The Lord Weird Slough Feg

Dieses Thema im Forum "IRON FISTS - Heavy Metal & Doom Metal" wurde erstellt von feanor, 17. Juli 2017.

  1. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Das ist eh eine obskure Sache, denn das Booklet sagt nicht viel über die Bonustracks aus. Meiner Recherche nach dürften es die Demostücke der Jahre 1992 und 1993 sein, die es nicht auf das Album geschafft haben. Ob es die identischen Versionen sind, weiß ich nicht, da ich die originalen Demos nicht habe, aber ich gehe einfach mal davon aus. Im Sound sind die Bonustracks ein klein wenig dumpfer als der reguläre Albumstoff, aber sehr gut anhörbar.

    9 - Intro (instrumental)
    1993er-Demo. Ganz kurzes folkiges Intro, nicht mehr nicht weniger.

    10 - The Mask
    1993er-Demo. Sehr cooles Stück. Sehr folkige Leadmelodien, entsprechender Duktus, doomige Passagen mit cooler Leadgitarre.

    11 - High Season I
    1993er-Demo. Etwas weniger folkig, doomiger und dunkler als die Teile III und IV vom Album. Wirklich sehr doomig. Zäh aber schön.

    12 - High Season II
    1993er-Demo. Hier nimmt die Story dann etwas mehr Fahrt auf, getragenes Marschtempo, etwas mehr Dramatik und Dynamik. Sehr schönes Solo, coole Gesangsdarbietung.

    13 - The Red Branch (Demoversion)
    1993er-Demo. Demoversion des regulären Albumsongs. Frühe Version eines der absoluten Bandstandards. Nicht zwingend aber schon schön, sie so mal gehört zu haben.

    14 - The Room
    Vom 1992er-Demo. Ein dunkler, harter, leidenschaftlicher, etwas chaotisch strukturierter Song.

    15 - Headhunter
    Vom 1992er-Demo. Etwas unspektakulärer, härterer aber dennoch sehr typischer SF-Song. Ich hab irgendwie das Gefühl, dass daraus ein anderer Song geworden ist, aber ich kann's nicht festmachen. EDIT: Doch, natürlich kann ich es festmachen... der Song ist inzwischen - selbstverständlich neu eingespielt - zum Opener des aktuellen Albums "The New Organon" geworden. 27 Jahre später. Auch nicht schlecht.


    Fazit:
    Die Bonustracks sind eine Bereicherung, vor allem die Titel 10, 11 und 12 finde ich sehr cool. Alle vier Teile von "High Season" auf einer CD zu haben, ist schon eine feine Sache. Aber sie sind nun nicht so essentiell, dass man sich als unvollständiger Slough-Feg-Fan fühlen müssten, wenn man sie nicht hat und dafür 50 Euro ausgeben, muss man m.E. auch nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juni 2019
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  2. Pavlos

    Pavlos Till Deaf Do Us Part

    Ansichtssache.
     
  3. tobi flintstone

    tobi flintstone Till Deaf Do Us Part

    Vielen Dank für deine Einschätzung!
     
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  4. tobi flintstone

    tobi flintstone Till Deaf Do Us Part

    Verdammt, je länger ich über deine Beschreibungen nachdenke desto mehr Lust habe ich auf die Stücke!
     
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  5. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Das ist das Risiko, welches man eingeht, wenn man solche Fragen stellt...
    ;)

    ... und dabei habe ich gar nicht mal zu sehr gehypt.
     
    Hades und tobi flintstone gefällt das.
  6. Dogro

    Dogro Till Deaf Do Us Part

    Stimmt. Du warst sehr zurückhaltend. Lief bei mir eben und 6 Zehen und 4 Finger haben gewhippt. Kann so schlecht nicht sein.
     
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  7. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Und spätestens nach diesem dramatischem Anflug SMM'scher Euphorie (Nordic Edition), fällt es @tobi flintstone noch schwerer, an sich zu halten.
     
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  8. Dogro

    Dogro Till Deaf Do Us Part

    Ich hatte gerade einen Salzstreuer parat.
     
  9. Gordon Shumway

    Gordon Shumway Till Deaf Do Us Part

    Kannste haben. Wenn wie zwei demnächst wieder zusammen auf Tour gehen, kommt die Miskatonic-Version einfach mit.
     
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  10. tobi flintstone

    tobi flintstone Till Deaf Do Us Part

    Zauberhaft! :-*

    Ich freue mich auf den England Trip!
    Spielt dein Radio eigentlich "nur" CDs oder auch MP3 Dateien vom USB-Stick?
     
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  11. Gordon Shumway

    Gordon Shumway Till Deaf Do Us Part

    Hinreißend!
     
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  12. The Aftermath

    The Aftermath Deaf Dealer

    Danke für die Kommentare! Ich fange bereits an, das Album ein wenig mehr zu mögen. Der Post war natürlich bewusst zugespitzt formuliert. Sowohl "Digital Resistance" als auch "New Organon" sind sehr starke Alben. Wenn sie bei mir abfallen, dann nur innerhalb der SLOUGH FEG-Diskografie, mit anderen Bands wischen diese beiden Scheiben immer noch den Fußboden.

    Zur BROCAS HELM-Diskussion: Das stimmt natürlich, der Einfluss ist unbestreitbar. Wobei BROCAS HELM zumindest auf ihren ersten beiden Alben in Sachen Produktion um einiges unzugänglicher sind. Es ist natürlich klar, dass SLOUGH FEG nie "massenkompatibel" waren, aber dennoch finde ich, dass man ihnen Unrecht tut, wenn man sie in die ganz obskure Ecke steckt. Viele ihrer Songs enthalten Passagen auf MAIDEN-Niveau, währen der "Kauz"-Begriff oft mit rumpeligen Einmann-Schafzimmer-Projekten verbunden wird. Klar waren SLOUGH FEG immer wild, unangepasst, exzentrisch, aber eben auf extrem hohen (spielerischen) Niveau, was sie von vielen anderen "kauzigen" Bands abhebt.
     
  13. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Ich hab den Kauzbegriff jetzt nie mit defizitären musikalischen Fähigkeiten in Verbindung gebracht. Eine etwas rudimentäre Produktion geht oft damit einher, dass mangels Massenkompatibilität für solche Bands halt keine Produktionskostenvorschussschatulle geöffnet oder nur schwer überhaupt ein Label gefunden wurde, aber wenn ich an Referenz-"Käuze" wie Brocas Helm, Manilla Road und Cirith Ungol denke, dann habe ich niemals den Eindruck gehabt, dass wir es hier mit musikalisch-spielerisch limitierten Künstlern zu tun hätten. Ganz im Gegenteil. Allein die Leadgitarrenarbeit von Leuten wie Shelton oder Fogle war doch traumhaft, wenn auch eigenwillig; oder der Bass von Schumacher.

    Wo du indes Recht hast: Heutige Bands, die als Kauzbands "vermarktet" werden, sind oftmals (nicht immer) im Wesentlichen nur schräg, ohne aufblitzende Genialität.
     
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  14. tobi flintstone

    tobi flintstone Till Deaf Do Us Part

    Das möchte ich unterschreiben!
     
  15. The Aftermath

    The Aftermath Deaf Dealer

    Genau darauf bezog ich mich, ich hätte das sprachlich klarer trennen sollen. Spielerisch sind alle die von dir angeführten Bands Weltklasse! Womit wieder der Bogen zu SLOUG FEG gespannt wäre. Und sowohl MANILLA ROAD und CIRITH UNGOL haben es ja geschafft, in den letzten Jahren ein größeres Publikum abseits des Undergrounds zu erreichen.
     
  16. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Da sind wir uns sehr einig, denke ich. Was ich einfach sagen wollte, ist, dass jemand, der in seinem Review von der Kauzigkeit der Band spricht, das nun nicht zwingend despektierlich meinen muss, und dass es auch nicht bei jedem so ankommt, der das Review liest. Das macht es nicht unbedingt richtig, den Begriff zur Beschreibung einer neuen Slough Feg schlagwortartig aus dem Zylinder zu ziehen, denn ich gebe dir absolut Recht in dem Punkt, dass Verschlagwortung und Worthülsen durchaus ein schlimmes Problem der Reviewkultur sind. Kein neues Problem, aber dadurch, dass heute viel mehr Leute reviewen als früher, fällt es natürlich dank der Wiederholungsrate der entsprechenden Floskeln entsprechend noch mehr auf. Wenn dir ein Review nichts verrät, was du nicht vorher hättest wissen können, dass drin stehen würde, dann ist der Nutzen des Reviews halt recht überschaubar.

    Letztlich ist der Begriff der "Kauzigkeit" dabei, in der Reviewkultur einen Bedeutungswandel durchzumachen. Früher war er einfach ein Begriff dafür, dass man etwas besonders Ungewöhnliches, Verschrobenes, Eigenwilliges und Geheimnisvolles beschreiben wollte, was irgendwo zwischen Unverständnis und Bewunderung lag, wofür es aber keine besseren Begriffe gab. Heute hast du oft den Begriff der Kauzigkeit in Zusammenhängen, wo dem Rezensenten ebenfalls die Worte fehlen, aber nicht, weil etwas auf bizarre Weise anders und kreativ ist, sondern weil etwas vage so ähnlich klingt, wie irgend eine alte (gute) Kauzband, aber deren Kauzigkeit noch auf unfreiwilliger Basis übertrifft, indem sie Kreativitäten entdeckt, wo solche besser nicht entdeckt worden wären (z.B. beim Timing, beim Tuning, beim Takthalten und dergleichen mehr).

    Langer Rede kurzer Sinn: Ja, wenn die Kauzigkeit nicht näher definiert sondern nur verschlagwortet wird, dann gereicht es einer großartigen Band wie Slough Feg nur bedingt zur Ehre, wenn ein Review so aussieht, wie du es in der Einleitung zu deinem Review angerissen hast.
     
  17. Fallen Idol 666

    Fallen Idol 666 Till Deaf Do Us Part

    und Seven Minutes Of Nausea-Singles erst:D
     
  18. Dogro

    Dogro Till Deaf Do Us Part

    Ich finde ja Singles sperrig, weil ich sie andauernd wenden muss.
     
  19. Fallen Idol 666

    Fallen Idol 666 Till Deaf Do Us Part

    musst da gar nicht, spielte bei 7MON eh keine Rolle, ob die "Songs" oder die Auslaufrille in endlos läuft.
     
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  20. Iron Ulf

    Iron Ulf Moderator Roadcrew

    Astreiner Beitrag, @The Sleeping Tyrant, den ich inhaltlich zwar nachvollziehen kann, in der Wertung des neuen Albums jedoch nicht teile. Wahrscheinlich ist es einfach so, dass mich dieser gewisse leicht verschrobene, dabei durch und durch intime, stets menschelnde und berückend seelenvolle Stil dieser Band einfach so sehr berührt, dass die schon ziemlich danebenhauen müssten, um mich zu enttäuschen. Tatsächlich wäre ich in einem Metal-Mikrokosmos glücklich, der nur aus Slough Feg und den Hammers of Misfortune bestünde.

    Vorschusslorbeeren hin, Fanboytum her - vielen Dank für deinen sehr lesenswerten und zum Nachdenken anregenden Beitrag...!
     
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