Wie seid ihr zum Metal gekommen? Musikalische Schlüsselerlebnisse?

Ich hab' bei solchen Overstocks oder Cut-Outs meist ein paar gekauft und andere Menschen bekehrt. So zum Beispiel mit "Within The Veil", die ich wohl fünf Mal verschenkt habe. 4,99 DM damals bei uns.


Ja, eigentlich schade dass es Overstocks im damaligen Sinn eigentlich nicht wirklich mehr gibt. Früher war sicher nicht alles besser, aber so'n paar Sachen halt schon.
 
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Als Countdown (?) in Düsseldorf Ausverkauf (zumindest von Vinyl) hatte, hab ich die Fear of the Dark und Real Live One für 6,90DM ergattert. :cool: war um 2000 rum.
 
Als Countdown (?) in Düsseldorf Ausverkauf (zumindest von Vinyl) hatte, hab ich die Fear of the Dark und Real Live One für 6,90DM ergattert. :cool: war um 2000 rum.
Countdown war nicht der gegenüber von WOM, aber ich weiß, welchen Laden du meinst. An den Namen kann ich mich aber nicht mehr erinnern. Countdown war zwei Straßen parallel zur Graf-Adolf-Str, Luisenstraße glaube ich hieß die.
 
Wir haben 1986 einen neuen Schüler in die Klasse bekommen, von dem habe ich eine Kassette bekommen, da war Ride the Lightning von Metallica drauf - ab diesem Tag war meine Welt eine komplett andere. Und es hält an bis heute - ist jetzt schon bald 35 Jahre her. Achja, und viele in meiner Klasse haben NDW, Ärzte oder Hosen gehört und ich habe das alles gehasst. Ich habe damals eher Platten meiner Eltern gehört, das waren AC/DC, Bob Marley oder Spider Muphy Gang. Aber als dann Metallica kam, wusste ich wohin die Reise geht. Unsere Klasse war dann zum Schluss geteilt in Metaler und Ärzt/Hosen Fans.
 
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Wir haben 1986 einen neuen Schüler in die Klasse bekommen, von dem habe ich eine Kassette bekommen, da war Ride the Lightning von Metallica drauf - ab diesem Tag war meine Welt eine komplett andere. Und es hält an bis heute - ist jetzt schon bald 35 Jahre her.
Und was ist in den letzten 4 Jahren passiert? :D
 
Ich hatte, wenn man so will, zwei Initialzündungen.

Vorweg: Niemand in meiner Familie ist sonderlich musikaffin. Jeder hat so ein paar Lieblingskünstler aus Jugendtagen und dem frühen Erwachsenenalter - und von denen auch nur das Zeug aus dem prägenden Zeitraum! Im Fall meiner jüngeren Brüder Linkin Park, bei meiner Mutter waren und sind es die Stones, Queen und Joe Cocker - was sie jedoch kaum gehört hat, als meine Brüder und ich Kinder waren. Konzertgänger sind sie allesamt nicht. Mit meinen Brüdern hatte ich, schon längst metallifiziert, genau ein Konzert bzw. Festival: Rock am Ring 2007 (Ärzte, Good Charlotte, Evanscence für meine Ex-Freundin/Jetzt-Ehefrau und yep, Linkin Park waren für sie ausschlaggebend). Wäre bei Mama nicht ihr jüngster Bruder gewesen - der durch mich im Alter von 9 Jahren Onkel wurde -, hätte sie die Stones nie live gesehen. Das war die „Bridges to Babylon“ Tour. Kürzliche, anlassbedingte Anekdote meiner alten Lady: „Hätte auch nicht gedacht, dass ich vor den Stones in Rente gehe.“ :D … na ja, vielleicht kann ich sie 2026 überraschen. Wäre dann eine 28jährige Konzertpause bei ihr gewesen.

Mitte der 1990er hieß Musik für mich Präpubertierenden: „Radio Regenbogen“ - und ganz gräßlicher Eurodance/Kindertechno (Blümchen, Modo, der Cool-Man, Mr President, Captain Jack - eben das, was die BRAVO als angesagten Scheiß gepusht hat).

Vielleicht wird unter diesen Voraussetzungen klar, welches Erlebnis Meat Loafs „Bat out of Hell II: Back into Hell“ (Flohmarktkauf, wegen dem Radiosong „Anything for Love“) für mich war: Ellenlange, mehrteilige Songs, die so ganz anders als das Zeug aus dem Radio klangen. Diese Mischung aus Gitarrengewitter, Bombast, überbordenden Kitsch und knackigem Rock n Roll nahm mich absolut gefangen. Im CD-Schrank von Mama habe ich dann tatsächlich auch die verstaubende, erste Fledermaus-Scheibe entdeckt - und annektiert. Hat sie wahrscheinlich bis heute nicht gemerkt. Die beiden Alben liefen 1996/1997 quasi dauerhaft im Kinderzimmer. Und weil man ja nach Neuem giert und u. a. mit den Stones, Queen, Pink Floyds „The Wall“, Creedence Clearwater Revival, Rainbows „On Stage“ (warum auch immer) einige coole Sachen in Mamas Plattenschrank verstaubten, kam auch von dort einiges zum Zug. Die Musik der 1990er gab mir schlichtweg nichts - und als isolierter 13/14jähriger erfuhr man auch nichts von den guten Sachen abseits des Mainstreams.

Meinem bereits erwähnten Onkel, der in der zweiten Hälfte der 1990er zwischen 19 und 24 war, ist meine Vorliebe für rockigere Klänge nicht entgangen. Er fand allerdings, ich müsse „mal richtige Musik“ hören. Also gab es ein Mixtape (Side A: Metallicas Black Album, Side B: AC/DCs High Voltage), und ein Geschenk aus seinem CD-Schrank - weil ich das Cover geil fand: „The Hell of Steel“, ein Best-of der Atlantic-Jahre von Manowar. Ich glaube, mein Onkel wusste nicht, was er damit anrichten würde…

In der weiterführenden Schule habe ich später Leute kennengelernt, die mich tiefer in den Metal einführten - und zwei Magazine mit den Titeln „HEAVY! Oder was?“ und „Rock Hard“ trugen auch ihr Scherflein bei - aber initial gilt mein Dank Mama und dem Onkelchen. (Papa hatte leider nur Schürzenjäger zu bieten. Ist heute mit Santiano seiner gräßlichen Linie aber immerhin treu geblieben).
 
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Mein Vatta,hat in einer Deep Purple,Black Sabbath,Led Zeppelin Cover Band Gitarre gespielt.Bedingt dadurch flogen auch die entsprechenden Scheiben bei uns zuhause rum,so das ich mir die als 7 Jähriger Kröte aufgelegt habe.Dann nahm alles seinen Weg.Erste Konzertbesuche 1982 Iron Maiden in der Westfalenhalle Dortmund und Accept in der Zeche Bochum.Dann Metallica auf der Kill em All Tour usw.Am geilsten fand ich die Zeit in der weiterführenden Schule als dann die German Thrash Metal Bewegung mit Kreator,Destruction,Sodom usw.losging.Das war noch richtiger zusammenhalt in der Szene.
 
Ich bin im ehemaligen Jugoslawien aufgewachsen. Da war die Szene dermassen underground, dass man als Kid kaum damit direkt in Berührung kam. Das erste, was ich gehört habe, dass halbwegs als Metal durchgehen könnte, war der Song "Motori" von Divlje Jagode. Das war 1982 mit 8. Es gab damals in Jugoslawien mehr oder weniger nur 2 Plattenlabels. Jugoton und RTB. Beide waren in Staatsbesitz und beide haben ihre neuesten Releases in den Werbeblocks ("EPP" - ökonimisches Propaganda-Programm) des Staatsfernsehen beworben. Dort habe ich das dann auch gehört. Mann konnte im Zeitschriftenhandel die Bravo kaufen. Ein Mädel in der Nachbarschaft hatte hin und wieder ein Exemplar. Dort habe ich das erste mal über die Bands gelesen und Bilder gesehen (das meiste war Glam). Am meisten haben mich die bunten Klampfen fasziniert.
Dann gab es noch den Jozo Salačić, der ein paar Jahre älter und der einzige Metalhead bei uns auf der Schule war und sich selber Ozzy nannte. Gesprochen habe ich mit ihm aber nie. Damals herrschten an der Schulen auf dem Balkan ziemlich üble "Senioritäts-Hackorndungen". Wenn man einen älteren Schüler angesprochen hat, gabs meistens direkt aufs Maul.
Irgendwann kriegte ich meinen ersten Kasettenrekorder mit Radioempfang. Damit habe ich regelmässig die Hitparade von Radio Dubrovnik aufgenommen. So kam ich um 1986-87 mit Europe, Bon Jovi, Whitesnake und weiteren Divlje Jagode Sachen in Berührung.
1989, nachdem ich in die Schweiz gezogen war, besuchte ich in der Schule den katholischen Religionsuntericht, der von einem erzkoservativen Pfarrer geleitet wurde. Der hat eines Tages ein Tape von einem Deutschen Geistlichen mit giftiger Stimme (Ratzinger?) abgespielt, der eindringlich von den Gefahren des Heavy Metal gewarnt hat. Insbesondere von Black Sabbath und Iron Maiden. Also habe ich mir zum Geburtstag "Headless Cross" gewünscht, vom Kumpel "Somewhere in Time" ausgeliehen und danach vom Taschengeld "The Number of the Beast" gekauft. Ab da gabs kein halten mehr.
 
Ich bin im ehemaligen Jugoslawien aufgewachsen. Da war die Szene dermassen underground, dass man als Kid kaum damit direkt in Berührung kam. Das erste, was ich gehört habe, dass halbwegs als Metal durchgehen könnte, war der Song "Motori" von Divlje Jagode. Das war 1982 mit 8. Es gab damals in Jugoslawien mehr oder weniger nur 2 Plattenlabels. Jugoton und RTB. Beide waren in Staatsbesitz und beide haben ihre neuesten Releases in den Werbeblocks ("EPP" - ökonimisches Propaganda-Programm) des Staatsfernsehen beworben. Dort habe ich das dann auch gehört. Mann konnte im Zeitschriftenhandel die Bravo kaufen. Ein Mädel in der Nachbarschaft hatte hin und wieder ein Exemplar. Dort habe ich das erste mal über die Bands gelesen und Bilder gesehen (das meiste war Glam). Am meisten haben mich die bunten Klampfen fasziniert.
Dann gab es noch den Jozo Salačić, der ein paar Jahre älter und der einzige Metalhead bei uns auf der Schule war und sich selber Ozzy nannte. Gesprochen habe ich mit ihm aber nie. Damals herrschten an der Schulen auf dem Balkan ziemlich üble "Senioritäts-Hackorndungen". Wenn man einen älteren Schüler angesprochen hat, gabs meistens direkt aufs Maul.
Irgendwann kriegte ich meinen ersten Kasettenrekorder mit Radioempfang. Damit habe ich regelmässig die Hitparade von Radio Dubrovnik aufgenommen. So kam ich um 1986-87 mit Europe, Bon Jovi, Whitesnake und weiteren Divlje Jagode Sachen in Berührung.
1989, nachdem ich in die Schweiz gezogen war, besuchte ich in der Schule den katholischen Religionsuntericht, der von einem erzkoservativen Pfarrer geleitet wurde. Der hat eines Tages ein Tape von einem Deutschen Geistlichen mit giftiger Stimme (Ratzinger?) abgespielt, der eindringlich von den Gefahren des Heavy Metal gewarnt hat. Insbesondere von Black Sabbath und Iron Maiden. Also habe ich mir zum Geburtstag "Headless Cross" gewünscht, vom Kumpel "Somewhere in Time" ausgeliehen und danach vom Taschengeld "The Number of the Beast" gekauft. Ab da gabs kein halten mehr.
Mega spannend deine Geschichtezum Einstieg in den Metal bei ganz anderen Grundvoraussetzungen! Wow!
 
Mega spannend deine Geschichtezum Einstieg in den Metal bei ganz anderen Grundvoraussetzungen! Wow!
Danke!

Ah ja, Crna Udovica gabs auch noch. Die waren aus der Gegend und bei RTB unter Vertrag. Gehört hatte ich sie damals nie, da ich sie im Radio und TV nie erwischt habe aber in meinem Freundeskreis wurden sie öfter erwähnt, weil einige ältere Geschwister die Platte hatten. Wenn ich die Gegend im Urlaub besuche, sehe ich öfter den einen Ex-Bassisten wie er in Restaurants mit Gitarre Pop-Balladen-Hits für die Gäste spielt/singt.
 
1989, nachdem ich in die Schweiz gezogen war, besuchte ich in der Schule den katholischen Religionsuntericht, der von einem erzkoservativen Pfarrer geleitet wurde. Der hat eines Tages ein Tape von einem Deutschen Geistlichen mit giftiger Stimme (Ratzinger?) abgespielt, der eindringlich von den Gefahren des Heavy Metal gewarnt hat. Insbesondere von Black Sabbath und Iron Maiden. Also habe ich mir zum Geburtstag "Headless Cross" gewünscht, vom Kumpel "Somewhere in Time" ausgeliehen und danach vom Taschengeld "The Number of the Beast" gekauft. Ab da gabs kein halten mehr.
Wie geil! "Youth revolts" at it's very best!
 
An Karstadt/Kaufhof (wenn ich da mal hinkam) hab ich bis Mitte der 90er auch noch gute Erinnerungen, die hatten da in Ihren Ramschboxen oft auch schonmal obskures Zeug .... "Edge Of Eternity" von Hexenhaus und ich glaube "Deception Ignored" von Deathrow hab ich da her.
Die Musikbox in Winterthur hatte auch sowas. Meistens war es second hand Vinyl. Anno 1991/92 habe ich da mal einen massiven Metal-Dump erwischt für CHF 5.- / Platte:

- Possessed "Beyond the Gates"
- Intruder "Live to Die" (bis dahin wusste ich gar nicht, dass die vor der "A Higher From of Killing" etwas rausgebracht hatten)
- Anacrusis "Suffering Hour"
- Devastation "Signs of Life"
- und noch minimum 10 weitere

Alles im top Zustand.
 
Die Musikbox in Winterthur hatte auch sowas. Meistens war es second hand Vinyl. Anno 1991/92 habe ich da mal einen massiven Metal-Dump erwischt für CHF 5.- / Platte:

- Possessed "Beyond the Gates"
- Intruder "Live to Die" (bis dahin wusste ich gar nicht, dass die vor der "A Higher From of Killing" etwas rausgebracht hatten)
- Anacrusis "Suffering Hour"
- Devastation "Signs of Life"
- und noch minimum 10 weitere

Alles im top Zustand.
Die Musikbox war ein ganz tolles Fachgeschäft. Da habe ich auch Sachen gekauft, welche mein Stammladen in St. Gallen nicht gekriegt hat. Bergtatt von Ulver z.B. Jetzt gibt es ja nur noch den Online-Shop und da kaufe ich mittlerweile auch alle meine CD's. (cede.ch)

Dein Werdegang zum Metal Fan fand ich übrigens sehr spannend zu lesen. :top: Da wird einem wieder einmal bewusst, wie privilegiert man war, was die Verfügbarkeit von Musik betrifft.
 
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