Allgemeiner Bücher-Thread

Dieses Thema im Forum "SOMETHIN' ELSE - Multimediales" wurde erstellt von Kaleun Thomsen, 13. August 2014.

  1. Eiswalzer

    Eiswalzer Till Deaf Do Us Part

    Der übliche Senf. ;)

    Sofi Oksanen - Fegefeuer

    Inhalt: Wenn diese Geschichte - anders als im tatsächlichen Roman - in der chronologisch richtigen Reihenfolge erzählt wird, dann ist sie ebenso übersichtlich wie banal: Im Estland der Spät-1930er verguckt sich die junge Aliide in den stattlichen Hans, aber der bandelt lieber mit Aliides Schwester Ingel an. Aliides Versuche, das sich anbahnende Ehe- und Familienglück zu stören, werden durch sowjetische Besatzung und Weltkrieg nur hinausgezögert, aber als Hans nach dem Krieg als Waldbruder-Partisan den Kampf weiterführt, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten, die Ingel und Tochter Linda in die Verbannung nach Sibirien führen, aber Aliide in die Arme von bzw. die Ehe mit Parteifunktionär Martin treibt - und darüberhinaus Erniedrigung, Folter und Vergewaltigung bedeuten. Viele Jahre später ist Estland wieder unabhängig, als die mit dem Versprechen von Geld und Wohlstand aus Wladiwostok in den Westen gelockte, aber dort nur in die Zwangsprositution under der Knute ehemaliger KGB-Offiziere geratene Zara auf Aliides Hof aufaucht - und einige Erinnerungsstücke zeigen: Es handelt sich um Ingels Enkelin.

    Kommentar: Ach, der Feuilleton war damals (2010) voll von diesem Roman, aber es lässt sich in der Rückschau ahnen, dass dieses Buch damals eigentlich nur deshalb hochgejazzt wurde, weil es damals offenbar schier unglaublich schien, dass eine vergleichsweise junge (!) Frau (!!) aus einem als provinziell geltenden Kleinstaat (!!!) mit Dreadlocks (!!!!) in der Lage war, so ein ernstes, historisches Thema zum Inhalt eines recht ausgiebigen, tiefschürfenden Romans zu machen. Das verrät uns natürlich weitaus mehr über die Fallstricke des hiesigen Literaturbetriebs als über die tatsächlichen Qualitäten von "Fegefeuer", zu denen damals auch nur Platitüden wie "erzählt von der Beziehung zwischen Frauenkörper und Staatsgewalt" oder so geschwafelt wurden. Denn im Kern geht's hier ja eigentlich nur um eine boshafte Enttäuschungs- und Rachegeschichte mit äußerst negativen Konsequenzen auch für die Rächerin selber, wobei letztere natürlich durch das politisch-historische Gefüge mitgeprägt werden. Aber, wie gesagt: Im Kern ist die Geschichte eben recht simpel allenfalls durch einige Seitenblicke auf den europäischen Transformationsprozess um 1990 interessant - anderes dagegen wie z.B. die bei einem von 1938 bis 1992 reichenden Handlungsrahmen in diesem Szenario offenbar unvermeidliche Tschernobyl-Episode, die hier rüberkommt, als sei sonst zwischen 1950 und 1990 nichts weiter von Belang in der Welt passiert, wirkt einfach nur sehr gezwungen und aufgesetzt.

    Frank Goosen - So viel Zeit

    Inhalt: 25 Jahre nach dem Abitur ist die einstige Clicque aus Bulle, Rainer, Konny und Thomas längst im Leben angekommen und in arrivierte Jobs als Steuerberater, Onkologe oder Lehrer aufgestiegen, aber diese Existenz zeigt in Gestalt von Seitensprüngen, Ehekrisen, Scheidungen, ersten Anzeichen von Alter und Krankheit oder gar Todesfällen wiederum längst Risse. Und vor allem ist da die Langeweile über - buchstäblich - so viel Zeit. Was tun? Klarer Fall: Die Herren mittleren Alters versuchen es doch noch mal - und stellen eine 70er-Rock-Coverband namens Mountain Of Thunder zusammen. Die aber erst durch den Einstieg von Ole komplettiert wird, dem coolsten von damals, der seinerzeit durch tragische Umstände gänzlich aus diesem Umfeld herausgeworfen wurde und auch heute nicht so ganz in diese Welt zu passen scheint. Aber doch: Zusammen rockt der Fünfer seine Welt und setzt neue Kräfte frei.

    Kommentar: Keine ganz große Geschichte, die Frank Goosen hier erzählt, aber wieder mal durchaus herzerwärmend und vor allem optimistisch. Dabei zahlt sich einmal mehr aus, dass Goosen hier keine Figur in den Mittelpunkt stellt, sondern den Blickwinkel kapitelweise verschiebt, was ebenfalls eine nette Dynamik in die Erzählstruktur bringt - und zugleich eben allen Figuren die nötige Tiefe verleiht. Die nostalgischen, aber nicht verklärenden Rückblicke auf die Jugendzeit der Hauptfiguren und auf das, was damals gegen alle Widerstände zumindest möglich schien, gehören ansonsten ja ebenfalls zu den immer wieder und somit unerschöpflich zu verhandelnden Themen in der Literatur. Ansonsten gibt es hier noch den durchaus auch auf dieses Forum hier passenden "Soundtrack", der sich - relativ untypisch für den ansonsten ja eigentlich eher im Indie-Bereich angesiedelten Goosen - ausgiebig bei Rainbow, Deep Purple, Whitesnake, AC/DC & Co. bedient (sogar Jens Johanssons erste Band Silver Mountain finde eine kleine Erwähnung).

    Übrigens hat der eventuell zu diskutierende Punkt, ob es denn unbedingt sein müsse, dass Mountain Of Thunder unbedingt - und augenscheinlich auch ohne weitere Ambitionen - als Coverband durchstarten, vielleicht auf folgende Weise seine Bewandnis: Wenn es primär darum geht, sich auf die Stimmung dieser alten Zeiten zu berufen, dann ist es womöglich besser, es bei den Originalen von damals zu belassen, anstatt es auf Biegen und Brechen unbedingt selber machen zu wollen. Denn was besseres könnte dabei ja kaum herauskommen - oder?

    Hanns-Josef Ortheil - Die Erfindung des Lebens

    Inhalt: Ein gewisser Johannes berichtet rückblickend von seinem Leben, vor allem natürlich von den prägenden Jahren als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener. Am Anfang steht das Trauma, in der Nähe seiner nach dem Verlust seiner vier älteren Brüder völlig stumm gewordenen Mutter ebenfalls ohne Sprache aufzuwachsen und sich in der Schule entsprechend ausgestoßen zu sehen. Über Klavierspiel und durch die Anleitungen seines Vaters, sich an den Namen der Dinge der realen (ländlichen) Umgebung zu orientieren, findet Johannes so dennoch zur Sprache. Der nächste Schritt im Lebensweg ist das Klavierspiel: Gefördert durch einen recht kompetenten Lehrer, allerdings mit einem letztlich aufgrund der räumlichen Trennung und durch aus stilistischen Gründen aufkommende Zweifel abgebrochenen Internatsaufenthalt, wird Johannes zu einem überaus begabten Pianisten. Nach dem Abitur überkommt ihn eine plötzliche Sehnsucht, nach Rom zu ziehen - und aus dem ursprünglich bloß als Urlaub gedachten AUfenthalt wird Liebe, und aus Liebe schließlich ein aussichtsreiches Studium am Konservatorium. Das dann aber wiederum aufgrund einer hartnäckigen Sehnenscheidenentzündung im Debakel und der Rückkehr in die rheinische Provinz endet. Aber auch hier gibt es - just angeregt durch den anfangs enttäuschten Klavierlehrer - eine Lösung: Johannes, der sich die Welt durch Wörter erschlossen hat, wird Schriftsteller und gewinnt schließlich den (namentlich nicht benannten, aber angesichts der Verortung am Wörthersee natürlich definitiv zu erkennenden) Bachmann-Preis. Das alles berichtet uns Johannes selber viele Jahre später in der Rückschau, als er diese Biografie just in Rom niederschreibt, nebenher noch mit der just getrennten Nachbarin anbandelt und durch den Klavierunterricht für deren Tochter auch doch noch zu seinem großen, öffentlichen prominenten und virtuosen Konzert in Rom kommt.

    Kommentar: Scheint ganz so, als hätte Ortheil hier eine leicht bis gar nicht fiktionalisierte Autobiografie geschrieben. Das ist vom Ablauf her auch nicht uninteressant, hat aber einen ganz, ganz schwerwiegenden Nachteil: Die Art und Weise, wie die Geschichte hier präsentiert wird, hat so etwas unglaublich egozentrisches, selbstgefälliges und -gerechtes an sich, dass es einen direkt anwidern könnte. Hieraus ergeben sich dann auch noch weitere Schwächen: Sämtliche neben dem Erzähler auftretenden Figuren haben kein Eigenleben, sondern sind eigentlich nur durch ihren Einfluss auf den Erzähler und das direkte Einwirken auf seine Entwicklung hin zu einem - genau so stellt er sich hier dar - Übermenschen ohne Hemmungen, Bedenken oder Selbstzweifel überhaupt von Belang. Ebenso bezeichnend für diese unerträgliche Ichbezogenheit des gesamten Buchs ist entsprechend auch der Umstand, dass die Umwelt in Gestalt zeitgeschichtlicher Dinge ebenfalls keine Rolle spielt. Der Weltkrieg? Ja, da sind halt zwei Brüder gestorben, aber sonst ist er unwichtig. Die Zeit? Die vergeht halt, damit ich älter, reifer und besser werde.

    In Bezug auf die Selbstgerechtigkeit schlägt "Die Erfindung des Lebens" somit sogar noch Benjamin Stuckrad-Barres "Panikherz", obwohl es in Ortheils Vita eigentlich weniger viele schlimme Dinge gibt, die in irgendeiner Weise zu beschönigen gewesen wären. Zu diesem Mangel trägt dann zweifelsohne auch der grüblerische, langatmige Erzählstil bei, der sich viel auf die Ausbreitung von Gedanken, (im Übrigen klägliche) Versuche des Beschreibens von Gefühlen und Empfindungen, an sich selbst gerichteten Fragen und indirekter Rede einbildet, damit im Endeffekt aber nur dick aufträgt, mäandert und ohne jegliche Pointierung oder Ironie nur noch altklug daherkommt. In Summe ist "Die Erfindung des Lebens" für mich also primär ein Ärgernis, eine Anmaßung gewesen, das ich - soviel war im Prinzip schon nach den ersten 20-30 Seiten klar - am Ende eigentlich nur noch aus Katastrophentourismus zu Ende gelesen habe.

    Christian Kracht - 1979

    Inhalt: Der namenlose Erzähler, ein Innenarchitekt, stromert im titelgebenden Jahr mit seiner Hassliebe von Kumpel erst durch den Iran, wo letzterer im Zuge von Khomeinis Revolution zu Tode kommt - aber nicht durch jene, sondern durch Drogenexzesse auf dubiosen Parties. Seiner Ankerperson beraubt, folgt der Erzähler stattdessen dem Rat einer Zufallsbekanntschaft, nach Tibet zu gehen und als Pilger den heiligen Berg Kailash zu umrunden. Das gelingt auch, aber just danach greift die chinesische Armee zu und verfractet den Protagonisten in ein Umerziehungs- und Arbeitslager. Das war's dann auch schon.

    Kommentar: Recht knappe Kost von Kracht diesmal - das Ding ließ sich in knapp zwei Stunden durchlesen. Es lohnt sich aber natürlich trotzdem, die Erzählung ist lakonisch bis zum Äußersten und schafft es gerade deswegen, bleibende Eindrücke zu hinterlassen. Inhaltlich dagegen ist das Material vergleichsweise schwere Kost, werden hier doch zum Einen so einige menschliche Verfehlungen der letzten 50 Jahre in geraffter und somit konzentrierter Form dargeboten - und das ganze dann zum Anderen auch gleich noch dem schon aus "Faserland" bekannten westlichen Hedonismus gegenübergestellt, der auf diese Weise sogleich wieder in seiner ganzen spirituellen Leere entlarvt wird. Die Mischung - Khomeini, Hinduismus, Throbbing Gristle, Dada und "Die Worte des Vorsitzenden Mao Zedong" auf 180 Seiten vereinigt - ist aber trotzdem schon ziemlich bizarr. Sowas Exzessives hat Kracht umgekehrt seither eigentlich auch nicht mehr geschrieben.

    Heinz Strunk - Es ist immer so schön mit dir

    Inhalt: Der (schon wieder) namenslose Erzähler lebt als Betreiber eines auf Sprachaufnahmen spezialisierten Tonstudios eher ziellos in den Tag hinein. Seine Beziehung mit der Mathelehrerin Julia ist erschreckend öde geworden - doch auf der Premierenfeier eines drittklassigen Films trifft ihn der Schlag in Gestalt der Chargendarstellerin Vanessa, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Und diese Liebe wird unvorstellbarerweise sogar erwidert, und angesichts der - zumindest auf den ersten Blick - überraschend reibungslosen Trennung von Julia scheint dem Glück eigentlich nichts im Weg zu stehen. Doch so einfach ist das nicht: Vanessa hat doch so einige Ticks, und die allfällige Passivität der Hauptfigur, die sehr vieles denkt, aber unausgesprochen lässt, stellen dann alles auf eine gewaltige Probe.

    Kommentar: Eher ungewohnte Wege beschreitet Strunk hier - verglichen mit diesem durchaus gesicherten Setting ist das, was sonst in seinen Romanen passiert, purer, chaotischer Existenzkampf. Wobei: Ganz grob gesagt ähneln Tonfall und Milieu dann doch etwas, das Strunk schon mal vorgestellt hatte, und zwar "Die Zunge Europas". Wie dem auch sei, der Effekt ist jedenfalls der, dass Strunk mit diesem Rahmen überraschenderweise zu einem recht leichten Stil und Tonfall mit ziemlich feiner Ironie anstelle der sonstigen groben Anarchie findet. Man könnte meinen, Strunkt wäre hiermit in irgendeiner Weise ausgewhimpt oder hätte sich sonstwie an den Mainstream angepasst. Dem allerdings stehen immer noch einige herrlich bizarre Einfälle gegenüber - so etwa der in keinem Bezug zur sonstigen Handlung stehende Kroatienurlaub der Hauptfigur mit einem (auch sonst nicht in Erscheinung tretenden) Schulfreund. Und nicht zuletzt wendet sich das Blatt, sobald die Dinge zwischen Mr. X und Vanessa auch nur um ein Jota aus dem Ruder laufen. Mit den Schilderungen, wie Menschen sich gegenseitig Kontrollzwängen zu unterwerfen versuchen, wird es dann ganz schnell hässlich und böse. Und die sonst so heitere Stimmung bekommt ernsthafte Kratzer.
     
  2. Winterwolf

    Winterwolf Till Deaf Do Us Part

    Ich lese derzeit (der kommende Film ist Anlass dazu) wieder einmal "Dune" von Frank Herbert (erst die neue deutsche Übersetzung und danach noch das Original). Zur Abwechslung habe ich folgenden Titel in gedruckter Form auf dem Tisch:

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    Das Buch, ursprünglich als "The Way Things Work" von David Macaulay 1988 begründet, ist so etwas wie "Sendung mit der Maus" für englischsprachige Kinder. Es geht darum, Technik mithilfe lustiger Illustrationen zu erklären. Und - Hand aufs Herz - ich bin immer wieder erstaunt, wie viel man als Erwachsener eben auch nicht weiss, wenn man ganz ehrlich zu sich ist... ;) Die deutsche Version trägt den Titel "Das dicke Mammutbuch der Technik".
     
  3. Charon Stone

    Charon Stone Dawn Of The Deaf

    Rob Halford - Ich bekenne

    Das Buch


    Ich habe es auf Deutsch gelesen und glaube nicht, dass mir irgendwelche filigranen Wortspiele entgangen sind (wobei, was „Besserwichser“ im Original ist, würde mich schon interessieren – vielleicht „blow-it-all“?); zudem habe ich auch keine Lust, bei so einer Schwarte mit einem Lexikon zu arbeiten, in das sich dann fünfmal pro Seite hineingucken muss (aus diesem Grunde werde ich vermutlich auch die Dickinson-Autobiografie entgegen meiner ursprünglichen Planung auf Deutsch lesen).

    Meine Meinung: Unterhaltsam, und für Priest/Halford-Fans bestimmt unverzichtbar. Neben den bekannten, mal mehr, mal weniger interessanten (bzw. am Stück gelesen oftmals ermüdenden) Tour/Aufnahme/Sauf-Geschichten finde ich das Buch etwas merkwürdig: Einerseits schreibt Halford sehr persönliche Dinge, andererseits bleibt auch immer eine gewisse Distanz, wenn nicht gar Oberflächlichkeit. Vielleicht entspricht das einfach seiner Persönlichkeit (immerhin dürfte er seine geistige und emotionale Entwicklung durch über anderthalb Dekaden andauerndes Gesaufe behindert haben). Manchmal denkt man auch „Da muss doch mehr passiert sein“ (besonders was die Band-internen Sachen angeht), doch er geht auf viele Hintergründe nicht ein, das wirkt nicht selten wie ein Verschweigen. Informativ sind einige Anekdoten und Einblicke aber schon.

    Psychologisch auf jeden Fall interessant, unter anderem, da Halford sich in manchen Widerspruch verstrickt und die ein oder andere Selbsttäuschung dokumentiert. Und was ich noch gut finde: Einige seiner relativ detailliert beschriebenen Sex-Erlebnisse wird so manchem Metaller, der dieses Buch liest, so offen (sic!) er auch sei, nicht schmecken (sic!).


    Der Traum

    Ich war noch relativ am Anfang (da wo er erst zweimal belästigt bzw. missbraucht wurde), und dann begegnete ich ihm in einem tendenziell verstörenden Traum. Leider habe ich einige Details vergessen, im Groben war es so, dass wir uns an einem Strand befanden und zusammen im Meer baden gingen. Wir waren nackt, und es kam zu erotischen Handlungen, die ich als sehr unangenehm empfand, obwohl es sich um den Anfang-Achtziger-Jahre-Rob handelte: Ich finde den Mann einfach unattraktiv. Das Ganze wurde dann auch etwas eklig, als sich wahrhaft unbeschreiblich große Mengen an Spermaflüssigkeit mit dem Meerwasser vermischten und sich um uns herumwanden.
    Es wurde noch unangenehmer, als Rob mir erzählte, dass er ja mit seinem jetzigen Partner seit 58 Jahren glücklich zusammen sei, dieser hatte ihn jedoch, sozusagen als Einstieg in die Beziehung, missbraucht. Das fand ich sehr bedrückend.

    Dann sagte ich ihm – und das wird für manche wohl der am meisten schockierende Teil dieses Traumberichts sein, weil es der Wahrheit entspricht – dass „Angel of Retribution“ mit Abstand mein Lieblingsalbum von Judas Priest ist.
    Dann war der Traum auch vorbei, glaube ich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. August 2021
  4. Cypher

    Cypher Till Deaf Do Us Part

    Während Rezi und Traum konnte ich dir noch folgen, dann leider nicht mehr. o_O:D
     
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  5. Charon Stone

    Charon Stone Dawn Of The Deaf

    Tja, das liegt daran, dass ich unvorsichtig gecopyt und dann -pastet habe!
     
  6. kantapper

    kantapper Deaf Dealer

    Einmal im Jahr lese ich das Ding durch - und immer wieder ist es genauso lustig, wie beim ersten Mal!

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  7. Foxen

    Foxen Deaf Dealer

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    Nachdem ich begeistert bereits mehrere Bücher von Erlend Loe gelesen habe, ist jetzt endlich sein erstes und bekanntestes an der Reihe. So habe ich wohl gewisse höhere Erwartungen.. Aber nach den ersten paar Kapiteln gefällt mir mein Urlaubsouvenir schon sehr gut.

    Außerdem habe ich noch drei weitere Bücher aus Norwegen importiert, die jetzt auf meinem Lesestapel liegen. Wenn man schonmal vor Ort ist und die Auswahl an Büchern, an die man daheim nicht rankommt, plötzlich so groß ist...

    Darunter auch Helvete von Erlend Loe.
    Den Anfang der Geschichte, dass eine Frau nach dem Umzug in ein Reihenhaus ganz zufällig im Garten einen Eingang zur Hölle findet und sich bei der Empfangsdame eine 10er Eintrittskarte aufschwatzen lässt, fand ich so skurril. Da konnte ich nicht widerstehen.

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  8. Der Zerquetscher

    Der Zerquetscher Till Deaf Do Us Part

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    Soweit ich mich erinnere, ist das hier die erste universitäre, sprich genuin wissenschaftliche Abhandlung zum Thema "Heavy Metal", die ich gelesen habe. Und so liest sich die Federführung. Zwar outen sich die verantwortlichen Geistes- und Sprachwissenschaftler als langjährige Fans der Musik (Deshalb das Projekt), jedoch bleibt das Analysierte trocken, sachlich und wenig unterhaltsam serviert. Wie man das eben kennt. Ohne Voreingenommenheit werden Völkisches oder historisch Verklärendes herausgearbeitet, sowie echtes Interesse an der Geschichte und akribische Quellenlektüre aufgezeigt. Je nach Band. Und je nach geistiger Zielsetzung der Band. Ein paar Combos kannte ich noch gar nicht. Die Griechen "Kawir" zum Beispiel. Ich weiß nicht, ob man sowas als Freund der Musik - ohne konkreten Anlass - lesen muss. Da gibt es schließlich Mitreißenderes. Es schadet aber eben auch nicht.

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    Einsichten in die Perfidie des Systems Putin und dessen Umgang mit Freiheitssuchenden und/oder Dissidenten. Schlaglichter in einen Alptraum. Dabei wird Alexej Nawalny keinesfalls verklärt oder auf ein Podest gehoben. Sein uns westliche Bürger tendenziell eher verwundernder Pragmatismus in Sachen völkischer Phrasen oder Brückenschlägen nach ganz Links finden im jeweiligen Kontext ausführliche Erwähnung. Sein unermüdlicher und absolut glaubhafter Einsatz für ein korruptionsfreies Russland ohne Putin wird allerdings anhand der Quellenlage verständlich (und unmissverständlich) nachgezeichnet und in einen gesellschaftspolitischen Rahmen gelegt. Mir persönlich ist und bleibt es nicht nachvollziehbar, wie bei solcher Lektüre (und da gibt es schließlich reichlich Auswahl) große Teile der Parteien AfD oder die LINKE sich immer wieder (wenn auch nur implizit) verständnisvoll vor Putin stellen. Ich kann mir das nur mit einer mitunter auch irrationalen, prinzipiellen Ablehnung der USA erklären. Und damit, dass man in solchen Kreisen derartige Lektüre eben lieber nicht liest. Oder... generell wenig liest.
     
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  9. WitheringHeights

    WitheringHeights Till Deaf Do Us Part

    Hab nun mal damit angefangen, lange keinen Fantasy-Roman mehr gelesen.

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  10. mh1974

    mh1974 Till Deaf Do Us Part

    Mein erster Barker seit Jahren :

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    Momentan bei Novelle 1....

    Gefällt.
     
  11. Gaimchú

    Gaimchú Till Deaf Do Us Part

    Neu auf dem "zu-lesen"-Stapel:

    Ray Bradbury: Something Wicked This Way Comes.

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    Ich bin sehr gespannt auf den Schmöker! :)
     
  12. Cnaiür urs Skiötha

    Cnaiür urs Skiötha Deaf Dealer

    Für Freunde des düsteren Mittelalters sei Christopher Buehlman - Between Two Fires empfohlen. Auch Fans der Dark Souls Reihe könnten hier etwas finden. Leider gibt es noch keine deutsche Übersetzung, aber der Autor selbst liest sein Buch für umsonst auf YT vor:
    https://www.youtube.com/embed/Bb6rSooDNQI

    Angeblich in eine ähnliche Richtung dürfte Hollow von Brian Catlin gehen. Muss ich mir erst noch näher ansehen. Wenn sonst jemand etwas in die Richtung kennt (vielleicht sogar auf Deutsch übersetzt) immer her damit!
     
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  13. Der Zerquetscher

    Der Zerquetscher Till Deaf Do Us Part

    Obacht! Dich erwartet zwar eine spannende Geschichte, die aber in viel Surreales bzw. schwer zu Greifendes verpackt ist. Bradbury liefert hier keinesfalls ein zweites Fahrenheit (weshalb einige seiner Fans von dem Werk hier enttäuscht waren), sondern kam mit einer bewusst künstlerisch/literarisch auffälligen Herzensangelegenheit daher. Das sollte man wissen. Sonst wundert man sich doch etwas... :)
     
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  14. Gaimchú

    Gaimchú Till Deaf Do Us Part

    Danke für die Warnung; ich kenne von Bradbury bislang nur "Halloween Tree". Von daher habe ich also an sich gar keine Erwartungen...
     
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  15. drmedmabuse

    drmedmabuse Till Deaf Do Us Part

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    Mich hat bisher der Titel immer abgeschreckt, weil ich das mit Rosamunde Pilcher-artigem Zeug verbinde. Ist aber sehr weit davon entfernt. Geschildert wird das Leben eines Mädchens, das alleine in den Sümpfen North Carolinas aufwächst. Bin bei der Hälfte angelangt und gefällt mir sehr gut!

    Zuvor gab es Jörg Juretzkas "Tauchstation" aus der Kryszinski-Reihe. Sehr cool!
     
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  16. Gaimchú

    Gaimchú Till Deaf Do Us Part

    Wuppie!!
    Gerade gesehen, dass "meine" Uni-Bibliothek das Ding im Bestand hat .... wollte da schon immer mal reinschmökern!

    Also gleich - hoffentlich - neu auf dem "zu-lesen"-Stapel:

    Thacker, Eugene: Im Staub dieses Planeten. Philisophie des Horrors, Berlin: Matthes & Seitz 2020.


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  17. RidingOnTheWind

    RidingOnTheWind Till Deaf Do Us Part

    Vor einer Weile habe ich Vian - „Der Schaum der Tage“ beendet.

    Meine primären Emotionen waren zum einen eine wohlige Form des Ekels, wie ein mildes Erschrecken, den die Brüche in der fantastischen, bunten und überbordenden Welt hervorriefen, denn überall war ganz beiläufig etwas Groteskes oder schlicht Gewalt und Grausamkeit eingestreut. Hässlichkeit im überzeichneten Flirren und Zuckerwerk.

    Zum Anderen war es Bestürzung. Darüber, wie alles immer schlimmer wird und ich war bestürzt-fasziniert, was mit den Figuren geschieht. Das Schicksal der Maus war dann der letzte Dolchstoß. Wie kann man so gemein sein! Schön wahrzunehmen fand ich auch das Verblassen aller Farben über das Buch hinweg und den Rückgang des Tempos.

    Unbehaglich und treffsicher wirkte auf mich die Darstellung von ARBEIT im Roman. Wo Kafka diesbezüglich in mir oft Assoziationen von Labyrinthen, den Verstand verlieren, Verändertwerden, Hamsterrad, Sinnlosigkeit hervorruft, war es hier: Vernichtung.

    Am meisten mitgenommen hat mich jedoch die Dynamik der Beziehungen der Hauptfiguren. Wie sehr sie aneinander vorbeigriffen. Wie wenig sie sich wirklich nah waren. Wie wenig sie sich teils wertschätzten. Dabei hätten sie einfach nur umeinander sein müssen. Als Liebende, in der Lust. Ich war während der Lektüre erhöht empfänglich dafür, Paare zu beobachten und wie diese miteinander sprachen und habe so viel gehört / gesehen, was mir Gänsehaut verursachte (Kälte, Anblaffen, Pragmatik).

    Ein ernüchterndes Buch. Aber kein hoffnungsloses. Es beschreibt die Dinge nur sehr hart. Und dies verklausuliert in Übertreibung und Phantastik. Ich habe es gern gelesen.
     
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  18. RidingOnTheWind

    RidingOnTheWind Till Deaf Do Us Part

    Nun:

    Houellebecq - Elementarteilchen

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  19. Cypher

    Cypher Till Deaf Do Us Part

    Habe ich vor längerer Zeit als Hörbuch gehört - hat mich sehr beeindruckt und wirkt noch heute nach.
    Der Titel ist irreführend, das stimmt.
     
  20. subcomandante

    subcomandante Till Deaf Do Us Part

    Hm, Titel klingt verführerisch, erstes Kapitel geht gleich mal mit dem Phänomen Black Metal in medias res, hab' mir das Büchlein also auch glatt besorgen müssen. Danke für die Anregung.
     
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