In eine aktuelle HEEP-Setlist, oder in deine Gunst? Ich finde "Come Away Melinda" total gigantisch. Creepy as hell, das Ding!
Dass das dir damals zu heftig war, kann ich übrigens total verstehen. Das mag jetzt etwas komisch klingen, wenn es ein eingefleischter Black Metaller sagt, aber ich finde "Very 'Eavy..." teilweise sogar aus heutiger Sicht noch extrem heavy und dröhnend. Die Kombination aus wuchtigem, brachial dröhnendem Hammond-Synth und disharmonisch gniedelnder Gitarre ist hier und da auch heute noch richtig verstörend und nervenzerfetzend, wenn man sich mal intensiv drauf einlässt und das bei ordentlicher Lautstärke anhört. Dass das in den Siebzigern erst recht krass war, bevor man an derlei Töne gewöhnt war, ist absolut nachvollziehbar. Ich finde ja, das die härteren, doomigen aber auch flotten Songs wirklich vieles von dem härtemäßig in den Sack stecken, was heute als lupenreiner Heavy Metal durchgeht. Einfach weil sie damals bewusst auch das Ohr mit Disharmonie und Dissonanz quälen wollten, um eben dadurch ihren harmonischen Auflösungen und majestätischen Hooklines noch mehr Intensität zu verleihen. Härte erzielst du nur, wenn du auch forderst und überforderst. Auch wenn ich den Euro-Power-Metal durchaus sehr mag, ganz egal ob du Hammerfall oder Sabaton oder Stratovarius, oder meinetwegen sogar Melodic Death wie Children of Bodom hernimmst, das ist alles viel glatter, viel geschliffener, viel harmonischer als ein HEEP-Frühwerk wie "Gypsy". Mag jetzt seltsam klingen, was ich da schreibe, aber ich empfinde das tatsächlich so, dass Songs wie eben "Gypsy" oder "Rainbow Demon" etc... für mich härtere und forderndere Songs sind, als das Gros des mitsingkompatiblen Heavy Metals der Neuzeit.