DEATH SS - In Death Of Steve Sylvester

Dieses Thema im Forum "IRON FISTS - Heavy Metal & Doom Metal" wurde erstellt von Hugin, 5. September 2019.

  1. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Kein Thread für Italiens mutmaßlich dienstälteste und kreativste Metalband? Nun, kein Skandal vielleicht, aber doch ein kleines bisschen überraschend, oder?

    Ich liefere für den Moment mal keinen großen historischen Abriss, da ich denke, dass die Band hinreichend bekannt ist, da ja immerhin seit 1977 am Start und mit 9 Studioalben, sowie grob geschätzt 10.236 verschiedenen Singles, EPs, Compilations und Samplern durchaus veröffentlichungsfreudig unterwegs in Sachen Doom, Heavy Metal, Gruftrock und Industrial in über die Jahre unterschiedlich ausgeprägten Mischungen.

    Warum dieser Thread zum jetzigen Zeitpunkt? Nun, ganz einfach weil bei mir seit einigen Tagen das aktuelle Album "Rock'n'Roll Armageddon" (2018 als Eigenpressung, seit August 2019 dann über High Roller) in Dauerschleife rotiert, und - wäre es streng genommen kein 2018er Release - durchaus gute Chancen für mein 2019er-Stockerl hätte.

    Puristen mag es bisweilen zu sehr Crossover der oben genannten Genres sein, aber ich finde sowohl Steve Sylvesters "creepy singing" nach wie vor meisterlich als auch das sehr eingängige Songwriting, den gruftigen Groove und das komplette Package im Schnittbereich zwischen Alice Cooper, W.A.S.P., Rob Zombie, Nick Cave, Marilyn Manson, Kiss, Lordi, Morricone und der Addams Family total überzeugend.

    Guilty Pleasure? Vielleicht...

    [​IMG]

    Hörprobe, das Titelstück als Videoclip:

    https://www.youtube.com/embed/dJxiUflVwTk
     
    Zuletzt bearbeitet: 5. September 2019
  2. Dekker

    Dekker Till Deaf Do Us Part

    tatsächlich fand ich den Künstler bisher immer ein wenig zweite Reihe, gerade auch was die Songs anging. aber wie Du schon treffend bemerkt hast, wenn man Alice Cooper, W.A.S.P. und auch Twisted Sister mag...dann passt das. ich habe mir das Album mal auf den Stick gepackt, aber noch nicht wirklich reingehört. liegt mit Sicherheit auch daran das ich den Opener ziemlich unpassend finde.
     
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  3. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    Ich war und bin immer sehr zwiegespalten bei der Band - einerseits haben die trotz aller Veränderungen oft nen sehr eigen(artig)en Stil mit viel Atmosphöre und durchaus auch mal geile Songs, andererseits finde ich den Gesang sehr häufig einfach furchtbar. Außerdem gibt es kein Album von denen, das ich durchgehend toll finde - die ersten beiden "richtigen" Alben gefallen mir trotz einzelner Highlights (vor allem auf "Black Mass") insgesamt längst nicht so gut wie die meisten ihrer 80er Singles (die ja z.T. auch auf der Compilation vor dem eigentlichen Debüt-Album waren), Alben Nr. 3 und 4 finde ich dann besser (das vierte ist meiner Meinung nach auch das stilistisch originellste) aber auch nicht durchgehend stark. Danach haben die höchstens noch einzelne Songs gemacht, die mir gefallen - zu oft ging mir das dann in Richtung Rammstein/Marylin Manson-Verschnitt...
     
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  4. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Was missfällt dir so sehr am Opener? Ich steh ja schon ein bisschen auf die Kirchenorgel und das kurrige Rezitativ sowie die dann langsam hinzukommende Leadgitarre. Doch, gefällt mir. Ansonsten "zweite Reihe", jo, sicherlich. Aber das sind ja mehr als 90% der hier beliebten Bands.

    Kann ich alles recht gut nachvollziehen, ich bin ja nun auch kein Jubelperser, welcher die Band als Überflieger feiert, aber ich hab einfach einen Mordspaß an dem neuen Zeug grad. Auch die Industrial-Note, die man seit "Do What Thou Wilt" im Gepäck hat, stört mich erstaunlicherweise kaum. Vermutlich, weil die Band diesen Aspekt ihres Sounds nicht in einer Weise betont, die sie stilistisch oder ästhetisch vom traditionellen Metal abgrenzen würde, wie es eben bei Marilyn Manson oder Rammstein der Fall ist.

    Wie schon oben von mir und auch von @Dekker bemerkt: Heute ist das kompositorisch im Wesentlichen im Fahrwasser von alten Helden wie Alice Cooper, W.A.S.P., Kiss oder Twisted Sister; damit dann auch nicht weit weg von z.B. Lordi; der Industrial-Touch beschränkt sich auf den Drumsound und die Keyboards, und ist auch nimmer ganz so dominant wie in den Neuzigern oder frühen 2000ern.
     
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  5. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    Ja, auf "Do What Thou Wilt" hat mich der Industrial-Touch auch noch gar nicht gestört. Denke, das liegt daran, dass sie, wie du schon sagtest, immer noch im traditionellen Heavy Metal verwurzelt waren und auf dem Album teilweise auch noch sehr progressiv und stilistisch völlig einzigartig unterwegs waren. Das hat mir auf den Alben danach (bzw. was ich davon kenne) dann oft gefehlt, die ja meist deutlich simplere und eingängigere Songs hatten (und die gelegentlichen doomigen Elemente sind denen auf den Alben auch abhanden gekommen).

    Gerade diesen Lordi-Hard-Rock-Einschlag mag ich bei den letzten Sachen, die mir zu Gehör kamen, auch überhaupt nicht. Ich möchte bei einer Band mit Satans- und Horror-Image einfach keinen partytauglichen Hardrock, das passt für mich nicht zusammen (mal abgesehen davon, dass ich eh kaum partytauglichen Hardrock wirklich mag).
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. September 2019
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  6. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Kann dir da nicht wirklich widersprechen, wie sich an den übereinstimmenden stilistischen Verortungen ja zeigt. Ich mag's halt trotzdem saugerne.
    :D
     
  7. Oliver Weinsheimer

    Oliver Weinsheimer Redakteur Roadcrew

    Die neueren Death SS Sachen finde ich durch die Band schrecklich. 70er und 80er Kram war gut, aber ohne die Bühnenshow hätte es glaube ich nie jemanden interessiert
     
  8. Bulletrider

    Bulletrider Till Deaf Do Us Part

    Witzig, dass jetzt gerade dieser Thread aufploppt, wo ich just gestern zum ersten Mal einen Ton von der Band, die mir bisher nur dem Namen nach bekannt war, gehört habe. Hätte eigentlich seit Ewigkeiten vor, da Mal reinzuhören, da ich deren zum Teil engagierten Coverkünstler Emanuele Taglietti sehr super finde. Aber erst durch das Reviews im aktuellen DF habe ich gestern das dann Mal getan. Für eine fundierte Meinung noch zu wenig gehört, aber fürs Erste hat mir das schon durchaus Bock gemacht. Da folgen definitiv noch genauere Lauscheinheiten :)
     
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  9. Ancient

    Ancient Till Deaf Do Us Part

    Verzeihung, falls jemand "In Death Of Steve Sylvester" LP (1988; 1st press; Metalmaster) sucht, einfach melden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 6. September 2019
  10. ToxicWarrior

    ToxicWarrior Deaf Dealer

    Bei Death SS ist es bei mir so, dass ich wirklich froh bin, dass ich sie zum ersten mal erst mit der "Do What Thou Wilt" CD entdeckt habe. Das Album finde ich wirklich grandios und gehört für mich zum Besten aus den 90ern. Hätte ich die vorherigen Alben gekannt, hätte ich ihr wohl nie ne Chance gegeben.
     
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  11. Apparition

    Apparition Deaf Dealer

    Für die hab ich eine ausgesprochene Schwäche. Steve Sylvester kann vieles sehr gut, wenn auch wenig wirklich supergeil. So kann man die Band vielleicht am besten zusammenfassen. Black Mass, Heavy Demons, Do What Thou Wilt und Panic sind allesamt sehr gut. Danach wird's sehr durchwachsen und seicht, aber ein paar gute Songs pro Album kriegt er immer hin. Die ganz alten Sachen sind mir zu rumpelig, aber ich finde sie historisch schon interessant, weil sie für Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger bemerkenswert heavy und böse sind.

    Mein Highlight ist allerdings "The Cursed Concert". Vielleicht das beste Power Metal-Livealbum, das es gibt. Da war die ganze Band echt "on fire". Hör ich unheimlich gerne.

    Zum Glück konnte ich sie auch mal live sehen, 2001 in Wacken war das. Große Bühne, große Show. Das war ziemlicher Wahnsinn. Es gibt davon auch eine DVD, die müsste ich eigentlich mal kaufen.

    https://www.youtube.com/embed/CGeDNhwr_84
     
  12. Deathinfektor

    Deathinfektor Deaf Dumb Blind

    Also die "frühen" Sachen gehören für mich zu den absoluten "Underground"-Perlen, mit allem ab 1990 hab ich mich bis jetzt nie beschäftigt, weil ich bisher immer davon ausgegangen war, dass mir das zu experimentell is - vlt ein Fehler aus Engstirnigkeit, oder was meint der Rest hier?
     
  13. Apparition

    Apparition Deaf Dealer

    Eigentlich sind die das Gegenteil von experimentell. Heavy Demons ist eine starke Power Metal Scheibe, IMO eine der besten aus Europa. Ab Do What Thou Wilt kommen elektronische Elemente dazu, ab Panic wird die Musik eigentlich sehr leicht verdaulich bis "poppig", aber natürlich immer mit harten Gitarren. Kitschige Balladen gibt's auch.
     
  14. Deathinfektor

    Deathinfektor Deaf Dumb Blind

    Elektronische Elemente sind für mich experimentell haha - aber die Heavy Demons werd ich mir bei Gelegenheit mal reinziehen!
     
  15. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    "Heavy Demons" ist absolut eingängiger, traditioneller Heavy Metal mit Horrorfilmatmosphäre, da ist nix experimentell. Und die 92er "Straight To Hell" EP (kam unter dem Namen Sylvester's Death raus) ist auch alles andere als Experimentell - die wurde vor einigen Jahren zusammen mit der "Baron Samedi" Maxi (mit dem geilen Doom-Stück "The Book Of The Law") auf einer LP als Vinyl wiederveröffentlicht.
    "Do What Thou Wilt" würde ich noch am ehesten als experimentell bezeichnen, aber auch die ist ziemlich eingängig (wenn auch weniger als vielleicht alle anderen Alben der Band) und bietet einen Mix aus Heavy, Thrash, Doom, Gothic und Progressive Metal.
    Aber, wie schon gesagt, so richtig durchgehend geil finde ich kein Album der Band, heute sogar noch weniger als vor Jahren. Könnte mir aus einzelnen Stücken eine Best-Off zusammenstellen und da würde eine CD wohl locker reichen. Die ersten beiden 90er Scheiben waren immer meine Favoriten, danach "Black Mass" und dann einige der Singles (bis 1997). Vom Debütalbum mag ich wohl nur "Terror" so richtig...
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. September 2019
  16. Carrion For Worm

    Carrion For Worm Till Deaf Do Us Part

    Mag ich bis Heavy Demons. Black Mass war neben Bulldozer's Day of Wrath das erste, was ich an Italo-Metal gehört hatte. Sollte ich mal wieder auflegen, mich hat gerade ein Ohrwurm vom albernen aber verflucht eingängigen "Cursed Mama" erwischt :D.

    Rein vom Songmaterial ist die Evil Metal EP in meinen Augen der Höhepunkt. Das war für 1983 schon beachtenswert heavy und düster. Schade nur, dass die Pressung so beschissen ist & daher nie veröffentlicht wurde, ansonsten echt ein Schmuckstück.
     
  17. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    Kenne ich gar nicht. Welche Stücke sind denn da drauf? Ich hab noch die "Horror Music" Compilation, auf der unter anderem "The Night Of The Witch" (1982), "Profanation" und "Spiritualist Seance" (beide von 1983) drauf sind - gerade die letzten beiden klingen im Gitarrenbereich extrem heavy, vor allem für die Zeit (und da ist der Sound auch sonst sehr gut)!
     
  18. Carrion For Worm

    Carrion For Worm Till Deaf Do Us Part

    Chains of Death / Inquisitor / Schizophrenic. Die Stücke sind viele Jahre später auf der Compilation "The Story Of Death SS 1977-1984" erschienen. Ich weiß allerdings nicht, ob es dieselben Aufnahmen sind, da mir die VÖ nicht vorliegt.
     
  19. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    Ah, okay, davon habe ich nur "Chains Of Death" in einer 1995er Version auf der "Horror Music", der Song ist auf jeden Fall geil!
     
  20. Apparition

    Apparition Deaf Dealer

    Inquisitor taucht in einer anderen Fassung auch auf Heavy Demons auf.
     
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