Michael Moorcock - The Multiverse

Dieses Thema im Forum "SOMETHIN' ELSE - Multimediales" wurde erstellt von Hugin, 22. September 2017.

  1. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    So, es gibt Threads zu Stephen King, zu H.P. Lovecraft, zu "Game of Thrones", warum also nicht auch einen zu Michael Moorcock, seinem Multiversum, dem Ewigen Helden und natürlich zu Elric, dem Zauberer und Schwertträger, dem Schlächter der Seinen, dem Heimsucher seiner Heimat, dem weißgesichtigen Albino, dem Letzten seiner Blutlinie...

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    Wenn ich eben hier auf dem Sofa liege, dann blickt er auf mich herab, der Kaiser von Melniboné, denn dieses wunderbare Bild von "Elric - Stormbringer" von Michael Whelan habe ich mir vergangenes Jahr gegönnt; in erster Linie, weil ich unsterblicher Cirith Ungol-Fan bin, aber auch weil ich durch die Band und den Maler den Weg zu Michael Moorcock gefunden habe, dessen Werke ich nun auch schon seit einigen Jahren lese; da sein Schaffen so umfangreich ist und ich leider wenig Zeit zum Lesen habe, fehlt mir noch einiges an Durchblick, auch weil die Bibliographie so unfassbar umfangreich ist, und es hunderte von verschiedenen Auflagen mit abweichenden Zusammenstellungen der einzelnen (Kurz-)Geschichten und Romane gibt.

    Die Sage von Elric habe ich inzwischen allerdings weitgehend intus, und gerade bin ich damit beschäftigt, mir hier eine kleine Sammlung zusammenzusttellen, damit ich die für mich wesentlichen "Elric"-Bücher in mir zusagendem Gewand habe. Danach werde ich mich wohl "Hawkmoon" oder "Corum" zuwenden. Der "Hawkmoon"-Sammelband ist schon im Regal.

    Ich lese jetzt gerade nochmal "Elric - The Weird Of The White Wolf", nachdem ich mich zuletzt der aktuellsten Comic-Adaption "Elric - Band 1 - Der Rubinthron" (2013) und "Elric - Band 2 - Sturmbringer" (2014), sowie der Comic-Version von "The Dreaming City" (1981/1982 - Neuauflage 2016) gewidmet hatte.

    Gedanken, Tipps, Anregungen, Erfahrungsberichte etc... zu Moorcocks Welt bitte gerne hier posten.

    Speziell auch zur Frage von Verfilmungen. In einem anderen Thread kam die Frage auf, warum "Elric" noch nie verfilmt wurde. Ja, warum? Artistic Control von Moorcock? Er sagt, es hätten schon viele Interesse gehabt und ihn sogar dafür bezahlt, es tun zu dürfen, und dann doch aufgegeben. Er scheint darüber nicht unglücklich. Ich könnte mir vorstellen, dass es eine sehr große Herausforderung wäre, "Elric" angemessen und halbwegs werktreu zu verfilmen. "Unverfilmbar" ist mir heutzutage ein zu großes Wort, aber es ist, so denke ich, schon ein schwieriges Projekt. Von den Dimensionen her ist es ähnlich episch und aufwendig wie die "Mittelerde"-Geschichten von Tolkien oder "Game of Thrones", es würde also ein riesiges Budget verschlingen, wenn man es optisch eindrucksvoll machen will, und es ist halt die Frage, wie viel es einspielen kann, denn es ist selbst im Vergleich zu "Game of Thrones" schon nochmal ein gutes Stück finsterer und brutaler. Trotzdem: Ich wäre schon sehr scharf drauf, den Elric-Zyklus verfilmt zu sehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2017
  2. WindOfMayhem

    WindOfMayhem Guest

    Die Geschichten um Elric sind klasse! Der Kurzgeschichten-Charakter sagt mir sehr zu und Elric ist in genialer Protagonist.
    Bin froh, dass Hollywood wenigstens Elric bisher verschont hat.
     
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  3. Flossensauger

    Flossensauger Till Deaf Do Us Part

    Da es nicht explizit zum Multiverse gehört:

    Ich halte "Behold the man" sowohl als Kurzgeschichte als auch in der Longform "I.N.R.I." als allerbeste Science Fiction.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Behold_the_Man

    Ansonsten natürlich:

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  4. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Es muss ja nicht immer Hollywood sein, wenn jemand was verfilmt. So lange es nicht die Inder in Bollywood machen, und alle halbe Stunde jemanden singen lassen...
    :)

    Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich leider Gottes doch ein Freund von Verfilmungen bin. Einfach, weil ich leider nicht die Zeit habe, so viel zu lesen, wie ich gerne möchte. Wenn ich dann mal dazu komme, dann hält die Aufmerksamkeitsspanne nur ein paar Seiten lang und dann schlaf ich entweder ein oder blick's nimmer. Fehlt einfach die Muße dazu, weil immer was los ist und die Zeit zwischen Familie, Arbeit, Selbständigkeit, Verein und Musikmagazin einfach dahin rast... für ein paar Stunden Film findet man dann schon noch ab und zu den Nerv, aber für Bücher wird's eng. Ich kaufe sie mir trotzdem, aber so lesen, wie ich wollte, das klappt leider nie. Am Stück nicht, und wenn man ein Buch über zwei Jahre verteilt liest, könnte man auch jedes Mal wieder von vorne anfangen...
    :hmmja:
     
  5. Hairy Giant

    Hairy Giant Deaf Dealer

    Eigentlich bin ich ganz froh, dass sich noch niemand an eine Moorcock-Verfilmung herangetraut hat. Was Moorcock ja von "klassischer" Fantasy unterscheidet, ist das surreale,"drogenschwangere" Element, das sich durch seine Romane zieht, sowie die starke Verwendung versteckter Metaphern bzgl. Esoterik/Alchemie/Paganismus auf der einen und Religions- und Gesellschaftskritik auf der anderen Seite. Ich glaube kaum, dass man das filmisch adäquat umsetzen kann, und z.b. Elric als klassische Sword & Sorcery-Geschichte präsentiert zu bekommen, würde das Thema doch arg verfehlen.
    Hinsichtlich Empfehlungen: Mit Elric fängt ja fast jeder an, spätestens danach sollte man aber erst einmal "The Eternal Champion" lesen. Hier kann man am besten das ganze Konzept des Multiversums nachvollziehen und bekommt massenweise Fäden in die Hand, anhand derer man sich die restlichen Werke und deren Protagonisten leichter erschließen kann.
    Danach würde ich die Hawkmoon-Bücher empfehlen, die gerade heutzutage wegen des starken Bezugs zur "realen" Erde besonders interessant sind.
    Mit Corum hingegen bin ich nie so recht warm geworden, was vor allem an dem Hauptcharakter liegt. Irgendwie ist Corum für mich eine Art Elric für Arme - das Konzept des Protagonisten als Antiheld ist ähnlich, aber lange nicht so zwingend und schlüssig umgesetzt. Ist aber wie immer wohl auch reine Geschmackssache...:)
     
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  6. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Da bin ich bei dir, und das ist ja auch das, was ich weiter oben schon gemutmaßt habe, woran eine Verfilmung bisher gescheitert sein dürfte: Du brauchst, um das angemessen und eindrucksvoll umzusetzen einerseits ein großes Mainstream-Budget, aber das Konzept und die Anforderungen der Story an das Skript für einen Film sind vom Mainstream so weit weg, dass sich das wirtschaftlich betrachtet wohl nicht rechnen dürfte. Einerseits ist da die teilweise unglaubliche Grausamkeit, die schon fast FSK 18 rechtfertigen dürfte, wenn man das ungefiltert wiedergibt, was natürlich kommerziell ein Problem ist, und zum anderen sind es eben die psychedelischen Elemente, die von dir als "drogenschwanger" bezeichnete Atmosphäre, die ebenfalls einen Großteil einer potentiellen Fantasy-Film-Zielgruppe überfordern könnte, wenn sie 1:1 übernommen wird. Man denke daran, wie viele Leute bei dem einen "Pirates of the Caribbean"-Film über die Szene abgekotzt haben, in der Johnny Depp als drölffacher Captain Sparrow über das Deck halluziniert. Und solche Motive, die ins Unfassbare, ins Surreale, ja fast ins Groteske gehen, hast du halt bei Moorcock immer mal wieder. Gerade bei "Sailor on the Seas of Fate" (man denke nur an die Episode mit "Agak und Gagak") oder in Szenen wie "The Pulsating Cavern", sind wir schon so weit draußen, dass man selbst als Moorcock-Fan immer mal wieder die Gedanken sortieren muss, um sich nicht zu verlieren. Das sind Dinge, die entweder den Großteil des Publikums zu sehr verstören könnten, oder eben - wenn man sie einfach weglässt oder umschreibt - zu einer Gefahr für die Story werden. Andererseits denke ich da dann an die Comic-Adaptionen, die auch allzu psychedelische Szenen gerne mal weglassen, und trotzdem lesenswert sind.


    Ich danke dir für den Hinweis; ich denke, dass ich das dann auch so machen werde, mir demnächst mal "The Eternal Champion" vorzunehmen, wenn ich mir die ganzen Elric-Geschichten nochmal aktuell vor Augen geführt habe.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. September 2017
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  7. Dunkles Futteral

    Dunkles Futteral Deaf Dealer

    Von Michael Moorcock habe ich schon einiges gelesen, sowohl innerhalb seines Multiverse, als auch außerhalb davon, und das Meiste hat mir sehr gut gefallen. Was das "Multiverse" angeht, neben Elric, Hawkmoon und Corum kann ich auch die Romane um die von Bek-Familie empfehlen, insbesondere den ersten Roman, die "Kriegsmeute" (im Original: The Warhound and the World's Pain"), fand ich sehr gut. Der Roman spielt zur Zeit des 30jährigen Krieges in Deutschland, Protagonist ist Ulrich von Bek, der sich auf die Suche nach dem Heiligen Gral macht, der Auftraggeber dieser Suche ist pikanterweise Luzifer.

    Der Roman hat mir damals sehr gut gefallen, insbesondere aufgrund des Themas, ich muss das unbedingt wieder mal lesen, ist übrigens keine dicke Schwarte sondern relativ zügig lesbar.
     
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  8. Bulletrider

    Bulletrider Till Deaf Do Us Part

    Bin auch begeisterter Moorcock Leser. Habe seinerzeit auch mit Elric angefangen und mich danach an diverse andere seiner Werke gemacht. Im Gegensatz zu @Hairy Giant mag ich jedoch Corum ziemlich gerne. Die erste Corum Trilogie (bestehend aus "Der scharlachrote Prinz", "Die Königin des Chaos" und "Das Ende der Götter") fand ich extrem super. Die zweite Trilogie ("Das kalte Reich", "Der gefangene König", "Das gelbe Streitross") war da schon schwächer, wobei ich die Verknüpfungen zu keltischer Mytholgie und diverse Passagen schon auch super fand, las sich aber generell nicht so gut und war etwas sehr lang gezogen.

    Im Urlaub habe ich kürzlich den "Der Ewige Held" Sammelband (enthält "Die ewige Schlacht", "Der Phönix im Obsidian" und "Das ewige Schwert") mal wieder gelesen. Hatte ich vor, pff, 20 Jahren oder so und kaum noch Erinnerungen dran. Das ist schon alles sehr, sehr super. Gefiel mir jetzt auch beim ersten Lesen der Anfang der ursprgl. Erekose Geschichte (Die Ewige Schlacht) nicht so sehr, entwickelt die sich extrem und das Ende dieses Handlungsbogen ist einfach genial (tja, Menschheit, hast es vedient ;) ). Und wie bildgewaltig seine Sprache ist - beim "Phönix…" entsteht die düstere, salzig-eisige Welt im Kopf, total geil. Das ganze Setting dieses Teils ist großartig. Naja, ebenso beim dritten Band (da hat sich Philip Reeve mit seinen Mortal Engines Büchern ordentlich bedient ;) ).

    Insofern kann ich da @Hairy Giant nur zustimmen - die Eternal Champion Bücher sollte man unbedingt gelesen haben!
     
  9. Goaty

    Goaty Till Deaf Do Us Part

    Toller Thread, danke dafür!

    Ich habe, tatsächlich angeregt durch die Band Eternal Champion, erst vor Kurzem begonnen mich mit Moorcock zu beschäftigen. Den von @Bulletrider genannten Sammelband habe ich auch diesen Sommer im Urlaub komplett verschlungen. Ich denke weitere Empfehlungen werde ich aus dem Thread genug mitnehmen.

    Mich würde aber gerade etwas ganz anderes noch interessieren: @Hugin : Im zitierten Ausgangspost, dieses tolle Bild wo bekommt man sowas her? Neben den Moorcock Covern gäbe es auch noch einiges von Frazetta, dass ich gern als Bild hätte.
     
  10. Bulletrider

    Bulletrider Till Deaf Do Us Part

    Im Zweifelsfall hochaufl.Bilder über google (kann man ja nach Pixelgr. filtern) oder aus Bildbändern einscannen... ?
     
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  11. Shatter

    Shatter Till Deaf Do Us Part

  12. Hairy Giant

    Hairy Giant Deaf Dealer

    Moorcocks Werke haben ja gerade in der Hardrock- und Metalszene sehr viele Bands inspiriert, sowohl in den Lyrics und/oder im Artwork. Neben den bereits erwähnten Cirith Ungol, Eternal Champion und Hawkwind, fallen mir da spontan noch Blue Öyster Cult, Doomsword, Blind Guardian, Diamond Head und diverse Power-/Melodicmetaltruppen aus Italien ein. Auch ich selbst habe mir erlaubt, das Thema bei Goat Of Mendes in zwei Songs zu verwursten :D.
     
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  13. Großartiges Buch!
    Ulrich von Bek taucht ja auch "später" (hehe!) nochmal gemeinsam mit Elric auf und dieser Luzifer ist schon ziemlich nah an der Darstellung Ariochs dran, finde ich.
     
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  14. Hairy Giant

    Hairy Giant Deaf Dealer

    Das ist wohl auch beabsichtigt - die Chaosgötter nehmen ja in jeder Dimension des Multiversums andere Gestalten, z.T. auch andere Namen an, und auch ihre Machtverhältnisse sind von Dimension zu Dimension unterschiedlich. Die Bezeichnung für Arioch "Lord of the Flies" wird interessanterweise ebenfalls in der Bibel für Satan/Luzifer verwendet ;)...
     
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  15. Die Zyklen um Elric, Falkenmond, Corum und Erekose habe ich mit extrem viel Begeisterung gelesen.
    Auch die Bücher um Oswald Bastable finde ich klasse, ebenso die bereits erwähnten Bücher I.N.R.I. und Die Kriegsmeute.
    Ich mag auch ein ganz frühes Werk: Eiszeit 4000.
    Mit Gloriana wurde ich hingegen nicht ganz warm.


    Im Moment lese ich die Michael Kane Saga und bin sehr begeistert!

    Danach werden Ein unbekanntes Feuer, Das Tiefenland, Wo die Gesänge enden und Die Transformation der Marvis Ming folgen.


    Außerdem muss ich mir noch die Jerry Cornelius Romane zulegen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 23. September 2017
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  16. Gerade die unterschiedliche Mächtigkeit in den verschiedenen Dimensionen fand ich sehr interessant an den Lords des Chaos und der Ordnung.
    Außerdem ist die Rolle der für das kosmische Gleichgewicht kämpfenden Mächte spannend.

    Darüber hinaus finde ich die liebevolle Zärtlichkeit, mit der Arioch Elric begegnet, klasse.
     
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  17. Bulletrider

    Bulletrider Till Deaf Do Us Part

    @tobi flintstone Die Michael Kane Sache ist auch klasse, wobei das ja schon extrem von Edgar Rice Burroughs beeinflusst wurde. Es wurde da ja schon mal das Wort "Kopie" in den Raum geworfen, aber ich sehe das eher als Verbeugung vor Burroughs...

    Das hier fand ich übrigens auch ganz cool, wenn auch längst nicht so toll, wie die anderen Multiverse Werke:
    https://en.m.wikipedia.org/wiki/The_Metatemporal_Detective
     
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  18. Das klingt spannend!
    Danke für den Tipp.

    Burroughs habe ich bisher noch nicht gelesen, daher wusste ich um die "Parallelen" bis eben noch nichts.
     
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  19. Bulletrider

    Bulletrider Till Deaf Do Us Part

    Ich hab sowohl Burroughs als auch Moorcock gelesen und kann sagen, dass ich beides toll fand. Man sollte es vll. nicht direkt hintereinander lesen, dann sieht man event. zu viele Parallelen. Ich glaube, Burroughs hab ich so drei, vier Jahre vorher gelesen...
     
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  20. Dann hehalte ich ihn im Hinterkopf, fpr die Zeit nach Moorcock! :)
     
    Corkt Y' Xamterre gefällt das.
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