Tom Waits

Dieses Thema im Forum "NO CLASS - Alternative & Indie" wurde erstellt von Black_Veil, 18. Februar 2021.

  1. Black_Veil

    Black_Veil Till Deaf Do Us Part

    Einer der wohl ungewöhnlichsten Musiker in der Landschaft der unendlich musikalischen Möglichkeiten. Was viele in die Schrottpresse werfen würden, baut sich Waits daraus seine Instrumente. Bei seinen Gesang hat man das Gefühl er sei betrunken, doch in Wahrheit so ein Song von Waits, besoffen sei nur sein Piano („The piano ha been drinking“).
    Bei der Musik von Tom Waits sehe ich immer verrauchte Hafenkneipen, verlotterte Zirkusse, baufällige Theater und Einsamkeit vor mir. Trotzdem haben Songs und Musik etwas Tröstliches. Bei aller Düsternis bei einigen Liedern fühlt man sich gleich irgendwie zuhause.
    Waits hat sich Zeit seines Lebens der Öffentlichkeit recht verweigert. Kaum Interviews, selten Konzerte, was die neuere Zeit angeht und eine abgeschottete Lebensweise.
    Die Liste derer die von Tom Waits inspiriert und beeinflusst wurden ist lang. Zumal diese einen höheren Status inne haben als er. Aber Ruhm und Status waren Waits eh herzlich egal.
    Ein Zitat von James Hetfield über Waits fällt mir gerade ein was ziemlich passt:

    „Wer braucht Alkohol und Drogen, wenn er Tom Waits haben kann“.

    Seine Musik:

    https://www.youtube.com/results?search_query=Tom+Waits

    Seine sehr empfehlenswerte Biographie (von Waits abgesegnet):

    https://www.amazon.de/Tom-Waits-Ein...d=1613663856&sprefix=Tom+Waits,aps,202&sr=8-6
     
  2. Major Ziggy

    Major Ziggy Till Deaf Do Us Part

    Danke @Black_Veil für die Eröffnung dieses Threads.

    Tom Waits ist in meinen Augen einer der ganz großen Musiker. Ein Künstler, der nie ein schlechtes Album veröffentlicht hat. Gut, "Foreign Affairs" fällt im Kontext seiner Diskographie etwas ab, aber sonst stand und steht er immer für ausgezeichnete musikalische und lyrische Kost. Letzteres muss auch deutlich erwähnt werden, von großartiger Gossenlyrik, über surreale Geschichten, die ein Bukowski oder Burroughs auch nicht besser zu Stande gebrächt hätte, bis hin zu sarkastischer Gesellschafts-/Menschheitskritik (siehe v.a. "Bone Machine") hat er alles zu bieten. Auch sind die Filme, in denen er mitwirkte, zu empfehlen: "The Cotton Club", "Down By Law", "Coffee and Cigarettes" oder "7 Psychos". Seine Interviews waren meistens auch großartig, entweder war er wirklich besoffen oder spielte diese Rolle perfekt (was hier nun stimmt, ist fraglich), bis Ende der 80er immer mit Kippe bzw etlichen Glimmstängeln und dieser ironisch bis gar zynischen Distanzhaltung. In einer australischen Talkshow antwortete er dem Host auf die Frage, warum er denn eine Flasche Whiskey zu seinen Füßen stehen habe: "I rather have a bottle in front of me, than a frontal lobotomy." Für die Ewigkeit.

    Und noch ein paar Alben, die ich sehr gerne höre bzw die wohl am meisten im CD-Spieler landen:
    The Heart of Saturday Night
    Closing Time
    Blue Valentine
    Heartattack and Vine
    Swordfishtrombone
    Rain Dogs
    Frank's Wild Years
    Bone Machine
    Blood Money
    Bad As Me

    Selbstredend sind die restlichen Alben gleichermaßen zu empfehlen, wenngleich "The Black Rider" ob seines Hintergunds als Musik zwecks eines Theaterstücks zu verstehen ist. Gleiches gilt zwar auch für "Alice" und "Blood Money", wobei ich finde, dass dies hier nicht so auffällt.
     
  3. Black_Veil

    Black_Veil Till Deaf Do Us Part

    Mein Einstieg war das Debut "Closing Time".
    Komischerweise machte ich dann einen großen
    Sprung nach 2002 zu "Alice" und "Blood Money".
    Da war es bei mir komplett aus. Ich besorgte mir dann
    "Swordfishtrombones", "Blue Valentine", "Rain Dogs",
    "Mule Variations"... .
    Das sind die Alben die wieder oft hier laufen. Die 3-CD
    Compilation "Orphans - Brawlers, Bawlers & Bastards" ist auch super,
    deren Songs sicherlich auch Tom Waits Kenner überraschen.
     
  4. Long Distance Runner

    Long Distance Runner Deaf Dealer

    Tom Waits!

    Mule Variations!!!

    (Demnächst vielleicht mehr dazu:) )
     
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  5. Buddy Graves

    Buddy Graves Till Deaf Do Us Part

    TOM WAITS IST GOTT !!!


    Bin ein "Späteinsteiger", dh ich habe den Meister zum Release von "Alice"/ "Blood Money" entdeckt und dann kam die restliche Albumdiscographie flott ins Haus. Nur die 3 Soundtrack-Scheiben fehlen noch.
    Favoriten...puuuh....schwer....
     
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  6. Nägelchen

    Nägelchen Deaf Dealer

    Ganz großartiger Kerl!
    Auch seine Frau, Kathleen Brennan, hat einigen Anteil an seinem musikalischen Schaffen (und Überleben; ziemlich lange trank nämlich nicht nur sein Piano...), half ihm nach bereits sehr guten, jazzigen Anfängen auf seinen langaltenden Zenith, bzw. ein hochkarätiges Plateau, zu gelangen.
     
  7. Oberst Wilhelm Klink

    Oberst Wilhelm Klink Till Deaf Do Us Part

    Ich sollte mich vielleicht doch mal näher mit „Bone machine“ befassen. Ich habe mir das Album vor längerem mal aus Neugierde für eine schmale Mark gekauft, bin aber wegen der Sperrigkeit nicht richtig warm damit geworden. Vielleicht klappt es ja nochmal. Sonst kenne ich nichts von Tom Waits.
     
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  8. Black_Veil

    Black_Veil Till Deaf Do Us Part

    Unbedingt mit befassen.
    Das ist ja das Tolle bei Waits, das eigentlich alle Alben gerade die jüngeren,
    mit dem Hören wachsen. Es sind Scheiben, die einem ein gutes Stück
    abverlangen. Erst neulich bei mir: die vorletzte Scheibe "Real Gone"
    sackte bei mir neulich durch, obwohl ich die Platte schon lange im Regal habe.
    Ich mag sowas. Ein Album im Regal zu haben, neun mal gehört, nicht
    funktioniert, aber Monate später wieder aufgelegt und dann macht es "klick".
    Das ist Waits.
     
  9. ragespreader

    ragespreader Till Deaf Do Us Part

    hab heute die orphans durchgehört. n Spaziergang ist das nicht
     
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  10. Nägelchen

    Nägelchen Deaf Dealer

    Bone Machine ist eines der sperrigeren, oder zumindest rumpeligeren, roheren Werke von ihm; krasser ist bloß noch The Black Rider; aber wenn sich einem Bone Machine erst einmal erschlossen hat, kann man mit Real Gone direkt weitermachen, ohne noch viel "Schönhören" investieren zu müssen, obschon dieses Ding ebenfalls einige Rumpler enthält, dafür aber auch sehr schöne Rhythmen. Wer den heftigeren Waits mag, wird auch auf Bad As Me teilweise noch fündig, insbesondere bei Hell Broke Luce (was einigen Marvel-Fans, auch ohne Waits namentlich zu kennen, aus der Punisher-Netflix-Serie bekannt sein mag).

    Ansonsten würde ich zum Einstieg aber in der Regel Mule Variations empfehlen, da dieses Album tatsächlich den Waits in so ziemlich allen Varianten seiner Kunst widerspiegelt, also stilistisch sehr abwechslungsreich ist; das reicht dort von Balladen über Spoken Word, Geschichten erzählende Songs, die tradioneller wirken, und dreckigen Rhythm 'n Blues bis eben hin auch zum ein oder anderen Stampfer oder Heuler.

    Mich hat Bone Machine zwar auch ziemlich schnell gepackt, aber ich verstehe auch gut, dass das nicht allen so geht, und auch, wenn jemand die so gar nicht mag. So richtig eingängig sind darauf eigentlich nur 'Who Are You This Time' und vor allem 'A Little Rain', das noch am ehesten an den frühen Waits erinnert. Songs, die auf nahezu jedes Album von ihm passen würden, sind indes 'Black Wings', 'Whistle Down the Wind' und auf die Alben ab Mule Variations auch noch 'Murder in the Red Barn'. Ungewohnt rockaffin kommt 'I Don' t Wanna Grow Up' daher, das folgerichtig dann auch von den Ramones gecovert wurde.

    Wer im Gegenteil lieber einen sauber singenden Waits mit einfacheren (nichtsdestotrotz sehr schönen) Songs hören mag, greift am besten zu Closing Time oder The Heart of Saturday Night.

    Die übrigen Alben liegen jeweils irgendwo dazwischen.
     
  11. KoblenzCalling

    KoblenzCalling Dawn Of The Deaf

    dabei fällt mir ein, das ich das Big Time Livekonzert lang nicht mehr gesehen habe
     
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