51. VAN DER GRAAF GENERATOR - Still Life (1976)
VAN DER GRAAF GENERATOR bieten Prog Rock, der häufig ohne (dominante) E-Gitarre auskommt (dafür gibt‘s neben Bass, Gesang und Schlagzeug viel Orgel und Saxophon, gelegentlich auch Mellotron und Flöte, die Gitarre ist - wo vorhanden - sehr zurückhaltend) und dabei dennoch häufig ziemlich düster und „heavy“ klingt.
Schon
„Pilgrims“ verströmt eine gewisse Melancholie, im ersten Part des Titelsongs (der im Finale noch einmal wiederkehrt) wird diese noch eindringlicher und dramatischer, eines der für mich ergreifendsten Stücke des Prog Rocks, dessen Stimmung perfekt den existenzialistischen Text transportiert. Ich kann diesen Song nicht ohne Gänsehaut und Tränen in den Augen hören!
Das fast 10-minütige
„La Rossa“ klingt dann etwas expressiver und weniger hoffnungslos.
„My Room (Waiting For Wonderland)“ danach ist etwas unauffälliger und zurückhaltender, aber schön atmosphärisch.
im über 12-minütigen
„Childlike Faith In Childhood‘s End“ geht es dann wieder sehr viel expressiver und teils dramatischer zu, vor allem der teils jazzige, instrumentale Mittelteil, sowie das Finale wissen zu begeistern!
Dennoch packt mich die B-Seite insgesamt nicht ganz so sehr, wie die A-Seite, sonst hätte ich
„Still Life“ noch eine ganze Ecke höher positioniert.
Ein außergewöhnliches Stück Musik ist dieses Album aber allemal!
Hier gibt's den Titelsong:
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50. KANSAS - Song For America (1975)
Für nicht wenige ist ja neben dem Debüt
"Leftoverture" oder
"Point Of Know Return" das beste Album der Band, aber für mich geht einfach nichts über die ersten drei Alben!
Ich bin mir nie so ganz sicher, ob ich nun das Debüt oder dieses, das zweite Album, vorziehe, aber für so eine Liste muss man sich ja entscheiden. Hab trotzdem ein wenig Abstand zwischen den Alben gewählt, um die Liste bandmäßig mehr zu durchmischen.
Hier gibt es nur 6 Stücke, weniger sind auf keinem Album der Band, dabei ist es nicht einmal das kürzeste ihrer Diskografie (von den Alben bis Mitte der 80er sogar das längste)! Entsprechend haben wir ganze drei ziemlich komplexe Longtracks, von denen zwei sogar jeweils um die 13 Minuten gehen. Eigentlich ist es auch schon egal, welchen davon man besonders hervorhebt, sie sind alle grandios, egal ob sie nun auf den Titel
"Song For America", "Lamplight Symphony" oder
"Incomundro - Hymn For Atman" hören. Einen interessanten, mitreißenden Aufbau, viel Abwechslung und jede Menge Gänshautmelodien haben sie alle!
Auch erwähnenswert finde ich, dass das kürzere
"The Devil Game" ohne die Orgel schon sehr nach Proto-Metal klingen würde.
Die insgesamt etwas größeren "Hits" hat wohl das Debüt, aber mehr Prog als auf diesem Album war die Band meiner Meinung nach nie! Meisterwerk!
Mehr Worte will ich dann auch gar nicht darüber verlieren, die meisten von euch kennen es eh, ansonsten hier reinhören:
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49. BETWEEN THE BURIED AND ME - Automata I + II (2018)
Kommen wir endlich zu meiner Lieblingsband der "neueren" Prog-Riege (immerhin existiert die Band auch schon knapp 25 Jahre).
Hierbei handelt es sich "eigentlich" um zwei EPs, die in einem Jahr veröffentlicht wurden, allerdings ursprünglich tatsächlich als ein Album geplant waren und aus einer einzigen Aufnahmesession stammen. Auf Vinyl gab es dann auch verschiedene Doppel-LPs mit beiden Teilen.
Die Band vermischt alle möglichen Stile, während das Debüt von 2002 noch recht viel Metalcore/Deathcore enthielt (wenn auch recht unvorhersehbar und mit Death Metal, Melodic Death und vielleicht noch ein klein wenig Grindcore angereichert), wurde die Band während der folgenden 6 Alben immer progressiver, wobei der direkte Vorgänger,
"Coma Ecliptic" wohl den größten Anteil sowohl an “typischem” Prog Metal, als auch an klassischen Prog-Rock-Elementen enthielt.
Auf "Automata" geht es nun wieder etwas wilder zu, mit wieder erhöhtem Death-Metal-Anteil, ohne dabei aber Melodien (auch im Gesang) und ruhigere Momente zu vernachlässigen. Und extrem komplex ist das ganze dabei, mit ständigen Rhyhtmus- und gelegentlichen, unerwarteten Stil-Wechseln.
Wobei
"Part I" für Band-Verhältnisse stilistisch relativ einheitlich wirkt. Von gelegentlichen elektronischen Spielereien abgesehen, könnte man hier die meiste Zeit von einer Mischung aus Prog Metal und Progressive Death reden, dargeboten von absolut virtuosen Musikern.
Das letzte Stück auf
"Part I" hört auf den Namen
"Blot" und ist auf dem Teil wohl das abgedrehteste. Nach kurzem Intro folgt eine ziemlich lange und völlig verrückte Tonfolge, (die später noch mal wiederholt wird), die man sich auch erstmal ausdenken muss (übrigens auch noch unisono von Gitarre und Keyboard gespielt), danach wird der Song immer wieder beschleunigt und abgebremst, melodischer Gesang und Growls wechseln sich ab, orientalisch anmutende Klänge finden genauso selbstverständlich statt wie ruhige, atmosphärische Momente und gelegentliche Blastbeats. Dabei ist die Komposition immer im Fluss, nichts wirkt bruchstückhaft oder aufgesetzt (zumindest für mich nicht).
Das über 13-minütige erste Stück von
"Part II" ist dann z.T. fast schon klassischer Prog Metal in Dream Theater-manier, ohne deren mittlerweile große Vorhersehbarkeit allerdings, dafür gibt's dann doch zu viele völlig unerwartetee Wendungen, mal mit Blastbeats, mal mit Orgel oder Banjo (zumindest klingt da etwas für mich sehr nach letzterem)! In dem ganzen scheinbaren Chaos gibt es immer wieder auch schöne Melodien.
Richtig abgefahren wird's dann aber danach mit
"Glide", dass mit Akkordeon, Klavier, Orgel, Percussion und Gesang teils wie ein surrealer Filmsoundtrack wirkt und perfekt zum folgenden, teils jazzigen
"Voice Of Trespass" überleitet, dass tatsächlich erstmal mit einem Swing-Rhythmus und Bläsern überrascht! Ziemlich cool groovende Mischung mit den Growls und ausreichend Härte. Ab ca. 3:48 wird's dann völlig verrückt: ein kurzes Marimba- oder Xylophon-Solo leitet über in einen komplexen, hektischen Extrem-Metal-Part, im Finale wird's dann auch noch richtig episch (inklusive Tubular-Bells), Hammer!
Auch das abschließende
"The Grid" ist großartig, wie alles auf
"Automata"!
Hier mal
"Glide" und
"Voice Of Trespass":
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