WIZARD aka The Defenders of Metal

Geht jetzt zwar ein bisschen Off Topic, aber vielleicht haben wir ja Glück, meine Mod-Kollegen schauen nur oberflächlich vorbei und vermuten, ich wäre hier gerade dabei, für Ordnung zu sorgen. :D
Jedenfalls gehe ich beim Lesen der Plattenkritiken im DF eigentlich immer ziemlich ähnlich vor: Zuerst lese ich die Rezension des Soundcheck Siegers. Dann lese ich von vorne bis hinten alle Reviews der Redakteure, von denen ich erfahrungsgemäß weiß, dass sie sich in für mich relevanten musikalischen Bereichen bewegen. Anschließend lese ich alle übrigen Reviews zu Alben von Bands, die bereits vorher für mich interessant gewesen sind und wo ich quasi meine Einschätzung mit derjenigen der Rezensenten abgleiche. Und dann lese ich alle Reviews mit extrem hohen oder niedrigen Bewertungen. Wenn ich damit fertig bin, lese ich das komplette restliche Heft durch und erst dann, wenn mir die Klolektüre ausgeht, geht es zurück zu den Plattenkritiken, um die mittelmäßigen Bewertungen durchzustöbern. Für eine Band gibt es nichts traurigeres als eine mittelmäßige Bewertung. Ich erinnere mich noch, dass Sacred Steel damals eine ziemlich coole Promo-Kampagne um die Tatsache herum gebastelt haben, dass sie mit ihren ersten drei Alben in Serie den letzten Platz im Hammer Soundcheck gemacht haben. Aus zweimal 6,5 und einmal 7 dagegen lässt sich absolut nix machen.

Ja gut, ich kann Dir natürlich folgen und irgendwo auch Deinen Standpunkt nachvollziehen . Ich bin aber der Auffassung, dass man einen gewissen Arbeitsethos haben sollte. Den Anspruch, seinen Job nach besten Wissen und Gewissen auszuüben. Sei es in einem Werk, in einem Cockpit oder im Büro. Am Ende auch als Schreiber. Ich sehe die 1.5 Punkte als komplett unprofessionell an.
Und wenn Du jetzt nicht verdammt noch mal hammerlaut HAMMER, BOW, AXE AND SWORD aus dem Fenster brüllst, gibbet für Dich an der Aces High Bar demnächst nur noch Carlsquell anstatt Trooper. :D
 
Ich hab es halblaut gebrüllt. Wenn n Nachbar das Fenster offen hatte, wird er es gehört haben. Das muss reichen. x)

Ich finde, das was Hugin sagt, macht absolut Sinn. Wie oft kommt es denn vor, dass ne Band, die absolut stümperhaft scheiße ist, n Album veröffentlicht und es dann auch noch so gut promotet, dass es im DF rezensiert wird? Das ist ne absolute Rarität. Um bei wirklich objektiver Betrachtung weniger als 4 oder 5 Punkte zu bekommen, muss man sich in der Regel mindestens so sehr anstrengen wir für eine Note über 7. Aber wenn die untere Hälfte der Skala für jede ansatzweise ernsthafte Band so gut wie unerreichbar ist, dann sägt man sich mit seiner Bewertungsweise doch praktisch das halbe Spektrum ab. Dann hat man in der Praxis 5-7 als den unteren Bereich für all die Platten, die aus subjektiver Sicht nicht gut genug sind, als dass man sie sich nach Fertigstellung des Reviews jemals wieder anhören würde, und 7,5-10 - ein lausiges Viertel des Spektrums - für all die Platten, die für einen persönlich relevant sind. Das ist nicht mehr viel Spielraum. Wenn eh 99% der besprochenen Alben in der oberen Hälfte landen, dann kann man genauso gut mit einem 5-Punkte-Spektrum arbeiten und die 0 halt ein bisschen nach unten erweitern, anstatt künstlich das Mittelmaß aufzublasen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das läuft natürlich auf eine allgemeine Diskussion über den Sinn und Unsinn von Skalen hinaus. Hatte ich zuletzt mit @Tokaro bezüglich der letzten GRAVE DIGGER. Ich habe die These vertreten, dass seine 7 Punkte im Grunde mehr als angemessen für das recht kraftlose Standardwerk waren, aber der allgemeine Wertungsdpiegel im Mittel etwa zwei Punkte zu hoch ist imho.

Klar, im Soundcheck habe ich im Gegensatz zum Review keine Möglichkeit, meinen Arschtritt zu begründen. Aus diesem Grund sollte eine extreme Bewertung nach oben oder unten eben gut überlegt sein.

Bei Reviews bin ich übrigens auch keine Fan von technischem Musik-Sprech. Fill hier, Twin-Lead da.. Alles toll. Ich lese da auch lieber, warum das Album jetzt gerade der Oberscheiß oder eben doch völlig over ist.
 
Alles richtig. Aber demzufolge würde im Soundcheck eine 3-Punkte-Skala ja dann ausreichen. Wenn zudem alle Teilnehmer die Skala ausreizen täten, wäre es ja wiederum auch in Ordnung. Diese markanten Ausreißer nach unten sehe ich ich hier allerdings nur in einer Spalte...

Zu Punkt 1:

Ich weiß nicht, warum dann eine 3-Punkte-Skala reichen sollte. Es ist ja nicht so, dass ich nur drei Wertschätzungsstufen für eine Platte haben kann, die da in etwa lauten "voll geil" - "egal" - "beschissen". Zumindest in meinem Geschmack gibt's da schon noch gewisse Grautöne dazwischen.


Zu Punkt 2:

Auch das sehe ich ein wenig anders, weil es ja auf die Persönlichkeit des Bewertenden ankommt. Es gibt Leute die werten sehr streng, weil sie sagen: "Ich will nichts schönreden, sondern meine Leser auch vor mittelmäßigen Scheiben schon sehr deutlich warnen, weil es davon viel zu viele gibt.", und es gibt Leute, die werten eher wohlwollend, weil sie versuchen an allem das Positive zu sehen und auch für durchwachsene Mucke die passende Zielgruppe zu finden (die es ja nahezu immer gibt).



Ich persönlich gehöre ganz klar zur letzteren Gruppe, und gebe extrem selten sehr schlechte Noten, aber ich hab selber auch tatsächlich ganz selten die Regung, dass ich Musik im Bereich Hard'n'Heavy wirklich richtig schlecht finde, so dass ich die 1,5 nicht aus Höflichkeit nicht gebe, oder wegen der handwerklichen Qualitäten, sondern weil ich sie halt auch nicht empfinde.

Eine nackte Soundcheck-Note eines Rezensenten ist eh immer völlig nutzlos, wenn man sich als Leser nicht zumindest ein grobes Bild davon gemacht hat, wie man selbst zum Geschmack und zum Wertungsschema des Rezensenten steht. Und darum geht es doch: Die Noten von Rezensentin N sind ja nicht primär dafür da, Bands, Promoter und Labels glücklich zu machen, sondern dazu, dass die Leser, die speziell diese Rezensentin für einen Maßstab halten, damit etwas anfangen können.

Unprofessionell finde ich das nicht unbedingt, da es schon auch Wesen des Journalismus (gleich ob Kultur oder Politik) sein kann, polarisierend zu wirken und mit Werken oder Zuständen hart ins Gericht zu gehen.
 
Ja klar @Hugin, am Ende hat das auch immer etwas mit der Persönlichkeit des Rezensenten zu tun. Ich persönlich sehe auch immer eher die positiven denn die negativen Aspekte eines Sachverhalts. Ich habe letzens eine Scheibe mit drei Punkten oder so bewertet und mir da einen gewaltigen Kopf drum gemacht, gewahr der Verantwortung, welche mit solch einer vergleichsweise vernichtenden Kritik einher geht und ich habe mir jede Mühe gegeben, dass auch sehr gut zu begründen.

Daher kann man dieses Bewertungsformat auch gleich in Frage stellen. Wie funktioniert dass denn rein technisch? Ich muss in zwei Monaten in 45 Scheiben reinhören, zusätzlich zu den 40, welche ich persönlich mir zum Beispiel in 8 Wochen noch anschaffe, und soll dann ein qualifiziertes Urteil fällen... Oder ist es eher so : "Trad Metal? find ich doof. Cover ist auch Mist. Und schau Dir nur das Kack-Shirt vom Drummer an.. Ach fuck. Zwei Punkte, da können die Vögel doch eigentlich mit zufrieden sein..."

Andererseits bin ich da wieder beim Flo. Ich les immer erst die Reviews mit den wenigsten Punkten. Aber wie ich bereits ausgeführt habe, kann ich im Review meine Punktevergabe wenigstens begründen.
 
Okay, was fange ich jetzt aber damit an, wenn der Massstab von dem oder der Rezenden/in dermassen von dem Rewiew des Magazins abweicht? Wenn du schon sagst es ist eh nutzlos, dann muss nan sich nicht die Arbeit machen ein Album überhaupt in die Hand zu nehmen.
Zu Punkt 1:

Ich weiß nicht, warum dann eine 3-Punkte-Skala reichen sollte. Es ist ja nicht so, dass ich nur drei Wertschätzungsstufen für eine Platte haben kann, die da in etwa lauten "voll geil" - "egal" - "beschissen". Zumindest in meinem Geschmack gibt's da schon noch gewisse Grautöne dazwischen.


Zu Punkt 2:

Auch das sehe ich ein wenig anders, weil es ja auf die Persönlichkeit des Bewertenden ankommt. Es gibt Leute die werten sehr streng, weil sie sagen: "Ich will nichts schönreden, sondern meine Leser auch vor mittelmäßigen Scheiben schon sehr deutlich warnen, weil es davon viel zu viele gibt.", und es gibt Leute, die werten eher wohlwollend, weil sie versuchen an allem das Positive zu sehen und auch für durchwachsene Mucke die passende Zielgruppe zu finden (die es ja nahezu immer gibt).



Ich persönlich gehöre ganz klar zur letzteren Gruppe, und gebe extrem selten sehr schlechte Noten, aber ich hab selber auch tatsächlich ganz selten die Regung, dass ich Musik im Bereich Hard'n'Heavy wirklich richtig schlecht finde, so dass ich die 1,5 nicht aus Höflichkeit nicht gebe, oder wegen der handwerklichen Qualitäten, sondern weil ich sie halt auch nicht empfinde.

Eine nackte Soundcheck-Note eines Rezensenten ist eh immer völlig nutzlos, wenn man sich als Leser nicht zumindest ein grobes Bild davon gemacht hat, wie man selbst zum Geschmack und zum Wertungsschema des Rezensenten steht. Und darum geht es doch: Die Noten von Rezensentin N sind ja nicht primär dafür da, Bands, Promoter und Labels glücklich zu machen, sondern dazu, dass die Leser, die speziell diese Rezensentin für einen Maßstab halten, damit etwas anfangen können.

Unprofessionell finde ich das nicht unbedingt, da es schon auch Wesen des Journalismus (gleich ob Kultur oder Politik) sein kann, polarisierend zu wirken und mit Werken oder Zuständen hart ins Gericht zu gehen.
 
Übrigens :) das Positiv ist entfernt:acute:
Bei mir leider auch!
@bloodfred hat es eh nie verdient, positiv bekloppt zu sein!
 
Haha, wirklich! Die größten Wizard Fans des Forums kapern den Bandthread für Off-Topic-Entgleisungen. xD

Ich find bisher auch beide Singles richtig geil! Freue mich mega auf das Album!
Das Arsenal aus Kriegshammer, Bogen, Streitaxt und Schwert werde ich mit Dir extra laut anstimmen, sobald die Welt wieder halbwegs normal läuft und wir mein Wiegenfest nachholen können. :feierei:
 
Okay, was fange ich jetzt aber damit an, wenn der Massstab von dem oder der Rezenden/in dermassen von dem Rewiew des Magazins abweicht? Wenn du schon sagst es ist eh nutzlos, dann muss nan sich nicht die Arbeit machen ein Album überhaupt in die Hand zu nehmen.

Ich verstehe jetzt die Frage nicht ganz, im Kontext meines zitierten Beitrags. Das "nutzlos" bezieht sich doch nur auf jenen, der den Rezensenten nicht kennt und nicht einschätzen kann. Aber für den gibt er ja seine Noten nicht ab, sondern für jene, die es interessiert, wie er/sie das Album bewertet. Für die ist die Wertung natürlich nicht nutzlos.

Fürs DF kann ich nicht sprechen, aber dass das Review stark vom Schnitt oder von den Einzelwertungen im Soundcheck abweicht, ist doch normal. Bei uns ist das völliger Standard, weil wir die Einzelrezensionen immer an jemanden vergeben möchten, der sich für die Band interessiert und bei etablierten Bands auch einen entsprechenden Background in Sachen Bandgeschichte hat. Ein Wizard-Review schreibt also im Idealfall jemand, der alle Wizard-Scheiben hat oder wenigstens kennt, und daher das Album im Kontext des Gesamtwerkes einordnen kann.

Im Soundcheck wird die Wizard auch dem Stelzenprogger, dem Frostbeißer und dem Djent-Fetischisten zum Fraß vorgeworfen, und natürlich weicht deren Bewertungsmaßstab von dem des Einzelrezensenten ab. Wer sich regelmäßig im Geschmack von Schreiber A wiederfindet, der schaut nach dessen Wertung für Wizard, und wer teutonischen True Metal ähnlich doof findet wie Schreiberin N, der kann was mit ihrer Note anfangen.

Egal, for the record eine exklusive Vorschau:

Von mir kriegt die neue WIZARD im Februar-Soundcheck 8 Punkte.

Die Ballade für Whirlewolf ist schön.
:hmmja:
 
Im Soundcheck wird die Wizard auch dem Stelzenprogger, dem Frostbeißer und dem Djent-Fetischisten zum Fraß vorgeworfen,

Richtig. Und mir als Teutonic Steel Worshipper würde es dennoch nicht einfallen, die Prog-Genies aus Nowosibirsk runter zu machen, nur weil ich die jetzt kacke finde, wobei die jedoch allerdings offensichtlich mit ihren Instrumenten allerbestens zurecht kommen und wenn ich nur 2.8 Sekunden darüber nachdenke, zu dem Schluss komme, dass die nicht nur handwerklich gut sind, sondern darüber hinaus für ihre Zielgruppe auch eine gewiss Relevanz haben.
Wie gesagt. Das Format ist so nutzlos wie fragwürdig.. So ein typisches 90ger Relikt aus RH-Zeiten halt.
 
Damit ist also ein Minimum an Punkten von einem nicht objektivem Bandhasser vergeben. Das wusste ich nicht und
hätte auch dem keine Bedeutung zugeteilt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe gestern zum ersten Mal die Band-Doku auf Youtube gesehen (keine Ahnung warum die an mir vorbeiging) - klasse und ursympathisch.


Muss sagen, die neuen Singles gehen mir garnicht rein aber wen interessiert es? Die alten Sachen haben bei mir einen hohen Stellenwert und die Jungs ziehen ihr Ding durch. Meinen Respekt haben sie.
 
Ich kenn nur die "Goochan" und das Hohlbein-Album, die sind aber gut bis sehr gut. Der Rest reizt mich allerdings weniger, da das Odin-True-Metal Thema mich zutiefst langweilt. Hoffe die Band bringt mal wieder was originelleres raus.
 
Ich kenn nur die "Goochan" und das Hohlbein-Album, die sind aber gut bis sehr gut. Der Rest reizt mich allerdings weniger, da das Odin-True-Metal Thema mich zutiefst langweilt. Hoffe die Band bringt mal wieder was originelleres raus.
Hatte sie ja mit "Trail Of Death", hat aber anscheinend niemanden interessiert.
"Of Wariwulfs And Bluotvarwes" hat auch nichts mit der typischen True-Metal-Schiene zu tun. Inhaltlich geht es um die Roman-Trilogie von André Wiesler rund um Vampire und Werwölfe. Zugegeben, ist auch nicht super originell.
 
Die 1,5 Punkte sagen weniger über die neue WIZARD aus, als über Nine. Die fand schon so einige Scheiben, die ich sehr mag, für die Tonne, und daher ist ihre Meinung für mich völlig irrelevant. Schade nur, dass sie den Bands damit den Schnitt versaut.

Und die Diskussion über die Wertungs-Skala hatten wir schon mehrfach: Für mich würde es reichen, wenn für 'Rohstoffverschwendung' 0 bis 1, für 'Durchschnitt, hörbar' 2 bis 3 Punkte vergeben werden würden, und der Bewertungs-Spielraum für die empfehlenswerten Veröffentlichungen dadurch entsprechend größer wäre.
 
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