The Lord Weird Slough Feg

Dieses Thema im Forum "IRON FISTS - Heavy Metal & Doom Metal" wurde erstellt von feanor, 17. Juli 2017.

  1. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Deinen Ansatz teile ich insofern, als die Zuschreibung von Kauzigkeit sich zu einem mittlerweile einigermaßen amorphen Attribut entwickelt hat, das weniger das vielbeschworene, nicht greifbare Moment einer unkonventionellen Kompositionsweise und Spielkultur einkreist, sondern eher den Versuch einer stilistischen Definition darstellt. Dies greift mir persönlich zu kurz, wenngleich ich mir beim Lesen solcher Rezensionen ungefähr vorstellen kann, worum es dem Autoren geht.

    Anders als ich es aus dem zweiten Teil des oben zitierten Beitrags herauslese, halte ich jedoch gerade die aus vermeintlichen Fehlern geborene Kreativität für einen ganz wesentlichen, wen nicht den wesentlichen Bestandteil von Kauzigkeit. Dies schließt spielerische Brillianz ausdrücklich nicht aus, nur eben Brillianz, ja, Virtuosität, in einem spielerischen und musikalischen Koordinatensystem, das aus sich selbst gewachsen ist und mithin nach klassischen (kompositorischen, musiktheoretischen, dramaturgischen) Betrachtungsweisen nur als unorthodox, merkwürdig und eben kauzig gelten kann.
     
  2. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Oder plakativ formuliert: Käuze schreiben ihre Songs mit Herz, Emphase und einem gewissen mystisch-romantischen Pulp-Flair, statt streng nach dem Quintenzirkel und machen aus ihrem gelegentlichen Stolpern einen einzigartigen Tanz.
     
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  3. Hugin

    Hugin Till Deaf Do Us Part

    Da bin ich ganz bei dir, was die herzig-blutige Unkonventionalität des Kauzes angeht. Es ist halt schwierig, wenn Kauzigkeit im rezensorischen Feld nunmehr zum höflichen Synonym für als sympathisch empfundenen Dilettantismus wird. Das meinte ich und dachte hierbei zum Beispiel an Helvetets Port. Das greift mir zu kurz, weil es halt - wie @The Sleeping Tyrant gesagt hat - dann den Bogen zu Bands wie den hier genannten Legenden sehr fragwürdig erscheinen lässt.
     
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  4. Iqui

    Iqui Till Deaf Do Us Part

    Das ist in meinen Augen ein wichtiger Punkt. Kauzigkeit ist zwar ein oft gebrauchter Begriff, mit Dilettantismis hat das aber wenig zu tun. Beweisen ja gerade Bands wie Slough Feg oder Pagan Altar oder von mir aus auch Cirith Ungol (denen diese Attribute ja auch teilweise anheften) mit ihren jüngsten Outputs sehr eindrucksvoll.
     
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  5. Dogro

    Dogro Till Deaf Do Us Part

    Kauzigkeit hat in meinem Sprachgebrauch und auch in meinem Sprachempfinden nie einen negativen Touch gehabt. Eher im Gegenteil.
    Benutzt man dies in einem Review sollte man natürlich näher darauf eingehen, was man denn nun kauzig findet.
     
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  6. The Riddle Master

    The Riddle Master Deaf Dealer

    Ich finde der Begriff kauzig wird mittlerweile viel zu inflationär gebraucht, gerade auch im DF. Jeder, der keinen keinen glattgebügelten Mainstream Metal spielt ist irgendwie „kauzig“. Mittlerweile fällt es mir schwer, mir überhaupt was konkretes drunter vorzustellen. Bin tatsächlich schon oft in letzter Zeit enttäuscht worden von angeblich „kauzigen“ Bands, die dann doch ganz anders klangen, als ich es mir vorgestellt habe. Der Begriff ist so weit ausgedehnt, dass er Gefahr läuft, inhaltsleer zu werden.
    Und mal ehrlich, was genau sollen denn Manilla Road, Brocas Helm, Slough Feg und Oberkautz Fenriz (war der vor vielen Jahren nicht mal der einzige, der so bezeichnet wurde?) eigentlich gemeinsam haben musikalisch? Die spielen doch nun wirklich sehr unterschiedliche Musik und handeln textlich auch sehr unterschiedliche Themen ab. Ist zumindest meine Wahrnehmung.
    Klar, alle machen ehrliche, nicht kommerzielle Musik, die von Herzen kommt und manchmal bzw oft ein bisschen lo-fi produziert ist. Aber gerade WEIL die Musik eben ehrlich ist und von Herzen kommt, unterscheiden sich diese Bands/Musiker doch so sehr voneinander. Weil eben jeder seine ganz individuelle Persönlichkeit in die Musik fließen lässt und jede Persönlichkeit nunmal einzigartig ist.

    Davon abgesehen hat mich der Thread mal wieder dazu gebracht, mich mit dem Slough Feg Katalog zu beschäftigen. Junge, sind da geniale Schätze drin verborgen! Und was kommen da Erinnerungen hoch, z.B. Wie ich um die Jahrtausendwende die Band als Student durch Down Among the Dead Men und dank meinem Kumpel Chrissie entdeckt habe. Ist das lange her! Schon krass, wenn einen eine Band durch so diverse Lebensphasen begleitet.
     
  7. tobi flintstone

    tobi flintstone Till Deaf Do Us Part

    Wir benutzen den Begriff Kauz-Metal seit den späten 90s und bezogen ihn immer auf Bands wie Manilla Road, Cirith Ungol oder Brocas Helm.

    Damals musste ich den Begriff oft erklären auch im Sacred Metal Board oder dem Rock Hard Forum.

    Für mich hatte er immer etwas mit einer gewissen Eigentümlichkeit und Andersartigkeit der Band zu tun, außerdem kommt oft noch ein Sänger mit einer eher ungewöhnlichen Klangfarbe hinzu, so dass die Bands per Definition sehr unterschiedlich sind.
     
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  8. The Aftermath

    The Aftermath Deaf Dealer

    Vielen Dank, Iron Ulf! Ich finde es ja lustig, dass sich hier so eine (interessante) Kauz-Diskussion entwickelt hat, die an sich auch schon wieder kauzig ist.;)

    Ich würde gerne mehr dazu schreiben, bin aber gerade in völliger Ekstase wegen dieser Live-Aufnahme von SLOUGH FEG von vor drei Wochen. Die Setlist! Die Performance! Und die neuen Songs killen auch:

    https://www.youtube.com/embed/HceO387Ia9g
     
  9. Daskeks

    Daskeks Till Deaf Do Us Part

    Das ich höre das neue Album gerade zum ersten Mal und es ist einfach schön, dass es noch Bands gibt, die einfach ihren eigenen Sound haben.
    Ich finde mich sofort wieder ein in diesen Gitarrenläufen, den Gesangslinien, dem Sound an sich. Alles sehr eigen, alles sehr schön.
     
  10. Iron Ulf

    Iron Ulf Till Deaf Do Us Part

    Das ist es übrigens, was ich weiter oben mit Intimität meinte. Dieser Sound, ey, bei dem du dich fühlst, als stündest du inmitten der Band und sie spielen nur für dich, ach was, mit dir - ein Genuss...!
     
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  11. Daskeks

    Daskeks Till Deaf Do Us Part

    Genau so!
    Du hast hier übrigens gefehlt. Ich bin ständig wehmütig um irgendwelche Bushäuschen geschlichen und habe auf Dich und Dein Erklärholz gehofft:hmmja:.
    Mach das bitte nicht nochmal, so lange abzutauchen :acute:
     
  12. The Riddle Master

    The Riddle Master Deaf Dealer

    Hab nur die ersten beiden Songs geguckt aber bei Sky Chariots hat Mike ja mal frei improvisiert oder aber den Text komplett vergessen :D Aber die Intensität der Performance macht es locker wieder wett:jubel:
     
  13. The Aftermath

    The Aftermath Deaf Dealer

    Die Lyrics zu "Sky Chariots" schafft Mike live schon lange nicht mehr, das ist mir auch in Weiden letztes Jahr wieder aufgefallen oder bei diversen Aufnahmen. Ich habe ihn aber auch nie für den besten (Live-)Sänger gehalten, was er aber durch pure Spielfreude immer locker ausgeglichen hat. An den Instrumenten lässt die Band nach wie vor nichts anbrennen.
     
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  14. Henna

    Henna Till Deaf Do Us Part

    Was bedeutet eigentlich das Wort "Feg"?
     
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  15. tobi flintstone

    tobi flintstone Till Deaf Do Us Part

    Feg ist ein Name.

    https://britishcomics.fandom.com/wiki/Lord_Weird_Slough_Feg

    Auf der Seite ist mir gerade auch aufgefallen, dass ich den Bandnamen immer falsch ausspreche, das Slough nämlich so wie den Namen der Stadt, der sich auf 'cow' reimt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2019
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  16. Gordon Shumway

    Gordon Shumway Deaf Dealer

    In den Slainecomics, aus denen der Name bekanntlich stammt, gibt es tatsächlich mehrere "Sloughs". "Feg" ist m.W. nur der spezifische Name.
     
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  17. Gordon Shumway

    Gordon Shumway Deaf Dealer

    Oops, @tobi flintstone war schneller.

    Das mit der Aussprache wurmt mich übrigens schon etwas, weil mein Sprachgefühl danach schreit, den Bandnamen so auszusprechen wie den Ortsnamen.
     
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  18. tobi flintstone

    tobi flintstone Till Deaf Do Us Part

    Auf jeden Fall habe ich mich an die falsche Aussprache gewöhnt!

    https://www.merriam-webster.com/dictionary/slough
     
  19. Danzig

    Danzig Till Deaf Do Us Part

    Wo bei es bei den Bands ja um die (ominöse) Bezeichnung Kauz-Metal geht und Fenriz wiederum einfach nur als ein sogenannter komischer Kauz angesehen wird, was keine Rückschlüsse zu Darkthrone und ihrer Musik hergeben soll.
     
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  20. Analogue Rogue

    Analogue Rogue Deaf Dealer

    In der Tat. "Kauzig" fand sich nie in meinem metallurgischen Sprachschatz und fällt für mich mittlerweile in die selbe Kategorie wie
    - ...das Rad nicht neu erfunden...
    - kurze Spielzeit (für Alben mit etwa 40 min - also das Maximum für eine LP)
    - Amtlich
    - wummernder Bass
    - ...

    Ich nenne diese Kategorie "Nervige Floskeln, die ich nie wieder in einem Review lesen müssen will, schon gar nicht in einem Qualitätsmedium wie dem DF!"

    Unabhängig davon finde ich New Organon sehr gelungen. Nicht alle Tracks in gleichem Maße, aber sie schaffen es (nach wie vor) mit einer imposanten Leichtigkeit, eigenständige und überzeugende Musik zu komponieren. Mein persönliches Highlight ist "Uncanny", auch wegen - oder trotz des aus der Reihe tanzenden Gesangs.

    Was für eine kauzige Idee!
     
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