Wie seid ihr zum Metal gekommen? Musikalische Schlüsselerlebnisse?

Mein Benutzername gibt ein wenig Aufschluss. "Blackened" von Metallica spielt eine wichtige Rolle.

Ich bin dank meiner Eltern mit Musik von den Beatles, Deep Purple, Pink Floyd, Black Sabbath oder Gary Moore aufgewachsen. Ich habe eine ältere Schwester, die viel im Punk unterwegs war. Da hab ich in sehr jungen Jahren Die Ärzte gehört und fand "Elke" voll hart und gemein. :D In den frühen Teenagerjahren (bin Jahrgang '82) kam das, was in den 90ern so angesagt war: Bad Religion, The Offspring ... sowas halt. Bis wir 1997 eine Party mit der gesamten Klasse hatten und jemand "One" von der "... And Justice for All" auflegte. Das fand ich schon ziemlich cool und ich besorgte mir die Platte in der Videothek meiner Heimat Bad Bentheim. Die wurde von einem Niederländer betrieben und hatte eine kleine CD Abteilung. Sein Kommentar: "Endlich mal eine Jungspund, der vernünftige Musik kauft!" :D Und da ich von Papa die Eigenart übernommen habe, Name und Kaufdatum in Musikalben zu schreiben, weiß ich immer, wann die erste Metalplatte in meine Sammlung kam - 10.12.1997, ziemlich genau zwei Wochen nach meinem 15. Geburtstag. Daher ist mir auch alle Kritik an der Platte egal, ich liebe sie. "Blackened" als Opener hat mich völlig überfahren, weil ich so eine Art Musik gar nicht kannte. Die Geschwindigkeit, die Härte, Hetfields aggressiver Gesang ... alles geil für mich, bis heute. Weitere prägende Platten meiner Anfangszeit: Blind Guardian Guardian "Nightfall in Middle-Earth", Iced Earth "Something Wicked This Way Comes", Sepultura "Arise" (hat mir der damalige Freund meiner Schwester gezeigt), Type O Negative "Bloody Kisses" (meine Schwester war nicht nur Punk, sondern stand und steht auch auf sowas), Gamma Ray "Powerplan" & Rage "XIII". Tja, danach war ich endgültig verdorben. :D
 
Dann will ich auch mal, Jahrgang 86. Fand Musik bis ich 15/16 war immer recht belanglos. Ging dann los, dass auf LAN-Partys mal System of a Down und so Zeug lief. Das fand ich interessant. Konnte mich dann erinnern, dass im Zimmer meines deutlich älteren Bruders, der zu dem Zeitpunkt schon ausgezogen war, Poster von Nirvana, Motörhead und ACDC hingen, alles nach und nach angetestet. In meiner Klasse gab es dann einen mit langen Haaren, der erzählte, dass er nächstes Jahr das erste Mal nach Wacken darf. Er zeigte mir dann In Flames, weil die da spielen sollten. Tja, und ab dann ging es schnell, hab zu der Zeit alles an Melo-Death, vor allem aus Schweden aufgesaugt. In Flames werden daher auch immer die für mich persönlich einflussreichste Band bleiben, auch wenn ich ab der Come Clarity den Kontakt verloren habe.

Ich erinnere mich aber noch zu gut, als ich das erste Mal (auch in dieser Zeit) Six Feet Under hörte. Ich konnte damals nicht glauben, dass das echt und ernst gemeint ist. Nunja, gut 20 Jahre später habe ich heute nen Undergang-Patch auf meine Kutte genäht :)

Später ging es dann weiter mit schwedischem Death Metal, die ganzen Klassiker, aber auch Fleshcrawl hab ich früh entdeckt und liebe sie bis heute sehr. Ich habe also Maiden, Priest usw. einfach übersprungen und arbeite mich seit ein paar Jahren sozusagen rückwärts an die ganzen Heavy Metal Perlen heran.

Vielleicht noch erwähnenswert, dass ich in meinem Umfeld eigentlich nie Metalfans hatte. Das hörte einfach niemand.

Zu Beginn des Studiums zog ich dann in eine WG und da hing auf einmal an einer der Türen ein Iced Earth Poster und ich wusste: Geil, hier hört jemand Metal. Ist dann ein sehr guter Freund und Tippgeber geworden, treffen uns immer noch regelmäßig auf Konzerten und Festivals. Über ihn hab ich dann auch endlich weitere Metal-Kontakte knüpfen können :)
 
Ein Schlüsselerlebnis gab es nicht,mein Vater,Gott hab ihn selig,war großer Stones Fan aber auch Purple und Troggs z.B., allgemein gute Rock Musik,da wurde ich schon geprägt.Er hat mir dann eine Deep Purple Best Off zum hören gegeben und die lief dann in Dauerschleife im Walkman.Speed King war mein Favorit.In der Schulbibliothek hatten sie auch Metal Kassetten und natürlich durch die Cover oder was mich neugierig gemacht hat hab ich dann mal Running Wild-Blazon Stone,Iron Maiden - No Prayer... und Black Sabbath - Tyr mitgenommen.Und das war es dann....da mussten die anderen Alben auch her und bin dann auf EMP aufmerksam geworden wo ich die nach und nach wie es das Taschengeld her gab besorgt hab.Hatten auch gute Plattenläden wo man tolle Schnäppchen machen konnte.Von einem Schulfreund der Bruder war etwas älter und Metal Fan,der gab mir dann mal Sodom mit,hat mir auch gleich gefallen und der hat mir dann härtere Sachen auf Tape überspielt wie Slayer oder Hypocrisy.Nicht zu vergessen auch die "Metal Stunde" bei DT64,die kam ja immer erst 22 Uhr und mit 13 hat mein Vater das nicht gern gesehen wenn ich so lange auf war also hab ich das heimlich unter der Decke gehört und auf Kassette aufgenommen,da konnte man sich auch was wünschen und hab mir mal Sanctuary gewünscht weil ich das irgendwo gelesen hab und seitdem war ich dann Fan von denen und mit mein erstes Konzert 1995 war dann auch Blind Guardian mit Nevermore und da war ich dann im siebten Himmel.Höre außer ganz technischen Death Metal oder dem sogenannten New Metal alle Richtungen,auch AOR z.b. gerne und bin froh viele Konzerte, Festivals und schöne Abende in Clubs erlebt zu haben in einer Metal Gemeinschaft wo es fast nie ärger gab und eigentlich jeder für jeden da ist.
 
Angefangen hab ich als Halbwüchsiger mit dem ganzen typischen 90er Jahre Spaß-Punk, der damals aktuell war, Ärzte, Offspring, usw. Da wusste ich noch nicht viel über Metal. Dann kam Load von Metallica heraus, klang für mich mal nach was anderem, guter Heavy Rock, und hab mich weiter mit der Band befasst. Dann nach und nach die Diskografie zugelegt und als ich das erste Mal Fade to Black gehört hab, ist mit mir irgendwas passiert. Das war wie eine Sucht. Hab mich danach sehr schnell mit dem Genre identifiziert, es kam Maiden dazu, und und und... Bin heute ziemlich old school mäßig unterwegs, der 80er Sound ist meins... NWOBHM, NWOTHM... Und wenn Metallica rufen, bin ich immer noch dabei.. sie haben mich damals auf den Geschmack gebracht und in die Spur gesetzt, da sind Emotionen im Spiel. Die Frankfurter Konzerte nächstes Jahr werden meine Metallica Shows #22 und 23.
 
Ein Schlüsselerlebnis, das alles verändert hat, gab es bei mir nicht. Wenn ich so darüber nachdenke, dann war mein Zugang zum Metal ein Prozess, der sich einfach so ergeben hat. Als Kind hörte ich die Oldies, die damals auf SWR1 liefen, und nahm mir einige auf Kassette auf. Die Songs, die ich damals im Radio hörte waren z.B.:

Procul Harum - A Whiter Shade of Pale, America - A Horse With No Name, Steppenwolf - Born to be wild, The Doors - Riders on the Storm, The Beatles - Penny Lane / Hey Jude, John Lennon - Imagine, Scott McKenzie - San Francisco, Don McLean - American Pie, Neil Diamond - Sweet Caroline, Otis Redding - (Sittin' On) The Dock Of The Bay, The Animals - House Of The Rising Sun, The Moody Blues - Nights In White Satin, The Hollies - The Air That I Breathe, Sam & Dave - Soul Man...

Vor allem die Songs mit eingängigen Melodien und Gesangslinien, die eine gewisse Schwermut und Melancholie ausstrahlen, haben mich damals als Kind sehr beeindruckt. Diese Oldies sind meine ersten bewussten Erinnerungen an mein erstes tiefgreifendes Musikerlebnis. Ab diesem Zeitpunkt war mir klar, dass Musik eine transzendente Ebene hat und Emotionen in mir weckt, die weit über bloße Unterhaltung hinausgehen.

Da meine Eltern nur Schlager und ABBA hörten, mussten mein Bruder und ich uns unseren Musikgeschmack selbst erarbeiten. Wir beide entwickelten einen ähnlichen Musikgeschmack. Irgendwann war ehrlicher Gitarrenrock das Nonplusultra für mich und das ist bis heute der Kern meines Musikgeschmacks geblieben.

In meiner früheren Teenagerzeit waren es Punkbands wie Die Ärzte, Die Toten Hosen und Die Abstürzenden Brieftauben, die mich kurz beeinflusst haben. Aber gegen Alice Cooper, Helloween und Guns N' Roses kam der Punk bei mir nicht richtig an.

Anfang der 90er habe ich durch Zufall über Schulfreunde mit dem Bassspielen in einer Schulband angefangen. Kurz danach wurde ich gefragt, ob ich Lust hätte, in eine richtige Band einzusteigen. So wurde ich plötzlich Bassist in der progressiven Rockband „Secret Land”. Da ich mir das Bassspielen selbst beibringen wollte, war das für mich ziemlich aufregend und ein enormer Ansporn, denn meine Mitmusiker waren alle sehr gut und recht erfahren. Da wollte und musste ich mithalten. Über die Bandmitglieder habe ich Zugang zu Black Sabbath, Led Zeppelin und Johnny Winter gefunden. Auch den ganzen Prog, Neo Prog und Prog Metal haben mir die Bandkollegen empfohlen. Fates Warning, Dream Theater und Arena waren schnell meine Lieblingsbands. Allen voran kam plötzlich Savatage in mein Leben. Mein Vorgänger am Bass hatte das Interesse am Metal verloren und mir seine Kutte geschenkt, auf deren Rücken sich nur der selbstgemachte Backpatch der „Handful Of Rain” befand. Dieser Patch ziert bis heute meine Kutte.

Hinzufügen muss ich aber, dass ich ein großer Grunge-Fan war und bis heute regelmäßig die Grunge-Klassiker auflege. Pearl Jam, Soundgarden, Alice in Chains ... das war damals magisch, und ich bin froh, dass ich die Grunge-Explosion hautnah miterleben durfte.

Die Haare wurden länger, ich trug die Kutte jeden Tag und tauchte immer tiefer in die Metal-Szene ein. Iron Maiden, Judas Priest, Saxon ... Ihr wisst bestimmt, wie sich das angefühlt hat. Dann habe ich auch Kontakt zur damaligen Metalszene bekommen. Es gab eine Kneipe namens „Musikfabrik”, in der ich jedes Wochenende abgehangen habe. Wir hatten mit dem Metal Meeting in Ludwigshafen, organisiert vom Metalclub „Warriors of Steel”, unser kultiges Metalfestival direkt vor der eigenen Haustür. Härtere Bands wie Death, Cannibal Corpse, Satyricon oder Hypocrisy stählten meine Nackenmuskulatur. Dann kamen Metal 2000 in Mannheim und das Maiden-Comeback. Ich besuchte Wacken, stieg in die Thrashband „Hatchery” ein und wurde immer mehr Teil der aktiven Metalszene.
Während des Studiums lebte ich mehr oder weniger von Probe zu Probe. Bay Area Thrash war meine bevorzugte Musikrichtung und nachdem ich die Tales Of Creation von Candlemass gehört habe, kam dann auch der Doom in mein Leben. Ich besuchte alle Doom Shall Rise Festivals und Bands wie Reverend Bizarre, Thunderstorm (IT), Mirror Of Deception, Pagan Altar, Count Raven, Warning, While Heaven Wept, Spiritus Mortis, Griftegård, Revelation, Mourning Beloveth lernte ich durch dieses Festival kennen und lieben.

Übrigens habe ich meine Frau auch auf dem Metal Meeting in Ludwigshafen kennengelernt. Es ist ein wirklich schönes Gefühl, wenn ich daran denke, dass wir in ein paar Wochen als ganze Familie auf dem Detze sind und ich mit meiner alten Kutte, mit Frau und Sohnemann auch noch mit 47 ein Metalfestival besuchen darf.

Meine Freundeskreise haben sich geändert und auch mein Musikgeschmack hat sich etwas verändert. Beispielsweise höre ich sehr wenig US-Metal und auch sehr wenig Thrash, da mir vor allem der moderne Triggersound übel auf die Nerven geht. Durch Jazz (z.B. John Coltrane) Stoner Rock (z.B. Greenleaf) oder Punk Rock (z.B. The Baboon Show) hat sich mein Musikgeschmack aber auch etwas erweitert. Das ist das Schöne an Musik: Wenn man begreift, dass alles zusammenhängt und ein fließender Prozess ist, kann man jeden Tag Neues und Altes (wieder-)entdecken. Hardrock und Heavy Metal sind und bleiben jedoch meine DNA.
 
"Und...watt hörste für Mucke, Kleener?"
Bei MTV lief "Slim Shady" von Eminem und von den Sofas um mich herum starrten mich zehn Augen erwartungsvoll an.

Was hörte ich?

Ich hatte `ne Kassette von meinem Eltern. Die hatten sie irgendwann aufgenommen.
"Loco-Motion" von Kylie Minogue, "I`ll be there" von The 4 Tops waren drauf und `n Song der "Bappe hooo wapp, bappe hoo" oder so heißen musste.
Außerdem hatte ich drei CDs über die letzten drei Jahre geschenkt bekommen: "Flugzeuge in meinem Bauch" von Oli P., ein Album von der Bloodhound Gang und `ne Punk-Best-Of.
Außerdem hatte ich mir "13" von den Ärzte und "Unsterblich" vonne Toten Hosen aus der Bibliothek ausgeliehen, war aber noch unschlüssig.
Also zuckte ich nur mit den Schultern.
Denn Musik - Musik war irgendwie da...aber das war`s dann auch.
Meine beiden älteren Cousins und deren Kumpels hingegen, die wussten, was sie hörten. (Slim Shady, Samy Deluxe und Co.)

Um sich `nen Reim auf mein Schulterzucken zu machen, zappten sie wie wild durch die karge Musiklandschaft aus drei Sendern, die das deutsche Fernsehprogramm so zu bieten hatte, damals kurz nach der Jahrtausendwende.
"Sowatt?" - Nee.
"Sowatt?" - Nee.
"Sowatt?" - Es lief Kid Rock. Hmm. Schon eher.
"Sowatt?" - Crawling, Linkin Park. Das war`s: "Ja, sowas hör ich."

Kurze Zeit später zappelte ich zum Musikladen neben Kaufland und kaufte mir mein erstes taschengeldfinanziertes Album.
"Hybrid Theorie".
...und ganz langsam fing ich an zu raffen, was es mit dieser Musikhörerei auf sich hatte, von der alle um mich herum sprachen.
Auf dem Schulhof hörte ich, dass ich den Radiosender Project 89.0 hören sollte.
Machte ich. Zum Einschlafen.
Und erschreckte mich, als mich plötzlich der "Lord Of The Boards" (Guano Apes) mit seinem unheilvollen Intro wieder aus dem Schlaf riss...
Dieses Intro war es auch, das mich langsam checken ließ, dass da noch mehr auf mich wartete.

Und dieses Mehr, das da wartete, zeigte sich an dem Tag, als ich mit meinem besten Kumpel das Musikvideo zu "Teenage Dirtbag" sah.
Während er das frenetisch abfeierte, versuchte ich herauszufinden, was da genau gesungen wurde.
Iron Main? Iron Meijenn? Iron Maiden!
Da auf dem Shirt, da stand`s doch!
Eine CD von denen hatte ich doch sogar schon mal in der Bibliothek gesehen.
Also musste ich da am nächsten Tag schon wieder hin.
Und kam nach zwei Minuten mit der ersten Iron Maiden-CD wieder raus, die ich je hören würde.
...einem Tribut-Album.
Bestehend aus Rocksongs und Musik, wie ich sie noch nie zuvor gehört hatte: Black Metal und Death Metal.
Nur, dass ich nicht wusste, was Black und Death Metal waren.
Und vor allen Dingen, dass da absolut jede Band auf dem Album spielte.
Nur nicht Iron Maiden!!!
Ich zeichnete das gruselige Gesicht auf dem Cover ab, ließ mich immer weiter reinziehen, in diese heftige Musik...und konnte kaum schlafen.
Immer wieder stampfte mir "Six...Six...Six...The Number Of The Beast!" durch den Kopf.

Als ich am nächsten Tag zur Schule ging, war`s irgendwie anders.
Ich fühlte mich, als gehörte ich plötzlich nicht mehr zum Rest meiner Klasse.
Niemand....niemand von ihnen hatte schließlich am Abend zuvor so eine krasse Musik gehört!
Und niemand von ihnen würde verstehen, dass diese Musik aus einer anderen Welt stammte!

Und so forschte ich mich zunächst alleine rein, in diese andere Welt.
(Und auch erst mal, ohne ein weiteres Iron Maiden-"Album" zu finden. "Bestimmt gibt`s die gar nicht mehr.")

Mein Vater, der zu DDR-Zeiten AC/DC und Led Zeppelin gehört hatte - "Loco-Motion", "Bappe hooo wapp" ....aha, nee klar!!! - half mir dann wenig später mit einem weiteren Bandnamen auf die Sprünge, nach dem ich die CD-Abteilung der Bibliothek durchforsten konnte:
Deep Purple.
Und in der Nähe zu "In Rock" fand ich noch zwei Best-Ofs von Black Sabbath und Judas Priest, nicht weil ich die Namen kannte, sondern weil die Cover dazu vielversprechend aussahen!

Und jetzt kommt das besondere Schlüsselerlebnis, das, worauf ich die ganze Zeit hinaus will:
Zeitzoom! Woom! Zurück ins Jahr 2001:
Das Cover vom Judas Priest-Best Of sieht am heftigsten aus.
Ich schmeiße also "Metal Works" zuerst in die große Stereo-Anlage im Wohnzimmer.
Ich höre, wie sich die CD langsam zu drehen beginnt.
Ich drehe den Lautstärkeregler nach oben.
...und dann plötzlich dreht sich der ganze Raum!
Heilige Scheiße!!!! Was ist das denn?!!!!!!!!!!
"The Hellion"...abgelöst von "Electric Eye"!

Keine Ahnung, warum es genau diese Kombination war - aber das Gefühl, was sich in mir beim Hören dieser Songs ausbreitete, war noch außerweltlicher als alles außerweltliche, was ich bereits die Wochen zuvor erfahren hatte.
Beim letzten Song, "Night Crawler", riss es mich dann komplett aus den Angeln.
Diese Melodielinien....unbeschreiblich!

Das, was ich da gerade hörte, das war keine Musik!!!
Nein, das war `ne Sprache!
Eine Sprache, die innerhalb von knapp zwei Stunden meine komplette Existenzwahrnehmung umprogrammiert hatte.

Am nächsten Morgen erwachte ich mit einem völlig neuen Lebensgefühl.
Für bestimmt fünf Minuten starrte ich nur auf das Priest-Cover.
Alles war heller geworden. Weiter. Erhabener. Mystischer....unbeschreiblicher.
Und ich wusste: Ab nun war nichts mehr wie bisher!!!

...wie im Rausch schaufelte ich mich die nächsten Wochen, Monate und Jahre durch alles, was ich finden konnte.
Durch Zeitschriften, Bücher, CD-Beilagen, Metal-Kataloge und Anekdoten.
Ich fand raus, dass es Iron Maiden doch noch gab ("Brave New World", "Live After Death" in der Bibliothek, wo sonst?!), kaufte mir meine zweite CD nach Hybrid Theory: "The Book Of Burning" von Virgin Steele und im Anschluss meine dritte: "Rock in Rio". (Von wem wohl.)

Während meine Haare immer länger wurden und ich für meine erste Kutte sparte, liefen auf VH1 bzw. Viva Plus Rock- und Metalvideos, für die man anrufen musste.
Carcass (Heartwork), Left To Rot (Hypocrisy), Dismember, Dark Funeral, Sepultura, Slayer, Nuclear Assault - Alles, wenn's nicht Nickelback war, landete auf sich immer schneller füllenden Videokassetten.
Außerdem nahm ich Mixtapes* auf.
Für Freunde, die ich versuchte, mit mir in den metallischen Abgrund zu reißen.

*Party Hits hießen die.
Erst kam fünf Sekunden Britney Spears, dann das irre Lachen von "Onkel Hotte" (Oliver Kalkofe) und dann Napalm Death.

Mein erstes Konzert erlebte ich dann zufällig.
Weil ich dieses Erlebnis in ähnlich ausufernder Länge aber bereits beschrieben habe, verzichte ich mal lieber auf `ne Wiederholung an dieser Stelle.

...und Iron Maiden:
Die sah ich zum ersten Mal tatsächlich erst im Jahr 2013.
In Berlin.
Auf `nem Sitzplatz, auf dem ich -sorry, not sorry!!!!!!!!!!!!! an die böse schauenden Typen hinter mir- einfach nicht sitzen bleiben konnte, und mir völlig entrückt die Seele aus dem Leib geschrien habe.

Ps. An dieser Stelle möchte ich noch einmal dem kanadischen Profi-Angler mit den Dreadlocks danken, der mich den ganzen Abend mit Getränken versorgte und trotz der unerschwinglichen Preise am Leben hielt. :verehr:
 
"Und...watt hörste für Mucke, Kleener?"
Bei MTV lief "Slim Shady" von Eminem und von den Sofas um mich herum starrten mich zehn Augen erwartungsvoll an.

Was hörte ich?

Ich hatte `ne Kassette von meinem Eltern. Die hatten sie irgendwann aufgenommen.
"Loco-Motion" von Kylie Minogue, "I`ll be there" von The 4 Tops waren drauf und `n Song der "Bappe hooo wapp, bappe hoo" oder so heißen musste.
Außerdem hatte ich drei CDs über die letzten drei Jahre geschenkt bekommen: "Flugzeuge in meinem Bauch" von Oli P., ein Album von der Bloodhound Gang und `ne Punk-Best-Of.
Außerdem hatte ich mir "13" von den Ärzte und "Unsterblich" vonne Toten Hosen aus der Bibliothek ausgeliehen, war aber noch unschlüssig.
Also zuckte ich nur mit den Schultern.
Denn Musik - Musik war irgendwie da...aber das war`s dann auch.
Meine beiden älteren Cousins und deren Kumpels hingegen, die wussten, was sie hörten. (Slim Shady, Samy Deluxe und Co.)

Um sich `nen Reim auf mein Schulterzucken zu machen, zappten sie wie wild durch die karge Musiklandschaft aus drei Sendern, die das deutsche Fernsehprogramm so zu bieten hatte, damals kurz nach der Jahrtausendwende.
"Sowatt?" - Nee.
"Sowatt?" - Nee.
"Sowatt?" - Es lief Kid Rock. Hmm. Schon eher.
"Sowatt?" - Crawling, Linkin Park. Das war`s: "Ja, sowas hör ich."

Kurze Zeit später zappelte ich zum Musikladen neben Kaufland und kaufte mir mein erstes taschengeldfinanziertes Album.
"Hybrid Theorie".
...und ganz langsam fing ich an zu raffen, was es mit dieser Musikhörerei auf sich hatte, von der alle um mich herum sprachen.
Auf dem Schulhof hörte ich, dass ich den Radiosender Project 89.0 hören sollte.
Machte ich. Zum Einschlafen.
Und erschreckte mich, als mich plötzlich der "Lord Of The Boards" (Guano Apes) mit seinem unheilvollen Intro wieder aus dem Schlaf riss...
Dieses Intro war es auch, das mich langsam checken ließ, dass da noch mehr auf mich wartete.

Und dieses Mehr, das da wartete, zeigte sich an dem Tag, als ich mit meinem besten Kumpel das Musikvideo zu "Teenage Dirtbag" sah.
Während er das frenetisch abfeierte, versuchte ich herauszufinden, was da genau gesungen wurde.
Iron Main? Iron Meijenn? Iron Maiden!
Da auf dem Shirt, da stand`s doch!
Eine CD von denen hatte ich doch sogar schon mal in der Bibliothek gesehen.
Also musste ich da am nächsten Tag schon wieder hin.
Und kam nach zwei Minuten mit der ersten Iron Maiden-CD wieder raus, die ich je hören würde.
...einem Tribut-Album.
Bestehend aus Rocksongs und Musik, wie ich sie noch nie zuvor gehört hatte: Black Metal und Death Metal.
Nur, dass ich nicht wusste, was Black und Death Metal waren.
Und vor allen Dingen, dass da absolut jede Band auf dem Album spielte.
Nur nicht Iron Maiden!!!
Ich zeichnete das gruselige Gesicht auf dem Cover ab, ließ mich immer weiter reinziehen, in diese heftige Musik...und konnte kaum schlafen.
Immer wieder stampfte mir "Six...Six...Six...The Number Of The Beast!" durch den Kopf.

Als ich am nächsten Tag zur Schule ging, war`s irgendwie anders.
Ich fühlte mich, als gehörte ich plötzlich nicht mehr zum Rest meiner Klasse.
Niemand....niemand von ihnen hatte schließlich am Abend zuvor so eine krasse Musik gehört!
Und niemand von ihnen würde verstehen, dass diese Musik aus einer anderen Welt stammte!

Und so forschte ich mich zunächst alleine rein, in diese andere Welt.
(Und auch erst mal, ohne ein weiteres Iron Maiden-"Album" zu finden. "Bestimmt gibt`s die gar nicht mehr.")

Mein Vater, der zu DDR-Zeiten AC/DC und Led Zeppelin gehört hatte - "Loco-Motion", "Bappe hooo wapp" ....aha, nee klar!!! - half mir dann wenig später mit einem weiteren Bandnamen auf die Sprünge, nach dem ich die CD-Abteilung der Bibliothek durchforsten konnte:
Deep Purple.
Und in der Nähe zu "In Rock" fand ich noch zwei Best-Ofs von Black Sabbath und Judas Priest, nicht weil ich die Namen kannte, sondern weil die Cover dazu vielversprechend aussahen!

Und jetzt kommt das besondere Schlüsselerlebnis, das, worauf ich die ganze Zeit hinaus will:
Zeitzoom! Woom! Zurück ins Jahr 2001:
Das Cover vom Judas Priest-Best Of sieht am heftigsten aus.
Ich schmeiße also "Metal Works" zuerst in die große Stereo-Anlage im Wohnzimmer.
Ich höre, wie sich die CD langsam zu drehen beginnt.
Ich drehe den Lautstärkeregler nach oben.
...und dann plötzlich dreht sich der ganze Raum!
Heilige Scheiße!!!! Was ist das denn?!!!!!!!!!!
"The Hellion"...abgelöst von "Electric Eye"!

Keine Ahnung, warum es genau diese Kombination war - aber das Gefühl, was sich in mir beim Hören dieser Songs ausbreitete, war noch außerweltlicher als alles außerweltliche, was ich bereits die Wochen zuvor erfahren hatte.
Beim letzten Song, "Night Crawler", riss es mich dann komplett aus den Angeln.
Diese Melodielinien....unbeschreiblich!

Das, was ich da gerade hörte, das war keine Musik!!!
Nein, das war `ne Sprache!
Eine Sprache, die innerhalb von knapp zwei Stunden meine komplette Existenzwahrnehmung umprogrammiert hatte.

Am nächsten Morgen erwachte ich mit einem völlig neuen Lebensgefühl.
Für bestimmt fünf Minuten starrte ich nur auf das Priest-Cover.
Alles war heller geworden. Weiter. Erhabener. Mystischer....unbeschreiblicher.
Und ich wusste: Ab nun war nichts mehr wie bisher!!!

...wie im Rausch schaufelte ich mich die nächsten Wochen, Monate und Jahre durch alles, was ich finden konnte.
Durch Zeitschriften, Bücher, CD-Beilagen, Metal-Kataloge und Anekdoten.
Ich fand raus, dass es Iron Maiden doch noch gab ("Brave New World", "Live After Death" in der Bibliothek, wo sonst?!), kaufte mir meine zweite CD nach Hybrid Theory: "The Book Of Burning" von Virgin Steele und im Anschluss meine dritte: "Rock in Rio". (Von wem wohl.)

Während meine Haare immer länger wurden und ich für meine erste Kutte sparte, liefen auf VH1 bzw. Viva Plus Rock- und Metalvideos, für die man anrufen musste.
Carcass (Heartwork), Left To Rot (Hypocrisy), Dismember, Dark Funeral, Sepultura, Slayer, Nuclear Assault - Alles, wenn's nicht Nickelback war, landete auf sich immer schneller füllenden Videokassetten.
Außerdem nahm ich Mixtapes* auf.
Für Freunde, die ich versuchte, mit mir in den metallischen Abgrund zu reißen.

*Party Hits hießen die.
Erst kam fünf Sekunden Britney Spears, dann das irre Lachen von "Onkel Hotte" (Oliver Kalkofe) und dann Napalm Death.

Mein erstes Konzert erlebte ich dann zufällig.
Weil ich dieses Erlebnis in ähnlich ausufernder Länge aber bereits beschrieben habe, verzichte ich mal lieber auf `ne Wiederholung an dieser Stelle.

...und Iron Maiden:
Die sah ich zum ersten Mal tatsächlich erst im Jahr 2013.
In Berlin.
Auf `nem Sitzplatz, auf dem ich -sorry, not sorry!!!!!!!!!!!!! an die böse schauenden Typen hinter mir- einfach nicht sitzen bleiben konnte, und mir völlig entrückt die Seele aus dem Leib geschrien habe.

Ps. An dieser Stelle möchte ich noch einmal dem kanadischen Profi-Angler mit den Dreadlocks danken, der mich den ganzen Abend mit Getränken versorgte und trotz der unerschwinglichen Preise am Leben hielt. :verehr:
Geile Story! Das ist gelebter Metal Dude!
 
Bei mir hatte es sich so zugetragen:

Mit 9 Jahren fing ich an Schlagzug zu lernen. Damals, 1988, war es noch so, dass man in der Musikschule zuerst mal 3 Jahre ausschließlich kleine Trommel lernen musste, bis man dann irgendwann - endlich - ans Drumset ran durfte (ist heute glücklicherweise anders - man muss auch nicht mehr vorher jahrelang Blockflöte lernen:-)).
Meine Freunde waren Michael Jackson Fans, mir jedoch gefielen die James Last Kassetten meiner Eltern besser, stand aber so ziemlich alleine mit diesem Musikgeschmack unter Gleichaltrigen da. Mit 12-13 Jahren kam ich durch meine Verwandten mit AC/DC in Kontakt und war sofort Feuer und Flamme. Die AC/DC Live - Doppelkassette hatte es mir angetan, ebenso die Band Roxette. Per Gessle mit seinen schwarzen Hemden mit Totenkopfmustern fand ich super. Ich hörte "Joyride" so oft, dass das Kassettenband immer wieder mal vom Kassettenrekorder eingefressen wurde. Die Kassette musste ich mir deswegen 3-4 mal nachkaufen.

Mein Cousin und bester Freund lernte zu dieser Zeit Gitarre, und eines Tages läutete es an der Haustür und stand mit seinem 80-Watt Marshall Verstärker vor der Tür. Ich sah ihn fragend an und er entgegnete nur "Du spielst doch Schlagzeug, gründen wir eine Band!". Gesagt getan, wurde der für uns schwere Verstärker ins Obergeschoss geschleppt, mein Schlagzeug stand in meinem Schlafzimmer und wir begannen "TNT" zusammen zu spielen. Oder versuchten es zumindest. Rückblickend frage ich mich, wie es meine Eltern und meine Schwester den Krach in der Wohnung ausgehalten haben. Richtige Band wurde vorerst keine daraus, aber wir trafen uns regelmässig um irgendwelche Songstücke nachzuspielen. So begann unsere musikalische Bandkarriere und - wir spielen tatsächlich heute noch zusammen in einer Band.

Neben AC/DC war auch Metallica in unserer Schulklasse sehr angesagt. Der Musikladen in unserer Stadt wurde von einigen von uns regelmässig besucht, und eines Tages sagte ein Schulkamerad zu mir: "Wenn Dir Metallica gefällt, gefällt Dir auch das!" und zeigte mir das Cover vom Debüt von Machine Head. Ich kaufte mir auf diesen Tipp hin mit meinem Taschengeld "Burn My Eyes" und fand die Mucke tatsächlich sehr gut. Auch Therapy`s "Troublegum" lief bald nicht nur auf MTV, sondern auch in meinem Zimmer auf Heavy Rotation. Mein Cousin hingegen stand auf Cradle Of Fillth. Diese Band verstörte mich, war mir zu extrem in fast allem. Monate später kaufte ich mir unter dem Druck des Gruppenzwangs dann doch die CD, da ich zumindest den instrumentalen Zwischenstücken von "The Principle Of Evil Made Flesh" etwas abgewinnen konnte.
In dieser Jugendzeit kam ich also immer wieder mit Metal in Berühung, durch Schulfreunde und meinem Cousin, aber der letzte, endgülte und bewusste Schritt zum Metal empfand ich persönlich, als ich mir (durch das Rock Hard, das ich nun regelmässig las) das "Symbolic" Album von Death zulegte. Dieses Schlagzeug! Die Gitarren! Die Songstrukturen! Ich weiß nicht, wie oft ich in meinem Zimmer auf dem Boden lag, während "Crystal Mountain" lief und ich das Booklet immer und immer wieder studierte. Ab diesem Zeitpunkt war ich endgültig dem Metal verfallen.

(euphorisch spielte ich meinem Cousin das Death Album vor, der meine nur "ist ganz ok, aber ich habe seit gestern zwei Slayer Alben, musst Du dir mal anhören"....)
 
Mit 9 Jahren fing ich an Schlagzug zu lernen. Damals, 1988, war es noch so, dass man in der Musikschule zuerst mal 3 Jahre ausschließlich kleine Trommel lernen musste, bis man dann irgendwann - endlich - ans Drumset ran durfte (ist heute glücklicherweise anders - man muss auch nicht mehr vorher jahrelang Blockflöte lernen:-)).

Ich als Autodidakt wünsche mir oft ich hätte damals zuerst 3 Jahre lang unter professioneller Leitung kleine Trommel gelernt. Als mir ich nach 10 Jahren spielen mal "Stick Control" gekauft habe und das ganze Buch durchgenudelt habe wurde mein Spiel schlagartig besser. Trotzdem kriege ich bei >160bpm kein sauberes Paradiddle hin (obwohl ich Blastbeats und Doublebass bei 200bpm hinkriege).
 
Ich als Autodidakt wünsche mir oft ich hätte damals zuerst 3 Jahre lang unter professioneller Leitung kleine Trommel gelernt. Als mir ich nach 10 Jahren spielen mal "Stick Control" gekauft habe und das ganze Buch durchgenudelt habe wurde mein Spiel schlagartig besser. Trotzdem kriege ich bei >160bpm kein sauberes Paradiddle hin (obwohl ich Blastbeats und Doublebass bei 200bpm hinkriege).
als Jungspund war man natürlich ungeduldig, aber hat sicher nicht geschadet!
 
Bei mir hatte es sich so zugetragen:

Mit 9 Jahren fing ich an Schlagzug zu lernen. Damals, 1988, war es noch so, dass man in der Musikschule zuerst mal 3 Jahre ausschließlich kleine Trommel lernen musste, bis man dann irgendwann - endlich - ans Drumset ran durfte (ist heute glücklicherweise anders - man muss auch nicht mehr vorher jahrelang Blockflöte lernen:-)).
Meine Freunde waren Michael Jackson Fans, mir jedoch gefielen die James Last Kassetten meiner Eltern besser, stand aber so ziemlich alleine mit diesem Musikgeschmack unter Gleichaltrigen da. Mit 12-13 Jahren kam ich durch meine Verwandten mit AC/DC in Kontakt und war sofort Feuer und Flamme. Die AC/DC Live - Doppelkassette hatte es mir angetan, ebenso die Band Roxette. Per Gessle mit seinen schwarzen Hemden mit Totenkopfmustern fand ich super. Ich hörte "Joyride" so oft, dass das Kassettenband immer wieder mal vom Kassettenrekorder eingefressen wurde. Die Kassette musste ich mir deswegen 3-4 mal nachkaufen.

Mein Cousin und bester Freund lernte zu dieser Zeit Gitarre, und eines Tages läutete es an der Haustür und stand mit seinem 80-Watt Marshall Verstärker vor der Tür. Ich sah ihn fragend an und er entgegnete nur "Du spielst doch Schlagzeug, gründen wir eine Band!". Gesagt getan, wurde der für uns schwere Verstärker ins Obergeschoss geschleppt, mein Schlagzeug stand in meinem Schlafzimmer und wir begannen "TNT" zusammen zu spielen. Oder versuchten es zumindest. Rückblickend frage ich mich, wie es meine Eltern und meine Schwester den Krach in der Wohnung ausgehalten haben. Richtige Band wurde vorerst keine daraus, aber wir trafen uns regelmässig um irgendwelche Songstücke nachzuspielen. So begann unsere musikalische Bandkarriere und - wir spielen tatsächlich heute noch zusammen in einer Band.

Neben AC/DC war auch Metallica in unserer Schulklasse sehr angesagt. Der Musikladen in unserer Stadt wurde von einigen von uns regelmässig besucht, und eines Tages sagte ein Schulkamerad zu mir: "Wenn Dir Metallica gefällt, gefällt Dir auch das!" und zeigte mir das Cover vom Debüt von Machine Head. Ich kaufte mir auf diesen Tipp hin mit meinem Taschengeld "Burn My Eyes" und fand die Mucke tatsächlich sehr gut. Auch Therapy`s "Troublegum" lief bald nicht nur auf MTV, sondern auch in meinem Zimmer auf Heavy Rotation. Mein Cousin hingegen stand auf Cradle Of Fillth. Diese Band verstörte mich, war mir zu extrem in fast allem. Monate später kaufte ich mir unter dem Druck des Gruppenzwangs dann doch die CD, da ich zumindest den instrumentalen Zwischenstücken von "The Principle Of Evil Made Flesh" etwas abgewinnen konnte.
In dieser Jugendzeit kam ich also immer wieder mit Metal in Berühung, durch Schulfreunde und meinem Cousin, aber der letzte, endgülte und bewusste Schritt zum Metal empfand ich persönlich, als ich mir (durch das Rock Hard, das ich nun regelmässig las) das "Symbolic" Album von Death zulegte. Dieses Schlagzeug! Die Gitarren! Die Songstrukturen! Ich weiß nicht, wie oft ich in meinem Zimmer auf dem Boden lag, während "Crystal Mountain" lief und ich das Booklet immer und immer wieder studierte. Ab diesem Zeitpunkt war ich endgültig dem Metal verfallen.

(euphorisch spielte ich meinem Cousin das Death Album vor, der meine nur "ist ganz ok, aber ich habe seit gestern zwei Slayer Alben, musst Du dir mal anhören"....)
Cool, dass du den Weg übers Schlagzeug gefunden hast! Beim Part mit „Joyride“ musste ich grinsen und hatte direkt die Tesarolle vor Augen, die so oft als Notfalllösung herhalten musste, bevor es dann ganz vorbei war, mit nem Tape…

Schade, dass es früher nicht sowas wie ne Kassetten-Flatrate gegeben hat. Manche Kassetten brauchte man ja nur anschauen und wusste, dass die den Tag nicht überleben würden…:D
 
Ich war als 10 jähriger Udo Lindenberg Fan, hatte diese eine Platte die in der DDR raus kam, und die rauf und runter gehört.
Dieses Fan-sein hab ich mit einem Freund geteilt, bis der im Sommer '88, da waren wir 11, mit eine Kassette von Maiden ankam, "Seventh Son..." da war es um mich geschehen. Er hat dann auch raus gefunden dass es bei uns im Radio, bei DT64, eine wöchentliche Metal Sendung gab, und ab und an haben die auch komplette Alben gespielt. Da haben wir dann alles aufgenommen und das was uns gefallen hat zusammen geschnitten. Ich hab mir dann eine Jeansjacke geschnappt und hinten mit Filzstift CREATOR drauf gemalt (woher sollten wir wissen wie man das schreibt, und meine Mutter meinte das schreibt man so). An Tonträgern hatte ich bis zur Wende nur was es bei uns gab, Formel 1, Biest, Prinzip, Van Halen, Whitesnake, AC/DC.... und dann kam das Begrüßungsgeld und ein 2nd Handshop im Wedding, erster Einkauf waren Voivod, Running Wild, W.A.S.P., Helloween und Annihilator. Leider musste ich den Rest für neue Turnschuhe für den Sportunterricht hergeben.
"Erstes" Konzert waren Kreator, Tankard, Coroner, Sabbat, im März 90, Seelenbinderhalle Ostberlin, allerdings nur vor der Tür, wir waren zu jung und durften nicht rein.
Das erste wo ich auch drin war waren dann Maiden und Anthrax, irgendwann Ende 1990.
 
Ich denke es war 2003 herum...
Ein Schulkollege hatte im Sportunterricht ein T-Shirt an mit Aufdruck "Slipknot"
Ich fragte ihn was das sei.
Er hat mir dann eine selbstgebrannte CD mitgenommen mit Songs von Slipknot.
Als ich da "SIC" oder "Metabolic" hörte, war es um mich geschehen. Ich dachte mir "Alter, so was brutales hab ich noch nie gehört"

Es ging dann weiter mit System of a down, Korn, Murderdolls, Soulfly, Marilyn Manson, Linkin Park etc.

Aber richtig "tief" eingetaucht bin ich dann ab Ende 2006.
Metalhammer und Rockhard abonniert gehabt.
Dann begann ich eine Arbeitsstelle.
Der Kollege, der mich einschulen sollte ... also ...
wir haben uns nicht so gut verstanden.
Jedenfalls waren wir zu zweit im Büro und eines Tages macht er ein Telefonat
"Habt ihr noch Karten für Blind Guardian?"
Damals - 2006 - war das noch nicht so mit einfach mal Tickets im Vorbeigehen bestellen.

Dann sagte ich "Hast du gerade Blind Guardian gesagt?" / "Ja, wieso?"
Dann hab ich gesagt ich würde auch Metal hören ...

Er hat mir dann kistenweise immer CDs mitgenommen, die ich auf meinen PC überspielt habe ... von Dimmu Borgir, Entombed, Watain, Devildriver, Metallica etc. Das waren Hunderte von Alben.

Er nahm mich auch 2007 auf mein erstes Metal-Konzert mit.
Sanctity, Annihilator und Trivium ... das waren Zeiten. Trivium war noch klein.

Seitdem gehe ich regelmäßig auf Konzerte, habe Metalhammer, RockHard und DF abonniert...

Meine Mama "das ist nur eine Phase" - falsch gedacht!

Metal ist aus meinem Leben einfach NICHT MEHR wegzudenken
 
Selbigen Spruch hörte ich damals in den 80gern auch von meinen Eltern. Jetzt bin ich 57 und als ich letztens meine betagte Mama mit dem Auto abgeholt habe und vergessen hab, die Musik leise zu drehen, kam überrascht "Was, du hörst noch immer den Krach?"

ebenfalls beliebt damals:

a)..."aber nicht das du auch irgendwann so rumläufst.." (angsterfüllte Frage in den Satz miteingebettet/-reingeschmuggelt. Unterschwellig, versteht sich)
2)..."Naja, heutzutage machen ja scheinbar sowieso alle was sie wollen. Nein, Nein, Nein"
3)..."Hat der Sänger Schmerzen?"
4..."Komische Texte"
 
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