Viel zu wenig Maiden hier... der IRON MAIDEN-Thread

Dieses Thema im Forum "IRON FISTS - Heavy Metal & Doom Metal" wurde erstellt von schneezi, 21. August 2014.

  1. Erdbär

    Erdbär Till Deaf Do Us Part

    Ich sehe inzwischen auch, dass man auf dem Album Senjtsu an einigen Stellen den Rotstift hätte ansetzen können. Death Of The Celts zum Beispiel hätte gut und gerne zwei Minuten kürzer sein können (Gary Moore Dudelpart wegstreichen z.B.), sogar das von mir so heiß geliebte The Parchment hätte man um vielleicht eine halbe Minute entschlacken oder zum Ende hin noch eine Spur schneller spielen können. Lost In A Lost World finde ich nach wie vor unnötig wie ein Kropf (schwächste Nummer auf dem Dopppelalbum) und Darkest Hour hätte auch in fünf statt sieben Minuten zu Ende erzählt werden können. Macht summa Sumarum 15 Minuten weniger. Hätte also alles auf eine Platte gepasst.

    Aber insgesamt bin ich mit Senjutsu sehr viel zufriedener, als mit The Book Of Souls: Weil ich die zweite CD von Book Of Souls so gut wie nie auflege, CD 1 aber schon, was bedeutet, dass gute und "schlechtere" Songs auf BOS sehr ungleich verteilt waren. Weiterhin sind auf Senjutsu keine sinnlosen und nervigen Ohohoho-Chöre mehr vorhanden, die viele ja zum Beispiel bei The Red And The Black eher störend fanden (mich eingeschlossen). Das ist ein weiterer Bonuspunkt von Senjutsu.

    Auch der Klang von Senjutsu überzeugt mich mehr, als alle anderen Shirley Produktionen, AMOLAD mal ausgeklammert. Die Keyboards sind Geschmackssache, ich finde sie stellenweise nervtötend, an anderer Stelle fallen sie kaum ins Gewicht.

    Nach nun fast 50 kompletten Durchläufen einschließlich mehrerer mehrwöchiger Hörpausen zur "Verdauung" halte ich gute 9/10 für Senjutsu nach wie vor für gerechtfertigt. Skipkandidaten sind und bleiben für mich Lost In A Lost World (eine der schwächsten Harris Nummern seit Jahren, vielversprechender und psychedelischer Beginn, danach Stangenware), Darkest Hour (was da eher am patriotischen Rule Britannia Text von Brexit Bruce liegt, als am Song selbst) und das spinal-tappige Death Of The Celts.

    Auf ewig in mein Herz eingebrannt sind und bleiben das für mich zur Veröffentlichung von mir zunächst eher verhalten aufgenommene und nun innig geliebte Endzeit-Westernstück Writing On The Wall, die abwechslungsreiche Gers-Wundertüte The Time Machine (sein bester Song seit Ghost Of The Navigator) und das von vielen aufgrund seiner Längen und Repetivität gescholtene, für mich aber magisch-hypnotische The Parchment mit seinen göttlichen Gitarrensoli in der Mitte und dem furiosen Ritt auf dem Orienteppich zum Ende.

    Also ist Senjutsu eine Wundertüte mit sehr viel Licht und auch ein wenig Schatten. Aber dennoch überzeugender als BOS, DOD oder FF. Nur AMOLAD und BNW sind vielleicht noch stärker.

    Ich würde jedenfalls zur Show gehen, wenn sie Senjutsu komplett spielen und als Zugabe vielleicht noch eine kleine Überraschung aus der Mottenkiste ausgraben (Total Eclipse oder Stranger In A Strange Land wären geil, danach Number Of The Beast und Iron Maiden. Fear Of The Dark gerne als letzten Song, dann kann ich eher zum Auto oder zur U-Bahn). Ich brauche nicht das ewige Wiederkäuen der selben Klassiker und dass bisher noch nie gespielte Songs wie Flash Of The Blade oder Alexander The Great jemals live gespielt werden, habe ich für mich persönlich ad acta gelegt.

    Maiden schulden uns als Fans gar nichts. Macht Euch von Erwartungshaltungen frei, dann werdet Ihr nicht enttäuscht, dass nach 30 Jahren immer noch nicht Flash Of The Blade oder Alexander The Great live gezockt werden oder Maiden keine Dampfhammer Platte wie Killers mehr rauskloppen. Maiden machen das, worauf sie Bock haben, was Ihnen grade durch den Kopf geht und ihnen Spaß macht. Wenn sie Spaß haben, Senjutsu komplett am Stück zu spielen, sollen sie es machen, denn dieser Spaß wird sich auch in ihrer Spielfreude auf der Bühne wiederspiegeln: Keiner zwingt Euch, dahin zu gehen und das 90 Minuten zu ertragen. Für die Klassiker habt Ihr ja die Legacy Of The Beast Tour (zu der ich nich gehen werde).
     
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  2. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    "Lost In A Lost World" hat wirklich einige der schwächsten Momente des Albums, aber für mich leider auch einen (bzw. zwei) der besten (ich meine damit die Gesangsmelodie, die gegen Ende im ruhigeren Part kommt und die nach dem Intro bereits mit flotterer musikalischer Begleitung dargeboten wurde). Daher würde ich bei "Senjutsu" tatsächlich sagen, dass ich - im Gegensatz zu den beiden Vorgängeralben - keinen Song komplett schwach finde, dafür aber auch leider an allen Highlights etwas auszusetzen habe - und das stört mich eigentlich noch mehr, als wenn es ein paar richtig schlechte Songs und dafür auch makellose Hits gegeben hätte. Ich könnte bei den drei Abschluss-Epen auch deutlich mehr kürzen als du, insgesamt eine knappe Stunde hätte bei dem Album locker gereicht und alle Parts, in denen das Keyboard auf simpelste Weise einfach nur die Gitarrenmelodien begleitet, hätte man streichen müssen. Was für dich offenbar nur kleine Makel sind, versaut mir den Hörgenuss leider fast vollständig... (klingt jetzt extremer, als es gemeint ist - wenn die Scheibe lief, haben mir viele Momente auch wirklich gefallen, aber aufgrund der unnötigen Wiederholungen und Keyboards habe ich leider selten Bock drauf, sie einzulegen, weil ich mich jedes Mal darüber ärgere)
    Bei den Punkten bin ich bei dir, nur sieht meine Gesamtbewertung des Albums ganz anders aus, da ich es in seiner Gesamtheit als zäh empfinde (war aber auf den beiden Vorgängern mindestens genauso und gerade "The Final Frontier" hat auch viel mehr schwache Songs). Vor allem hätte man hier ohne wirklich viel Aufwand so viel mehr rausholen können, das ärgert mich am meisten!
     
    Zuletzt bearbeitet: 18. Januar 2022
  3. Pavlos

    Pavlos Till Deaf Do Us Part

    Sorry Jungs, aber ich kann Null Komma Null nachvollziehen, wie man z.B. in Hell On Earth keinen Spannungsbogen hören kann...oder mag.

    :)
     
  4. Erdbär

    Erdbär Till Deaf Do Us Part

    So geht es mir mit The Parchment.

    Trotz vieler Wiederholungen und eher schleppenden Tempos zieht es mich wie ein riesiger Strudel hypnotisch in seinen Bann. Hier sind es eher die zauberhaften orientalischen Melodien, die mich verzaubern, nicht dass nicht alle 10 Sekunden was Neues passiert. Wenn ich das will, kann ich Psychotic Waltz oder Leprous hören.

    Hell On Earth hat dazu noch den herrlichen emotionalen Pathos, die Ergriffenheit und das sowohl tragische und zugleich hoffnungsspendende Element. Geil geil geil :jubel::verehr:
     
  5. DeadRabbit

    DeadRabbit Till Deaf Do Us Part

    Für mich hat das aktuelle Album exakt die Longtracks der post 2000-Maiden, die mir am wenigsten 'long' vorkommen.
    Für mich ist SENJUTSU eine absolut runde Sache.
    Ne heisse Scheibe, sozusagen.:top:
     
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  6. Somberlain

    Somberlain Till Deaf Do Us Part

    Beim Gedanken 'Hell on Earth' live zu sehen, eventuell sogar als Finisher, wird mir ganz anders. :jubel::jubel::jubel:
     
  7. St. Barbara

    St. Barbara Till Deaf Do Us Part

    Maiden haben (nach Ära Paul) doch noch nie einen Gig mit 'nem aktuellen Song beendet
     
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  8. Erdbär

    Erdbär Till Deaf Do Us Part

    Selbst bei der AMOLAD Tour kam nach den regulären Songs des Albums noch eine Handvoll anderer Songs. Evil That Men Do und die üblichen Verdächtigen.
     
  9. Somberlain

    Somberlain Till Deaf Do Us Part

    Das wusste ich so gar nicht. Man lernt immer etwas dazu! :D
     
  10. Acrylator

    Acrylator Till Deaf Do Us Part

    Spannungsbogen schon, aber der wäre für mich noch mitreißender, wenn der Song ein paar Minuten kürzer wäre...;)
     
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  11. Erdbär

    Erdbär Till Deaf Do Us Part

    Hell On Earth ist nun wirklich perfekt wie es ist. Keine Sekunde zu lang und keine zu kurz. Da würde ich nix ändern wollen
     
  12. Epico

    Epico Deaf Dealer

    Demzufolge wären ja auch Sabaton geil - damit betrachte ich den Gegenbeweis als geführt.
    Für mich fühlt es sich eher so an, als müssten Maiden hier "Schmähungen" über sich ergehen lassen, die anderen sehr langjährigen Bands, die - positiv formuliert - ihrem Stil immer treu geblieben sind, erspart blieben. Besonders frappierend finde ich da den Vergleich zu der anderen britischen Heiligkeit Judas Priest. Disclaimer: Mein ganzes metallisches Leben lang war und bin ich eindeutig Team Priest. Maiden habe ich meist gemocht, immer respektiert - aber meine Wurzeln lagen immer bei Priest. Wenn ich jetzt aber die jeweils aktuellen Alben vergleiche, sehe ich für mich Erstaunliches: Priest werden für Firepower fast unisono gefeiert - obwohl die Scheibe in meinen Ohren extrem selbstreferenziell ist. Gut gemacht, aber sehr kalkuliert, ohne jede "Weiterentwicklung". Maiden hingegen bewegen sich zwar unstreitig auf der musikalischen Basis ihrer über 40-jährigen Karriere, haben hier aber für mein Empfinden kein reines c&p-Album abgeliefert - werden aber für das unstreitig weiterhin vorhandene (aber mMn deutlich eingedampfte) Harris-Syndrom für meinen Geschmack über Gebühr kritisiert. Dies von einem, der weit von einem "Heiligstellen" der Eisernen Jungfrauen entfernt ist, Senjutsu aber tatsächlich ziemlich weit oben in der Discographie einsortieren würde.
    So geht's mir bei Death of the Celts - einfach nur geil!
     
  13. sash81

    sash81 Till Deaf Do Us Part

    Qualität ist ein subjektives Empfinden und definiert sich unter anderem daran, welche Anforderungen ich an ein Produkt stelle, damit es meinen Qualitätsansprüchen genügt. Und wenn dem so ist, kaufe ich das Produkt, weil es mir gefällt. Oder glaubst du, Sabaton würden so viele Platten etc. verkaufen wenn den Kram keiner hören will? Ich brauche die im übrigen auch nicht, also trage ich zu deren Erfolg auch nichts bei.
     
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  14. nigranimus

    nigranimus Deaf Dealer

    Sehe ich genauso. Komischerweise gibt mir Firepower wenig bis gar nichts, obwohl ich Priest extrem mag.
    Und trotz aller Priest-Liebe gehöre eindeutig ins Maiden-Lager
     
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  15. Somberlain

    Somberlain Till Deaf Do Us Part

    Habe heute die Zeit gehabt 'Senjutsu' in einem kompletten Sitting durchzuhören und mir wird ganz warm ums Herz, wenn ich daran denke, dass ich 'Hell on Earth' wirklich live sehen könnte. :jubel:
    Ich hoffe die werden die Folgetour bald ankündigen.
     
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  16. Buko73

    Buko73 Deaf Dealer

    Darkest hour kommt mir oft viel zu schlecht weg. Die Soli sind ja wohl erste Sahne und mit die besten auf der ganzen Platte.
     
  17. SirMetalhead

    SirMetalhead Till Deaf Do Us Part

    Dafür hat es den schwächsten Chorus [​IMG]
     
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  18. Erdbär

    Erdbär Till Deaf Do Us Part

    Und einen behämmerten Text.
     
  19. Angelripper

    Angelripper Deaf Dealer

    Bei Darkest Hour passt alles von vorne bis hinten!
     
  20. Dogro

    Dogro Till Deaf Do Us Part

    Anders herum wäre aber more evil.
     
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