Tyrant - Swabian Steel

Ich habe nur die ersten zwei Lps. Darf ich hier trotzdem schreiben?
Klar. Warum auch nicht...


Da hier kurz Vampyr genannt wurden. Hat mal jemand die Lp deren Vorgänger Band Thunder gesehen?
Nein. Leider nicht. Hieß nicht die Band "Destroyer" und das Album "Thunder"? Das Cover verhält sich dazu nicht eindeutig, aber Metal Archives sagt, dass es so richtig sei. Ich schau mal, was sich da rausfinden lässt... Die Leute treiben sich hier in der Gegend ja noch recht regelmäßig herum und sind ansprechbar. Originale werden sich kaum auftreiben lassen... aber heute wird ja nahezu alles neu aufgelegt, warum also nicht. Sänger Wolfgang sieht man regelmäßig mit der BRANDON WOLFE BAND, und Gitarrist Ralf ist ja inzwischen wieder bei Tyrant.
 
Zuletzt bearbeitet:
War ein echter Abriss heute Abend in Biberach im Abdera mit SOULTRACE (feat. u.a. Stefan Fronk, Andy Susemihl, Jim Ramses) und REBEL GUNS als Support.

TYRANT wird seit der Reunion wirklich spürbar mit jedem Gig besser und wurde im Abdera nach allen Regeln der Kunst gefeiert.

Setlist:

Tyrant
Get Ready
Blood Suckin' Woman
Killer Cat
Wham Bam
Ruling the World
Metal Rules
Fight for Your Life
Killing the Peace We Fall
She Makes Me Hot (Hot)
Breakout
Grapes of Wrath
Devil's Eyes
Steamhammer
Free for All
Making Noise and Drinking Beer
Wanna Make Love
 
Nachdem ich im Thread zu unserem Festival bereits was dazu geschrieben habe, und ich nach den Erlebnissen der letzten zwei Wochen einfach zu diesem Thema auf Wolke 7 schwebe, kann ich auch hier im Forum nicht umhin, einen Thread zu Ulm's one and only Tyrant zu eröffnen. Zumal es einen solchen bislang nicht gibt. Jetzt gibt's ihn. Ob ihr wollt oder nicht.

Warum gibt es ihn? Nun, ich zitiere mich im Wesentlichen selbst von anderswo, falls jemand beiderorts zugegen sein sollte:

Der kleine Rüdiger war noch nicht ganz 13 Jahre alt, als 1988 der Metal in sein Leben trat. In dem Jahr kam die vierte und bislang letzte TYRANT-Scheibe "Ruling The World" heraus, und die Band ging im Anschluss, 1989, auf ihre letzte Tour. Ich habe weder das Album direkt mitbekommen, noch war ich alt genug, auf die Gigs zu gehen, doch ich hab hier in der Gegend die Tourplakate gesehen, mit der eisernen, mit Spikes bewehrten Faust und dem eindrucksvollen Logo. Der Basser war hier aus der Gemeinde, wohnte keine 100 Meter weg von meiner Schwester, die Band spielte unmittelbar in der Gegend, aber was wusste ich, was kommen sollte? Eben... nichts... eines dieser Tourplakate konnte ich mir unter den Nagel reißen... fragt nicht von wo... :)

Die 1989er-Tour war dann auch der Schwanengesang für Tyrant. Die Band verschwand, und vom letzten Line-up hörte man zumindest in musikalischen Dingen lange Zeit nimmer viel. Basser Chris trat in die väterlichen Fußstapfen und wurde Architekt, und sollte zumindest in metallischen Dingen erst mehr als zwanzig Jahre später wieder mit ex-Kollege Philip Zanella bei INFINITY'S CALL auftauchen; Sänger Kerrmit ward in der Szene erstmal nimmer gesehen, lediglich Drummer Marc Oppold blieb dem Metal halbwegs sichtbar und aktiv erhalten, unter anderem mit DEATH IN ACTION, STRINGFACE, STORMWITCH und später SKULL & CROSSBONES.

Als wir um 2019 herum beschlossen, einen Verein zu gründen und Festivals zu veranstalten, kam uns erst einmal die Corona-Krise dazwischen. Doch von Anfang an war es unser Wunsch, neben regionalen und überregionalen Newcomern, und einfach allen möglichen Bands, die wir toll finden, auch die alten Helden des schwäbischen Metals aus den 1980ern wieder auf die Turnhallen-Bühne in unserem Dorf zu bringen, wo sie in den Achtzigern auch schon gespielt haben. Für uns, für die Mucke, die uns seit 30-40 Jahren begleitet, aber nicht zuletzt auch für die Leute hier im Dorf, die so 5, 10, 15 Jahre älter sind als wir, und die uns damals inspiriert und beeinflusst haben, weil sie uns die alten Platten dieser Bands vorspielten, überspielten oder "vererbten". Die uns über all die Jahre vorgeschwärmt haben, wie toll das damals war, als TYRANT, STORMWITCH und all die anderen noch hier in der Turnhalle, oder im Nachbardorf gespielt haben. Es war uns von Anfang an auch ein Anliegen, solchen Leuten ein "Dass ich das nochmal erleben darf... hier im Dorf...!" abzuringen.

Und jetzt hat es 2024 endlich geklappt. Schon die ersten beiden Anläufe waren toll. Im ersten Jahr hatten wir als Headliner mit SKULL & CROSSBONES bereits ein sehr cooles STORMWITCH-Set, gespielt von ex-Mitgliedern, am Start; im zweiten Jahr mit Jutta Weinhold und VELVET VIPER eine veritable Unterground-Legende des alten Teutonenstahls, wenn auch eine norddeutsche und keine schwäbische. Und nun liegt die TYRANT-Headliner-Show eine Woche hinter uns, und wir haben fürs kommende Jahr STORMWITCH bestätigt. Das wollten wir... da sind wir...

Tyrant-Panorama-1-2000.jpg


Hier soll es aber um TYRANT gehen: Ich hab's im Thread zum Festival schon geschrieben, dass mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Leib ging, als ich am Ende des Headliner-Sets oben auf der Empore beim Videomann stand, und dort vorne die Band spielte, die ich seit Ende der Achtziger liebe, deren Songs ich auswendig kenne, und die für uns hier immer ein Mythos war. Wir hatten sie zuvor schon beim KIT und beim KIT-Rising gesehen (danke dafür @Oliver Weinsheimer, und bis zum kommenden Wochenende!), denn 2020 kam endlich, endlich die Reunion mit Originalsänger Kerrmit, Originalgitarrist Ralf Hollmer, der Rhythmusgruppe von 1989 (Chris Peterhänsel und Marc Oppold) und dem neuen zweiten Gitarristen Ingo Autenrieth. Doch jetzt war's bei uns... in der Heimat der Band... und da war's dann so subjektiv wie automatisch für uns nochmal doppelt so gut, doppelt so schön. Schon auch weil's ein umfangreicherer Set als Headliner war.

Hier das Programm:

01) Tyrant *
02) Get Ready ***
03) Blood Sucking Woman *
04) Killer Cat *
05) WhamBam ^
06) Ruling The World ****
07) Metal Rules **
08) Fight For Your Life **
09) Killing The Peace We Fall ****
10) She Makes Me Hot ****
11) Breakout ***
12) Grapes Of Wrath *
13) Devil's Eyes ^
14) Steamhammer **
15) Free For All *
16) Making Noise And Drinking Beer *
17) Wanna Make Love *

* von "Mean Machine" (1984)
** von "Fight For Your Life" (1985)
*** von "Running Hot" (1987)
**** von "Ruling The World" (1989)
^ neue/unveröffentlichte Songs

Zu den einzelnen Alben schreibe ich ggf. später noch was, oder gerne auch jeder andere von Euch! Im Endeffekt soll dieser Eingangsbeitrag einfach ein wenig illustrieren, wie toll das für mich - für uns - war und ist, dass es uns gelungen ist, TYRANT als Headliner nach Steinberg zu holen, gut 35 Jahre nach dem letzten Gig in der Region, und dass es auch vom Feedback von allen Seiten Band(s), Zuschauer, Helfer, Gemeinde... so toll war, wie wir es uns erträumt hatten. Das zeigte sich dann nochmal gestern, als wir in Babenhausen waren, wo TYRANT einen weiteren Gig dranhängte. Eine Dreiviertelstunde auf einem Benefizkonzert für die Flutopfer vom Iller-Hochwasser vor einigen Monaten. Es waren tolle Wiedersehen mit der Band, der Crew, und den anderen Fans, die hier wie dort dabei waren. Da es öffentlich im Facebook-Profil steht, zitiere ich hier mal die Antwort der Band auf mein Lob zum gestrigen Gig:



Das ist einfach schön, wenn man das liest.

Doch auch hier nochmal was zur Musik, was ja im Forum eigentlich das Wichtigste sein sollte: Auf GAMA Records waren damals einige wunderbare alte Achtziger-Metal-Recken aus der Gegend (z.B. TYRANT, GRAVESTONE, STORMWITCH, NECRONOMICON, VAMPYR, VECTOM, VETO...), die aus meiner Warte den Zeitgenossen aus dem Ruhrpott oder aus Hamburg, die bei Steamhammer oder Noise ihren Deal hatten, qualitativ nicht nachstanden.Trotzdem haben es die dortigen Bands fast alle geschafft dauerhaft dran zu bleiben, während die meisten Südwest-Acts auf GAMA Records in den Neunzigern von der Bildfläche verschwanden (bis auf STORMWITCH). Lag's an der schwäbischen Mentalität ("Lern' ebbas Gscheits, Bua!"), lag's am Label und der Promotion, lag's doch am Geschmack der Fans...? Was weiß man schon.

tyrant-sammlung-600.jpg


So oder so, TYRANT ist - für die, die sie nicht kennen - ein wirklich tolles Beispiel für den harten, ungehobelten, aber trotzdem melodischen und mit starken Gitarren gesegneten Teutonenstahl zwischen (anfänglich) hartem Speed und (später) stampfendem Heavy Metal, der eine ähnliche Zielgruppe ansprechen dürfte wie die flotten Sachen mittlerer ACCEPT, oder früher U.D.O., GRAVE DIGGER, WARRANT und RUNNING WILD.

Free For All (1984) - https://www.youtube.com/watch?v=2pod_Rc5mOY
Grapes Of Wrath (1984) - https://www.youtube.com/watch?v=WFnUoPJdXcU
Jetzt erst über diesen sehr schönen Post gestolpert (da ich gerade die beiden Veto-Scheiben auf Repeat höre und schauen wollte, ob di eim Forum mal erwähnt wurden).
Und jetzt durch deinen Beitrag total Bock bekommen, auch die mir noch völlig unbekannten Tyrant anzutesten. :top:
Danke. :)
Edith: So unbekannt sind die mir gar nicht, stelle ich gerade beim Recherchieren fest. Ich hatte mal im Vorübergehen reingehört und die unter "Muss ich mich mal intensiver mit befassen" abgespeichert - und prompt wieder vergessen. Also danke für's Erinnern!
 
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