URIAH HEEP

  • Ersteller Ersteller tobi flintstone
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Ein Bekannter meinte zu mir, dass die Ken Hensley Solo Alben ziemlich gut sein sollen. Kann das jemand bestätigen? Da er ja damals bei Heep ne Menge Songs geschrieben hat, wäre das ja gar nicht so abwägig.

Ach so, mein Lieblingsalbum wäre wohl Look at Yourself (auch wenn July Morning ja so'n kleiner Child in Time Rip Off ist....).

Ich habe Hensley's "Eager To Please" und eine "Best Of" und auch wenn ich sie sehr selten höre gefallen mir die zwei Scheiben recht gut.
 
Bin noch etwas mit mir am ringen, ob ich dir 2-CD Remaster-Versionen brauche.
Habe wohl bei PledgeMusic die "Your Turn to Remember: The Definitive Anthology 1970 - 1990" und "...Very 'Eavy...Very 'Umble" Aktion untestützt und auch beide Platten gekauft, allerdings bin ich mir bei den anderen nicht sicher, ob ich die 2-CD Versionen wirklich brauche. Hat dazu jemand eine Meinung? Als 1-CD hab ich die ohnehin schon...
 
Also ich werde sie mir nicht noch einmal kaufen. Ich habe die Remasters und im Keller von meinem Vater noch das Vinyl. Muss reichen.
 
Ich bin zur Zeit auf dem totalen URIAH HEEP Trip und höre seit Wochen nichts anderes.

Früher habe ich vor allem das 70s Zeug, also mit Byron und Lawton am Gesang, gehört. Jetzt kaufe ich gerade die Sachen mit Shaw nach und dsnach dann das mit Sloman und Goalby.

Was haltet ihr von dieser Legende und den verschiedenen Phasen?

Ich hab diese Phasen alle paar Monate. Eine prägende Platte als kleiner Bub war ne Best of 70-75 mit den ganzen wahnsinnigen Hits drauf. Das ist und bleibt auch meine Lieblingsphase, auch wenn noch gute Alben folgten.

Sogar Free me hab ich verziehen. ☺
 
Ich hab heute mal die "Rocker Wochen" bei Saturn genutzt, mir die ersten zwei Uriah Heep-Scheiben als Deluxe-CDs von 2016 und die dritte als 2004er-Remaster zur Vinylentlastung zuzulegen (Kostenpunkt: ca. 6 Euro pro Stück), um damit mal endlich auch anzufangen, langsam aber sicher die Heep-CD-Sammlung zu komplettieren, nachdem ich bisher das Material bis 1991 nur auf LP habe.

Im Moment läuft das 1970er-Debütalbum "Very 'Eavy, Very 'Umble", und was soll ich sagen? Lange nicht gehört, doch das Ding ist ein echtes Monster von einem Album. David Byrons Gesang beschert dir eine Gänsehaut nach der anderen. Doch auch die Dynamik des Werkes ist eine Wucht. Von wundervoll zart bis - gerade für diese Zeit - unsagbar heavy, Bluesiges, Progressiv-Mystisches, Protometallisches. Mir ist nur das Stück 'Lucy Blues' etwas zu puristisch bluesig, aber sonst ist das ganz großes Breitwandkino, das sich keinen Millimeter weit hinter den nominell noch höher gehandelten Zeitgenossen von PURPLE, SABBATH und ZEPPELIN verstecken muss.

'Gypsy' ist eines der größten Hardrock-Epen aller Zeiten, und auch 'Walking In Your Shadow', das emotional ergreifende 'Come Away Melinda', das dunkle 'Dreammare' oder das jazzig-verfrickelte 'Wake Up (Set Your Sights)' sind unfassbar gut. Als Hörprobe für jene, die das Album nicht kennen möchte ich hier aber 'I'll Keep On Trying' verlinken, das für mich gesanglich und dramaturgisch echt alle Register zieht:

 
Ich hab heute mal die "Rocker Wochen" bei Saturn genutzt, mir die ersten zwei Uriah Heep-Scheiben als Deluxe-CDs von 2016 und die dritte als 2004er-Remaster zur Vinylentlastung zuzulegen (Kostenpunkt: ca. 6 Euro pro Stück), um damit mal endlich auch anzufangen, langsam aber sicher die Heep-CD-Sammlung zu komplettieren, nachdem ich bisher das Material bis 1991 nur auf LP habe.

Im Moment läuft das 1970er-Debütalbum "Very 'Eavy, Very 'Umble", und was soll ich sagen? Lange nicht gehört, doch das Ding ist ein echtes Monster von einem Album. David Byrons Gesang beschert dir eine Gänsehaut nach der anderen. Doch auch die Dynamik des Werkes ist eine Wucht. Von wundervoll zart bis - gerade für diese Zeit - unsagbar heavy, Bluesiges, Progressiv-Mystisches, Protometallisches. Mir ist nur das Stück 'Lucy Blues' etwas zu puristisch bluesig, aber sonst ist das ganz großes Breitwandkino, das sich keinen Millimeter weit hinter den nominell noch höher gehandelten Zeitgenossen von PURPLE, SABBATH und ZEPPELIN verstecken muss.

'Gypsy' ist eines der größten Hardrock-Epen aller Zeiten, und auch 'Walking In Your Shadow', das emotional ergreifende 'Come Away Melinda', das dunkle 'Dreammare' oder das jazzig-verfrickelte 'Wake Up (Set Your Sights)' sind unfassbar gut. Als Hörprobe für jene, die das Album nicht kennen möchte ich hier aber 'I'll Keep On Trying' verlinken, das für mich gesanglich und dramaturgisch echt alle Register zieht:


Ich werde wohl nie vergessen, wie ich in meiner Jugend die ersten Male "Very 'eavy, very 'umble" gehört habe. Dieser unglaublich intensive Sound mit Gänsehautcharakter, dazu dann das gruselige Vinyl-Klappcover ... sowat behält man für immer im Gedächtnis. :)
 
Da mir das schon in der "Kindheit" vorgesetzt wurde, war es etwas zu hefig für mich. "Gypsy" war mir damals einfach noch zu dröhnend, doomig und "Melinda" ging gar nicht. Erstes erfreut mich heute bei einem Konzert, Letzteres wird es wohl nie mehr schaffen...

Nichts desto trotz bin ich froh, so früh Heep entdeckt zu haben... Vor wenigen Tagen war ja das 42. Jubiläum...
https://forum.deaf-forever.de/index.php?threads/heute-vor-41-jahren.5927/
 
Letzteres wird es wohl nie mehr schaffen...
In eine aktuelle HEEP-Setlist, oder in deine Gunst? Ich finde "Come Away Melinda" total gigantisch. Creepy as hell, das Ding!

Dass das dir damals zu heftig war, kann ich übrigens total verstehen. Das mag jetzt etwas komisch klingen, wenn es ein eingefleischter Black Metaller sagt, aber ich finde "Very 'Eavy..." teilweise sogar aus heutiger Sicht noch extrem heavy und dröhnend. Die Kombination aus wuchtigem, brachial dröhnendem Hammond-Synth und disharmonisch gniedelnder Gitarre ist hier und da auch heute noch richtig verstörend und nervenzerfetzend, wenn man sich mal intensiv drauf einlässt und das bei ordentlicher Lautstärke anhört. Dass das in den Siebzigern erst recht krass war, bevor man an derlei Töne gewöhnt war, ist absolut nachvollziehbar. Ich finde ja, dass die härteren, doomigen aber auch flotten Songs wirklich vieles von dem härtemäßig in den Sack stecken, was heute als lupenreiner Heavy Metal durchgeht. Einfach weil sie damals bewusst auch das Ohr mit Disharmonie und Dissonanz quälen wollten, um eben dadurch ihren harmonischen Auflösungen und majestätischen Hooklines noch mehr Intensität zu verleihen. Härte erzielst du nur, wenn du auch forderst und überforderst. Auch wenn ich den Euro-Power-Metal durchaus sehr mag, ganz egal ob du Hammerfall oder Sabaton oder Stratovarius, oder meinetwegen sogar Melodic Death wie Children of Bodom hernimmst, das ist alles viel glatter, viel geschliffener, viel harmonischer als ein HEEP-Frühwerk wie "Gypsy". Mag jetzt seltsam klingen, was ich da schreibe, aber ich empfinde das tatsächlich so, dass Songs wie eben "Gypsy" oder "Rainbow Demon" etc... für mich härtere und forderndere Songs sind, als das Gros des mitsingkompatiblen Heavy Metals der Neuzeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
In eine aktuelle HEEP-Setlist, oder in deine Gunst? Ich finde "Come Away Melinda" total gigantisch. Creepy as hell, das Ding!

Dass das dir damals zu heftig war, kann ich übrigens total verstehen. Das mag jetzt etwas komisch klingen, wenn es ein eingefleischter Black Metaller sagt, aber ich finde "Very 'Eavy..." teilweise sogar aus heutiger Sicht noch extrem heavy und dröhnend. Die Kombination aus wuchtigem, brachial dröhnendem Hammond-Synth und disharmonisch gniedelnder Gitarre ist hier und da auch heute noch richtig verstörend und nervenzerfetzend, wenn man sich mal intensiv drauf einlässt und das bei ordentlicher Lautstärke anhört. Dass das in den Siebzigern erst recht krass war, bevor man an derlei Töne gewöhnt war, ist absolut nachvollziehbar. Ich finde ja, das die härteren, doomigen aber auch flotten Songs wirklich vieles von dem härtemäßig in den Sack stecken, was heute als lupenreiner Heavy Metal durchgeht. Einfach weil sie damals bewusst auch das Ohr mit Disharmonie und Dissonanz quälen wollten, um eben dadurch ihren harmonischen Auflösungen und majestätischen Hooklines noch mehr Intensität zu verleihen. Härte erzielst du nur, wenn du auch forderst und überforderst. Auch wenn ich den Euro-Power-Metal durchaus sehr mag, ganz egal ob du Hammerfall oder Sabaton oder Stratovarius, oder meinetwegen sogar Melodic Death wie Children of Bodom hernimmst, das ist alles viel glatter, viel geschliffener, viel harmonischer als ein HEEP-Frühwerk wie "Gypsy". Mag jetzt seltsam klingen, was ich da schreibe, aber ich empfinde das tatsächlich so, dass Songs wie eben "Gypsy" oder "Rainbow Demon" etc... für mich härtere und forderndere Songs sind, als das Gros des mitsingkompatiblen Heavy Metals der Neuzeit.
Liebster Hugin, was du hier über die "Härte" schreibst unterschreibe ich mit Blut, denn das empfinde ich absolut genauso!
Ich kann mich noch gut an mein erstes Heep Konzert erinnern, und das war lange nach Priest, Slayer, Machine Head, Gorgoroth oder ähnlichen Live-Erfahrungen, da stand ich in der Halle und dachte: MEIN GOTT IST DAS HEAVY!
 
Liebster Hugin, was du hier über die "Härte" schreibst unterschreibe ich mit Blut, denn das empfinde ich absolut genauso!
Ich kann mich noch gut an mein erstes Heep Konzert erinnern, und das war lange nach Priest, Slayer, Machine Head, Gorgoroth oder ähnlichen Live-Erfahrungen, da stand ich in der Halle und dachte: MEIN GOTT IST DAS HEAVY!

Ja, da versteht dann halt mal wieder kein Schwein, warum Uriah Heep nicht in den Metal Archives stehen darf...
:D
 
Bin auch fleißig dabei mir die Alben nach und nach zu kaufen. Mir fehlen noch 2 aus den 70ern (High & Mighty, Innocent Victim). Dann hab ich bis 1980 erstmal alles komplett. Danach fehlt auch noch einiges :D
 
Nein, die 80er waren nicht die schwächste Phase (was erlaube) , die Scheiben haben mehr als nur Momente und danach kamen nicht nur Perlen.............
 
Nein, die 80er waren nicht die schwächste Phase (was erlaube) , die Scheiben haben mehr als nur Momente und danach kamen nicht nur Perlen.............

"Conquest" war ein schwacher Start in die 80er, aber "Abominog", "Head First" und "Raging Silence" müssen sich ganz sicher nicht hinter den 70er-Perlen verstecken. Lediglich "Equator" erreichte meiner Meinung nach nicht das gewohnte Niveau. Die drei Alben aus den 90ern sind weitestgehend nicht schlechter als "Equator", aber leider auch nicht viel besser. Erst "Wake the Sleeper" (2008) war dann für mich wieder ein Album mit großer Hitdichte.
 
Nein, die 80er waren nicht die schwächste Phase (was erlaube) , die Scheiben haben mehr als nur Momente und danach kamen nicht nur Perlen.............

So, jetzt habe ich ein paar Minuten Zeit, um das ein bisschen zu spezifizieren, weil mein Einzeiler doch etwas unpräzise war:

Erst einmal mag ich alle URIAH HEEP-Alben, so dass "schwächste Phase" natürlich sehr relativ ist, denn eine schwache Phase einer grandiosen Band ist oft immer noch sehr fein.

Dass ich die Achtziger als "schwächste Phase" genannt habe, das liegt daran, dass ich wie @Sandman speziell "Conquest" und "Equator" trotz etlicher guter Songs doch nicht ganz so überragend finde, und dass zwei schwächere unter insgesamt fünf Alben der Dekade, dann doch eine Quote ist, die für Heep eher schwach ist. In den Siebzigern empfinde ich, wenn überhaupt, allenfalls "Fallen Angel" etwas schwächer, aber immer noch stärker als "Conquest". In den "Neunzigern empfinde ich mit "Different World" 1 von 3 Alben als eher unterdurchschnittlich, und ab 2000 finde ich alle drei regulären Studioalben ziemlich toll.

Ach ja, und um zu zeigen, was ich bei URIAH HEEP unter "schwach" verstehe, sei gesagt, dass mir eine "Conquest" immer noch 8 Punkte wert ist:
https://powermetal.de/review/review-Uriah_Heep/Conquest,25859,25758.html
 
"Conquest" fällt halt heraus.

Das liegt aber wohl vorrangig an der Produktion, erst an zweiter Stelle an den Songs (AOR/MOR waren im Kommen) und dann eben an Slomans zeitweise seltsame Art des Singens. Dafür hört man Trevors Bass noch besser raus als sonst!

Das Album, einige Jahre später, mit der längsten Besetzung (20 Jahre) eingespielt oder mal live, würde sicherlich besser "passen".

Vorher klang Feelings z.B. so:




Wäre es nicht zum großen Bruch gekommen, wäre diese Scheibe 1979 erschienen:

https://www.youtube.com/watch?v=VLJX8vlNibE
 
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