Die 10 besten Black-Metal-Alben der letzten 4 Dekaden

1980 – 1989

1. Sodom – In the Sign of Evil
Sodom in ihrer pursten Essenz. Auch wenn ich den drei Nachfolgern noch viel abgewinnen kann, bin ich immer ein wenig traurig, welchen Weg Sodom nach dieser EP eingeschlagen haben. Wären sie bei diesem Sound geblieben, sie hätten mich als Fan für die Lebenszeit gewonnen.

2. Bathory – Under the Sign of the Black Mark
Beste Bathory mit reinstem Black-Metal-Anteil. Bei Quorthons späterem Klargesang rollen sich mir die Fußnägel auf, aber hier stimmt einfach alles. Auch das 1. richtig schöne Coverartwork (zumindest die Front, hinten drauf wäre noch Verbesserungspotential)

3. Hellhammer – Satanic Rites
Muss man nicht viel zu sagen, schnell, chaotisch, durcheinander, rau, wütend. Nach Hellhammer hat TGF für mich auch keine gute Musik mehr gemacht.

4. Samael – Medieval Prophecy
So, rau, so stumpf, so groovend, so ein schöner Gesang, so Hellhammer-inspiriert, nicht nur wegen des Covers. Auch glänzen die früheren Samael-Releases mit einem wunderschönen Artwork.

5. Kreator – Endless Pain
Frühe Kreator sind noch so schön ehrlich wütend und rasend. Bis einschließlich zur „Extreme Agression“ könnte hier jedes Album stehen, damals hätte die Musik auch noch zur signature gesture von Mille gepasst.

6. Mayhem - Deathcrush
Wenn mich mal die Lust packt Mayhem zu hören, dann diese Scheibe hier. Noch wütend, noch rau, roh und schnell. Beim Gesang ist hier der Beste der gesamten Mayhem-Diskographie zu hören.


Mehr was ich aus dieser Zeitspanne regelmäßig und gern höre, gibt es nicht.
 
1990 – 1999

1. Summoning – Minas Morgul
Lange bevor Enya der Herr der Ringe Signaturesound wurde, hatten Summoning schon den perfekten Soundtrack zur Geschichte geschrieben. Nicht ganz so rau wie die auch gute Lugburz, aber noch nicht so übertrieben keyboardlastig/kitschig wie die Nachfolgewerke (Stronghold ist auch noch super). Toll.

2. Samael – Worship Him
Tönte das Demo noch rau und räudig produziert, wurde hier ein wenig mehr Bedacht auf den Klang gelegt. Wunderschön, keine andere Band groovt so schön und strahlt dennoch eine BM-Erhabenheit aus wie Samael. Danach konnten Sie auch nicht mehr an die von mir am meisten geliebte Phase anknüpfen.

3. Gehenna – First Spell
Die 90er waren wohl die großen Zeiten des Keyboardmetals. Hier wieder midtempo, episch angehauchter Keyboardblackmetal mit Folk-Anteilen der stellenweise sehr fröhlich wirkt. Ich mag das Album sehr gerne.

4. Ulver – Bergtatt
Gesang wenig blackmetallisch, aber dieses wehklagende/tragende Gesinge über den Gitarren, erinnert sehr an Shoegaze. Die Flöte lässt mich auch immer freudig grinsen. Auch war hier die Produktion noch richtig gut, was man von den späteren Werken leider nicht immer gänzlich behaupten kann.

5. Paysage d’Hiver – Schattengang
Bezeichne ich liebevoll immer als weißes Rauschen, wenig andere Bands schaffen es mich mit ihrem Klang in eine bildlich vorgestellt Landschaft zu entführen. PdH schafft dies mit nahezu jedem Album.

6. Blut aus Nord – Ultima Thulee
Wieder keyboardlastig, auch rauschig, viel Raum für Interpretationen. Habe mich erst ausführlich mit BaN beschäftig nachdem ich die großartige Halluzinogen 2019 gehört habe. Aber das Debüt hat es mir auch sehr angetan. Noch etwas ungestümer, aber schon in sehr jungen Jahren viel Gespür für wundervolle Kompositionen.

7. Darkthrone – A Blaze in the Northern Sky
Lange habe ich gebraucht, bis ich die dümmlichen Aussagen und Aufdrucke der jüngeren Darkthrone und auch die Zusammenarbeit mit dem Nazi Fuck Fickerness überwunden habe. Mittlerweile habe ich aber meinen Frieden damit geschlossen. Hier der erste Schritt im BM, wildeste Raserei, ikonisches Cover.

Auch hier beschränke ich mich auf Alben die regelmäßig angehört werden. Auf Teufel komm raus hier 10 Alben aufzuführen, die ich zwar "gut" finde aber mehrere Monate/Jahre nicht mehr gehört habe, sehe ich für die Aufzählung als verfehlt an.
 
Du kennst die erste Sodom nicht?! o_O

Wie auch immer... reinhören ist Pflicht! Und da du sonst nur richtig gute Sachen gepostet hast, auch in der zweiten Liste, kann ich mir nur vorstellen, dass sie alle deinen Geschmack treffen werden.
Klar liefen Sodom seinerzeit auf jeder Party in meinem Umfeld (vor allem so Sings wie "Bombenhagel", "Stalinorgel" - das Gedöns halt ;)), aber da ich mir aus Thrash (und mehr noch: Thrash aus Deutschland) nie viel gemacht habe habe ich Sodom halt immer links liegen gelassen.
Kreator ja auch, bis ich irgendwann vor gut einem Jahr im Forum unterwegs bin, Langeweile habe und aus welchen Gründen auch immer in die "Endless Pain" reingehört habe. Und einsehen musste, dass ich die völlig zu unrecht immer ignoriert habe.
Kann also gut sein, dass mir bei der "Sign of Evil" ähnliches bevorsteht. :D
 
So, dritter Streich (bzw. The Third Spell ;)).
Wird jetzt wieder ein bissl schwieriger, weil ich Ende der 90er so dermaßen die Schnauze voll von Black Metal hatte, dass ich während meines
Uni-Austausch-Jahres in Irland nicht eine einzige BM-Scheibe im Gepäck hatte.
So ziemlich jede Band, die mir mal was bedeutet hatte entwickelte sich in eine Richtung, die ich schwerst ungeil fand (Emperor, Satyricon, Mayhem, Immortal, Samael). Eine Zeitlang ging das ja noch alles, aber so ab 1999/2000 war echt Schicht im Schacht, sozusagen. :hmmja:
Ich erinnere mich noch genau daran, als ich mir so um 2000 den damals aktuellen Moonfog-Sampler zulegte und im Strah kotzen musste. Alles klang gleich, und zwar gleich Scheiße. Nä, geh' mir weg, ey! Zum Glück hat sich diese Abneigung/(Endtäuschung schnell wieder gegeben...
Jedenfalls musste ich da denn doch wieder umfangreich im Plattenregal kramen, um zehn Alben aus der Dekade zusammenzubekommen.

1999 - 2009

1) CELTIC FROST - Monotheist (2006)
Holy Moly!!! CF waren/sind so eine Problemband für mich - ich glaub(t)e grob zu verstehen, was sie so ausdrücken wollen und fand viele ihrer Sachen auch wirklich gut, aber irgendwie ... neee. Hat mich halt nie so richtig abgeholt. Und dann hauen die so einen Moloch von einem Album raus. Was habe ich die Platte damals abgefeiert - und hatte gleichzeitig echt so'n bisschen Muffe beim Hören. Sowas von dichter Sound! Sowas von finstere Musik! Sowas von düstere Texte! Alleine "Totengott" ist 100 % mehr Black Metal als so manches andere, was in der Dekade veröffentlicht wurde. :verehr:
Celtic Frost: Totengott
2) KATHARSIS - Fourth Reich (2009)
Mit Abstand in meinen Ohren das Beste, was Deutschland an Black Metal hervorgebracht hat. Jaja, ich weiß schon. Trotzdem.
Alleine schon "Euchristick Funeral", "Reckoning" und "Emerald Graves" rechtfertigen den Kauf der Scheibe, aber was bei "Sinn Koronation" (die letzte Minute! Gänsehaut!) oder vor allem "So Nail the Hearts" abgeht - kannste dir nicht ausdenken.

Katharsis: So Nail the Hearts https://www.youtube.com/watch?v=4Cd9S44Iato

3) OLD - Down with the Nails (2006)
Wo du gerade "Nails" sagst ... Nicht nur aus lokalpatriotischen Gründen ein mehr als nenneswertes Album. Herrlicher Black/Thrash mit ordentlich Darkthrone-Vibe. Musik, die einem ein nicht enden wollendes Grinsen ins Gesicht zaubert. Schade, dass danach von den Jungs nicht mehr viel kam. :hmmja:
Old: Black Jewel Throne https://www.youtube.com/watch?v=j_QJqe2TSk8

4) DEATHSPELL OMEGA - Si monvmentvm reqvires ... (2004)
Ein absolutes Meisterwerk. Vom ersten bis zum letzten Ton. Obgleich DSO ja nie was wirklich schlechtes (oder gar durchschnittliches) veröffentlicht haben, und ich auch die Kénôse oder die Fas oder die Paracletus nur kniend höre - die Si monvmentvm bleibt (bis jetzt) unerreicht...
Deathspell Omega: First Prayer https://www.youtube.com/watch?v=_XISWKO-xQM

5) WATAIN - Casus Luciferi (2003)
Auch wieder so eine Problem-Band: Neben ausgezeichnetem Stoff (Casus, Lawless) steht auch einiges an "geht so" (Wild Hunt, Trident) bis nicht so wirklich begeisterndem (Sworn. Jaja, ich weiß schon. Aber bei der Platte finde ich echt nur "Stellarvore" klasse.)
Aber neben DSO und Urfaust/Ruins of Beverast/Devil's Blood waren es vor allem Watain mit der
Casus die mich wieder so richtig hungrig auf Black Metal gemacht haben. Vor allem der Text von "Devil's Blood" hat nicht nur Selim Lemouchi beindruckt. Ehre, wem Ehre gebührt ...
Watain: Devil's Blood https://www.youtube.com/watch?v=VbnwHAFcxG8

6) CELESTIAL BLOODSHED - Cursed, Scarred and Forever Posssessd (2008)
Leider, leider erst vor gut vier, fünf Jahren für mich entdeckt, das Ding, und leider, leider auch (noch) nicht in meiner Plattensdammlung - also, als gebrannte CD, ja, aber eben nicht "in echt". Hoffe, das angekündigte re-release kommt bald raus. Jedenfalls mit das Beste, was Nidaros so hervorgebracht hat, und ein echter Meilenstein des modernen (norwegischen) Black Metal.
Celestial Bloodshed: Cursed, Scarred and Forever Possessed https://www.youtube.com/watch?v=iAMg1yBQmKE

7) THOU ART LORD - DV8 (2002)
Tja, was soll man sagen? Black Metal aus Griechenland stand ja schon Mitte der 90er gerne auf meinem Speiseplan, und vor allem die frühen Sachen von Rotting Christ, Necromantia und eben Thou Art Lord wurden und werden gerne aufgelegt. Umso erfreuter war ich, als 2002 dieses Lebenszeichen aus Griechenland den Weg in meinen Stamm-Plattenladen fand - hatten mich Rotting Christ doch seit der Mystical Meeting-Compilation und Necromnatia seit der Scarlet Evil nicht mehr hinterm Ofen hervogelockt. Naja, und bei Thou Art Lord war ja auch seit 1996 nicht mehr viel passiert.
Thou Art Lord: Crowning the Winged Skull (Enthroning the Dragon) https://www.youtube.com/watch?v=EhbcDgUyNig

8) WOLVES IN THE THRONE ROOM - Two Hunters (2007)
Tolles Album - und leider gleichzeitig auch das letzte Album der Wolves, das mich so richtig überzeugt hat.
Besonders das arg Burzum-eske"Vastness and Sorrow" feiere tierisch ab.

Wolves in the Trone Room: Vastness and Sorrow https://www.youtube.com/watch?v=GkJamcKXNrw

9) TAAKE - Hordalands doedskvad (2005)
Die ersten Taake-Alben finde ich durchaus nicht übel, aber so richtig gepackt haben sie mich denn doch erst mit diesem Kracher.
Schneller, giftiger, gemeiner Stoff, der dennoch auch schön melodisch daherkommt.

Taake: Hordalands doedskvad vii https://www.youtube.com/watch?v=IAUyuJbscV0

10) DISSECTION - Reinkaos (2006)
Jaaaa, Dissection ... auch wieder so eine Band ... Natürlich sind die Somberlain und die Storm feine Platten, und natürlich hatten die Jungs spielerisch und kompositorisch echt was auf dem Kasten .. aber wie bei Celtic Frost habe ich ihnen - rein von der Musik her - dieses böse/satanische nicht abgenomme. Klang einfach nicht "böse" genug in meinen Ohren (komische Ohren, ich weiß. Aber ich habe halt auch nur die ... ). Und obwohl ich mit diesem ganzen MLO-Kram echt nix anfangen kann: Erst mit der Reinkaos habe ich Dissection "ernst" genommen. Und auch die Mucke gefällt mir deutlich besser als bei den beiden Vorgängern.
Dissection: God of Forbidden Light https://www.youtube.com/watch?v=fo66F-_HGLQ
 
Zuletzt bearbeitet:
So, und nun der letzte Teil.
Hatte ich bei der Dekade 1999-2009 das Problem das ich befürchtete, nicht genug Material zusammenkratzen zu können (unberechtigt. Da gab es doch mehr gutes Zeug als ich in Erinnerung hatte), so stehe ich jetzt vor dem gegenteiligen Problem. So! Viel! Geiles! Zeug! Alleine was die Szenen um Quebec und Trondheim rausgehauen haben. Und dann noch so viel guter Stoff, der bei Ván etc. erschienen ist. Und dann hat man Mgla etc. noch gar nicht im Boot. Oder den Kram, der auf Ancient Records so veröffentlicht wurde. Hölle aber auch!

2009 - 2019

1) CULT OF FIRE - मृत्यु का तापसी अनुध्यान (2013)
Die Platte hatte mir ein Kumpel empfohlen und mir, während er sie mir vordudelte, das Booklet der LP unter die Nase gehalten. Mein lieber Schwan, was da bildlich abgeht ist aber echt nicht von schlechten Eltern. Und die Musik dazu - großartig. Auch dieses konsequent durchgezogene Hinduismus(????)-Gedönse, das der ganzen Sache eine finsere Exotik verleiht. Großes Kino!
Cult of Fire: Khanda Manda Yoga
2) CULTES DES GHOULES - Coven, or Evil Ways Instad of Love (2016)
Auf die Idee muss man auch erst mal kommen: Ein Black-Metal-Drama um ein junges Mädchen, das seine Seele dem HERRN verhökert und Hexe wird - und das auf Doppel-Album-Länge. Uiuiuiui, sowas kann mächtig in die Hose gehen. Es sei denn natürlich man ist Cultes des Ghoules. Dann wird daraus eine sehr spannende und begeisternde Sache.
Cultes des Ghoules: Satan, Father, Saviour, Hear my Prayer https://www.youtube.com/watch?v=ubUbkz7If4Y

3) DØDSENGEL - Mirium Occultum (2010)

Keine Ahnung, wie ich an die Scheibe gekommen bin, aber ich empfinde ähnliches beim Anhören wie bei Celtic Frost's Monotheist: Begeisterung mit einem bisschen Furcht. Eine echt üble Platte - das fängt schon beim bizarren Cover-Artwork an. Finster! Der (full-length) Nachfolger Imperator (Doppel-Album!) ist auch sehr, sehr empfehlenswert!
Dødsengel: Lucifer Ascendant https://www.youtube.com/watch?v=JsRXd6wNuXo

4) SVARTIDAUÐI - Flesh Cathedral (2012)

Was machste, wenn du auf einer Eisscholle mitten im nordischen Nirgendwo hockst, so richtig mit ewig langer Polarnacht und allem? Genau, du gründest 'ne Band, benennst die nach dem einheimischen schwarz gebrannten Fusel und machst so richtg abgefahrenen Black Metal. Die Scheibe steht Pate für den ganz besonderen Island-Sound, und vor allem der letzte Track (und dessen fast schon psychedelischer Instrumentalpart) löst bei mir jedes Mal Begeisterungsstürme aus. Eisige, versteht sich.
Svartidauði: Psychoactive Sacraments https://www.youtube.com/watch?v=EJhvGAtglQY

5) PANPHAGE - Storm (2015)
Hier könnte auch jedes andere Album bzw. jede andere Split-EP dieses schwedischen Ein-Mann-Kommandos aufgeführt werden, aber besonders Storm hat es mir extrem angetan. Wild, ungezähmt, dabei aber mit hochmelodischem Gitarrenspiel verzierter moderner Black Metal, der insbesonders beim Titeltrack oder bei "Vid kusten" bei mir immer für Eskalation sorgt. Darf ich nicht in der Öffentlichkeit hören, sonst wirds peinlich. Lediglich der Sound der Platte ist ein Manko, da viel zu leise abgemischt. Das muss doch knallen, muss das doch!!!
Panphage: Vid kusten https://www.youtube.com/watch?v=QSUb5_OJlcY

6) HÄDANFÄRD - Vederstyggelsens uppväckelse Part II (2013)

Diese EP steht stellvertretend für (fast) alles, was so bei Ancient Records veröffentlicht wurde. Ein Typ (der auch u.a. bei Svartrit und Reverorum Ib Malacht aktiv war/ist) und eine Wundertüte von merkwürdigen, folkig-angehauchten Songs, die ... ja, ich kann's schwer in Worten ausdrücken, aber die Platte hat eine ganz merkwürdige Atmosphäre. Allerdings auch wieder arg leise abgemischt, das Ding.
Hädanfärd: Myrmarkernas dödsande https://www.youtube.com/watch?v=VX8WPC-Jvf0

7) DARVAZA - The Downward Descend (2015)

Die erste von drei EPs dieses norwegisch/italienischen diabolischen Duos. Am Gesang knurr-kreischt sich Wraath/Luctus/Afgrundsprofet (von Mare, Ritual Death usw.) einen ab. Fantastischer, gewalttätiger Black Metal mit schön finstrem Ambient/Spoken Word-Abschluss.
Die Debut-EP von Ritual Death sei im Übrigen auch empfohlen! Wärmstens!

Darvaza - Tenebrae https://www.youtube.com/watch?v=xnwmwu6HR8s

8) MARE - EBONY TOWER (2018)
Und wo du gerade "Mare" sagst: Die beiden Vorgänger-EPs gelten ja quasi als Blaupause des "Nidaros"-Sounds und sind beide sehr, sehr, sehr gut (wer sie noch nicht hat: Besorgen! Los, los!). Auf ihrem ersten Full Length-Album haben sie in Sachen Sound und Atmosphäre jedoch echt noch mal ein paar Schippen draufgelegt, und es ist mir in der Tat erst durch einen Beitrag hier im Forum so richtig bewusst geworden, dass wir mit diesem Album in Sachen Sound, Spieltechnik und (sakraler) Atmosphäre eine direkte Fortsetzung dessen vor uns haben, was Mayhem mit der mächtigen De Mysteriis Dom Sathanas erschaffen haben.
Mare: Labyrinth of Dying Stars https://www.youtube.com/watch?v=rX_wl3HW52s

9) URFAUST - The Constellatory Practice (2018)
EIN Album dieser Black Metal-Clochards MUSS in diese Liste unbedingt rein. Und weil die Jungs von Album zu Album immer besser werden nehme ich einfach das vorletzte - stellvertretend für den Rest. Schade, dass die Live immer mehr oder weniger die gleichen Songs bringen, denn "Behind the Veil of Trance Sleep" mit seinem langsam sich aufbauenden Anfang und den wuchtigen Drums könnte ich mir gut als Opener bei einem Gig vorstellen ...
Urfaust: Behind the Veil of Trance Sleep https://www.youtube.com/watch?v=s7UDoJYdN5s

10) BEKËTH NEXËHMÜ - De forna sederna (2014)

Und noch mal Ancient Records, stellvertredend für die anderen BN-Alben (oder Trolldom, oder Azelisassath, oder Gnipahålan oder ... oder ... oder). Das Besondere an dieser Platte, die wie alle BN-Alben klirrenden, klassischen lo-fi-Black Metal bietet, ist der Opener "Själsig urvilja", der explizit als Hommage an Burzum's Übersong "Det som engang var" gedacht ist. Perfekte Begleitung für winterliche Waldgänge!
Bekëketh Nexëhmü: Själsig urvilja https://www.youtube.com/watch?v=IU5JyG222Wg



 
2000 – 2009

1. Skagos – Ast
Es gibt wenig atmosphärischen BM der mich derart mitreißt und völlig abschalten lässt. Eines meiner absoluten gutelaune-schaffenden Alben. Hier passt alles zusammen, erzählende Songs, Schreigesang, Klargesang, die Gitarre, das ab und an aufblitzende Glockenspiel! Der komplette Albumaufbau lässt einen von Sekunde zu Sekunde glücklicher werden. Wenn ich mir es so recht überlege, eigentlich das beste atmosphärische BM-Album aller Zeiten!

2. Wolves in the Throne Room – Two Hunters
Die tatsächliche Blaupause für die vielen, vielen Cascadian Black Metal Bands. Vielleicht verfehlt hier drin, da sich die Band ja zumindest früher nicht als BM bezeichnen wollte. Mit der Gastsängerin werden hier wunderschöne Akzente gesetzt, ein sehr impulsives und eindringliches Album.

3. Krallice – Krallice
Musik um der Musik willens. Kein Klimbim mit Corpsepaint und dem Schaffen künstlicher „gefährlicher“ Auren. Chaotisch, furios, totale Könner ihrer Instrumente. Wirkt anfangs wenig zugänglich, entfaltet sich aber immer und immer mehr.

4. Ash Borer – 2009 Demo
Noch die gewisse Rauheit in der Produktion, etwas verwaschen, aber unglaublich intensiv. Auch hier wieder ein atmosphärisches Meisterwerk. Die Leadgitarre hat einen schönen nahezu post-rockigen Klang.

5. Iskra – Bureval
Pure, wilde Raserei, dissonante Gitarrenklänge, die sich aber wunderbar stimmig durch die Songs fräsen. Punkige, crustige Vibes. Gesang auch erfrischend anders, aber sehr stimmig.

6. Weakling – Dead as Dreams
Ganz kurzes Projekt mit viel Potential, welches sich noch vor Veröffentlichung des Albums auseinander lebte. Ganz tolle Melodien, manische Gitarrenarbeit, Gesang super, große Liebe.

7. Oranssi Pazuzu – Muukalainen puhuu
Debütalbum dieser großartigen Band, die bisher kein schlechtes Album in ihrer Discographie vorweisen kann. Man denkt man befindet sich im psychedelischen Space-Rock, bis auf auf einmal der Gesang einsetzt. Es klingt alt, aber ist tatsächlich etwas völlig neues. Tolle Band.

8. Austere – To Lay Like Old Ashes
DSBM, verzweifelte Schreie, tragende, beinahe positiv fröhliche Riffs. Leider nur sehr kurzlebige Band, da hätte noch viel Schönes entstehen können. Ich bekomme immer wieder eine Gänsehaut, wenn der klare Gesang so plötzlich und unerwartet einsetzt.

9. Liturgy – Renihilation
Auch hier wieder Musik um der Musik willens. Nahezu meditatives Album, welches doch von seinen Gitarren und dem Tempo lebt. Auch hier entdeckt man beinahe bei jedem Hören ein kleines neues Detail.
 
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1980-1989

Black Shepherd: Immortal Aggression
Das Album der Belgier wurde damals meist unter Thrash gepackt, dabei ist es lyrisch definitiv BM und musikalisch näher an diversen Südamerika Kommandos, als an zb Teutonen Thrash

Celtic Frost: Emperors Return
Auch wenn Tom Warrior die Veröffentlichung in der Form nicht mag, fünf Lieder, fünf Volltr
effer


Venom: Welcome To Hell
Der Urknall. Bis 1986 war die Band eine verdammte Macht.

Mercyful Fate: Don't break the oath
Damals völlig einzigartig. Und der Uriah Heep Fan weiss ebenfalls Bescheid.

Sodom: Obsessed By Cruelty
"Persecution Mania" war vielleicht besser, aber "Obsessed..." war böse. Erkannte damals sogar die Bravo.

Sepultura: Schizophrenia
Ich könnte auch "Morbid Visions" nennen, aber "Schizophrenia" hat mich noch mehr gepackt. Live 1989 im Vorprogramm von Sodom eine Urgewalt.

Hellhammer: Satanic Rites
Die beste Hellhammer. Play loud and masturbate hard, wie HH einst sagten.

Treblinka: Crawling in vomit
Eine der wichtigsten VÖ der frühen, zweiten Welle. Damals schrieben viele, dass BM längst tot sei, Treblinka und Co zeigten das Gegenteil.

Bathory: The Return
Die böseste aller Bathory Alben. Die beste ist "Hammerheart" für mich, aber wir sind in den 80ern.

Death SS: In Death Of Steve Sylvester
Teilweise reichen die Sobgs noch bis in die 70er und frühen 80er (Paul Chain Phase) zurück, aber 1987 wurden viele erstmals auf die kauzigen Italiener aufmerksam.

Natürlich fehlen aus dieser goldenen Ära noch jede Menge weiterer Veröffentlichungen von Venom, Bathory, Sarcofago, Samael, Master's Hammer, Sabbat, Dr Shrinker (kein BM, aber sicherlich ein grosser Einfluss für zb Darkthrone), Parabellum, Kreator, Destruction, Running Wild, Bulldozer etc
 
1990-1999
Bethlehem: Dictius Te Necare
Eins der extremsten Alben aller Zeiten. Wo die Sutcliffe Jugend ihren Hass nach aussen richtete, war es bei Bethlehem der Schrei nach innen. Das vielleicht unangenehmste Metal Album überhaupt. Das letzte Landfermann Solo Album war übrigens auch fantastisch.

Fleurety: A Darker Shade Of Evil
Geht in Sachen extremer Gesang in ein klassisches Unentschieden mit Bethlehem

Mayhem: Live in Leipzig
Die Essenz von Mayhem

Darkthrone: A Blaze In The Northern Sky
Manifest

In The Woods... : Heart Of The Ages
Extremer Gesang, Naturmystik und das alles völlig einzigartig.

Ulver: Nattens Madrigal
Das wölfischste BM Album aus Norwegen

Divina Enema: To wight shalt never shine
Arcturus Kopie aus Weissrussland, aber verdammt geil. Nach dem Tape ging es leider massiv bergab. Aber das Ding hier sollte man kennen. Animo Aeger dürften hier auch mal reingehört haben.

When: Death in the blue lake
Ok, geschummelt. Erschien Ende der 80er und ist kein BM. Aber eins der einflussreichsten Werke für viele Norweger.
Satyricon und Ulver Fans dürften Bescheid wissen.

Arcturus: La Masquerade Infernale
Das Theater der Geisteskranken. Perfekt.

Impaled Nazarene: Suomi, Finland, Perkele
Weil mit "Blood is thicker than water" mein liebstes Liebeslied seit "Still loving you" auf dem Album ist.
 
2000-2009
Paysage D' Hiver: Winterkälte
Neben "Schattengang" mein Lieblingsalbum, niemand vertont Winterlandschaften besser im BM

Drautran: Unter dem Banner der Nordwinde
Mir kommt es so vor, als sei diese großartige Band in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten.

Skagos: Ast
Atmosphärisches Meisterwerk

Secrets Of The Moon: Carved In Stigmata Wounds
Mein Lieblingsalbum der Band

Windir: 1184
Eine späte Grosstat aus Norwegen

Negura Bunget: Om
Wenn Paysage d' Hiver Winterlandschaften perfekt vertonen, dann gelingt das den Rumänen in Bezug auf die heimischen Wälder

Silencer: Death-Pierce Me
Verstörend und einzigartig

Primordial: To The Nameless Dead
Grenzgänger mit einem Händchen für Epik

Kampfar: Kvass
Rauh und dennoch episch

Nagelfar: Virus West
Ein rauher und würdiger Abschluss
 
Da mach ich doch glatt mit.
Ich fang mal mit 2011-20 an, auch wenns 10-19 schöner gewesen wäre.


10 Dämmerfarben - Im Abendrot 2011

Wunderschönes Album dass mich irgendwie sehr nostalgisch stimmt. Schöne deutsche Texte, die recht verständlich vorgetragen werden, warmer wehmütiger Sound der mich an Tage erinnert als ich Bergthron`s Verborgen… rauf und runter hörte. Gelegentlicher Einsatz von Streichinstrumenten und bisweilen Barock anmutende Melodienläufe machen „Im Abendrot“ für mich zu einem wirklich liebgewonnen Kleinod deutschen BMs.

https://daemmerfarben.bandcamp.com/album/im-abendrot

9 BråndUrkraft 2019
Band aus Kringa Umfeld, aber besser als Kringa, mit Texten im oberösterreichischen Dialekt. Urkraft ist eigentlich eine Demo oder eine EP. Habe Brand vor paar Jahren im Wald live gesehen und sie haben mich damals ziemlich weggeblasen. Brand haben eine gewissen Nähe zum Punk bzw. diesen DIY Charme, sind dabei trotzdem finster, haben gute Riffs und gutes Songwriting.Ich liebe die Vocals!

https://braand.bandcamp.com/album/urkraft

8 Blut Aus Nord - 777 - The Desanctification 2011
Wie ihr an meiner Liste bald merken werdet mag ich meinem BM mitunter eher simpel und rau. MGLA, Deathspell Omega und Konsorten sind nicht so meine Baustelle. BAN sind da gewissermaßen die Ausnahme der Regel, 777 finde ich gerade nur so komplex, dass sie auf der einen Seite immer wieder überrascht und andererseits ihre Atmosphäre trotzdem bewahrt. Aber vielleicht hat mich auch einfach das Artwork derart umgehauen dass ich die Scheibe einfach mögen muss.
https://blutausnord.bandcamp.com/album/777-the-desanctification

7 Circle Of Ouroborus - Viimeinen Juoksu 2020
COO habe ich zuletzt am Debut Shores gehört, dessen Vocals mir damals derartig auf die Nerven gegangen sind dass ich das Tape nach kurzem an irgendwen weiterverscherbelt hab. Ich war froh dass ich`s los war. Nach Jahren sind mir COO dann wieder aufgefallen, mit ausgesprochen bunten Covers die ein bisschen nach „Kinder malen mit Wachsmalkreiden psychedelische Erfahrungen“ aussehen. Mein Interesse war geweckt und ich hab beschlossen der Band nochmals eine Chance zu geben. Ich wurde positiv überrascht, eins vorweg, der Gesang ist immer noch schräg, aber irgendwie gekonnt schräg und gefällt mir mittlerweile auf den neueren Scheiben richtig gut! Die Gitarren sind welche der wärmsten und angenehmsten im ganzen BM und strömen wohlig aus den Lautsprechern. Dabei ist das Ganze trotzdem eindeutig Metal. Die Riffs und das Songwriting wirken sehr ungekünstelt und haben bisweilen bisschen was punkiges ansich. Insgesamt sind COO sehr individuell und authentisch in dem was sie machen und genau deshalb 2020 mit ihrem BM relevant für mich.

https://hiswounds.bandcamp.com/album/circle-of-ouroborus-viimeinen-juoksu

6 PanphageDrengskapr 2017
Wer alte Arckanum genauso vergöttert wie ich und von neuen Arckanum eher enttäuscht wurde sollte Panphage hören. Drengskapr ist ein Meisterwerk und knüpft genau an diese Energie an, dabei sind Panphage einen Tick melodischer und bleiben nach dem Hören noch tagelang im Ohr.

https://panphage.bandcamp.com/album/drengskapr

5 Paysage D'Hiver - Das Tor 2013
Hier mach Wintherr wirklich alles richtig, vermutlich eine der besten Einstiegsplatten in die Welt von PDH. https://paysagedhiver.bandcamp.com/album/das-tor




4 Wagner Ödegård - Om Undergång Och De Tretton Järtekn 2019
Wagner Ödegard rumpelt derartig finster aus den Boxen als wäre der BM gerade erst erfunden worden. LO-Fi Black Magick at it`s best! Hier könnte übrigens genauso gut Wulkanaz - Paúrpura Fræovíbôkôs von 2013 oder das 2020 erschienene Karnilapakte Album stehen. Alles derselbe Herr aus Schweden, finster, psychedelisch, eigenständig und trotzdem sehr nah am „ursprünglichen“ Sound . Einzig die Zusammenarbeit von einem seiner Projekte mit Darker Than Black 2015 stößt mir bisweilen sehr sauer auf.

https://brugmanziah.bandcamp.com/album/om-underg-ng-och-de-tretton-j-rtekn

3 Forteresse ‎– Thèmes Pour La Rébellion 2016
Forteresse kenn ich seit dem Debut, dass ich wegen der epischen und mitreißenden Melancholie immer gern gehört hab. Majestetisch, aggressiv und melancholisch dass können Forteresse in einen Sound verpacken. Nach dem Debut hatte ich sie ein bisschen aus den Augen verloren, bis zu „Themes…“, da haben sie alles was sie am Debut gekonnt haben nochmals perfektioniert.

https://forteresseqc.bandcamp.com/album/th-mes-pour-la-r-bellion-2

2 Lunar AuroraHoagascht 2012
Zu dem Album wurde eh schon ziemlich alles gesagt glaub ich. Für mich die beste deutsch BM Band, mit ihrem vielleicht besten Album. Ich zumindest hör es bis heute am meisten. Eigentlich hätte ich vielleicht noch gern was anderes beigetragen, aber „Hoagascht“ auslassen geht nicht.

1 Summoning - Old Mornings Dawn 2013
Summoning ist eine jener Bands die ich selbst in Phasen in denen ich gerade gar keinen BM brauch, ganz gut hören kann. OMD ist eine der besten Summoning Scheiben überhaupt, ich hab damals ein bisschen gebraucht um reinzukommen, aber dann! Episch, magisch, geheimnisvoll!

Extraplatte: Menace Ruine - Venus Armata 2014
Ehrlich gesagt ist das kein BM, gar nicht. Warum ist es dennoch in der Liste? Venus Armata ist ein derartig eigenständiges Album, dass eine genaue Genre Bezeichnung schwer fällt. Auf Discogs steht Folk/Drone/Ambient. Hier treffen noisy vielleicht an BM angelehnte Loops auf wunderbare Vocals. Geneviève Beaulieu`s Stimme ist dunkel, ruhig und ziemlich großartig. Die Melodieläufe des Gesangs über den elektrischen Loops erzeugen eine derart intensiv magische Atmosphäre die ihresgleichen sucht. Klingt nach Minimalismus? Mit Sicherheit, aber ich behaupte mehr wäre der Magie nur abträglich! Wer bei den weiblichen Vocals bei Wolves in the Throne Room auch immer Gänsehaut hatte und wünschte es würde ewig so weiter gehen, sollte hier unbedingt mal reinhören.

https://menaceruine.bandcamp.com/album/venus-armata




Leer ausgegangen sind leider Moon – Melek Taus, Alcest- Shelter, Reverorum Ib Malacht – Urkaos. Die ich aber auch alle sehr gern habe.
 
Grad gesehen dass die Discogs Links noch drin sind. Das war gar nicht beabsichtigt, hatte nur meine Discogs Sammlung als Basis der Liste genommen. Falls es stört nehm ichs raus.
 
2010-heute
Portal: Vexovoid
Prima, um Mainstreamhörer zu vergraulen. Und das auf großartige Art

Reverorum Ib Malacht: Urkaos
Eibzigartig, atmosphärisch und finster wie die okkulten Anti-Satanisten des 19. Jhds.

Paysage d'Hiver: Im Wald
Der kurioseste Top 20 Hit in den deutschen Charts

Macabre Omen: Gods of war - at war
Bestes Griechen BM Album seit Jahren. Mächtig

Lunar Aurora: Hoagascht
Eins der besten deutschen BM Alben überhaupt

Turdus Merula: Herbarium
Ein einzigartiges Meisterwerk.

Ascension: Under Ether
Noch ein grossartiges Werk aus Deutschland

Animo Aeger: Storchenwahrheit-Wirklichkeit
Irgendwo zwischen Divina Enema, Angizia, Lifelover und Bethlehem. Sehr seltsames Ding

Bald Anders: Spiel
Der Lunar Aurora Nachfolger. Kein BM, doch wie ein düster, faszinierendes Märchen. Das kleine Gespenst ganz gross. Eins der besten Alben der letzten Jahre.

Forteresse: Themes pour la rebellion
Ballert und ist gleichzeitig erhaben.
 
Eben. Es sind die kleinen Stories und geschilderten Eindrücke/Erinnerungen, die das Salz in der Suppe dieses Threads bilden.
 
Dann mache ich auch mal weiter mit den Jahren 2000 bis 2009:

10. Naxzul - Iconoclast (2009)

Den Anfang machen die Australia Naxzul, die auf ihrem 2009er Album Iconoclast wunderbar aggressiven Symphonic Black Metal spielen. Als Vergleich kann man uralt Dimmu Borgir und Vintersemestra heranziehen.
Die Band schafft es dabei jeglichen Kitsch zu umschiffen und versinkt mit ihren Kompositionen nicht belanglosen Sumpf aus Keyboardkleister. So knüppelt der Opener Dragon Dispitous derb drauf los, während sich das Keyboard im Hintergrund hält und eher dafür sorgt das die düstere und erhabene, ja fast schon feierlich Atmosphäre aufrecht erhalten bleibt.
Das einzige was ich an dem Album jetzt nicht so gut gelungen finde ist, dass sich die einzelnen richtigen Songs mit instrumentalen Zwischenspielen abwechseln (außer bei den letzten vier Songs, da haben Sie es komischerweise weggelassen)....aber das ist nur mein persönlicher Geschmack, den Songs an sich tut das keinen Abbruch. Spätestens wenn man beim fantastischen Set in Array angekommen ist will man einfach nur noch auf die Knie sinken und sich in Demut diesem grandiosen Stück Musik ergeben. Dieser nicht besonders spannend anfangende Song verwandelt sich ab ca. 1:20 Minuten in eine absolut erhabene Hymne. Dieser Song dürfte mit zu den besten gehören, die es so im Symphonic Black Metal gibt..dazu der Text der dem ganzen noch einen religiösen/kultischen Aspekt verleiht:

To immolate world upon world
With this stunning blaze

Let them all sing that we are here, as Masters
Among failing mankind!

Man fragt sich unweigerlich wie es nach diesem Song noch besser werden könnte.....leider kann das Niveau von Set in Array nicht gehalten werden...was auch schwer wäre. Die folgenden Songs sind aber auch alle mehr als nur gut..gerade das super Stain of Harrow sorgt nochmal für Gänsehaut. Jeder, der auch nur ansatzweise mit oldschooligen Sympho BM in gutem Soundgewand etwas anfangen kann sollte hier unbedingt reinhören. Album gibt es noch bei Eisenwald.

09. Anorexia Nervoa - New obscurantis Order (2001)

Die Franzosen von Anorexia Nervosa gehören mit zu den ersten Bands, die ich damals im Untergrund kennengelernt habe. Jedoch war mein Erstkontakt mit der Band nicht das hier vorgestellte Album, sondern die Redemption Process. Die Redemption Process hat hymnenhaften Black Metal mit massivem Keyboardeinsatz geboten. Was mich bei dem Album schon fasziniert hat, ist dass die Songs trotz des Keyboards immer eine gewisse Grundhärte haben und sich niemals in schwülstigen Passagen verrannt haben. Songs wie Sister September, An Amen oder The Sacrament gehören mit zu dem besten, was dieses Genre zu bieten hat.
Nun gut..so viel vorneweg. Die Redemption Process habe ich ewig lange nicht mehr aus dem Cd Player gekriegt....durch das MH Forum wurde mir damals dann mal ans Herz gelegt in die New Obscurantis Order reinzuhören. Gesagt..getan...und: Ich wurde regelrecht umgehauen von dem Album. Als ich es das erste mal hörte konnte ich nicht viel damit anfangen...für mich war das erstmal strukturloses Geknüppel mit Keyboard.
Aber je öfters ich es hörte destso mehr begeisterte es mich..so langsam erkannte man Strukturen in den Songs, nahm mehr Details wahr. Dadurch konnte man sich dann auch viel mehr auf die pechschwarze, chaotische und wahnsinnige Atmosphäre einlassen. Allein der Opener Mother Anorexia ist in seinem Wechsel aus hemmungsloser Raserei, morbiden, ruhigeren Passagen und Hreidmarrs kranken Gekreische ein mehr als würdiger Opener. Jedoch folgt der richtige Wahnsinn noch....Song Nummer drei Black Death Nonetheless prügelt sich dann in so einem Rausch, dass man wirklich in grübeln kommt ob hier noch wirklich Menschen Musik machen, oder doch schon direkt Dämonen aus der Hölle. Zudem hat das Album mit dem mächtigen Stabat Mater Dolorosa (wohl auch der bekannteste AN Songs) einen richtigen Hit an Bord...wirkt fast schon eingängig im Gegensatz zu den restlichen Songs. Generell zeigt der Song was mit dem geschicktem Einsatz von Frauengesang alles anstellen kann....allerdings ist das nicht mein Lieblingslied auf dem Album, sondern The Altar of Holocausts....was mit seiner Mischung aus geisteskrankem Dauergekreische und klar Gesang, einer absolut chaotischen Songstruktur und dem melancholischen Mittelteil einfach nur für Gänsehaut sorgt.
Dieses Album gehört wirklich in jede Symphonic Black Metal Sammlung....schade, dass die Band nach dem grandiosem Nachfolger nichts mehr gemacht hat. Hreidmarr ist dann ja leider ausgestiegen...hat aber noch mit The CNK ein paar gute bis okaye Alben rausgehauen...aber die gehören nicht mehr in den Black Metal.

08. Nehemah - Light of a dead Star (2002)

Und wir bleiben in Frankreich.....und machen weiter mit der für mich besten BM Veröffentlichung aus diesem Land. Light of a dead star hat wirklich alles was den klassischen Black Metal Liebhaber in Verzückung versetzt:
Allein der Titelsong, welcher als Opener fungiert, ist wohl einer der besten BM Songs auf dieser Welt. Sobald er ertönt fällt die Temperatur im Raum um mindestens 20 Grad. Dazu Corvens knurriger Gesang, der dem ganzen noch die Krone aufsetzt. Aber auch die anderen Songs brauchen sich nicht verstecken. Allen voran In October Nightshades und Misty Swamps welche auch wieder eher rasend und schnell unterwegs sind, aber auch wieder diese eiskalte Atmosphäre erschaffen wo man sich in mitten eines Schneesturm wägt. Auch hier ist es wieder schade, dass sich die Band aufgelöst hat. Die beiden nachfolgenden Alben Shadows from the Past und Requiem Tenebrae sind dem Debut mindestens ebenbürtig. Gerade das tolle Requiem Tenebrae besticht durch seinen Sound und dem extrem im Vordergrund stehenden Kreischgesang.
Aber eigentlich gehören alle drei Nehemah Alben in jede gut sortierte Black Metal Sammlung....besser als auf der Light of a dead star kann man Black Metal nicht machen.

07. Mörker - Den Sista utfärden (Demo 2005)


Ich merke gerade...es hat sich sehr viel Melodic Black Metal in meine Auflistung verirrt.....aber solange er so gut ist wie die erste Mörker Demo ist alles gut. Mörker habe ich damals mit den Worten "Klingt wie alte Dimmu zu For all tid und Stormblast-Zeiten!" kennengerlent und ja..dagegen kann ich nichts sagen. Böse Zungen haben behaupten, dass Mörker nur eine seelenlose Kopie des Originals ist. Und ja....ich kann auch verstehen wie man zu diesem Ergebnis kommt..aber ganz ehrlich: Ja, es wird kopiert, aber nicht so dreist wie viele meinen. Mörker orientieren sich natürlich an DB, aber wo die Band damals ihren Death Cult im Armageddon zelebriert hat und nicht mehr viel mit ihrem Ursprungssound zu tun hatte kam das Methadon in Form von Mörkers erster Demo mehr als zur rechten Zeit..und so höre ich diese Demo auch noch heute sehr, sehr gerne....gerade wenn es Herbst wird entfaltet das Album seine ganze Magie. Der schöne instrumentale Opener Slaget om Norden zieht einen direkt in seinen Bann..man möchte einfach nur die Augen schließen und seine Augen schließen und sich mit auf eine Reise über schneebedeckte Hügel, mit Laub übersäten Wäldern oder schroffen Küsten nehmen lassen. Die anderen Songs erzeugen ein ebensolches Feeling....gerade das schöne Mörker und der Ambient-Abschluss Track Den Sista utfärden nehmen einen nochmal mit auf eine Reise. Freunde alter DB sollten aufjedenfall versuchen an die Demo ranzukommen...ich glaube bei Northern Silence gibt es noch ein paar Exemplare.
Schade finde ich nur, dass die Band mit den Nachfolgealben ein wenig an Magie eingebüßt hat....vielleicht geht es nur mir so, aber dieses Gefühl, was die Demo bei mir ausgelöst hat konnte von den folgenden Alben leider nicht mehr wiederholt werden. Ach ja..auf der Demo giibt es noch eine tolle Coverversion von Dimmu Borgirs Raabjørn speiler draugheimens skodde.

06. Nocte Obducta - Nektar II (2005)

Vorab: Ich konnte mit der Band nie besonders viel anfangen. Deshalb bin ich umso überraschter, dass mir die Nektar Teil II so gut gefällt...und ich bin ehrlich: es liegt zu 90 % an Pan spielt die Flöte. Bei dem Song stimmt einfach alles....der wunderschöne Text (einer der wenigen Songs wo ich den Text IMMER mitlese) die Variationen in Gesang und Musik und natürlich das finale UND PAN SPIELT DIE FLÖTE! sind einfach perfekt.
Zudem hat der Song eine der besten Songzeilen aller Zeiten, die ich einfach wunderschön finde. Ich könnte mich jedesmal darin verlieren:

Und unvermittelt sah ich den Spiegeln nur noch Schöpfer
Und Welten, die zuletzt ich in der Kinderstube sah
Der Zwiespalt zwischen Traum und Überleben schuf ein Chaos
Das unter Schmerzen und doch lächelnd eine neue Welt gebar

Aber auch die restlichen Songs brauchen sich nicht verstecken. Der Opener Anis eröffnet nach einem ruhigen Intro schroff und düster...generell finde ich den Song für nen Opener extrem sperrig. Neben Pan spielt die Flöte ist Atme mein Lieblingssong auf dem Album.....ich mags einfach wie Marcel in der Mitte growlt. Leider hat das Album für mich auch einen Totalausfall: Es fließe Blut.
Für den Song konnte ich mich nie erwärmen. Er wirkt für mich wie ein Fremdkörper auf dem Album....im Albumkontext kann ich ihn mir noch halbwegs unfallfrei anhören, aber ansonsten ne....
Ich war auch echt am überlegen ob ich dieses Album überhaupt in die Auflistung aufnehmen will...aber dann hat Pan die Flöte gespielt und mir damit die Entscheidung abgenommen.

05. Negator - Old Black (2004)

Wir werden wieder klassisch schwarzmetallig. Was liebe ich dieses Album! Die Nachfolger fand ich durch die Bank weg langweilig. Aber Old Black verbindet second Wave Black Metal mit einer (damals) modernen und druckvollen Produktion, tollen Songs (Der Infanterist) und einem giftigem Keifgesang, dass einfach nur Freude aufkommen kann. Ich weiß das ich das Album damals wirklich monatelang rauf und runter gehört habe...ich konnte wirklich fast alle Songs auswendig mit singen (zumindest das was man verstanden hat). Mein Lieblingssong auf dem Album ist das tolle Der Infanterist..mehr kann ich zu diesem Album auch irgendwie nicht schreiben...jeder der klassischen BM mag sollte zumindest mal reinhören, denn trotz der sehr guten Produktion kommt wirklich ein tolles Feeling auf.

04. Grabnebelfürsten - Schwarz gegen Weiß (2005)

Ich glaube ich habe schon im Now Playing Thread geschrieben, was dieses Album für mich bedeutet...aber ich wiederhole gerne :D
Dieses Album habe ich mir im August 2005 von meinem ersten Azubigehalt gekauft, weil es damals mit 6/7 Punkte im MH bewertet wurde. Ich hatte null Ahnung was mich erwartet.
Also kaufte ich mir die Cd, packte sie zu Hause fast schon ehrfürchtig aus, legte sie mit zitternden Händen in den Player und war angespannt wie ein Kaninchen auf Kokain. Das tolle Intro steigerte die Anspannung noch etwas bevor es mit dem Titelsong endlich losging..meine erste Reaktion: Verwirrung. Soetwas hatte ich nun gar nicht erwartet...nun ja..musikalisch irgendwie schon, aber der Gesang...soetwas war mir bis dato komplett neu.
Und ich muss auch sagen, dass ich zu beginn echt meine Probleme damit hatte...aber das hat sich dann recht schnell zum Glück geändert. Jetzt liebe ich den Gesang...und finde ihn einfach nur genial.
Was dann folge war die intensivste Auseinandersetzung mit einem Album, die ich jemals vorgenommen habe. (Ausnahme: Stronghold von Summoning). Dieses Album lief knapp ein halbes Jahr lang in Dauerrotation und ich analysierte wirklich jeden Song bis ins kleinste Detail...den Text von "Der Teufel" konnte ich dann sogar auswendig...dazu stellte sich mein 16 jähriges Ich vor, wie geil es wäre mit der Band auf der Bühne zu stehen und diesen Song vorzutragen. Wenn ich so zurückdenke bedeutet mir dieses Album schon extrem viel....würde dabei knapp hinter der Stronghold von Summoning einordnen.
 
03. Kermania - Ahnenwerk (2006)

Das Soloprojekt von Weigand (Truppensturm)..hier wird völlig kitschfreier Pagan Black Metal geboten, der mit den übers Feld hopsenden Hobby-Heiden überhaupt nichts zu tun hat.
Hier wird eher atmosphärisch sehr dichter Black Metal geboten, der wie eine Mischung aus dem Nagelfar Debut und den epischen Songs Bathorys klingt. Gerade der spärlich eingesetzt Klargesang sorgt das ein, oder andere Mal für Gänsehaut bei mir. Das hier ist auch kein Album zum nebenbeihören...man sollte sich wirklich Zeit dafür nehmen. Gerade jetzt im Herbst, wenn man wieder öfters durch den Wald wandert/spazieren geht ist das Album der perfekte Begleiter...passt es doch mit seiner schweren, düsteren, aber dennoch erhabenen Atmosphäre perfekt zu dieser Jahreszeit. Ich finde es immer ein wenig schade, dass das Album, oder die Band immer ein wenig unterm Radar läuft, dabei hätte zumindest die Ahnenwerk so viel Aufmerksamkeit verdient, wie die Sachen von Nagelfar und anderen, musikalisch ähnlichen Bands.


02. SepticFlesh - Sumerian Daemons (2003)

Auch wieder so eine Band von der ich eigentlich nur zwei Alben richtig gerne mag....und das sind das Debut Mystic Places of Dawn und die Sumerian Daemons. Alles was dazwischen und danach kam hat mich irgendwie null interessiert, weil es mich nie gepackt hat....aber die Sumerian Daemons ist dafür ein Meilenstein in meiner Welt...es ist die perfekte Mischung aus Aggressivität (Unbeliever, Red Code Cult, der Titeltrack), symphonischen Gedöns (Faust, Virtues of the Beast) und "softeren" Gothic Nummern (Magic Loves Infinity, Mechanical Babylon). Auch erschafft dieses Album wieder eine Atmosphäre, in die man wunderbar einsinken kann..die Produktion ist zudem auch sehr gelungen. Dieser leicht dumpfe Sound und die einfach wummernden/hämmernden Drums sind einfach der Wahnsinn. Dazu die tiefen Growls, die ab und an durch gesprochenen Passagen, oder Chorgesagt aufgelockert werden..herrlich. Für mich wirklich ihr bestes Album..alles was danach kam fand ich bis auf ein paar Songs immer langweilig bis nervig. Schade eigentlich.


01. Argar - Grim March to Black eternity (2004)

So..jetzt wird es obskur...und untergrundig mit Argar aus Spanien und ihrem 2004er Album Grim March to Black Eternity. In allen Foren in denen ich bis jetzt aktiv war...bei persönlichen Gesprächen ect. habe noch nie jemanden kennengelernt, der die Band kennt...was ich sehr schade finde. Denn gerade das zweite Album Grim March to Black Eternity ist ein majestätisches, düsteres und einfach nur krankes Album....ich habe selten Musik gehört, die mir wirklich so ein Unbehagen wie diese hier verschafft hat (dabei ist das durchaus positiv gemeint....das Album ist wie ein guter Horror-Film).
Aber kommen wir zur Musik: Auf dem Album wird Symphonischer Black Metal geboten, der sich am ehesten mit Limbonic Art zu Moon in the Scorpio Zeiten vergleichen lässt...aber ansonsten macht die hier enthaltene Musik Vergleiche ziemlich schwer...denn das Album klingt einfach einzigartig. Das fängt bei dem, manchmal fast schon ins absurde abdriftende, Knurrgesang an....vergesst den Inquisition Sänger...vergesst Abbath. Ihr Knurrgesang wirkt dagegen fast schon niedlich....dabei wird das Geknurre immer mal wieder von hohen, das Mark erschütternde, Schreien unterbrochen....die Growls, die ab und an eingesetzt werden, wirken so unfassbar tief und grollend, dass diese ein krassen Kontrast zu den hohen Screams darstellen. So viel zum Gesang....kommen wir zur Musik. Ich versuche sie mal zu beschreiben:

Man stelle sich vor man würde versuchen die Welt der Toten musikalisch zu vertonen...und zwar jene, die der Barker im Vorwort zu seinen Büchern des Blutes beschreibt: Eine Welt in der verlorene Seelen umherwandern.
Dazu passt die Musik nämlich perfekt...die ganze Produktion wirkt beim ersten mal hören extrem blechernd und mies....aber wenn man sich erstmal reingefunden hat offenbart einem die ganze morbide und düstere Faszination der Musik. Immer wieder werden die Songs von wabbernden Keyboardteppichen unterlegt, was die ganze Atmosphäre noch unwirklicher macht...noch geisterhafter.
In Verbindung mit dem Gesang und den Lyrics hat man wirklich das Gefühl, diese Musik kommt direkt aus der Geisterwelt...und die Texte, der Gesang sind ein Versuch mit der Welt der Menschen in Kontakt zu treten.
Ich kann jedem nur empfehlen in dieses Album mal reinzuhören....es ist wirklich grandios. man muss sich allerdings darauf einlassen...und mal schnell so nebenbei hören ist leider auch nicht.
Generell kann ich mir die Grim March to Black Eternity nicht oft geben, weil ich wirklich in der richtigen Stimmung sein muss....weil das Album einen (mich zumindest) auch ganz schön runterzieht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nachfolgend gibt es hier meine zehn Black Metal-Lieblingsalben plus zehn weitere Scheiben, für die es nicht ganz für die vordersten Plätze gereicht hat. Nach Jahrzehnten muss und möchte ich es dabei nicht ordnen, denn alles, was nach Mitte der Neunziger erschienen ist, interessiert mich nicht mehr wirklich. Spätestens 1996 war einfach alles gesagt/vertont. Sicherlich gab es auch in den letzten 25 Jahren hörenswerte Black Metal-Platten (alte Deathspell Omega, alte Craft, Wolves In The Throne Room, A Forest Of Stars ... um nur mal ein paar zu nennen), aber für mich kann der neue Kram in Sachen Atmosphäre nicht mal ansatzweise gegen die Veröffentlichungen der Jahre 1985 bis 1996 anstinken. Vielleicht ist das zu einem nicht unerheblichen Teil der Nostalgie geschuldet. Vielleicht aber war Black Metal bis Mitte der Neunziger auch einfach unerreicht magisch.

01.) Samael - 1991 - Worship Him
Die Essenz des Black Metal: Auf ihrem unmittelbar nach dem Dekadenwechsel erschienenen Debütalbum greifen die Schweizer die Großtaten ihrer 80er-Jahre-Vorreiter auf - jedoch erst, nachdem sie auch den letzten Tropfen Positives aus diesen herausgepresst haben. Vorphalacks pechschwarze Intonationen vor der überwiegend schleppenden Instrumentierung lassen unweigerlich das Bild des sich langsam, aber machtvoll erhebenden Todesengels vor dem inneren Auge entstehen. Auch heute noch kriecht es genauso einzigartig bedrohlich und böse wie vor drei Jahrzehnten aus den Rillen.

02.) Katatonia - 1993 - Dance Of December Souls
In seiner Ambition bereits ein großes Album, in seiner Ausführung wahrlich magisch: Katatonia meistern auf Ihrem Debüt ausladende Kompositionen, die sich aus gedankenversunkenen Momenten oder gar klagenden Tiefen immer wieder triumphierend erheben, während das zentral platzierte Überlied „Without God" die Erinnerung an die wütenderen und eindeutiger schwarzen Demotage wachhält.

03.) Impaled Nazarene - 1993 - Ugra-Karma
Die Abrissbirne unter den Black Metal-Klassikern. Melodiesprenkler und eine daraus resultierende merkwürdige Erhabenheit machen das, was bei vielen anderen nur eine stumpfe Gewaltorgie geworden wäre, zu einer transzendentalen Erfahrung. Lässiger geht's nicht.

04.) Bathory - 1988 - Blood, Fire, Death
„Under The Sign Of The Black Mark" ist vielleicht das musikhistorisch bedeutsamere Album, aber „Blood, Fire, Death" ist als faszinierendes Übergangswerk zwischen langsam verblassender Deibelei und der Morgendämmerung der Wikingerära die Seele Bathorys. Mit „A Fine Day To Die" gelang Quorthon dabei ein Lied für die Ewigkeit.

05.) Burzum - 1992 - Burzum
An dieser Stelle könnte grundsätzlich jedes der ersten drei allesamt großartigen, aus ihrer Reduziertheit ihre Kraft schöpfenden und mit unnachahmlichem Wehklagen einnehmenden Burzum-Alben stehen. Aufgrund der größten historischen Relevanz, seiner ungekünstelten Urwüchsigkeit und hypnotischer Überflieger wie „My Journey To The Stars" hat das Debüt die Nase vor den beiden Nachfolgern.

06.) Darkthrone - 1992 - A Blaze In The Northern Sky
Sicherlich ist „Under A Funeral Moon" Black Metal in Reinkultur und für nicht wenige Darkthrones Opus magnum, aber zum einen ist „A Blaze In The Northern Sky" als erstes norwegisches Album der zweiten Welle sicherlich das historisch wichtigere, zum anderen zeigt es sich dynamischer und kompositorisch aufregender. Man spürt in jeder Note und jedem Schrei die ekstatische Lust auf das aufregende Neue namens Black Metal.

07.) Sodom - 1986 - Obsessed By Cruelty
Unnachahmlich naiv-charmant poltern Sodom sich hier durch elf schwarze Perlen und halten sich damit bis ans Ende aller Tage auf dem Thron des Okkult-Rumpel-Metal. Natürlich reden wir hier von der zweiten Aufnahme aus dem Studio Hilpoltstein, auf der die Gitarren nicht ganz so dünn abgemischt sind und Angelripper eine beseeltere Gesangsleistung mit deutlich mehr Schreien und Ughs abliefert.

08.) Dimmu Borgir - 1994 - For All Tid
Ein vielfach maßlos unterschätztes Album, das seinen besonderen Reiz daraus zieht, dass sein eigentlicher Charakter zwischen Verträumtheit und Aggression über die gesamte Dreiviertelstunde nie so recht greifbar wird. Und gerade dieser Umstand macht es dann doch charakterisierbar: unerreicht episch. Die Jungs haben damals zudem auch visuell überzeugend abgeliefert, 'ne größere Nagelkeule hatten jedenfalls wenige am Start ;)

09.) Ulver - 1995 - Bergtatt
Wenn es ein Black Metal-Album gibt, bei dem man sich unweigerlich nächtens durch Skandinaviens verschneidete Wälder wandern sieht, dann ist es dieses. Nordisch, mystisch, entrückt.

10.) Emperor - 1993 - Emperor
Sie waren wahrscheinlich die musikalisch talentierteste Formation im frühen norwegischen Black Metal und hatten mit dieser selbstbetilten EP schon früh ihre größte Stunde: Die Besessenheit der Demo-Tage ist noch spürbar, während sich die Größe und Weite des leider einen Hauch zu kultiviert geratenen Debüts „In the Nightside Eclipse" schon andeutet.

Auf den Plätzen 11 - 20:

Burzum - 1994 - Hvis Lyset Tar Oss
Samael - 1992 - Blood Ritual
Bathory - 1987 - Under The Sign Of The Black Mark
Dissection - 1993 - The Somberlain
In The Woods ... - 1995 - Heart Of The Ages
Darkthrone - 1993 - Under A Funeral Moon
Enslaved - 1994 - Frost
Satyricon - 1994 - Dark Medieval Times
Rotting Christ - 1994 - Thy Mighty Contract
Bethlehem - 1996 - Dictius Te Necare
 
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