RUSH - polarisierende Götter

Dieses Thema im Forum "METROPOLIS - Progressive Rock & Metal" wurde erstellt von Achilles, 21. August 2014.

  1. IronUnion

    IronUnion Till Deaf Do Us Part


    "My 'in the mood for love' song
    I’d pick a little cocktail jazz, something by Bill Evans. That’s my current obsession. I’m trying to understand the depth of his catalogue
    ."

    Bill Evans = "cocktail jazz" ?!
    Ääh, interessante Ansicht.
    Aber gut, Geddy Lee ist ja Rocker und nicht Jazzer.

    Schön dagegen Geddys Antwort auf die Frage nach

    "My biggest disappointment

    Emerson, Lake & Palmer had a famously disappointing album, Love Beach. I was a huge ELP fan, but that one really furrowed my brow."

    Das ist tatsächlich die einzige ELP-Platte, die ich besitze, bester Flohmarktspontankauf ever!
    Plattentitel, Coverfoto sowie der Einleger mit dem grandiosen "Love Beach"-Merch (Jäckchen und Turnhöschen für den Love Beach-Playboy) bilden eine unschlagbare Einheit. Super Platte um Menschen zu erschrecken.
    Zur Musik selbst kann ich nichts sagen, ich hör sowas nicht.
     
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  2. Guardian

    Guardian Till Deaf Do Us Part

    Es gibt noch einen gleichnamigen Saxophonisten... Da würde es durchaus passen.
     
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  3. IronUnion

    IronUnion Till Deaf Do Us Part

    @Guardian:
    Stimmt. An den hatte ich nicht gedacht.
     
  4. Burmi

    Burmi Till Deaf Do Us Part

    Presto keine gute scheibe in seinen Augen? Ist ein Meisterwerk das ding!
    Aber das macht ihn auch wieder sehr sympathisch.
     
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  5. CimmerianKodex

    CimmerianKodex Till Deaf Do Us Part

    Bis auf den relativ dünnen Sound ist "Presto" in der Tat ziemlich großartig.
     
  6. GrafWettervomStrahl

    GrafWettervomStrahl Deaf Dealer

    Geddy erzählt das überall, ich hab´s schon oft gelesen. In dem Buch "Contents Under Pressure" von (wieder mal) Martin Popoff ist das "Presto"-Kapitel das traurigste des ganzen Buchs. Autor und Ged machen Kleinholz aus der Scheibe, sogar von einer "Fingerübung für die nachfolgende RollTheBones" ist da die Rede (diese Bemerkung stammt vom Autor).

    Neil hat die Sache wieder mal auf sein ihm eigenes Level gehoben, indem er sagte (ich paraphrasiere das möglichst nahe am Original): "Presto" habe als Album sein eigenes Potential nie ganz erreicht, nicht das, das die Band eigentlich hatte, noch das des Songmaterials (?). Dann fährt Neil ungewohnt angriffslustig fort, es sei sinnlos darüber zu debattieren, denn irgendwer käme immer um die Ecke und würde die Band in Rechtfertigungsnot zu bringen versuchen. Das sei eine Lektion, die er schon lange gelernt habe - nie die eigene Arbeit zu kritisieren, denn das gäbe immer Ärger mit irgendwem. Und Neil schließt seine Herzensergießung mit einem spürbar stoßgeseufzten: Ok, Ihr wißt es eh besser...!

    Ja, tun wir in dem Fall auch, Neil. :D Wir Presto-Fans zumindest. Ich meine, Goethe hat seine "Farbenlehre" für sein wichtigstes Werk gehalten. Heute lacht man über diese Arbeit. "Presto" ist für mich persönlich das Rush-Album, das mich am allermeisten berührt. Das privat-erfüllendste sozusagen. Da kann Geddy sagen, was er möchte. Es ist ja ohnehin klar, daß viele Musiker ihre Alben eher nach den Vibes bewerten, die bei der Entstehung herrschten. Gut, bei "Presto" ist Geddy mit gar nix zufrieden, das ist sein gutes Recht, aber worin der Sinn besteht, denjenigen Fans, die dieses Album heiß und innig lieben, durch so ein jahrzehntelanges Autodafé das Leben und Liebhaben unnötig schwer zu machen, das verstehe ich auch nicht so wirklich.

    Was mich übrigens an dem hier verlinkten Geddy-Interview am meisten überrascht hat, ist seine mehrfache The-Who-Referenz. Hätte da eher Led Zep erwartet. In einer erst kürzlich erschienen dt.sprachigen Zeitschrift läßt Geddy sich über "Led Zeppelin I" als sein absolutes Lebensalbum aus. Da freut einen doch fast die Hinwendung zu "Who´s Next" und generell zu den Who. Was hat Townshend nicht daran gelitten, nach dem Wegbruch der Beatles von Zep auf dem Weg zur größten Band der Welt eingesackt zu werden. Townshend hat ja bekanntlich ein mehr als angespanntes Verhältnis zu der Arbeit von Page&Co und sich mehrfach sehr abfällig über deren Werk geäußert.

    Ich kann heute keine der beiden Bands mehr hören, sie sind zu sehr mit meiner frühen Jugend verknüpft, bei "Quadrophenia" habe ich Clerasil-Geruch in der Nase und bei der ersten vier Zep-Alben wieder Blasen an den Fingerkuppen. Nur eines ihrer ganzen Alben steht noch in meinem Plattenschrank, "Houses Of The Holy", trotz des fürchterlichen Covers.

    Is ja auch egal, bezgl. "Presto" sage ich und sage mit Neil: Okay, Geddy, Ihr wißt es ja eh immer besser... :acute:
     
  7. Burmi

    Burmi Till Deaf Do Us Part

    Dankeschön für die tollen worte!
    In Gedanken, das wir es besser wissen, werde ich nochmal presto hören.
     
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  8. IronUnion

    IronUnion Till Deaf Do Us Part

    Findste? Ist mein Lieblingscover von Led Zeppelin.
    Nicht weil ich pädophil bin, sondern weil es die mystisch-folkig-psychedelische Stimmung der Scheibe bestens wiedergibt.

    Und Presto ist wirklich eine der besten Rush-Scheiben.
    Trotz der Karnickel.
    Aber wie man ja weiß, Rabbits auf Plattencovern don't come easy.
     
  9. Ray Lomas

    Ray Lomas Deaf Leppard

    Gerade wegen der Karnickel! :)
     
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  10. GrafWettervomStrahl

    GrafWettervomStrahl Deaf Dealer

    Die Karnickel sind nicht alle gleich sympathisch. Der dicke weiße Rammler in der unteren Fastbildmitte hat in der Tat einen wenig einladenden Gesichtsausdruck. Er wirkt auf mich verschlossen, herrschsüchtig und sogar leicht narzisstisch, wenn ich das so anmerken darf. Tai Chi würde dem mal gut tun. Die Tiere am unteren Bildrand (also ganz vorn von der Bildmontage her, eines auch im Rücken des Rammlers) scheinen so etwas wie der Harem unseres Patriarchen zu sein. Sie werden nicht näher spezifiziert und treten eher generisch auf - wie es Frauen so häufig ergeht in der Kunstgeschichte, solange die Künstler männlich waren.

    Die Kadetten im Bildhintergrund können eigentlich nur männliche Junghasen sein. Möglicherweise künftige Herausforderer des Alphatieres. Der Geselle, der am nächsten an den Harem reicht, trägt ganz augenscheinlich den Schalk im Nacken. Er sieht aus wie ein Känguru in der gewählten Perspektive. Sein Nachbar fungiert als bildinterner Beobachter und betrachtet den dicken Rammler aus sicherer Entfernung. Möglich, daß er es bereits versucht hat, ihn vom Thron zu stürzen, und gescheitert ist.

    Ganz desillusioniert und beinahe dissoziiert dann die beiden Häschen oben auf dem Hügel. Eines wendet sich schon ab, es scheint kaum noch mit der Gruppe vorn im Bild verknüpft zu sein. Und dann kommt unser Freund, der Zauberhase, ins Spiel. Er schwebt über dem Geschehen ("If I could wave my magic wa-hand..."), doch ganz wohl scheint ihm dabei nicht zu sein. Ein bißchen ängstlich schaut er über die Zylinderkrempe. Wer diesen Hasen nichts ins Herz schließt, ist des Albums unwürdig. Der Zauberhase war auch auf den Tourplakaten und Tourpässen abgebildet.

    Daneben gab es bekanntlich große Riesenhasen auf der Bühne. Darauf sind Rush noch heute stolz. Die Bühnenshow scheint ihnen mehr in Erinnerung geblieben zu sein als das "Presto"-Album. Ach ja, if I could wave my magic wand... I´ll put everything alright.
     
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  11. Krachturm

    Krachturm Till Deaf Do Us Part

    Ich bin dann doch schwach geworden und hab mir den Starman gegönnt. Bzw. mal wieder etwas Erfahrung.
    Druck bescheiden dünne, schon nach drei Wäschen deutlich verblasst. Noch paar Durchgänge und der Starman verschwindet im berüchtigten schwarzen Loch meiner Waschmaschine. Dünne im Wortsinn auch das Shirt, das zwar durch die used-look- Besäumung erstmal ganz nussig aussieht, aber sonst nichts kann. Mir schwant gar, dass ich diesen vermaledeiten Zwirn bald als bauchfreies Strechtop tragen kann. Vielleicht ne Option fürn Garten.

    Fazit: Rotz gekooft
     
  12. Vauxdvihl

    Vauxdvihl Till Deaf Do Us Part

    Ich habe mir gerade den "Starman" als Tapete in Größe 80x60 für mein heimisches Arbeitszimmer bestelllt. Hängt dann hinter mir und meine Kollegen sehen ihn immer bei Videokonferenzen. Ist heute angekommen, wird Samstag antapeziert. :)
     
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  13. JazColeman

    JazColeman Deaf Leppard

  14. Fallen Idol 666

    Fallen Idol 666 Till Deaf Do Us Part

    wunderbar geschrieben und zeitgleich unglaublich traurig:hmmja::hmmja::hmmja:
     
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  15. TheGunslinger

    TheGunslinger Deaf Dealer

    Ich hab Ende 2020 endlich Pearts Bücher gelesen. Dicke Empfehlung für alle, die das noch nicht getan haben.
     
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  16. Rotfuchs

    Rotfuchs Till Deaf Do Us Part

    Die "R40 Live" läuft hier gerade, ein wirklich tolles Live-Album. Interessanterweise auch das erste, was ich wirklich von Rush gehört habe. Quasi mein Einstieg.
    Klar hat Geddy Lee schon mal besser geklungen, aber das kann sich auch jeder denken der Zeitspanne.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. Januar 2021
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  17. Buddy Graves

    Buddy Graves Till Deaf Do Us Part

    Derzeit rutsche ich wieder in eine richtig heftige RUSH-Phase. Zwar war das über Jahre mal meine erklärte Lieblingsband, aber irgendwie ( auch hier ist wieder dieser Wust an Platten anzuführen ) hab ich die Großartigkeiten der Kanadier aus den Augen verloren. War auch die einzige Band aus dem sogenannten Prog-Sektor, bei denen ich einen ausdauernden Atem hatte, was das Beschaffen der kompletten Studiodiscographie angeht. Hab ich bei anderen meiner Faves ( GENESIS. MARILLION. YES. ) nicht gebacken bekommen. Die Livescheiben hab ich (noch) nicht im Regal, was u.a. auch an der Tatsache liegt,daß ich mir da lieber ne DVD der BAnd in den Player wuchte - und da werde ich demnächst wohl wieder in allen Farben kotzen, weil die "Rush In Rio" bis heute auf keinem meiner Player gelaufen ist / läuft - ich konnte mir das bisher nur am Rechner geben. Toll. Fxxk.Scheiße.
    "Hold Your Fire" lauschend beruhige ich mich...
    Was ich unbedingt noch hier haben MUSS, ist die "Beyond the lightened stage" -Doku; stell ich mir mega vor. Aber was mich seit dem ersten Tag beschäftigt: warum polarisierende Götter ? Stresst mich echt jedes mal,wenn ich auf den Thread stosse. Biste noch hier zugegegen @Achilles ? Ich muss das wissen ! Echt jetzt ! Hab da selbst echt noch nie was mitgekriegt,was Polarisierung & Rush im Kontext hatte. Klar,manche mögen eine bestimmte Band nicht. Hingegen las/lese ich im Zusammenhang mit dieser Band nur zutiefts begeisterete Lobhudeleien, Begeisterung und Ergebenheit gegenüber der Band wohin ich sehe... dieser Gegenpol ist mir aber noch nirgendwo aufgefallen. Daher muss ich einfach wissen,warum Du diese Vokabel gewählt hast.
    Hab ich schon erwähnt,daß "Hold Your Fire" eine verdammt tolle Scheibe ist !?
     
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  18. Fallen Idol 666

    Fallen Idol 666 Till Deaf Do Us Part

    die Doku ist klasse! Wie die meisten von Sam Dunn und Scot McFayden. Ich muss zugeben, dass mich der Thread-Titel auch schon immer verwirrt hat.. vielleicht in dem Sinne, dass viele Metaler evtl. die Band zu unmetalisch und soft finden und andere sie geradezu vergöttern.
     
  19. Vauxdvihl

    Vauxdvihl Till Deaf Do Us Part

    Neben "Beyond the Lightened Stage" solltest du dir auch zwingend die Doku "Time Stand Still" ansehen, wo es (auch) um die letzte Tour der Band geht. Super sehenswert. Danach mag man die Band nur noch mehr. Bei den DVDs sind neben "Rush In Rio" auch die "R30" und die "Time Machine" besonders zu empfehlen.
     
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  20. Auchentoshan

    Auchentoshan Deaf Dealer

    Das Polarisierende bei Rush dürfte der Gesang sein. Der schreckt schon ein wenig ab, vor allem auf den frühen Platten.
     
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