Risen Prophecy - Voices from the Dust (Episch, Kauzig, Thrashig)

Dieses Thema im Forum "IRON FISTS - Heavy Metal & Doom Metal" wurde erstellt von Iron Ulf, 21. Juni 2015.

  1. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Dank des interessanten Reviews aus der Feder von @frankthetank in der Pro/Contra-Rezension im aktuellen DF wurde ich auf dieses Kleinod aufmerksam und krieg mich momentan kaum noch ein vor Begeisterung. Eine solch originelle Mischung aus Power Metal (und zwar im Ursprungssinne des Begriffs!) und verschrobenem Epic Metal, veredelt mit einer großzügigen Prise Thrash Metal, ist mir nämlich schon lange nicht mehr untergekommen. Was diese vier Briten aus Sunderland hier an kompositorischer Fantasie demonstrieren, sucht meiner Meinung nach wirklich seinesgleichen.

    Ich höre darin Crescent Shield, ich höre Manilla Road und Twisted Tower Dire, dazu typisch britische Thrash-Einflüsse der Marke Sabbat und Seventh Angel, hier und da erinnern mich gewisse Melodiebögen gar an alte Flotsam and Jetsam und selbst Nevermore-Momente sind zu verorten. Und das unglaublichste daran - all diese Einflüsse werden zu einem so schlüssigen wie packenden Klangbild verschmolzen, dass es eine Pracht ist. Vor allem der elfminütige Titelsong ist eine Achterbahnfahrt der Emotionen, es ist kaum zu fassen!

    Hinzu kommt das formidable Cover:

    [​IMG]

    Ich kann wirklich jeden nur beknien, der etwas mit Metal der nicht ganz einfach einzuordnenden, dafür umso originelleren Art anfangen kann, diesem faszinierenden Album eine Chance zu geben:

    https://www.youtube.com/embed/eOYI8uSgIqw
     
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  2. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

  3. maidenmaniac67

    maidenmaniac67 Till Deaf Do Us Part

    Ich habe dann mal bestellt :)
     
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  4. Darth Bane

    Darth Bane Deaf Dealer

    Das klingt interessant nur der Gesang will noch nicht so recht zünden.
     
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  5. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Ich finde ja gerade diese Mischung aus voluminösem, nicht zu hohem Timbre und den zornigen Proklamationen im Sinne Martin Walkyiers super. Im ersten Moment war ich allerdings auch so'n büsch'n irritiert, das muss ich zugegeben. Aber dann...! :verehr:
     
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  6. Rotfuchs

    Rotfuchs Till Deaf Do Us Part

    Hab es mir mal auf die Liste geschrieben, wird im nächsten Monat eingetütet.
     
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  7. Apparition

    Apparition Deaf Dealer

    Huch! Die Jungs machen es sich nicht leicht. Haben auch richtig Dampf unter der Haube. KAnn sein, dass es daran liegt, dass ich sie erst neulich wieder gehört habe, aber kann das sein, dass das etwas an die Schweizer Drifter erinnert? Gefällt mir gut, muss vielleicht her.
     
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  8. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Interessant, da wäre ich jetzt so nicht drauf gekommen, aber da ist echt was dran. Ich finde es ja sowieso verdammt beeindruckend, wie die Band so dermaßen viele Einflüsse verarbeitet und dabei etwas, zumindest in meinen Ohren, außergewöhnlich Eigenständiges erschafft. Der Suchtfaktor ist übrigens auch nicht zu unterschätzen...!
     
  9. Rotfuchs

    Rotfuchs Till Deaf Do Us Part

    Irgendwie erinnert mich der Sänger vor allem im zweiten Track etwas an Brian Ross von Satan/Blitzkrieg. Das gefällt mir ganz gut. Die Hörproben wachsen stetig, denke die Band hat einiges an Potential.
     
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  10. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Jau, richtig gute Scheibe auch für meinen Geschmack. Hatte auch die Ehre, die bei uns besprechen zu dürfen:
    http://powermetal.de/review/review-Risen_Prophecy/Into_The_Valley_Of_Hinnom,26091,26125.html

    Mir ist die Brian-Ross-Parallele auch hier und da aufgefallen, weshalb ich den Mann grob zwischen Ross und Barlow verortet habe. Daneben spüre ich Einflüsse von Iced Earth, Xentrix, Artillery; aber auch mal etwas Extremmetal, bei einigen mayheminös flirrenden Riffs, oder Belladonna-Anthrax wenn es mal etwas sprechgesangiger wird.

    Doch, ein schönes Album einer jungen Band, das mich voll überzeugt, wie auch die anderen beiden Alben von Metal On Metal Records, die zum KIT erschienen sind (STONEGRIFF und DARK QUARTERER). Da wird gerade Qualität auf allen Ebenen geliefert. Artwork, Sound, Songs, Stil... Preis... Doch, Jowita und Simone liefern gerade echt hohe Qualität ab.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Juni 2015
  11. Anon12

    Anon12 Guest

    Ja, kommt hin. Ich habe mit dem Gesang auch ähnliche Probleme wie bei der letzten Satan. Wobei mich Risen Prophecy musikalisch (mittlerweile) allerdings absolut überzeugen, trotz der vorhandenen Manilla Road- und sonstigen Epic/Kauz-Einflüsse.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 23. Juni 2015
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  12. Zadok

    Zadok Till Deaf Do Us Part

    Sehr, sehr geil. Endlich mal wieder was Originelles aus dem Thrash-Sektor. Finde den Gesang komplett super. Mit dem epischen Schluss vom ersten Song haben sie mich dann endgültig überzeugt.
    Der zweite erinnert mich irgendwie an die deutschen Grinder, keine Ahnung warum.

    Wird gekauft.
     
  13. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Mich bringen ja diese originellen Gesangsmelodien um. Wie der Dan Tyrens da manchmal die Strophen variiert, hier etwas rauszögert, da etwas ganz anderes einflicht, das find ich einfach geil. Vor allem die Strophen von "Knowing Nothing" sind die Bombe...!
     
  14. vincen2vega

    vincen2vega Deaf Dealer

    Geiles Zeug!
    Der Epic Touch machst für mich ziemlich rund! Diese lang gezogenen Riff-Teppiche die immer wieder das schnellere Riffing unterbrechen sind das was mich momentan reizt! Muss ich mir bald nochmal ausführlicher anhören!
     
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  15. Anon14

    Anon14 Guest

    Oha. Das schlägt ganz schön in mein Geschmackszentrum ein. Aufgrund des Covers, das mich eher so ein bisschen verschreckt (hab mir das jetzt 5-10 min angeguckt und weiß immer noch nicht recht, was das aussagt :D), hätte ich wohl nie reingehört. Daher danke für den Thread!
    Gesang finde ich übrigens absolut toll und macht für mich einen wunderbaren Spannungsbogen zur Musik auf.
     
  16. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Das Covermotiv zeigt den Götzen Moloch, dem im kanaanitischen, phönizischen und ammonitischen Kulturkreis traditionell Neugeborene als Brandopfer dargebracht wurden. Hierzu wurde eine Bronzestatue erhitzt, der Vater legte während des Rituals sein Kind zwischen die Hände des Götzen und die Priester kloppten wie die wilden auf ihren Trommeln rum, damit dem Herrn Papa die Schmerzensschreie seines Nachwuchses nicht allzu sehr an die Nieren gingen:

    Jeremiah 7:31New International Version (NIV)
    31 They have built the high places of Topheth in the Valley of Ben Hinnom to burn their sons and daughters in the fire—something I did not command, nor did it enter my mind.

    Rabbi Rashis Kommentar dazu:

    Tophet is Moloch, which was made of brass; and they heated him from his lower parts; and his hands being stretched out, and made hot, they put the child between his hands, and it was burnt; when it vehemently cried out; but the priests beat a drum, that the father might not hear the voice of his son, and his heart might not be moved.

    Hier gibt's bei Interesse mehr Infos:

    http://www.jewishencyclopedia.com/articles/10937-moloch-molech
     
  17. Anon14

    Anon14 Guest

    Danke dir für die historische Einbettung. Von Molech / Moloch / bzw. dem Ort Topheth / Hinnom habe ich noch nie zuvor gehört. Den verlinkten Text habe ich mir durchgelesen und noch etwas weiter auf eigene Faust durchs Internet geklickt. Das ist alles ganz schön kompliziert und verwickelt. Beschäftigst du dich mit dem Themengebiet und hast den Gott auf dem Cover dann erkannt? In mir lösen alle möglichen kultischen und rituellen Dinge ganz allgemein komischerweise eher den Impuls aus, mich davon fern zu halten. Ich bin auf jeden Fall neugierig, ob das ganze Album ein Konzeptalbum ist und wenn ja, mit welcher Motivation sie es gewählt haben. Muss unbedingt einen Blick in die Songtexte werfen, wenn es die gibt. Fände die Kombination aus Thema, Gesang und Musik dann noch verwirrender. *g*
     
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  18. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Den ollen Moloch hab ich tatsächlich gleich erkannt, den kannte ich noch aus dem Konfirmandenunterricht, kein Scheiß jetzt. Unsere Pastorin damals war zwar liberal genug, sich auf jeder Fete, bei der sie zu Gast war, die Hucke vollzusaufen und Zigaretten zu schnorren, aber ansonsten war die für eine evangelische Geistliche haarsträubend alttestamentarisch unterwegs. Die wollte sogar einen von meinen Kumpels nicht konfirmieren, weil sie dessen ADHS als dämonische Besessenheit interpretierte. Und das in diesem gottlosen Landstrich, eigentlich komplett unglaublich. Der Vorteil war, dass man von der echt was lernen konnte, was all die alten Stories in der Bibel und vor allem die Sitten und Gebräuche der prä-christlichen Stämme angeht.

    Aber, ja, Kulte, sowie religiöse und okkulte Praktiken haben mich schon immer interessiert. Also, der Antrieb dahinter, die rituellen und zivilisatorischen Ausblühungen und ihre kulturellen Auswirkungen. Ich finde es einfach nur faszinierend, was der Mensch sich so alles ausdenkt, um sich sein Geworfensein in diese Welt und nicht zuletzt seine eigene Sterblichkeit verständlicher oder zumindest erträglicher zurechtzubiegen.

    Into the Valley of Hinnom ist tatsächlich ein Konzeptalbum, das sich mit den rabbinischen, griechischen und römischen Überlieferungen der Kulte im Tal Hinnom bzw. Gehenna befasst. Ich nehme da jetzt aber keinerlei Glorifizierung wahr. Vielmehr scheint die Band dieses Sujet einfach als Grundlage für'ne coole und grimmige Metal-Story zu betrachten. Im Grunde nix anderes, als wenn Maiden Alexander den Großen besingen.
     
  19. Kiss of Death

    Kiss of Death Till Deaf Do Us Part

    Nach diesen anschaulichen Hintergrundinformationen (danke @Iron Ulf, wieder was gelernt :)) ist meine Neugier endgültig geweckt. Die beiden Songs fand ich ja schon von Anfang an überaus ansprechend. Die Musik ist voll mein Geschmack. Ich glaube, das Album brauch ich.
     
  20. Anon12

    Anon12 Guest

    Das ist ja ein einziger Moloch hier!
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 23. Juni 2015
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