projekt des Spaniers D.B., der u.a. bisher mit den großartigen Délirant (und einigen weiteren wie Hässlig und Negativa, die ich allerdings nicht kenne) musiziert hat. Während man bei erstgenannten sehr isländisch klingt, ist der Sound hier entgegen dem orthodoxen Titel sehr verwaschen und die Musik trotz Blastbeats etwas höhepunktarm-schleppend, was ggf. eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt. Dann entfaltet das Album aber wunderbare hypnotische Sphären, welche durch das enge Tonspektrum auf den Gitarren und den aus einer entfernten nebligen Höhle röchelnden Sänger passend unterstützt wird. Mir kommt beim Hören die ein oder andere Reminiszenz zu tlw. steinalten Alben aus dem Hause Sol oder Caligari in den gleichförmig blastenden Passagen oder altem DSBM wie Krohm, Dunkelheit oder Marblebog in den pendelnden Riffs in den Sinn, und damit bietet das Album für mich einen veritablen Anknüpfungspunkt.

Da das Cover übrigens ziemlich gut ist, hier nochmal eine Großversion:
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gnaargh. Gestern Abend eine Lieferung aufgemacht, unter anderem die neuen Mayhem, Afsky und Vreid, alle mit recht großer Spannung erwartet, aber aus Zeitmangel notgedrungen aufgeschoben. Ein müder Blick hier rein, gleich vier vielversprechend beschriebene Scheiben, von denen ich keine näher kenne.
Lifvsleda haben mich direkt überzeugt, sowas spricht mich gerade schnell an. Stört mich gar nicht, dass das im Grunde eine alte Rezeptur ist, solange es gut gekocht ist. Und dann kam noch @G0ri mit einem unverschämt guten Tipp um die Ecke.
Schmerzlichen Dank also, Necrobutcher und Hellhammer müssen in dem Fall erstmal noch warten :top:
 
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Afskræmi - Purification Through Pure Demolition
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https://afskraemi.bandcamp.com/album/purification-through-pure-demolition

Der nächste Kandidat kommt nicht aus Schweden, sondern aus Island, was ja schonmal grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal ist. Hier handelt es sich um das letztes Jahr erschienene Demo eines Solisten namens Oddur, was mir allerdings dieses Jahr erst ins Auge gefallen ist. Vielen Dank an @Nox an der Stelle für die Erwähnung! Entgegen den üblichen isländischen Connections gibt es hier diesmal "nur" Verbindungen zu etwa 5 Bands, darunter Forsmán und Mannveira. Ehrlicherweise kenne ich die aber nicht ausreichend genug, um qualifizierte Soundquerverweise ziehen zu können, deswegen beschränke ich mich hier mal auf eine "neutrale" Beschreibung des Sounds. Dieser klingt primär gar nicht mal so isländisch, wie es die üblichen Verdächtigen tun - weder furios noch schwer walzend, sondern eher psychedelisch-modrig. Außerdem gibt es durch die tiefergelegten Höhlenvocals und die ebenso tiefergestimmte Rhythmusgitarre eine veritable Death-Metal-Schlagseite. Über einem Fundament aus Blastbeats bis schwelgerischem Midtempo breitet sich auf dem Album insbesondere von Seiten der flirrenden Leadgitarre aus ein wunderbarer Schleier aus nicht enden wollenden schönschiefen bis psychedelisch mäandernden Melodiebögen aus, der sich durchgängig durch die gesamten drei Songs des Demos zieht und damit eine gewisse hypnotische Wirkung nicht verfehlt. Dennoch bietet das Album auch auf Basis dieses einheitlichen Sounds genügend subtile Tempo- und Motivwechsel, sodass es nicht nur Ein-Riff-Songs sind. Diese Mixtur hat mich sofort begeistert und wird hier wohl noch einige ertragreiche Runden drehen!
 
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Sjálfsmorð af Gáleysi - Absolute Monarchy
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https://sjalfsmordafgaleysi.bandcamp.com/music

Wir bleiben bei isländischen Soloprojekten, aber begeben uns wieder knietief in den Dissonanzmorast. Da kommen einem zwgsl. Namen wie Wormlust und Skáphe in den Sinn, auch wenn ich zugeben muss, dass ich die nie eingehender gehört habe (sollte ich vielleicht mal ändern). Deswegen kann ich nicht sagen, ob diese musikalisch mit dem vorliegenden Werk vergleichbar sind. Beginnen tut es bereits mit einem bedrohlich walzenden Riff, das klingt, als würde es einmal durch ein Kirchenschiff oder eine große Tropfsteinhöhle ballern. Echt ein mörderischer Sound, ohne zu modern zu knallen, vmtl auch, weil die Höhen in einem bestimmten Spektrum ziemlich nach oben gedreht worden sind (ist das ein Drumcomputer?). Danach setzen auch wieder Cavernous Death Metal-Röchelvocals, -Blasts und -Riffs ein, die mit einer latenten Dissonanz und Hektik durch die Botanik taumeln und dem Hörer keinen Blick über die Schulter erlauben. Es gibt ein paar schnellere Passagen, aber über die weitesten Strecken wird hier bedrohliches Midtempo aufrechterhalten. Die Dissonanzen werden langsam immer hirnfräsender, schaffen es aber, nur auf die Stimmung zu schlagen und nie den Punkt zu überschreiten, an dem das Album den Grat von interessant zu überfordernd überschreitet - dennoch ist das Anstrengungslevel schon grundsätzlich eher hoch und verlangt einem über die Albendistanz einiges ab. Zwischendurch und untendrunter wird die Unbehaglichkeit durch subtile Synths oder Effekte im Hintergrund ordentlich verstärkt, die mal einen spacigen Unterton reinbringen und ein andern mal gar in Form eines "Orchesters" viel Raum einnehmen. Trotzdem gibt es zur Auflockerung, wenn man das so nennen will, auch hin und wieder mal so etwas wie schmissige oder melodiöse Passagen, alles natürlich nur sehr relativ gesehen. Es stellt sich tatsächlich gerade als enorm schwierig dar, das sich bietende abgründige Chaos in Worte zu fassen, deswegen belasse ich es hier bei einer Reinhörempfehlung für alle, die mit @bloodred-Musik was anfangen können. ;) Auch und insbesondere die etwas hektisch-elektronischeren Vorgänger Astral Abstractions sind zu empfehlen und wer es richtig wissen will, haut sich den 75-Minüter The Ruins of Eden rein.
 
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Bræ - Av Vålnader Bortom
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https://brae-bm.bandcamp.com/music

Als abschließender Dritter im Schwedenbunde nochmal eine kurze (oder vielleicht auch längere) Huldigung an folgendes Kleinod. Für die obenstehende Veröffentlichung haben sich die beiden Rogga Johanssons des Black Metal in Belgien und Schweden, Déhà und Swartadauþuz zusammengetan. Das kann entweder gut gehen, weil beides großartige Köpfe oder auch weniger gut, weil sich der Hang der beiden zu gleichförmigen Riffs und Überlänge bei einer Kollaboration potenziert. Je nach Geduldslevel der aktuellen Stimmung offenbart das Album auch die ein oder andere Länge, da insb. im Titel 2 als Grundzutat ein und dasselbe roh und lofi produzierte schleppende DSBM-Riff in nur eng wechselnder Tonhöhe über einen Großteil der zwanzigminütigen Spielzeit hinweg ausgedehnt wird. Der erste Titel ist etwas dynamischer und enthält den ein oder anderen Tempowechsel von Blastbeat bis schwelgerische Rifflandschaften, auch wenn der verwaschene Sound natürlich alles normalisiert. Gerade dadurch ergibt sich aber, wie ich finde, eine schöne Psychedelität, die den großen Reiz der Scheibe ausmacht. Passend dazu gibt es ab der zweiten Hälfte von Titel 1 einen bis in Titel 2 reichenden ausgiebigen Non-Metal Part, beginnend mit wunderbar leierndem Ambient, in den sich nach und nach Akustikgitarrenklimpereien einflechten, die kurz von leidenden Schreien und einem gemächlichen Gitarrenriff untermalt werden, aber im Wesentlichen allein durch die etwa 15 Minuten der Sequenz tänzeln können.
 
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